Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 9 (10.9.1927)
- Date
- 1927-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nummer 9 einen zusammenarbci Bezirkspflege Feuert gehörigen ‘ des Mitt stellen eingerichtet, die bilkigter Feuerung ei meldeten sich außer milien etwa 60^ denen je j 20 Zent Preis geliefert wur! Die Abteilung weise zuni; Kleinhan jenigen ah, denen di§ Selbstverständlich witd Bestimmustgeu innegtb * von etwa,20 Person« ii Ware. Sie erhalten müssen aber beim n reits verkauften War« säst alle eine ausköm sie in die Lage versch zil sorgen. Damit i der Fürsorgearbeit be Ihr Wunsch nach ei meinde uich Mitgliedern begreiflich wie berechtigt Gemeindeblatt der der An hme ver er Wink t, verteilt auf Anforderun; j au Unbemittelte. Für di« 'tandes sind besondere Anna in diskreter Weise den Bezuz Möglichen. Im vergangenen 'n in Pflege befindliche» 100 Fa Familien aus dem Mittelstände, Feuerung zu eine», - erni^ä zigtcn >t. . r c n k l c i n h a n d e l gibt Vorschuß Schokolade und Zigaretten a r die Betriebsmittel zum Einkauf iehlen. darauf geachtet, daß die gesehlicheu lten werde». Eine Staininku» »schast l bezieht regelmäßig, fast tiglich, vie Ware zunächst in Konti» ission, achsten Einkauf einen Teil brr be abzahle». .Xic Leute Haber sich inliche Ezistenz gegründet, s, daß t wurden, ohnt Beihilfe ftr sich t eint der vornehinsten , Aufgaben diesen Wenigen geglückt. Deutsch-Israelitischen Gemeind«. Droi Zuschriften. "lUÜ i-Nummer des Eemeindedlar es ver -N „Die Gemeinde — unh Du! l h a n und Kulturaufgab bürg von Oberlehrer E Ba ften zugegangen, die wir zunä Zü den i» der öffentlichten Aufsät;! von Pr. N. M. N a Gemeinde Ham! sind üns drei Zuschii „ .. .. .. . . _ ... ... öfsenuichen. Wir behalten uns vor, auf sie zurückzukommen. n d c r d r i a n hst ver rein besseren Verhältnis zwischen Gc- Ihr Verlangen nach regerem Interesse an den Institutionen und Leistungen der Gemeinde sind ebenso Die Philippika an das Mitglied, das lediglich die Gemeindesteuer zahlt und damit mehr al« genug für die Allgemeinheit getan zu haben glaubt, schadet gewiß nicht, auch der stolze Hinweis der Verwaltung auf all das, was sie für uns tat und tut, soll ihr nicht verübelt werden. . Aber die Lockerung der Zusammenhänge zwischen Gemeinde und Mitgliedern, die stetig abnehmende Anteilnahme am Gemeindcleben sind nicht nur in den heutigen Zeit- und Kulturoerhältnisien bedingt, (Freilich leidet unter der allgemeinen" Verarmung die Opferfroudigkeit und Opfcrmöglichkeit, erschwert der harte Kampf um die Existenz die Beteiligung an Gemeibdearbciten, und das trifft wie Cie richtig Heroorheben, auch bei andern Gemeinschaften > ,u. Aber ich kann Ihnen umgekehrt Gemeinschaften zeigen, rci denen dies nicht der Fall ist, bei denen regstes Gemeindel, ben pulsiert, die Andachtsstätlen überfüllt sind, die Mitglieder einander schützen und stützen rnd nach wie vor gewaltige Mittel ,zp kulturellen und charilativen Zwecken aufbringen. Wiekommtdas? Trotz der schlechten Zeiten, nein gerade weaen derselben geht 'Gottessehnsucht durch die Welt, die Blicke wenden sich wieder mehr gen Himmel, die Herzen verlangen nach Hoffnung und Trost. Die Führer und Redner jener Gemeinschaften erfassen die Forderungen der Gegenwart, fühlen den Pulsschlag der Zeit und wissen in Wort und Schrift mit neuen Gedanken und hinreißendem Schwung die Massen an sich, an ihre Gemeinde zu fesseln. Unb mit? f Es mag ein gottgefälliges Werk sein, jahraus, jahrein über Herzenspflichten zu sprechen, im engen Kresse des Lcrnhauses heilige Schriften zu lesest und schwierige Stellen zu erforschen, aber w o haben wir Führer, wo Persönlich k!eitcn. die von anregender Warie herab mit flammendcni Agge, mit redegewandtem Mund neue Begeisterung für unser» alten Glauben wecken und die Versprengten und zum Abfall Pcreiten zurückrufen und aufs neue fester denn je mit ihren Glaubensbrüdern vereinen? Kennt die Gemeinde die große Zahl dieser schon halb oder noch mehr uns Verlorenen? Kennt sie überhaupt Zahl und Namen aller in Hamburg ansässigen. Juden? Es ist noch gar nicht so sehr lange her, daß gelegentlich einer großen Wohltätigkeitslammluna Listen herauskamcnZdie ein ganz unglaubliches Bild von Unkenntnis und Unordnung er- , >. z Seite 5 gaben. Die neue Steuereinziehung du ch die Finanzämter mag darin ja viel gebessert haben, .aber bei weitem nicht alles. Ich bin seit 33 Jahre r hier draußen in einem ehemaligen Vororte tätig, der weit über'l«1N000 Einwohner ünb darunter eine große Anzahl von Juden aufwe st! , mit zahlreichen von ihnen bin ich in Berührung gekommen und habe nur gar zu oft Klagen und Enttäuschungen gehört über das geringe Interesse der Gemeinde an ihrem Ergehen: kein Gotteshaus, keine Anteilnahme an ihren Familienfesten, kein tröstender Besuch in Krankheitsfällen usw. Wie viele, nuch mit regem jü nschen Empfinden und Zusamnienachörigkei sgefiihl, verliere» allmählich die Fühlung mit ihren Elaubensbrüdern in ihrer andersgläubigen Umgebung. Es ist recht bequem zu jagen: ..Wer zu uns gehört, kan» sich ja an ins . wenden, wir können uns ja nur um Eemeindemitglieder kümmern". Weder das tut Ihr zur Genüge und noch viel we> iger sorgt Ihr Euch lun> die, die nicht oder noch nicht zur Gemeinde gehören. Nicht stc sollcn'erst zu Euch kommen. Ihr münztet sie aufsuchen, ihre Glaubenskraft stärken und ihnc«-»ie Möglichkeit geben zu Anschluß und jüdischem . Leben. /Manche Mischehe, mancher Abfall wäre verhütet worden, jörpne sstch verhütet werden. - Und wie hier draußen ist's sicher Illuch in vielen andern Außenteilcn unserer Vaterstadt. Wer^sorgt da für Gelegenheit zu regelmäßigem Gottesdienst, wer hält allgen»in verständliche Vorträge, die jüdisches Interesse wecken und crhckltcn, wer nimmt Fühlung, stützt die Strauchelnden und holtVdie Weichenden zurück? Andere Glaubensgemeinschaften tnn^und verstehen es mit größten» Erfolg, warum nicht wir? Ja, nicht nur „Die Gemeinde und Du!", auch „Die Gemeinde für Dich!" v ' Gewiß, ich weiß: hie Gemeinde, hie Synagogenoerband. Ich kenne meine Brüder und mancher andere mag sie auch kennen. Aber, andere Zeiten erfordern andere Pkaiinahmen, und gehts nicht mehr so, dann muß es anders werden. , Und nyn genug. Was ich hier schrieb, sind nur Gedanken lund auch deren nur ein Teil!s. die der Artikel „Die Geineindc — und Du!" in mir wachgerufen, nur Anregungen eines völlig Unabhängigen, d>c keinen kränken solle». Pr. 0. 1 * „Die Gemeinde - luid Du!" ' Vielen Lesern dieses Aufsatzes, bei denen jüdisches Denken und Fühlen »och lebendig ist, wird es. ähnlich wie mir ergangen sein, als sie die Leistungen der Gemeinde aufgczählt fanden, dem die Intercssenlosigkeit bzw. der Mangel an innerer Tfilnähme der Mitglieder gegenüberqestellt wurde. : Unsere Gemeinde, eine jüdische Volksgemeinschaft im. besten Sinne, da der Kultus nur in losem Zulaniinenhaitg mit ihr steht, wäre wie keine andere in Deutschland geeignet.^ ihren Mitalicdern innerlich näher zu rücken! Zu diese»» Zweck» mosche ich Ihnen folgenden Vorschlag. Schaffen Sic das (5cm e i ttjb c Hans, das hier fehlt. ($infc Stätte, an der Sie Ihr^ Dsit glieder jährlich einigcinal zusaminenrufen, .mit' ihnen Angelegen heitcn der Geineindc und Gesainljudentuins besprechen können. Lernen Sic die Kräfte kennen, die Sie Ihren-Zröcckci» dienstbar machen müssen. Debatten Sic dadurch die Möglichkeit, daß, der Durchschnittsiudc »ich», nur'durch den Sieüerzettel und die Repräsentanten-Wahls» an die Gemeinde quinncrt wird. Schaffen Sie in diesem Hähse ein Hein» für die jikdische Jugend aller Schattierungen. Räsiiiie für das von Oberlehrer Badrxan so sehr gewünschte Museum und die Bibliothek und Lesehalle. Bauen Sie dazu eine »noderne T»»rnha.lle und einen - kleinen Sport- und Spielplatz und lüdischen Kultur und dc Hainburg hat Inder mänche andere Einrichtung, die der r jüdischen Volk-taesanithcit dient. : »vo ein Wille ist,'ist auch ein Weg L. A. Der Artikel von Oberlehrer Badrian in der Juli-Nummer des Gcmeindeblattes gibt »tiir Gelegenheit, mich als Alißenseiter der Geineindc Hamburg ( zu den Kulturausgaben bzw. zur Bibliothcksanctclegenhcit zu äußern. Ich war iln Mai dickes Jahres zur Fürsorgetagung (in Hainburg und in der eigens für uns jüdische Teilnehmer einbcrusenen Versammlung lärnte ich einen Ausschnitt dter hökvörragenden Tätigkeit des Jüdischen Jugend- und Wohlfahrtsamtes kennen. Wir alle fennen außerdem das -blühende jüdische Schulwesens Hamburgs.! Damit sind die Kulturaufgabcn einer jüdischen Geineindc nicht erschöpft. Ich denke nicht an die B,ü ch e r e i der großen Berliner Gemeinde, die so! mustergültig ist, daß uns Fachleuten das Herz lacht. Ich denke an kleinere Städte, ich denke an unsere Breslauer Gemeinde, deren A r ch i v sich unter hervorragen-