Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-01-10 · 1 (10.1.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
1 (10.1.1928)
Date
1928-01-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4891256-5444708-5444885--0266-4891471
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nummer 1 Gememdeblatt der Deutsch-JSraelitischen Gemeinde. Seite 7 stammt, diedem Religions-llntcrrichite in der Schule aus politischen und praktischen Gründen dem -Unterricht in e«ner Separat» schule den Borzug geben, jo fehlt unje:er Schule der frühere starke Zuflutz von Schülern der genannter Anstalt. Dieses Moment - uno der Fortgang unseres bei seinen Schülern besonders beliebt ’•* gewesenen Schulleiters, der Radbin«rs Dr. Rüls, nach Bamberg, kommt in dem Rückgang der Schulerzahl unserer Schule zum Ausvruck. Sie betrug 192&: läü, 1!26: 130, 1927: 90 Schüler und Schülerinnen. I Es ist anzunehmen, dost der Besuch der Schule im kommenden Jahre einen A> sschwupg nehinen wird; er darf-aber infolge des Eeburtenn aganges^aus der Zeit des Krieges nicht zu hoch eingejchätzt werben. Unsere Sorge mutz sich deshalb in verstärktem Matze den Schülern zuwenden.-die nicht unserer unmittelbaren Obhut unterstehen, die aber der Pflege uno Beeinflussung in relig.osem Sinne gerade von unserer Seue bedürfen, um eine Synthese der fudischen Religion mit neuzeitiger Weltanschauung finden zu tonnen. Der s ch u l e n t l a > > e NL n Iug: yd hat sich in besonders anzuerkennenden We.se Herr Rabbi ier Dr. L u d a j ch, Schulleiter seit 1926,idurch Einrichtung von Abendkursen gewidmet. — Ihm zur Seite standen Frl. Esther tlagan, Obertantor Körnitz e r und Lehrer weoxg Wolf . - Ein K l t e r n a b e n d wurde 1925! veranstaltet, und in diesem Jahre ließ die Eittlassungsfeier das aUjeitige Interesse der Eltern und Kinder an solchen Veranstaltungen in die Erscheinung treten. Ausflüge wahrend der Sommerzeit wurden regelmagig veranstaltet. Die Feiertage verbrachten die Schüler mit den Lehrkräften >m Gotteshause oder in geselligem Bei>ammensein unter Beobachtung und Uebung religiöser Brauche. Die Schule ist für den eine nichtjudische Schule besuchenden Schüler nicht nur eine Stätte des Unterrichts, sondern auch des seel.jchen Friedens in eister ihm wohlwollend 'gesinnten Umgebung. . Rur mit Hilfe der Gemeinde und dank dem Berskändnis, das ». unsere Mitglieder aus allen religiösen und gemeindepolnischen Lagern ihr entgegenbringen, war es mögl.ch, unsere Rcligionsschule, die nur von den Begüterten Schulgeld erhebt, geldlich sichcrzustellen. Das Rechnungsjahr 1925 brachte e nett Fehlbetrag von 1300-tt, das Rechuungsiayr 1926 brachte eir en Fehlbetrag von dl 82i. Dieser entstand in beidest Jahren durch Büchervejchasjung, er konnte im letzten Jahre dufch Eingänge und Verlauf von Büchern in Verbindung m.t sparsamster Geschäftsführung getilgt werden. Die diesjährigen Spemden beüefen sich aus 310 .6. Den freundlichen Gebern sagen wir an d'cscr Stelle nochmals unfern desten Dank. t Die Abrechnungen der drei Zai re wurde von den Herren Adolf Easpary, Siegfried Freundlich, Pros. Dr. Aufhäuser und JuliusLevy jeprüft und richtig befunden Wir hoffen, in der nächsten Mtstlieder-Verjammlung weitere Erfolge unseres Vereins auf dem Erbiet der jüdischen Erziehung innerhalb unserer Gemeinde feststellen zu können Dauererfolge erscheinen unsiasber nuridann gewährlei st et, wenn die Lösung der Probleme der jüdischen Erziehung der Jugend, die nicht orthod«ön Häusejcn entstammt, unter Berücksichtigung ihrer besonderen! Eigenart angestrcdt wird. — Die Wahlen hatteit folgendes Ergebnis: t. Wahl des Vorst a n de s. Es wurden gewählt: Herr Daniel Münden zum ersten Vorsitzenden, Hstir Dl. Ludwig Frönkel zum zweiten Vorsitzenden und Schriftführer, die Herren Max Rosenbaum, Dr. Aalter Weigert und Frau Dr Israel zu Schriftführer i,i die Herren David Frisch mann und Direktor Martin Emgel zu Kassierern. II. Zu Mitgliedern de- Beirats wurden gewählt: Die Herren Heinrich Levy, Leopold M. Durlacher, Dr. Jacob Löwe-nberg, Wolf Möller, Oberlanvesgenchtsrat Dr. May, Richter Dr. Feiner, >Carl Samjson, Frau JsidorSchindler. III. Zu Rechnungsprüfern wurden, gewählt: Die Herren Prof. Dr. Aufhäuser, Julius Levy. -1— 'v - Sprechsaal. Für diese Rubrik trägt d e Schriftlritung keine Verantwortung. Was erwarten wir von dem nenqn Delegierten-Kollegium?. Diese Frage aufwerfen ist nicht gleichbedeutend mit Antwort heischen auf die Frage, wos wir von der Arbeit der neugewählten Delegierten erwarten D nn derer, die das Vertrauen der überwältigenden Mehrheit der Wähler in das Kollegium delegiert hat, sind nur vier, und wenn auch Gesinnungsfreunde ihres Einzugs in das Kollegium harren, es vesteht aus zehn Mitgliedern, und seine Arbeiten sind im Erfolge vielfach abhängig von der andern Verwaltungslvrpchschast des Verbandes, tzeig Vorstand. Dieser aber ist seiner > ganzen Vergangenheit nach der Auslassung der neuen Delegierten > von den Ausgaben des Vervandes diametral entgegengesetzt.! Die VorstanosmugUedel hätten, eine von ihren üverzeugleslen >Gegn«rn anzuertenmnde Seivstlosigteit und vor allem ein nares Zersrandnis sur Tatsachen gezeigt, w/nn sie aus dein Wahlergevn s d.e einz.tz richtige, von der Loählerjchaft auch erwartete Konsequenz gezogen ha.ten. Ihr, Verbleiben auf ihrem Platze erscher.il gteia)vel,eulend nnt einer Kaiypfanjage an den aus dem Wayltampj siegreich hervorgegangenen Geist und ferne erwählten Vertreter. Wir erwarten, dag diese den ihnen au,gedrängten Kamp, au,nehmen werben. '.Denn der Wahltamps ging nicht um belanglose! Verwallungsangelegenheilen. Was bei der Wahl heitz umlampft wurde, war der Eeist, der die Geschicke des Verbandes in den-letzten Jayren gelenkt hat, und über den dre Wähler.setzt in >o eindruasvoller Weise den Stab gebrochen haben. Erst wenn bei Ein,lug des ^.räg^rs dieses Geistes beseitigt ist, erst dann durfte d.e Baqn ,rei fern zur Erreichung dessen, was die Ptiiglieder von den Männern ihres Vertrauens erwarten, und wüs un .einzelnen das Werbeinarer.al des _ Wahlausschusses, der die Wahl der neuen Delegierten befürwortet Hane, besagte. .; Es wird zunächst erwartet, dag das Verhältnis des Verbandes zur Gemeinde alsvald wieder jo yergestellt w.rü, dag es der seit Bestehen des Verbandes geübten Praxis entspr.chl und nicht etwa dem, was die im! Wähllampf unterlegene Partei, ihre nicht wieder.gewählten, und ebenso ihre heule noch dem-Delegierlen-Kollegium augehörenden Verlierer aus veritauolen,! vor 60 Jahren vielleicht anuBl gewesenen diplomatischen Allewluckrn avlernen wollen. Was jn sechs Jahrzeyitlen zum Brauch, züm Minyag,. geworden, duiffe in e.n-m or.yodoxen Kultusverband . die gtr-iche, wcnii nicht nchhr Rechtskraft besitzen, als eine niemals zum Rechr, zum Din, crhchvene Mögt ich teil. Dem' entspricht auch d.e Selvstoerslandlichkeit, dag' die neuen Männer sich für die Ausrechleryallung def bisherigen S e l b jr ä n d i g t e i t des Verbandes im Ray man der Gemeinde einsttzen werden, und es wird deshalb der Erwartung, datz sie tu gar nichts e.ne Schmälerung feiner bisherigen Rechi« anjlreben iverden, nicht erst besonderer Ausdruck verliehen. - Hand in Hand dam.l gehl d.e Beschrantung.des Verbandes auf seine bisherigen Psiichrtn, deren lleberschreitung efner der hauptsächlichsten Falioren! des Wahlkampfes und vesonhers des Waytptisganges war. Die Wiederherstellung dieses Aufgabentreifes des Verbandes bedingt die beschleunigte! W > e d e r a u g e r k r a f l > c l>u n g der auf jo eigenartige, distchte Weise, abje.ts aller Oesfenilichkeit, beschtosfenen neuen Statuten. Der nicht nur in d.e Ve-Halinijsc . des Verbandes, sondern auch in die eines jeden seiner Mitglieder tief einschneidende, neu geschaffene Steuerparagraph nrug . schleunigst durch den altem neu zu. regelnden, dem heutigen Geld-' wen anzupassenden Mitgliedsueiirag-Paragraphen ersetzt werden. . . I Die Bestimmungen über die M i 1 g l i c d c r - V e r s a ist m s l u n g sind jo zu revidieren, dag sch nicht, wie die hinter j verschlossenen Türen ausgeklügelten, jedem urieilsfähigen Aritglied von vornherein die Lust zur Kritik verderbe». Denn weichen- Wert sollte wohl eine 'Versammlung haben, wenn ihre Aussprache keiner sachlichen Krit.k gleichkommcn darf? Der Umstand, dag 90 As der wahlberechtigten Mitglieder von ihrem'Wahlrecht .Gebrauch gemacht haben; hat ihre Antcilifahme an den Geschicken des Verbandes erwiesen. Wollen sie aber nicht nur zur Wahlpnt, sondern künftig jederzeit ihr Interesse an der Eniwicklung -bts . Verbandes bekunden, Und sie wollen es, jo ist sächliche Kritik nicht nur erforderlich, sondern Vorbedingung kunstiger Entwicklung. . Deshalb gehört cs auch zu den Aufgaben der rteue« Delegierten, mit den chllzu oicfen geheimen Sitzstlngen aujzuräumen. M Eine ihrer vornehmsten Aufgaben wird ihr Bemühen um die Hebung des geü'tigen Niveaus des Verbandes sein müssen. Zwar hatte «ruch das alte Kolegium eine besondere „Komin.ssion für die Anstellung eines zweiten Rabbiners", die Mitglieder haben jedoch niemals wirklich« s, ernsthaftes Benlühcn in dieser Hinsicht erkennen können. > So sind der Erwartustgen, die sich an den Wechsel in,der Zusammensetzung der einer gesetzgebenden Körperschaft des Verbandes knüpfen, mannst faltige, ^u schweigen von anderem, wie z. B. der von vielen gevmnschten^ominission für die Beschaffung verbilligter ritueller Lebensmittel und andern oerwaltungstechnischen Fragen. Di! nächste Zukunft wird die Stärke der neuen Männer zu eru eisen haben. Sollte sich ergeben, dag Parteigeist auch hier das variierte. Sprichwort wahr macht, datz auch der Beste in Frieden nichts erreichtn kann; wenn es seinen Kollegen aus Prestige- .»der anderen Gründen nun einmal nicht '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.