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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-04-10 · 4 (10.4.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
4 (10.4.1927)
Date
1927-04-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 4 Gemeindeblan der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Seite 3 t2HH). Wenn nun die Christen .Ostern an dem diesem Tage folgendeü Sonntage begehen, sollte man annehmen, daß der erste Peßachtag und der erste Ostertag, wie von der in Nicäa versammelten christlichen Geistlichkeit gewollt, nie zusammenfallen können. Daß die damalige Anordnung den gewünschten Erfolg nicht gesichert hat, haben wir folgendermaßen »u erklären: Wenn Juden und Christen unter dem ^Frühlingsneumondstage das gleiche Datum verstehen, was natürlich in sehr vielen Jahren zutrisft, ist tatsächlich ein Zusammenfallen der beiden Fcttage ausgeschlossen. Nun bestimmen, die Christen aber den Frühlingsvollmond 'auf Grund der oben erwähnten j jirchcnrcgeln, iinem sie z u einem vorhergehenden Winterw ülmoiid abwechstlnd 30 und S 29 Tage hinzuzählen, während die Juden umgekehrt vom * kommenden Herbst- (Tischri-)öNeumond, dem Neujahrs feste, abwechselnd 29 und 30Kagc zurückrechuen. Hierzu kommt dann noch inäbesond jahrsscst häufig nicht chif den daß es noch um 1 oder 2 würde zu. weit führen!, die zusetzen; der hauptsächlichste j Kippur auf Freitag oder So wird der Tischri-Neumond 26. September, 10 Uhr 15 9 doch wird Rausch haschonoh tember, gefeiert. Zwischen liegen nun aber immer gcnä tember zurückzählend kommen , daß das jütische Neu eumöndstag sc llt, sondern ge verschoben wird. Es linde hierfür cuseinander ^zu vahindern, daß Jaum g fallt. In. diesem Jahre Bbereits Montag, den l. 3N, Sek. eintreten, und 't Dienstag, dcn 27. Sep ach und Rausih haschonoh 63 Tage. Von 27. Sep ir daher auf len 17. April eichen Tag, auf den das als Peßachdatum, auf den Osterfest fällt. Wenn wir hingegen unser Neujahrs fest am Neumondslagö, dem 26. September, feiern wür den, gelangten wir für den 1. Tag Pcßach bereits auf Sonnabend, den 16'. April,' Ter Grund für 2>as Zu sammentreffen von O'tern und Pcßach, das die Kirche streng vermieden wissm wollte, liegt also darin, das; der jüdische Kalender den Tischrineumond und damit das Neujahrsfest bisweilen nicht am Neumonistagc selber, feiert, sondern es aus bestimmten Gründer bisweilen um ein oder zwei Tagsl aufschieben muß. (r'-NTl). Es wird also bei der Berechnung des Peßachfcsws auf den Frühlingsvollmond gar! keine Rücksicht genommen, sondecn der fast sechs Monate' später eintretende Ja lim .Kippur bestimmt das Peßachdätum. Es komtnt daher leicht vor, daß auch wir Juden Pcßach nach dem Vollmond feiern, und wenn dann noch! der erste Tag unseres Festes auf einen Sonntag fällt, io ist ein genaues Zusammentreffen der beiden ersten Peßachtage mit Ostern, wie in diesem Jahre, durchaus möglich. Die in Nicäa im Jahre 325 versammelten, Geist lichen meinten aber, die Juden hielten Peßach stets ^enau am Vollmondstage,, und cs konnte ihnen von der Möglichkeit einer späteren Feier auch noch nichts bikannt sein. Unsere noch heute für den konstanten jüdische t Kalender * maßgeblichen Regeln finb allerdings bereits feit Rabbi Jehudah hanassi (um 200) in Gebrauch. Sie waren von da an zunächst aber nur.dem „Kalenderrat" “HD) bekannt und wurden erst von Hillel II., der gerade zur Zeit des Nicäischen Konzils, nämlich um 320—365, das Patriarchat bekleidete, öffentlich bekannt gegeten. Dafür, daß das Zusammenfallen der baden Feste dem Willen des Konzils von Nicäa entgegeiisteht, daß sich dies bei der von ihm aufgestellten Ostecreget aber dennoch nicht vermeiden läßt, beziehen wir uns auch auf das Zeugnis des bedeutenden Gelehrten a rf dem Gebiete der Kirchengeschichte, des Bischofs v. Hcfele (Konciliengeschichte, 1873, Bd. l, S. 336). - , Haushaltsplan für das Jahr 1927i Ter Haushaltsplan ist, abweichend von den Vo^an .schlügen der' früheren Jahre, eingehend von einer ge mischten ^Kommission, die aus drei Mitgliedern deS.Vor stands und fünf Mitgliedern des Repräsentantenkollegiums bestand, vorbcratcn worden, che erdem Borstande und* von diesem dem Repräscntantenkollegium überreicht wurde. Obwohl die Steuercingängc 1925 und 1926 die veran baden, werden die Ein" die Ausgaben der!Ge schlagten Summen überschritten nahmen nur knapp ausrcichen, meinde einschließlich der Nachbewilligungcn zu decken. Ter Ausschuß hat deshalb, insbesondere auch mit Rück sicht darauf, daß eine H e ra bse tz u n g des. S teu!c r fa tzes erfolgen, mußte, dessen möglichste Annäherung an die Sätze der anderen Religionsgemeinschaften für drin gend geboten erachtet wird,- den schärfsten Maßstab der Sparsamkeit bei allen Bewilligungen walten lassen. Tie im Eigentum der Gemeinde stehenden Anstalten und Institutionen sind wiederholt darauf hingewiescn worden, daß bei Aufstellung ihrer Haushaltspläne und Führung der Anstalten ebenfalls äußerste Sparsamkeit angewandt werden muß, da die für die sonstizcn Bedürfnisse und Auf gaben der Gemeinde eingesetzten Beträge sich nicht her abmindern lassen. Ter Ausschuß war -ferner der Ansicht, daß Nachbewilligungon im Lause des Jahres vermieden werden müssen, weil die finanziellen Verhältnisse sic nicht gestatten.! ' ji Tie -Anstalten und Institutionen, welche nicht?! im Eigentum der Gemeinde stehen oder von ihr betrieben werden, sind wiederum daraus hichzewiesen worden, daß die Subventioncu -nur unter der Voraussetzung bewilligt worden sind und zur Auszahlung gelangen, daß und soweit die eingehenden Steuerbeträgc dazu ausreichen. Tie.->»Steuern für das Jabr 1925 find durch.-die Finanzämter als Vorauszahlungen "cingelrieben und im Jahre 1926 auf Grund der Ei-ikommcnstcuererklärungen endgültig veranlagt und cingezcgen worden. Nach den selben Unterlagen sind auch die Gemeindesteuern für 1926 erhoben worden. Die Fi» inzämlcr, werden auch ist Zukunft alljährlich auf! Grund der Einkommensteuer fcstsetzungen des Vorjahres cn »gültig veranlagen und einziehen. Eine solche Veranlag »ug kann aber aus rech nischcn Gründen, da die' Steiler.'slichngen erst im Früh jahr ihre Steuererklärungen rum ichen, frühestens im Mai oder Jgni erfolgen. Ta die Fiuc nzämtcr aber, um sich in ihrer Arbeit nicht zu überlasten Vorauszahlungen nicht 'annehmen können,'so ist eine J-.Vorlegung des Geschäfts . jahres der' Gemeinde um einHalbjahr notwendig ge worden. Ter Haushaltsplan ist aher, da dieser Wunsch des Landcsfinanzamts erst nac, Erledigung der Vorarbeiten bekannt wurde, noch fü.- ,das Kalenderjahr 1927 ausgestellt, worden. Ter Vorstant wird daher einen Nach tragsetat für die Zeit bis zum Juni 1928 ausstellen. Tie einzelnen Positionen des Voranschlags sollen im folgenden dargclegt werden. -I. G ru n d st ü ckSw c sen, Für die Grundstücke sind Mk. 19 000.— (im Jahre 1926 Mk. 17 900.—) an Ein nahmen vorgesehen,; die durchweg auf Verträgen be ruhen. Solange die Verträge bestehen und die Zwangswirtschaft für Räume besteht, sst! keine wesentliche Er Höhung irrt Mietceinnahmcn zst erwarten. Tie mit Mk. 15 120— (Mk. 12 020.—) gngcsetzteu Ausgaben für die Grundstücksverwaltung, welche insbesondere die Reparaturen und die Grundsteuern enthalten, entsprechen den Erfahrungen der Vorjahre^ - II. 'Verwaltung. Die Ausgaben süe das Ge meindchaus mit 4000.— (Mk. 4(00.—), die Bürounkosten

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