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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-09-10 · 9 (10.9.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
9 (10.9.1927)
Date
1927-09-10
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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I 1 Seite 6 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Nunimer 9 der fachmännischer Leitung'zu einer Schatzkammer entwickelt bat. Ich yenke an die Bibliothek der Synagogengemeinde, an deren Ausgestaltung unermüdlich gearbeitet wird und die sich regster Benutzung erfreut. Ich denke an die Büchereien der Gemi inden Köln und Frankfurt a. M. T i u r n .;i w a ii d o . e ’ tn i 11 u s cliassodim : Auf allen diesen Gebieten marschiert die Hamburger Gemeinde an der Spitze. . '> * Aber sie sollte tnum auch insofern pflegen, als sie den Gcistesschätzcn der Jahrhunderte ein würdiges H-ei n ichaffl. Ich kann Oberlehrer Badrian als Fremde nur in dem Wun che unierstünen. daß die Hamburger Gemeinde bald ein Archiv und eine Bücherei schaffe, die sich ihren anderen Einrichtungen an die Leite stellen können. I« Hamburg und allerorten werden sich Männer lind grauen findest, die mit fachmännischem Rat. die mit der Tat helfen werden, jüdischem Geiste, jüdischer Kultur ein Denkmal zu errichten. ' Wir stehen kurz vor Rausch Imsclionoli. Ich glaube, vielen Hamburger Juden aus der Seele zu sprechen, wenn ich in bezug aus Pibliotbek und Archiv den Wunsch aussprcche: nxan njirS Bibliothcksobcrsckretärin F.. M. Deutsch-indische Jugend. Bpn Referendar I. Ettlinger. E nkcbr und Ausschau zu halten. Vergangenheit wieder aufsteigcn zu lasien, und sich ein Bild der Zukunft zu malen, gezie nt an Tagen, da ein neuer Abschnitt des Schaffens und Wirkens beginnt. Entstanden aus dem energischen, kampffrohen deulsch-bewuftlen und jüdisch-stolzen Willen einer kleinen Scha junger jüdischer Demicher ist die-deutsch-jüdische Jugend heut, eine Bewegung, wie sich in dem jüdischen Kreisen Hamburg - keine zweite findet. Aus der Rot der deutsch-jüdischen Men chen geboren, aus der Sehnsucht nach Gemeinschaft mit Gleichgesinnten entstanden, ist sie das geworden, was ihren Krüidern vorichwebre: eine) Bewegung, getragen von dem bcgc sierten Willen aller, die sich zu ihr bekennen. Es gqlt. die'drohende Gefahr der Entfremdung von Glaube und Heimat zu bannen: es galt, jungen Menschen zu zeigen, dasi ein unbedingtes und aufrechtes Bekenntnis zu deutschem Bollstum. zu seinem Schicksal und seinen Menschen, dasi der Glaube an-den einig-einzigen Gott und an seine Gesetze mit shrcm liefen Gehnlt an sozialer Ethik, dasi Liebe und Treue rum Judentum, das wir nicht gleichsetzen mit neuzeitlichen Erscheinungsformen staatlichen Lebens, wohl wert und würdig der Begeisterung jugendlicher Seelen sind. Und dieser Beweis ist gelungen, Fast Woche für Woche kommen aus allen jüdischen KreHen neue Freunde der Bewegung. So zählt die deutschjüdische Jugend viele Hunderte junger Menschen Hamburgs Wir wollen nicht „neue Menschen" werden, wir sind nicht gewillt, kühn und verwegen „neue Menschen" zu schaffen. Aufgabe vielmehr ist es uns. die Persönlichkeit des jungen jüdischen Deutschen so zu stärken, sein Wissen um Wesen und' Ausgaben .deulsch-jlldiichcr Menschen so zu vertiefen, dasi jeder allein imstande sein wird, die Wurzeln seiner Kraft, sein Deutschtum und sein Judentum zu verteidigen. Aus dieser Einstellung heraus müsien wir es ablehnen, die Plattform zu geben, von der aus in der üblichen Diskussionsqrt der Kampf der Meinungen über Judentum und Iudenheit ausgetragcn wird „Die Deutsch-jüdische Jugend", so schrieb ich vor kurzem, „bannt aus ihren Reihen den üblen Streit der Diskussionen, der --- zu nichts nütze — nur der Aufreisiung neuer Gegensätze dient: sic scheut aber nichl den ernsten Kamps, der mit dem, Willen zur Sachlichkeit geführt wird. Mitarbeiten können in ihren Reihen Menschen jeder deutsch-politischen Richtung. Nur denen, die sich nicht zum deutschen Volkstum bekennen, musi sie sich verschließen: denn über das Grundsätzliche immerfort zu streiten — und das wäre die Folge, könnten auch Iüdischnationale in ihren Reihen sein — ist zwecklos. Zeitverlust. Entscheidet doch letzten Endes über die Zugehörigkeit jum deutschen Volkstum das heisie Gefühl, eins-zu sein mit allen Menschen deutscher Volksgemeinschaft. und der Wille, als Volksgenosse dem Ganzen zu dienen. Auf sozialem Gebiet aber, wo es gilt, Glanbensbrüdern und -lchwestern. die sich in Not befinden, zu helfen, do arbeitet sie gemeinsam mit allen übrigen jüdischen Menschen." Und nun noch ein Ueberblick über das. was wir geleistet haben. Neben Wanderungen, durch' die die Liebe zu norddeutscher Scholle geweckt wird, neben Festen und'Ausflügen, durch die juaendfrohes Beisammensein gepflegt wird, liegt das Schwergewicht unserer Arbeit in den Arbeitskursrn. Israelitischer Tempelverband. Die Vermietung freier Deiupelplätze erfolgt in unserem Büro, Poolstr. 12 13, Hinterhaus, täglich, außer Sonn abenh, zwischen 10 und 1 Uhr. — Fernsprecher: Hansa 4222. Borstand des Israelitischen Tempelverbandes. In zwangloser Form der Unterhaltung hat Herr Dr. U r i a s die Grundlagen und Struktur des heutigen Judentums untersucht und in Anschlusi daran den deutsch-jüdischen Menschen im lg. Jahrhundert betrachtet. So sind die jungen Menschen in. langsamer Erarbeitung dieser Dinge fast vnmerklich zur Klarheit gekommen, was cs bedeutet, dieses Jude, dieses Deutscher sein, was wir gewesen, und wie wir geworden. Aktuelle Tages-, Zeit- und Streitfragen besprach in Frage und Antwort Herr Dr. Fürth. Bunt durcheinandergewürfelt wie das Leben, dem. sie entnommen, dienen sic wieder dem Leben, dem Kampfe um Heimät und Glauben. Außer diesen Arbeitskursen wurden an einzelnen Abenden von anderen Referenten Themen besprochen, die aufzuzählen der Raumverbietet. Und jetzt sei zum Schluß gezeigt, was wir im Herbst und Winter 1927/1928 zu leisten gedenken. Herbst - und Winterprogramm 1917/1928. Das Programm ist in 5 Gruppen geteilt, von denen die 2.. 3., 4. und 5. wieder in einzelne ArVcitskurse und Arbcitsabende zerfällt. I. Nationaljudentum und Palästina. Rechtsanwalt Dr. S. Urias. Fortlaufend monatlich einmal: erstmalig Dienstag, 19. September. II. Vüm völkischen Wahn. *1. Völkische Weltanschauung im Rechtsstaat Rechtsanwalt Dr M. Eichholz (Etwa 4- Abende.) — 2. Zur Vererbungslehre des Menschen. Frau Dr. Licbcschlltz- Plaut, Privatdozent der Medizin an der Hamburgischen Universität. — 3. Die Entstehung des Kapitalismus und das internationale Finanzkapital, llniversitätsprofesior Dr. Th. Plaut. Dienstag, den 4. und 25. Oktober. TH. Das deutsche Judentum im Lichte deutscher Kultur. 1. Gabriel Rießers Leben und Wirken. Rektor I. Feiner. — 2. Besprechung von Artikeln der. Kulturzcitschrift „Der Morgen". Rechtsanwalt Dr. Fürth. (Fortlaufend monatlich einmal.) —. 3. Albert Ballin, ein deutscher Reeder. Senator a. D. Dr P. F. Stubmann. IV. Vom Judentum und von der Iudenheit 1. Von der jüdischen Abwehrarbeit. Alfred Behrens. Syndikus des Central-Vereins. Hamburg. — 2. Die- Einwirkung des Antisemitismus auf die Wesensart der deutschen Juden. (Auf-, gezeigt an der Lage der Juden in den nicht-antisemitischen Ländern.) Redakteur Dr. H. Caspars — 3. Das Buch der Bücher. Von seinem Geist und seinen Uebersctzern. Referendar I. Ettlinaer. — 4. Thema wird später bckanntgegeben. Wolf S. Facobson. — 5. Jüdische Wohlfahrtspflege. Dr- N. M. Nathan. Syndikus der Deutfch-Israelikiscben Gemeinde. V. Fachwissenschastliche Abende (Philosophie. Rechts-: und Staatswisienschaften.) 1. Erörterungen von Lebensfragen im Geiste deutscher Humanität, I. Vom Sinn menschlicher Arbeit, llniversitätsprofesior Dr. W. A. Berendsohn. (Es sind weitere Abende vorgesehen.) — 2. Volk und Justiz. Rechtsanwalt Dr. L. Fränkel. — 3. Die Todesstrafe. Geh. Instizrat Dr. M Liepmann. Profesior der Rechte und Richter zu Hamburg. - 4. Einführung in Nietzsches Philosophie. Pastor I. Nicolasien Dienstag, den 29. September. — 5. Die volkswirtschaftliche Funktion des Handels und das Wesen der Händlerbegabuno. Dr. Ed. Rosenbaum. Direktor der Commerzbibliothek und Syndikus der Handelskammer. — fi. Dergl. II. 4. Es haben sich außerdem u. a. zur Verfügung gestellt: Landgerichtsdirektor Dr. Hinrichsen, Studienrat Dr. E. Loewcnberg, Landgerichtsdirektor Dr. Oppenheimer. Iustizrat Waldstein. Dienstag, den 18. Oktober: Simchas-Tauro Rummel. Beginn 21 Uhr. im „Logenheim". Sämtliche Kurse finden im Logcnhcim, Hartungstraße, um 20M Uhr statt. Junge jüdische Menschen, die sich zum deutschen Volkstum bekennen, sind herzlich willkommen. Ueber die weiteren Veranstaltungen wird zu gegebener Zeit Mitteilung erfolgen. Deutsch-jüdischcIugend. / Referendar F. Ettlinger. Kurt Nathan. Rost Ettlinger, stud. jur.

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