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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-06-10 · 6 (10.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
6 (10.6.1927)
Date
1927-06-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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tzseite L Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Nummer 6 die Begründung der Hamburgischeu Universität, an denen keiner vorübergehen kann, der Werner von Melles zwei bändigt Werk „Dreißig Jahre-Hamburger Wissenschaft" auch mir flüchtig durchbläktert, so ziemt es uns, in erstdr Linie dessen zn gedenken, was Mar Marburg unserer Gemeinde und unserer Gemeinschaft bedeutet. Tu ist denn zuerst ein. Wort, des Dankes uird der An erkennmig-zu sagen dafür, daß Max Marburg durch "seine kaufmännische Tätigkeit und sein Wirken für die All gemein ikit auch die Ehre des jüdischen Namens gemehrt hat. Und dieser Tank ist zü wiederholen wegen seiner» unmittelbaren Wirksamkeit sstr jüdische Interessen, die wir mir mit wenigen Worten andeuten wollen, weil eine eingehe»de Schilderung sicherlich nicht in Max'Marburgs Sinne wäre: seine Tätigkeit im Hamburger Lokalkomitcc des Hilfsvereins der deutschen Juden, wie in dessen Gefamtvostand, seine' Mitgliedschaft im Vorstande des Israel tischen Unterstützungsvereins für Obdachlose, seine andauernden Bemühungen zum Wohle der Talmud Tora Realschule^ sowie ganz besonders seine Arbeit für das LHainbnrgiiche Deutsch'Israelitische Waisen Institut, dessen Vorsitz er seil. Jahren als eine von seinen Vätern ererbte Pflicht und als ein. heiliges Vermächtnis inne hat. Nicht nletzt sei -auclr die umfassende WohlfahrtSarbeit er wähnt,! die von einer besonderen Abteilung seines Hauses wesentlich nacti feinen Intentionen, entfaltet wird- und in zahlreichen Fallen dze Gemeinde aus den verschiedensten Gebieten ihrer. Fürsörgcbestrebungen verständnisvoll und hilfsbcixil unterstützt. Dcsn würdigen Erben guter jüdischer Traditionen, der deit voll den Ääiern ererbten Namen mit berechtigtem Stolze trägt, wünschen wir an der Schwelle des siebenten Jahrzehnts, daß er weiter wie bisher schaffe und wirke zum Möble d>'r Allgemeiicheit. Zwölfte Sitzung des Repräsentanten-Kollegiums. l..jJn dem von Herrn Paul Levh erstatteten, in Nr. 0!des Gemrindehlattes veröffentlichten Bericht über das Jugendamt der Gemeinde ist erwähnt, daß dieses zu denl Kmten des Kindergartens der Agudas Jisrocl - Jugenddrupve durch einen monatlichen Zuschuß von 17', Mark de» Ivciraiis größten Teil beitrage. Auf Ersuchen der Weisung des Kindttgarlcns berichtigt Herr Levy diese Nkitteilzing: seine niostatlichcn Kosten betragen jetzt an •>0<J Mark, das Jugendamt trägt also nur 29 Prozent dieser Kosten. - 2. Die Abrechnung der Gemeinde, die im Vorwege von deh Herren Flörsheim und Tr. Frankel geprüft war, wiiid chne' Erörterung genehmigt. Sie wird im. Ge memdel latk mit Treu ihr beigegebenen Erläuterungen ver öfferttliifit werden. 9. Ter Alten und Nene» Klans wird die bei der Be ramng des Voranschlages für das Jahr 1927 zurück. gestüllre Subvention von 2400- Mark zu dem Gehalte ihrer Rabbiner nach einem Bericht des Herrn Flörsheim bewillict. ' 1! Der Vorstand der Gemeinde beantragt bei dem Kollegium die Zustimmung dazu, daß die Gemeinde aus Antrag eines Kultusverbandes seinen Geistlichen gegenüber deren Ruhegehalt und Hinterblieben?nversorgung garantiert, soweit ihnen diese nach Maßgabe der bezügliches Staatsgesetze zugesichert werden. Als Sicherheitfür die etwaige Inanspruchnahme dieser Garantie soll der dem .Kultusverband zustehende lOprozentige Gemeindesteueranteil dienen. Herr Münden teilt zu diesem Anträge mit, daß es dem Tempelverband, den der Antrag zmiächst angeht, zurzeit unmöglich sei, einen Mann von Bedeutung für sein Rabbinat zu gewinnen, da das Ruhegehalt bei.der Struktur des Tempelverbandes nicht gesichert sei., Meistens werde von den Kandidaten sogar Garantie für den ganzen Anstellungsvertrag verlangt; das habe der Verband um seiner finanziellen Selbstän digkeit willen abgelehnt. Für das Ruhegehali müsse aber die Sicherheit gewährt werden. Was heute den Tempel verband, treffe, könne morgen anderen Verbänden be gegnen. Dem trage der Antrag des Vorstandes Rechnung. Tic von diesem vorgesehene Sicherung der Gemeinde erscheint dem Redner nicht weit genug; er beantragt, daß der lOprozentige Gemeindesteucranteil in erster Linie als Sicherheit dienen solle, so daß also unter Um ständen auch weitere Sicherheiten von der Gemeinde sollen gefordert werden können. Demgegenüber verlangt Herr P a u l Lev u, daß bie Gemeinde die Garantie ohne Sicherheit übernehme, weit die Knltusverbände die 10 Prozent schon heute nicht entbehren könnten. Diese Anregung, die also daraus ausgeht, daß die Gemeinde gegebenen falls die Pensionen der Geistlichen der Kultusverbände zahlen müßte, ohne daß diese eine Erstattungspflicht gegen die Gemeinde hätten, wird i von Herrn L i s s e r als unmöglich bezeichnet: anderseits ist er aber der Meinung, daß es keiner Sicherheitsleistung durch die Kultusverbände, wie sie der Antrag des Vorstandes vorsehe, bedürfe, da die Zahlungen der Gemeinde für Pensionen aus der von dieser übernommenen Garantieverpflichtung und die 10pwzeniige Eemeindeneuerquo.e gegeneinander auszurcchnen sein würden, . .Herr Tn Spitzer erkennt die Notlage bestimmter Verbände an, auch, daß der Vorstand der -Gemeinde gleiches Recht für alle Verbände schaffen wolle. Er ist aber gegen den Antrag, weil er Bresche schlage in den bewährten Grundsatz der Gemeindeversassung, daß die Verbände finanziell selbständig seien, und wesl er die, wenn auch entfernte, Gefahr in sich berge, daß für manche Kreise der Gemeinde Gewisscnsbedenken ent stehen könnten, .hier müsse es heißen: principns obsta. J:n vorliegenden Falle könne der Tempelverband zugunsten seines Rabbiners eine Pensionsvcrficherung abschließen, gegebenenfalls könne geprüft werden, ob dem Verbände aus den Steuern seiner. Mitglieder mehr al§ 10 Prozent gezahlt werden sollten. Er beantragt da,her> Ablehnung des Antrages des Vorstandes. ..Herr Dr. .-Fränkel er klärt es für die vornehmste Aufgabe einer; Gemeinde, für den Kultus zu sorgend Von diesem Gedanken > aus würde er. sogar, um der Sache zu dienen, das Prinzip der finanziellen Unabhängigkeit der Verbände opfern, da mit kein Rabbinat dauernd verwaist bleibe. Dieses Prin zjv werde aber durch den Antrag des Vorstandes keines wcgs geopfert; denn die Gemeinde solle nur eine Garantie wie irgend eine ander^eisten. Er beantragt daher die Annahme des Antrages w? Vorstandes mit der von Herrn Münden vorgeschlagenen Ergänzung. i In btt Abstimmung werden die Anträge des Vor staildes und des Herrn Münden mit großer Mehrheit angenommen. 5. Ueber eine vom Vorstände beantragte Satzungs änderung der Tepositenkasse inilder Stiftungen der! Ge meindc^ berichtet Herr Alexander Levy. Nach! den alten Satzungen mußten die der Gemeinde zur Vcriwal tung übergebenen Stiftungsgelder und andere ihr an vertraute Kapitalien in ersten Hamburger Hypotheken und Renten angelegt werden. Tiefe Bestimmung schützte nicht nur in Friedenszeiten die Kapitalien vor Verlusten jeglicher Art, sondern führte auch der Tepositenkasse, durch die wenn auch nicht häufigen Fälle der Ablösung von

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