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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-07-10 · 7 (10.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
7 (10.7.1927)
Date
1927-07-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 7 die das jüdische yetofii an sie der» auch in allen übrigen 3 und daß in Fächern die Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Seite 8 stellt, gerecht werden, son isziplinen Tüchtiges leisten jüngster Zeit besonders in den technischen nur schluininernÜeü Kräfte geweckt worden sind und schon beachtliche Leistungen zu verzeichnen haben. Aber in letzter Zeit ist,— ob durch de» Weltkrieg und' seine lähmenden Nachwirkungen .allein hcrvorgeräsen, lasse ich dahingestellt — ein gewisser Niedergang, eine Abspannung allgemein-geistiger Interessen ringetreleu. Zeugen dafür sind: der frühere, seit Jahren eines seligen Todes entschlafene Geschichtsverein; die Bern jungen auswärtiger Gelehrten zu Vortragszyklen haben aufgehört; die dem Namen/nach noch bestehende, aber zur Untätigkeit verurteilte Gesellschaft für jüdische Volks künde, deren Mitteilungen recht wertvolle Beiträge zur jüdischen Folklorislik. lieferten^ hält noch weityr. ihren Winterschlaf. Tie hieäige» Bibtiotheksverhältnisse, aus die vielleicht später cinmniViii einem gesonderten Artikel ei» gegangen werden maaK bcsindep sich in einem beklagen/ werte» Zustande. Wohl wird die Lesehalle eitrig benutzt und stiftet reichen Segen. Auch ist der Büchel anstausch ziemtich lebhaft; aber is es nicht eine Ironie, von einer Halle, oder einem Saal zu spreche» bei einein!Ran»i, in dem sich kaum ein 7 iitu’iib |^orfoiicif beanein chewegen können, in dem man rjt gezwungen ist, stehend seinen Wissensdurst zn besnied gen? Taß zu eijier nach fach inännischcn Gesichtspunkten geordneten Bibliotbek, die doch nicht fast ausschließlicn lsnterhastungszivecken, sonder» auch dem Studini». bejlonders der so dringend.notwendigen Bearbeitung der Geschichte der Inden in .Hamburg dienen soll, noch nicht einmal die erste Hand angelegt ist, das; die hier besindlichen! .Bucherschätzel, teils zerstreut, teils .unzulänglich, »och nicht intcr ciitfBi Tathe vereinigt sind, daß schon reiche und wertvoll^ Büchersamniluiigen; wie die Michaelsche, die L'peziheinicrsche infolge mangeln den Interesses oder Opstrsiniic-s, ihren Weg ins. Ausland genommen haben, dc ß vieder jein anderer, an jüdischen Hamburgensien einzigartiger, övu dem in Altona ge. borenen, vor kurzem in Berl n verstorbenen Jakob Wagner' mit unsäglichem Fleiß und vieler Liebe zu sainmcngetragener Büste schätz unserer Gemeinde verloren zu gehen droht, sei nur nebenbei erwähnt: Was aber eine noch ärgere Vernachlässiznng, rpenn nicht gar Versündi gung gegenüber der jej igen ujnd künftigen Generation bedeutet, ist die geradezu Unwürdige Unterbringnng der die jüdische Volkskunde und speziell die jüdischen Ham burgensien betressenden Mnseunisgegenstänoe. Die Ge sellschast für jüdische Volkskunde, von der unter Männer» wie Tr. Grunwald, Tr. Ri'egesr, Tr. Löwen tha l mit Unterstützuiig der Hcmry Jones Loge die An regung zur Gründuna eines jüdischen Mnseums gegeben wurde, hat eine» Ten chrcr Schätze, die ihr. von Freu» den und Gönnern bereitwilligst gespendet^chiurden, in einem allen zugäikglichen Schrank des hiesigen Museiiiiis für Pölkcrkntide ausgestellt. Für diese Bewilligung ge bührt der Verwaltung der höchste Tank. Weitere Räume zur Ausstellung wann nicht verfügbar. So liegt denn Samniliingen seit Jahren in den Museums in Kisten verpackt; un der größere Teil der Magazinräuincn des gekannt und nnbeachttt, ohne ihrer eigentlichen Bestim inüng zugcführt zu n aus dem Boden des zücken kan», so wem dein Anblick entzogen nur dann ihren Zweck, erden. So wenig aber eine Perle Nee res das menschliche Auge ent uerinögen Kunstgegenstände, die sinh, uns zu erfreuen; sie etfttlle» ven» sic in würdigen Näuinen ausgestellt, übersichtlich und systematisch geordnet, der Be sichtigung und dem Studium zugänglich gemacht, werden. Wohl gehen die Besucher a» bei» einen Schrank, de» der jüdischen Abteilung reservierst ist, nicht achtlos vor bei, sinden sogar manches interessant und eigenartig. Tie Füllo des in dem einen Fach ltntergebrachle»: Münzen/ Nitualien, Kultgegenstäude, Drähten ustv. ist aber eher geeignet, den Beschauer zn verwirren als ein einheitlich geordnetes Bild .in ihm Herv0rzi.rusen. j Daraus resultiert mit Notwei digkeit. der Schluß: Soll der vorhandene Besitz, an bildenden >sullnrwerten znl rechten Geltung komme», ' dem Besucher ^znm geistigen Gewinn, dem Forscher ziil ".'snreziing, siuo last not1 least unserer Gemeinschast zur Ehre i>nd Zierde gerdiche», so ist die uilerläßliche Voranssetzniig die Schafsuug der zu ihrer wirkungspvlle» Unterbringung noNvendigen-Rännie. 'erteefung: da a’lli'f die eS angeht, orget für die jetzt! »»halt So ergeht denn mein Avvfll a vor allem an . die tKemeinder erforderlichen Räumlichkeiten, baren Zustande ei» geiäackst Wenn fast alle Grvßgeneii Berlin, Breslau, Frayks»rt, a, selbst eine M'iltelgenieiude >vie Kassel, ihre Elise dare.i» gesetzt haben, eigene', jüdijclie Mu se» zu erriclnfn, wenn andere/wie die in Dresden, Tisseldors, gesonderten jüdischen z'lnsstellung mit dem werde! den. Deutschlands, wie wie eingangs \ erwähnt. haben, wenn von den Gemeinde stadt und Karlsruhe neue A> reg.ingen' zur Renaissanee jüdiscster Kunst ausgegangen sied, jo darf unsere Gemeinde, wenn sie. ihren alte» Ehrenliiel einer znrnctbleil'en. Ist erst Köln in einer rühmlich abgeschuitten > in stii'üiiclieu/ Darm es gemietete ödere ealsie Lösung wä behaupten ir>i 1U nicl^l länger mal die Raumsrage gelöst, mögen Näume sein - die beste uin» ic allerdings, wenn sämtliche Sammlungen, die Muse objette, di^ Bjidljothek, der Lesesa il. und das Archih Gemeinde in einein Ban verc'iuig: wären da»» den nock> mauckie Schätze von .hohsin kiillnrelke»' We ei» igeue e es llilis der wer li zu llistchm znfließen, die! jestzl, de» Böden, oder sonstwo retten sein und dem neuen unbeachtet und verstaubt, aut lagerv und. so aus llnkeiintnis x'det tKleicligültigkeii allnuihlich dem sichere» Verderten ineisgegeben sind, liehe den hohen idealen >r»d vraklisste» kundiger .Hand geleiteten jndiche iäher ansznlassen,. so nur ästhetischer (^eustß sollte üborslüssig chsckieiiie». -Micht iß würde von ihm verininelt, achst das jüdische Enivfinden würde geweckt lind gestärkt wer den. Ter strebende Hai,idwerker wie könnten wertvolle Anregung „ Herstellung von Kultgegenstäii agoge schössen, vor allem abe reicherung ihres Wissens sowie Wer^' eines von Mhfeums sich achh»er »j der Si'ii -de^ schassende Künstler eue» s Bkotiveu inj für hHaus rund .die Jugend.Be und Achlling^.^ir n gewinnen, der 5t|ir wissenscliaitliclu'r Be in besondere»! tuende onient ihm leine besonderer g'lrt, im il)iii durch die Schöpfungen vergangener E diereude und der Forscher Skois ,tätignng sinden. Jedes Musen», ei» jüdisches, ist, da das religiöse M eigene Note verleiht, eine KrastguelP' ei» wichtiger Knlliirsaktvr. .Auch könnlse Betonung der Eigenart-des Ha»ibnre>isch Jüdischen 'We sentliches zur Erhaliung lokalersTraditwu geleistet wehdeu. Ist einmal .die- Frage der Notwendigkeiteigener Räume für dieses jüdische Mnseüm erkannt - und sie wird von allen. Kennern niid . sachverständigen . Laie» als dringlich kEichnet dam, darf die Frage nach de» erforderlichen'Geldniitteln' in unserer allehrwürdige» und nie verarmenden — “i'i; j\s — Großgenieinde aus keine Schwierigkeit stoße», an der das Werk scheitern köniste. Ter Ruf am den opserbereiten Sinn , von Hain Durgs Iudenheit, d^r nid versagt hat, wo es galt, für ihre Ehre einzutreten, ivsrd auch hier nicht wir

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