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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-01-10 · 1 (10.1.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
1 (10.1.1928)
Date
1928-01-10
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite « Geinemdrblatt der Deutsch-JZraelitisiben Gemeinde. Nummer 1 zahkung erhalte. einen Wahlaufruf gegen die Leitung des Verbandes unterzvikbnet habe; er nennt solches Verhalten unmoralisch. Herr! O f f e n b u r q wendet sich grundsätzlich ganz entschieden aeaen die Ausführungen des Vorredners, „wir lebep im Zeitalter der Demokratie". Ein Antrag der Herren Cohn, Dr. Heckscher, Pels und Tr. Scblesjnger verlangt, daß der Vorstand des Verbandes vierteljährlich, nach Bedarf häufiger. Gerichte tber,Beschlüsse und Vorgänge an die> Verbandsmitglieder herausgebe.. Herr Pels begründet die Zuweisung der Berichterstattung an den Vorstand damit, daß dieser den Verband nach außen vertrete und die Beschlüsse des Kollegiums doch seiner Zustimmung bedürften: Herr Möller fügt hinzu, daß diese regelmäßige'Berichterstattung den Vorzug verdiene vor der nrwrstnglüch vom Kollegium geplanten, die sich an die . sehr unregelmäßig stattfindenden Sitzungen anlcbnen sollte. , .Hexr Cffen&urg, der grundsätzlich für möglichst groß^ Octnentlichkcit ist, weil er hiervon die Belebung des Jhitermcs für den Verband erwartet, sieht - in der Uebe-tragung der Berichterstattung an den Vorstand allein die Sttlsimg, des Kollegiums nicht genüaend gewahrt, während Herr Tri'L a u z kr o n die Berichterstattung des Gcmcindeblattcjs. das dtch die Beschlüsse jedenfalls richtig wicdergebe. für ausreichend erachtet. Ter Antrag wird angenommen: desgleichen ein Antrag Offen burg.i die in öffentlicher Sitzung gefaßten Besch l ü s s e d e!s Kollegiums unter Zeichnung der Vorsitzenden des Vorstandes und des Kollegiums a m schwarzen B r ü t t der Gemeinde-Synagogen ö f f c xt t * lich' bekannt z u geben.' tzin Antyag der Herren Ofsenburg und Tr. L an z krön verlangt, dgß angesichts der unter den Mitgliedern herrschenden Erregung über die neuen Verba n d s st a t u t e n> der auf den 1. Januar 1928 angesetzte Termin ihres Inkrafttretens hßnausgeschob e n werde. Bei Beratung dit'es Antrages, den sie damit begründen, daß sie der in Aussicht stehenden Besprechung mit den Gemeindebehörden den Weg bereiten und > zugleich zur Beruhigung der Gemüter beitragen wollen, ergibt sich, j daß der Verbands Vorstand dem Kollegium noch keine Mitteilung davon gemacht hat. daß der Bor st and der Gemeinde bereits am 17. November Einspruch gegen die Aeuderunjg der Statuten erhöhen hat. Tiepeinliche Ilebürraschung. die diese Feststellung bei den Mitgliedern des Kollegiums hervorruft, ist unverkennbar. . Herr Pels richtet sich angesichts des Einspruches der Gemeinde erst'reck,t gegen den Antrag; auch Herr Cohn ist gegen ihn. ebenso Herr Möller, der auf den Eiker, den Ernst und die Gewissenhaftigkeit hinweist, mit welcher ' gerade die ausscheidenden Delegierten an dem Statut gearbeitet' hätten; die Außenstehenden hätten keine Ahnung von dem Statut. Herr Tr. Heckscher stellt fest, daß der Vorstand dtr Esenjeinde seinen Einspruch nicht begründet und insbesondere keinen Einspruch gegen den Zeitpunkt. des Inkrafttretens des Statutes erhoben habe; Herr Pels bemerkt noch, die in Aussicht stehende Besprechung könne sich nicht aiuf ein von der Gemeinde etwa beanspruchtes Recht zür Genehmigung des Verbandsstatuts erstrecken; in den Punkten, in denen die Gemeinde die Berbandsorgane überzeugen würde, könnte das Statut von diesen geändert werden. — Der Antrag wird gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Der Verbandsvorsitzeftde, Herr Michael Flörsheim, ergreift das Wort, um den scheidenden Mitgliedern des Kollegiums den Dank des Vorstandes auszusprechen^ unter Anerkennung ihrer fleißigen und hingebungsvollen ~ Arbeit, der sie sich für ihre Ueberzeugung von der Selbständigkeit und Integrität des Verbandes gewidmet hätten. Er zweifelt nicht, daß die kommenden Herren den gleichen Standpunkt vertreten würden, wie sie ihn von' ihren Vorgängern übernommen hätten. Das wäre die größte Anerkennung für die Scheidenden, denen er den Lohn wünsche, den die Gemeinde altsabbathlich für die 71212*0 “lOS 0-120 D'pSny erflehe. — Herr Glückstadt dankt zugleich namens der beiden andern aus dem Kollegium ausscheidenden Herren, für die Worte der Anerkennung und dem wegen Krankheit abwesenden Vorsitzenden des Kollegiums, Herrn Jacob Flörsheim, für seine sachliche Geschäftsführung; er wünsche diesem, daß er noch lange sein Amt führen könne. — Herr Cohn übermittelt den scheidenden Herren die Abschiedsgrüße des Vorsitzenden; sie hätten zum Nutzen des Verbandes gearbeitet. zur friedfertigen Zusammenärbeit mit dem Vorstande beigetragen. — Auch Herr Offenburg erkennt an. daß die ausscheidenden Kollegen das Beste gewollt hätten und nurihrem Gewissen gefolgt seien; das schließe natürlich Meinungsverschiedenheiten nicht aus. Er hoffe, daß die abtretenden Herren mit der ferneren Tätiakeit des Kollegiums zufrieden sein würden. Damit schließt die öffentliche Sitzung, der -ine geheime folgt. Der Bericht über die Sitzung des Kollegiums vom 4. d. M. folgt. Jüdischer Schulverein e. D. Mitglieder-Bersammlung am Mittwoch, dem 21. 12. 1927. Der Vorsitzende, Herr D. Münden, erstattet folgenden Bericht: Am 21. Dezömber 1924 fand die letzte Mitgliedcr-Versammlung statt. — Durch den lob haben wir unsern Mitbegründer Herrn Max Friedländer verloren, der in unserer Erinnerung fortleben wird. — Das lcngjährige Vorstandsmitglied Herr I. V a I k fr. ist aus dem Vorstand ausgeschieden, weil er glaubte, es mit seiner Zugehörigkeit zur Neuen Dammtor- Synagogc und mit Rücksicht auf ihre eigenen Schule nicht vereinbaren zu können, weiter im Schulvere>n tätig zu sein. Ein trauriges Bild Hamburger Eemeindeverhältnisfc tritt damit zu Tage.- Der jüdische Schulverein - wurde sejner Zeit von Männern und Frauen aller religiösen Richtungen ins Leben gerufen. Die Religionsschule sollte die Kinder aus allen nichtradikalen Lagern im Unterricht vereinen, um den Zusammengehöligkeitssinn zu fördern und damit der Verewigung der Zerklüftung in der Gemeinde Vorbeugen zu Heiken. Parteiinteresse anders eingestellter Führer machte diesen Plan vor der Hand .zunichte, und unser Kollege Volk ist ein Opfer dieser Verhältnisse geworden.! Die Jugend der Posttiv-Liberalen und der zum liberalen Konservatismus Hinneigenden ist im Unterricht wieder geschieden..ein Schaden für die Entwicklung der Gemeinde. Die Gemeinde gewährt unserer Schule seci 1926 eine jährliche Subvention von 750V Ji. Sie wäre in dieser Höhe nicht erforderlich, wenn keineweitere Religionsschule begründet worden wäre für Kreise, die stch, wie die Vergangenheit bewiesen hatte, mit den für unsere Schule Interessierten vereinigen lassen. .Die Frage der Einführung des Religionsunterrichtes an den öffentlichen Schulen beschäftigt uns seit drei Jahren. Ein Unterrichts-Plan, der Religion, Geschichte und Hebräisch umfaßt, harrt nur noch der Beratung mit Herrn Rabbiner Dr. Italiener. Der von dem Rabbiner der Reuen Dammtor-Svnagoge am Heinrich Hertz-Realgymnasium eingeführte Unte^icht würde unseren Bestrebungen grundsätzlich entgegenkommen. wenn er auch das Hebräische umfassen würde: und das umsomehr, weil diese Schule die größte Anzahl jüdischer Schüler von allen Hamburger Staatsschulen aufweist. Bedauerlich ist nur der Umstand, daß der Unterricht noch nicht der selbstverständlichen Kontrolle der Gemeinde-Behörden untersteht. Da der überwiegende Teil der jüdischen Schüler des Heinrich H-rtz-Realgymnasiums den liberalen Kreisen der Gemeinde -nt.

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