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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-07-10 · 7 (10.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
7 (10.7.1927)
Date
1927-07-10
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Nummer 7 Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. t! > s i- > kungslo^ verhallen. Es werden sich ohne Zweifel genügend! 9}2ä,scttc finden, die in Zusammenarbeit mit der Gemein >e und de» Logen" die notwendigen Gelder be reitstellcn weichen, es wird auch nicht an Freunden und Gönnern fehlen, die ,znr weiteren Ausgestaltung des Museums ins ilirem Privatbesitz ' Gaben aller Art, Kult gerate, Urkunden, sonstige historische Totünicntc, seltene Erzeugnisse dgr Buchdruckcrkunst usw. spenden oder als Lcihgab n best Ausstellungen zur Verfügung stellen wer dem Mein jüdischer Optimismus verleitet mich auch zu der. Ho sniingt daß der ganze übrige Fragenkomplex,, wie die Organisation, die Gruppierung, die etwa ersorder liche Anstellung eines sachlich vorgcbildeten Beamten seine Lösung iinden wird. Uiiserc staatlichen Museen werden uns dal ei gern init Rat und Tat zur Seile stehen. Ein aus all?» zusändigen Kreisen unter Leitunig des Bor sitzendest der Gesellschaft für jüdische Volkskunde gebildeter KnltUrastsschuß Iiätte zunächst rille Vorfragen zu erörtern und seine Ansichten in einer ösfentlichen Versammlung zum Ausdruck zu bringen. Es! gilt, rasch zu handeln: es ist eine Ehrenpflicht der Geitzeinde, das Versäumte gründlich nachznholcn, da nnit Söhne un) Enkel des jetzigen Geschlechts uns, nicht einst ciyer schl ieren Unterlassungssünde zeiben.. Fe ein dringlicl er und 'michdrücklicher wir unserer Fugend das Leben Unserer iVorsahren vor Angen stellen, desto fester wird d.ss Band fein, das sie mit unserer Gcmeinschast und d.ts Band Km, das jic mit ilnj'v Vergangenheit verknüpft. Blerichte aus der Sitzung des Rcpräsentauten- Lrollegiums vom 2tzi. Februar ~>. pl ü dchse n w a i sen h aus der Ge m cinde j P anli li e n st i f t. Perichtorsta.trer; l. Tr. T u r l a ch e r: 2. Tr. Lanzkron. 1. ^1111 1. iFannar l!»2«> befanden sich;ll zsüglinge im Paalinenstist. Entlassen wurden;>, mild,, zwar eine als KiiiderpfleK'rin,-eine als Stütze and eine als Haus toehter, Ibis sie das Alker erreicht hat, um Säuglings Pflegerin zu, werden. — Vorübergehend anderweitig unter gebracht -schule i jugenda in das wurdest 2 Zöglinge, eine in die Gartenbau - ach Testow, eine fn Segcberg. Vom Landes nt, Abt. Psiichopalhensürsorge, wurde ein Kind Psiickiopalhenheini^ von Tr. Fsemann nach Nord Hausen stebrackit^ ein anderes kam in Einzelpflegc nach Herleslmuscn zu einem Lehrer. Ein weiteres Kind kam zur Miller zurück: Neu ausgrnoinmcn wurden lst2«> uier Kirder, somit befanden sich ain l. Fanuar ll)27 I!2 Kinder im' Heim. Voriwergehend sind vier Kinder ausgenommen worden. — Ter Gesundheitszustand der Kniix'r svar duichschnittlnli gut, das neue Krankenzimmer hat stckst bestens! bewährt. Zn! den Kosten wurde seitens der Gemeinde wieder die gleiche Suitzme bewilligt wie im Vorfahre, zuzüglich Mk. , f>ic Frl. Benzian weniger zahlt bezw. mehr erhält ustd abzüglich der Tifferenz an höheren Einuahinen dusch 'Lrhrliirgsgclder usw. in Höste von ca. tüxsti. Mk. — Tie Verpflegung der Kinder ist . sehr zufiriedenstellend. . Es hat ficlj die Notwendigkeit der Anschassung von 2 t iiegen Betten herausgestellt, da die alten absolut nicht n ehr zeitgemäß und verbraucht sind. Außerdem muß das Treppenhaus repariert 'werden. Ta naich Ucbesslcht der Finanzen der Betrag zu er schwingen ist, soll mit Anschaffung der Betten bezw. der Reparatur der Treppcngänge baldigst begonnen werden. Frl. Benzian Aal in jeder Beziehung, sowohl was die Fürsorge für dir Kinder betrifft, wie auch bezüglich der Instandhaltung des Heimes selbst, mustergültig ihr Amt versehen, wofür ihr an dieser Stelle der herz - lichste Tank ausgesprochen sei. 2. Wir Fudkn üben soziale Hilfe seit Jahrtausenden; Waiscnpflegc ist ein strenges Gebot unseres heiligen Re ligionsgesetzes und wird uns in der Bibel wiederholt cingcschärft. TeAsalb glaubte ich, trotz meiner angestreng tcn Berufstätigkeit, das Amt, das Sie mir mit der Wahl in die Verwaltung des Paulinenstists übertragen haben, nichst abweifrn zu dürfen, und fühle mich verpflichtet, diese große und wichtige Mizwoh auszuüben und mit für unsere Waisenmädchen zu sorgen. Mizwoh heißt ja nicht etwa freiwillige Wohltätig feit, sondern heißt göttliches Gebot, religiöse Vorschrift, bedeutet für uns viel mehr als „soziale Fürsorge". Mein Amt habe ich unter sehr günstigen Auspizien begoniicn. Sehr bald erhielt ich eine Einladung der Kinder des Paulincnstistes zur Chanukkahscier; ich habe ohne Besinnen der. Einladung mit meiner Frau Folge geleistet. Tic Feier war wirklich erhebend und würdig. An dem ganzen Arrangement und dem . Verlaus der Feier konnte man den tiefen religiösen Sinn und den echt jüdischen Geist erkennen, der dort sowohl bei der Leiterin und den Vorsteherinnen, als, auch bei den Kin "dern herrscht. Tie Aussührungen scherzhafter und ernster Art — die eine war äußerst sinnreich, formvollendet »nd dem Feste angcpaßt von Frau Goldschmidt verfaßt — legtest Zeugnis ab von dem tiefen Empfinden für alt jüdischc Lebensweise und altjüdische Tradition. Tanz und Spiel der Kinder waren insgesamt wohlgelungen. Tie Freude und Fröhlichkeit der Kinder enveckte auch bei den Erwachsenen Frohsinn und Festesfreude. Wie leuchteten di,e Augen der Kinder, als die Ge schenke, die von den Vorsteherinnen gespendet und wirk lich sehr reichhaltig waren, verteilt -wurden, als die Kinder mit ihren Angehörigen in den schön geschmückten Saal zur Kaffeetafel kamen. Es war alles geschmackvoll und hübsch hergerichtet, Gemütlichkeit herrschte überall. Ein harmonisches Verhältnis besteht zwischen der Ver svältung, der Leiterin und den Kindern. Unser hochverehrter Vorsitzender, Herr Lippmann, widmet sich mit größtem Fnteresse dem Hause; er sorgt für die .Kinder mit warmem Herzen und echter Menschen freundlichkeit. Fräulein Benzian betreut und behütet die Waisenkinder ^vic eine liebevolle Mutter, und übt ihre anstrengende Tätigkeit unverdrossen mit Lust und Liebe aus; sic ist jederzeit auf ihrem Posten; die Borstehcrinncn stehen ihr tapfer mit Pat und Tat zur Seite. Tie Räumlichkeiten^ des Hauses sind alle in! bester .Ordnung; der Eingang ist seit 2 Jahren umgcbaut und macht einen vornehmen Eindruck. Ter Umbau isst ge stiftet von_dein früheren Repräsentanten, .Herrn Berlin. Fm ganzen Hause beobachtet man, daß die Haupt saktoren für die Erhaltung und Förderung der Gesund heit: Lust, Licht und Reinlichkeit überall reichlich vor Händen sind. Ueberhaupt ist unser Waisenhaus in hygie nischcr Beziehung mustergültig. Tie Einrichtung des ^asch und Baderaumcs ist wohl einfach und primitiv, aber doch ausreichend. Hätte man mehr Mittel zur Verfügung, so könnten diese Einrichtungen bedeutend ver bessert werden; z. B. wäre ein Brausebad im Sommer sehr dringend erwünscht. Man wollte vor Jahren bereits ein Stockwerk auf bauen, aber durch, die Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse mußte cs unterbleiben. In der letzten Sitzung unserer Verwaltung, in der

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