Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 11 (10.11.1927)
- Date
- 1927-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4891256-5444702-5444842--0248-4891455- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I Seite 6 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Nummer t l 15 Zähren am Gottesdienst tcilnchmen. als Plätze in den ^Gotteshäusern" vorhanden sind, also 3800 Männer und 12200 Frauen (was.-reichlich gerechnet sein dürfte. La cinerncits die unter 15 Fahre alten Teilnehmer am Gottes dien» bei dieser Rechnung nicht berücksichtigt sind und anderevseils hon Ulen „Gotteshäusern" nur die Bornplatz Synagoge jncn iciiswert mehr Besucher als Plätze haben dürtse). dünn leben in Hamburg 3800 — 50 Prozent erwachsene mä inliche und 6100 — 72 Prozent er wachsene weibliche Juden, Die selbst an l,ochsten Feier' lagen keiney G Utesdienst besuchen. Taß auch sie erheblich min wgcn du >cn Lasten oer jüdischen Institutionen bewl ist. das; sie aus ibra Erhaltung Wert legen. Ein basonljeres Interesse hat Die Gegenüberstellung des! am' eilten! Steuerzahler der verschiedenen Kategorien durchschnittlich entfallenden Gcineindestcuerbelrages. ' , >Es kUliiall^n durchschnittlich aus einen Steuerzahler, der jangeböijt? - dem^ Snnägvaeii Verbaue .» 302 — dem! Teirvg! Peiband. ,. 460.—| der Plenen Taitzmtor Snnagoge 'Bencckestr. .. 312.— keintr gotte^dicsistnchcu Bereinigung.111.—i Das Steuoräuskoinmen pro Steuerzahler ist also bei den beiden Snnagogen Verbänden säst das gleiche, beim Teuivelverbänü jedoch um rund 50 Prozent grösser als bei picien, beträgt aber bei den keiner gottesdienstlichen Bereinigung! a^gebärendcir. Steuerzahlern nur rund ein Trudel der Snuer eines Steuerzahlers der Synagogenverbünde, und gar nur ein Viertel eines Steuerzahlers des : Tempel Verbandes •— obgleich sie durch ihre Zahl «in Prozent bei Gemeindesteuer aufbringen. Taraus geht Irervor. dass, c, durchschnittlich mindcrbcmiltelte Steuer zahlkr sind. oi< keiner gottesdienstlichen Vereinigung an gehören. Tas braucht aber keineswegs sür ein geringes gottesdienstliches Interesse bei ihnen zu sprechen. Vielmeb^ weist L>er groste Stcuerabstand daraus hin. daß es iich bei diesen Steuerzahlern vielfach um junge teilte baneells Familienmitglieder, die später noch einem gottesdienstlichen Verband beilreten. oder auch einen Manu beiräten, der ihn angehört. Ter Abstand des durchi'chnill lichen Steutrbc träges dieser Kategorie gegen den durch schniittlichen S euerbelrag der Verbandsmitglieder wird also! wohl 'eine Taucrcrscheiuuug bleiben. Tagegen. ist es wohl möglich, daß der immerhin wesentliche Ab, stand der Turchschnittssteuer der Verbände in diesem lim fange ans crninstligen wirtschaftlichen Erscheinungen beruht, von denen die Mitglieder des einen Verbandes durch ihre Beruiszugehörmkeit weniger betroffen, worden sein könnten als! die, Mitglieder der anderen Verbände. Für die Steuer kraft der Mitglieder der verschiedenen Verbände dürfte daher,das Steueraufkommen der nächsten Jahre maß geblichcr fein. Tic vorstehende Statistik beiveist, daß neben Nüchternheit. Fleiß und Wifsensdürst das Verantwortungsgefühl, für die jüdisch« Mitwelt auch in der Hamburger Juden fchait zu den i;crvorragendsten Eigenschaften gehört: die alle ihre streife weiter gepflegt und gepflanzt wissen wollen * durch Ställen ^ües Geistes und der Wohlfahrt, wie sie von jeher südlichen Geist verbreitet und in seinem Sinne Wohltätigkeit gpübt haben. sw *« Von Jahr 1926 Bedürfnisse >S Vas - Wohlfahrt noch die Beerdi wurden alw für zent des steue deiii S l e u e r a u f t o m m e n für das 782 000) wurden 43,4 Prozent für geistige chule, Erziehung uswO und 40,7 Prozent für liefen verausgabt: rechnet man zu letzteren! gung Akchtzahlungssähiger. 42,1 Prozent. Es geätige und Wohlfahrtszwecke über 85 Proaufkommens verausgabt. Das neue Jahr des jüdischen Turn- und Sportvereins Bar Kochba e. B. Von Tr. Edgar Marr. Tie Generalversammlung hat stattgefunden, und damit ist der Verein in die Tätigkeit des neuen Jahres einge treten. Tie Kritik hatgesprochen, die Programme sind soi muliert, jetzt wird die Arbeit einsetzen. , Arbeit und Erfolge, das ist das. was die Führer des Bar Kochba für das nächste Jahr erwarten. Und zwar beides in doppeltem Sinne, sowohl in dem einen Sinn - mehr äußerlicher, sportlicher Tätigkeit und Erfolge, wie. in dem anderen Sinne innerer, d. h. erzieherischer Arbtit an der uns aMertrautcn jüdischen Jugend Hamburgs Wit, .find uns der Verantwortung, die man uns damit überträgt, bewußt und nehmen sie nicht leicht, aber wir glauben auch, auf die Frage, ob wir aus beiden Gebieten etwas erreicht haben, ohne besonders unbescheiden zu sein, mit „ja" antworten zu dürfen. Von unseren sport lichen Erfolgen und natürlich auch gelegentlichen Miß erfolgen weiß, man und liest man in der Zeitung, wenn auch, das müssen wir leider sagen, die sportlich inter essierte Umwelt mehr als die jüdische, in die wir go hören. Ich muß es bedauern, daß im Gegensatz zu den Verhältnissen in anderen, großen Gemeinden Teutschlands ein Interesse weiterer Kreise der jüdischen Gemeinde Ham Üurgs an den Kämpfen und. Leistungen des Bar, Kochba nicht besteht, zum mindesten nicht in einem entsprechenden Besuch unserer Veranstaltungen zum Ausdruck kommt. Tas ist aus vielen Gründen bedauerlich, einmal ist der stampf mit dem oft wenig freundlich gestimmten Gegner / leichter, weiß man sich im, Bund der Zuschauer von einer Zahl wohlgesinnter Freunde umgeben. Ferner können sich andere nur dann ein Bild von der durch turnerische und sportliche Betätigung erlangten körperlichen Ertüchtigung ' machen, wenn sie gelegentlich selbst unsere Leistungsfähig fleit kontrollieren. Und nur so auch können wir propa gandistisch. auf weitere jüdische Kreise wirken. Und dann noch etwas, warum wir so sehr den Besuch unserer sportlichen Veranstaltungen wünschen. Man soll sehe,:, daß das. um was gekämpft wird, mehr ist als der Sieg, die Zahl der Tore, die Höhe der Punkte, daß nämlich jedet Kamps, den unsere M a n n s-ch a s t e n mit dom Mögen T o v i d aus der Brust mit einem : Gegner bestehen, ein Kampf des jüdischen Vereins ist und jedes mal irgendwie zu einer jüdischen Sache wird. Jeder ein zelnc in der Mannschaft, auch gerade der allcrjüngste, empfindet genau, es geht nicht nur um einen Sieg für dich, deine Mannschaft, deinen Verein, es geht um viel mehr, es geht um einen Sieg zur Hebung des jüdischen! Ansehens, um den Beweis jüdischer Leistungsfähigkeit ' auch auf turnerischem und sportlichem Gebiet. Und das; nichts kürzer, vornehmer und sachlicher -den Aiitisemitis mus eindämmen kann als jüdische Leistung auf jedem Gebiet,, darüber gibt es keine Tiskussion. Ebensowenig zweifeln allerdings wir im Bar Kochbg. daß die Erreichung dieses Zieles nur in rein jüdischen Vereinen möglich ist. Mit den letzten besprochenen Punkten sind wir schon auf dem Gebiet..das ich vorhin als die innere Arbeit, die der Erzieh u n g. bezeichnet habe. Hier wird un bemerkter und stiller, abhr um so emsiger gearbeitet. Wir glauben immer wieder festgeftcllt zu haben, daß dann besonders sportliche Erfolge eintreten, wenn diese Er ziehungsarbeit im Sinye bewußten jüdischen Zusammen gehörigkeitsgesühl das richtige Verständnis findet. Daß e» -uns, wenn wir für körperliche. Ertüchtigung der jungen Juden eintreten. dabei nicht um diese als solche geht,