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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-07-10 · 7 (10.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
7 (10.7.1927)
Date
1927-07-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindehlatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Nummer 7 ihre. 'JlnfraUjnt, ihre Ausgaben! Unsere Gemeinde ar beitet in diesem Satire mit nahezu einem tat von einer Million Mart — wie viel religiöse, erzieherische, soziale Arbeit wird damit geleistet! Besuchet doch-ein ' -mal unsere WohlsaHrtsanstalten! Ich möchte eine Stg tistik ausmasckien auf Grundfolgender Fragen: Welche Anstalten eristieren in unserer. Gemeinde? Wo liegen sie? Welche Ans alten haben Sie schon einmal "besucht? In welche» An »allen zahlen Sie — finster Ihrer Ge Meindesteiler — eine» Jahresbeitrag?' Nun, diese Sta tiftif. wird wohl »ifnial-j ausgemacht werden — aber " wir dürien jedenfalls „nsere Leser darauf ansmerksam mache», das ' unsere Gemeinde eine jüdisckie Schule, dir Israelirische daßsie zu Realschule, auf-gebildet grossen?ln; lPnpendaini > Ihre»» .'ilie, Pslegahei», Frauen, g,r den, tag ii gei.eiits (in teit iisiden Töckiterschnle, so gut wie allein unterhält, )en-Kosten einer andere», ber Talmud Tora in sehr erheblichem Masse beiträgt, das; in ihren, Mäd henwaisenlianse Paulinensrist (Laufgraben. 87) üb^r Mädchen ans ihre Kosten erzogeli und beruflich werden, dch; sie zu dem Unterhalt einer ihl non I.öglingen des .Knaben Waisenhauses monatliche Beiträge leinet, .das; in Im»,".' .Sedanstraße 28 über -'»0, in ilnem Smä'erkampsallee 20' 2» Männer und ssneineils konenlos, betreut und verpflegt wer ihre», Daniel Wormser-Hanse i.Wenerstr. 27, ,vbdarl^lose ünS durchreisende Glaubensgenossen vorüber Hei», und in ihm Mitgefühl und Menschlich . Wir dürfen jerner unsere Geineindemitglie der'brke», ^ins in unserer täglichen Arbeit im Gemeinde l'.anse;n beobachten, die in grossem Masse der Wohlfahrt breiter Schinken unserer jüdischen Bevölkerung dient, mir Kursen sie bitten^ unsin. unserer, vielfältigen Arbeit r.n der Jugend zn begleiten, die gerade in diesem Monat in 'd-.ns Be, stlii'cknng von 20» Kindern in die Kurorte, und in der Beransraltnng einer Tagesserienkolönie für. eine ebenso grvs;e. Zahl von Kindern ihren Höhepunkt erreicht. Bar dürfen endlich - unsere (KemeindeangeHöri gen liiuauseeieilen auf d,e Gameindesriedhöse, deren U» lerhälliing mid pietätvolle Pflege die Gemeinde sich an gelegen sein las;t. Wir machen hier mit der Auszählung der Leistnnp.'il der "Gemeinde hall' wir müs;te» sonst »»ih die Ai ilaliei» ginms milte:, inwei! en ans das .grosse'Matz von Arbeit, welche er des' Vorstandes, des Repräsentantenkolle und der zahlreichen Kommissionen und An der Gkmeinde leisten. Zudem entzieht sich vieles der viientlichen Mitteilung; es genügt uns, das Interesse für di' Genveinde und ihre Ausgaben zu erwecken und die-Ueeerzei gung, das; sie dieses,"Aufgaben gerecht wird. In — aber was leistet die Gemeinde mir? Das ist der E nwurs, der oit gehört wird und der auch jetzt gewis; mantiem Leser sich aus die Lippen drängt. Allen diesen- Fragestellern ist zunächst zu erwidern, daß die Genieside mit ihren vorstehend skizzierte» Leistungen auch ihnen dient." T^eun eine jede Gemeinde ist hie iertietcrin der Gesamtheit und als Ber treten» der Gesamtheit erfüllt sie die der Ge 's a in l , e i l. o b l ile g e n d e n Ausgaben. Wenn eine Gemeinde ü;r die.religiösen Bedürfnisse ihrer Mitglieder sorgt, für ^das geistige und leibliche Wohl der-Hera» . wachse lden Jugend, wenn sie körperliches Leid zu Heilen, seelisch,s Leid, zu lindern unternimmt, so nimmt sie damit Dir persönlich eine Arbeit ab, die T u zu leisten hast,! so entlastet sie Dich'von einer Aufgabe., bic eie entlief) Dir, D i r persönlich und — wie T u hinzusßgen mußt: — Dir allein obliegt. Frage nicht: was leistet mir die Gemeinde?^ Freue Dich, wenn sie nur in diesem Sinne Dir leistet und zu leisten braucht; wenn sie darüber Hinaus nie in die Lage kommt. Dir leisten zu könne». Dir leisten zu müssen. Aber jetzt fragen wir: was leistest Du der Ge ineinde? Sie fordert die Steuern von Dir, die Tu ihr auch zahlst?, Nun gewiß, das sei dankbar und stolz an krkannt. Dantbar, weil wir alle wissen, daß, zumal in milder Zeit, für viele ihre Gemeindesteuer ein erheb 'liches Opfer bedeutet; stolz, weil wir alle wissen, daß unsere Gemeinde mit vielen anderen ihre Leistungen, denen sie ihr Ansehen verdankt, nur dank der Opferwilligkett ihrer Mitglieder vollbringen kann. Aber dennoch fragen wir: was leistest Du der Gemeinde? Wie heißt es doch in den Sprüchen der Väter? „Es ist" nicht an Dir, die Arbeit zu vollenden — aber Tu bist nicht in dem Maße .Herr Deiner selbst, daß Tu Dich ihr entziehen dürftest." Tritt ein in den Kreis der. Mitarbeiter der Gemeinde — lerne ihre Arbeit kennen, gewinne ein persönliches Verhältnis zu ihr, und das Problem: Tie Ge ineinde — und Tn — ist nicht mehr. ftuUitraufnaOcn ber Gemeinde Hamburg. Von Oberlehrer E. Badria».! Vor wenige» Wochan' wurde in Kassel das neue Jüdische Musen»,, das dank der rührige» und energischen Initiative zweier stark interessierter .Herren in dem kurzen Zeitraum von fast nur einem Jahre entstehen tonnte, unter großer Anteilnahme nicht nur der jüdische«, sondern der gesamten Bevölkerung feierlich eingeweiht. Als ich den Bericht darüber in der Illustrierte» Beilage des Familienblattes, das einige Illustrationen aus de» kostbare» Beständen an PoraucheS. brachte, las, ln'jchlich mich ein leises Gefühl des Neides und der Beschämung,' daß däs jüdische Museum unserer Vaterstadt, obwohl seine Grundlage seit mehr als 2 Dezennien gelegt war den ist, im Grunde nur ein Torso geblieben ist, da ihm nur völlig unzulängliche Räume zur Verfügung stehe», -die seine rechte Nutzbarmachung, geschweige einen . weiteren" Ausbau der vorhandenen, teilweise wertvollen Samnilnngen verhindern und so die ursprüngliche Ab sicht der Gründer, die ans ihm eine Ouelle der Beleh rnng und Erbauung zu machen gedachten, vereiteln. Sollte, so frage ich mich und fragen sich mit mir wohl viele andere, das, was i» Kassel, dieser verhältnismäßig junge» Mittel gemeinde von etwa 8000 jüdischen Seelen, allerdings in allgemeinem Wetteifer und großer Lpserbereitschast, geschaffen worden ist, in der Großgemeinde .Hamburg nicht möglich sein? Tie Gemeinde .Hamburg, Heren Grün'-" düng weit höher hinausreicht, die bald auf ein 850,jrih riges Bestehen zurückblicken kann, genießt nicht nur in der deutschen, sonder» in der Judenheit der gesamten Welt wegen ihrer wechselvollen Geschichte und weitreichenden Bedeutung mit.Recht verdientes Ansehen. Ihre -altehrwürdigen Institutionen, ihre trefflichen Wohlfahrts einrichtungen, ihre rege Fürsorge für Kranke, Sieche und Mtleideude, ihre eines hohen Ansehens sich erfreuen den Schulen, die Lehrstätteü für stie Gesetzeslehre, das stark pulsierende jüdische Leben und der großzügige Wohl tätigkeitssinn ihrer Mitglieder, das alles hat ihren Ruf" in die weitesten Kreise getragen, ja oft zur Nachahmung angespornt. Wie steht es aber-hier mit dem geistigen Leben, mit allem," was jüdische Kunst und Wissenschaft anlangt? Mit Freuden können wir wohl konstatieren, daß unser Indent,»» hier in reichem Maße noch gelehrt und gelebt wird, daß die vor einigen Jähren gegründete Jeschiwa zu den besten Hoffnungen berechtigt, daß die jüdischen Schulen nicht nur den Anforderungen,

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