Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 12 (10.12.1927)
- Date
- 1927-12-10
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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Seile 2 sephs friedfertig mit ihrem Bruder hätten verkehren Mollen. Aber: TZ” 1/Z' „<sie konnten mit ihm nickt zum Frieden riden" — und die Folge war,, daß Jakobs ganze-Familie mach Aegypten wanderte und dort in Knecktschaft geriet. j In den Scgnunigen unseres Führers Moses heißt es am Schluffe: iZZZZNZ ClVw Tr:' ..ich bringe Frieden in euer Land" — (jine Verheißung, welche die jüdischen Weisen dayin erklärten, daß alle Vorzüge, mit welchen ein Land gesegnet und ausgestattet sein kann, keinen Wert haben können, wenn nicht Eintracht und Friede in ihm berrscken. \ ' 1 Unsere'wichtigster Gebetstücke sprechen von dem hohen 'Werte des Friljdens^ Tie Zckmaune esrei (das Achtzehnge^tll klingt aus: Sst^' 1-V PN “pZZn >'N'Z „Gelobt sei Gott, der sein Volk Israel mit dem Frieden segnet.-" . Wenn wir Gott danken für Speise und Trank, beenden wir das Gebet mit den Worten: Gott segne sein Volk mit dench Frieden. , Ter biblische Priesterscgen endet mit den Worten: “? CZ*" „Go^tt verleihe dir Frieden", und die mündliche Uebcrlieferung.l die Mischna, endet mit wohl erwogener Absicht mit dem Worte „Frieden". Möge Dieser Aussatz dazu beitragen, daß auch in unserer Gemeinde die sachlichen und'persönlichen Gegensätze übcrbrückt. werden, und jeder daran Mitwirken, daß das Wort des Propheten Jesaja Wahrheit werde: CPTZ p~Z .i'Scin Volk, sie alle sind gerecht!" r) Mögen alle verantwortungsvollen Kreise, alle, die. an sichtbarer Stelle stehen und sich zu Führern berufen fühlen, nicht vergessen, warum Israel den Wanderstab ergreifen mußte! ' Wir alle' aher sollten uns bewußt sein, daß. gleichviel wie der eine o2tr andere sich zu den göttlichen', weisen, unabänderlichen Gesetzen stellt, wir alle Brüder, Kinder eines Vaters sind. Glieder einer großen Gesamtheit, die unauflöslich für ewige Zeiten miteinander verbunden sind. Nur so machen wir uns wert der Erlösung, der Erlösung, die “Z7Z* riL"N: heißt, d. h.' der Erlösung des Friedens, die sickdadurch als die .wahrhafte und einzige ausweist, daß .sie Israel und der Menschheit ’ den Frieden des Himmels auf.Erden bringt. . Tenn das ist. der letzte Sinn des Satzes: 7^-z" 7i h" ip'77 T'7nzr;" nt rznzz ctr rizriy Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. / Nummer 12 „Ter ^da Frieden stiftet bringe! Frieden über uns in >einen Himmelshöhen, und ganz Israel!" er —cd. Chanukka. Von R. M. Nathan. Eine ernste Mahnung richten wir anläßlich des bevorstehenden Ehanuktafestes an die Eltern und Erzieher. Ihr, denen die Seelen eurer Kinder und Zöglinge anvertraut sind, feiert? das Chanukkafest daheim und außerhalb des Hauses seiner religiösen 'Bedeutung, seinem geschichtlichen Inhalte und der Würde des Judentums entspreckend. Tas Chanukka fest ist ein Fest der Religion, es feiert den Sieg der religiösen Idee über den Glauben an dys Recht der Macht, den Sieg der religiösen Kraft und Begeisterung über den Glauben an die rohe Gewalt. 2ag Chanukkafest hgt geschichtlichen Inhalt: es ') bniv rnxm i'rrjwq 8 pna prrmo lehrt uns. wie alle bedeutsamen Ereignisse in Israels Geschichte, den Glauben an Gottes Walten in der Geschichte. an dem Beispiel der Makkabäer erzieht es uns zum Vertrauen auf den Lenker der Geschicke, der mächtiger ist als Menschenwille und weiser als Menschensinnen, und zum Ausharren in aller Not und Bedrängnis, weil aus Not und Elend das Glück und die Freiheit geboren werden. Tas Chanukkafest ist uns ein Symbol der Würde des Judentums: in dem Wirken für Gott und seine Lehre, in der Freude, daß die Väter diesem Ideal gedient haben, und in der Wonne darüber, daß wir es ihnen gleichzutun berufen sind, liegt die über allen irdischen Glanz und über alle menschliche Wertungerhabene Würde des Judentums und seiner Bekenner. Das ist unsere Auffassung vom Ehanukkafeste. Ihr entspreche seine Feier, im Gotteshause, im Kreise der Familie, im trauten Heim der Fteunde. Im Gotteshause. Tas soll ein Ruf an uns alle sein, am Chanukkafest dem Gotteshause nicht fern zu bleiben. Denn das Fest der Religion muß gefeiert werden im Hause der Religion. Im Kreise der Familie. Das sei uns eine Mahnung zur Entzündung des Chanukkalichtes in jedem jüdischen Hause — auch, ja gerade auch in dem Hause, das soyst jüdischem Brauch und jüdischem Leben fern steht. Den«! das Chanukkafest ist ein Fest der Geschichte; die Verbindung des einzelnen mit der Vergangenheit aber ist tot und bedeutungslos, wenn sie wegen Teilnahmslosigkeit nichts weiter bleibt als ein zufälliger Zusammenhang, anstatt durch die lebendige Tat Sinn und Inhalt zu erhalten. Wer in seinem Hause das Chanukkalicht entzündet, der schlägt von den Wundern der Makkabäerzeit /eine Brücke hinüber zur Gegenwart. Der nennt sich " einen Enkel und Nachfähren der Makkabäer, einen Träger des Lichtes, das uns ein Symbol der Gotteslehre ist. Und. im trauten Verein der Freunde. Das sei uns eine Myhnüng, auch in der Festesstimmung der Würde des Judentums nicht zu vergessen. Tenn unsere Würde liegt begründet in unserer Mäßigung; wenn unsere Weisen uns vorschrei? ben. Maß zu halten in unserer Trauer, so ist es an uns selbst, das viel Schwierigere zu tun und uns weise zu' zeigen in dem Maßhalten in den Stunden der Freude. Ganz besonders gelten diese Ausführungen den Eltern und Erziehern; ja ihretwegen stehen sie an dieser Stelle, im Interesse, zum Schutze und zum Besten der jüdischen Jugend. Denn die-Entwicklung der Tinge, äußere Umstände und Einflüsse unserer Umgebung haben dazu geführt, daß das Chanukkafest ein Fest der jüdischen Jugend geworden ist. Aber zugleich ein Fest der Verflachung und Veräußerlichung, während es doch ein Fest bei! Verinnerlichung sein sollte, nach welcher unsere ganze Zeit und unser ganzes Geschlecht sich sehnen. Darum, ihr jüdischen Eltern, feiert mit euren Kindern das Chanukkafest, aber in jüdischem Sinne. Gehet mit euren Kindern am Chanukka in das Gotteshaus, denn Gott und seinem Walten gilt das Fest der Weihe. Entzündet euren Kindern das Chanukkalicht und laßt sie glücklich sein über die Bereicherung und dne Schönheit des im Lichterglanze strahlenden Elternhauses; glaubet es. daß dieser Lichterglanz tief, tief in ihre jugendlichen Seelen dringt und daß ein Strahl des im Elternhause geschauten Lechtes: dereinst noch den späten Abend ihres' Lebens erhellen, ja. im Dunkel und in der Nacht des Unglücks ihnen voranleuchten wird. Und lasset sie die Freuden des Festes mit Mäßigung genießen, daß es selbst dauernd dem