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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-03-10 · 3 (10.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
3 (10.3.1927)
Date
1927-03-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seile 2 beit Bab die Stellung Goethes nach dessen eigenen Aeußerungen ju Moses Mendelssohn, zu Felix Mendelssohn-Bartholdy, zn dem Orientalisten Salomon Munck, Eduard Gans und Eduard Simson. Es ist berechtigt, daß auf diese.praktische menschliche Haltung Goethes mehr Gewicht gelegt wird, als auf seine mehr theoretischen Gesichtspunkte als Minister in der Beurteilung der ftaatlicken Gesetzgebung im Aufklärungszeitalter. Tie Babschc Schrift ist ein fester Eckpfeilei, an dem sick die Wellen der antisemilischen ZitategkuM brechen müssen, und aus ihre einwandfreien Ergebnisse können wir immer erfolgreich zurückgreisen, wenn wiederum von judenfeindlicker Seile ähnliche Manipulationen mit tendenziöser Zitaienauswahl und deutung auf anderen Gebieten und nameüllick auch bei anderen Dichtern und Denkern versuckt wird.! 11. Sitzung des ReprLsentanten-Kollegiums. I. Bor Eintritt in die Tagesordnung gab der.Bor sitzende davon Kenntnis, daß der Vorstand des Synagogen verbandes sckrisllick der von ihm in der letzten Sitzung geäußerten. Auffassung, der Verband sckeine eine gerichtliche Austragung der Aunverrungssrage anzustreben, unter B? ruiung Uns die Akren widersprochen habe. Er stelle dies fest und keile gleickzeitig.mil, daß der Vorstand der Gemeinde inzwischen den Genleindefteueranteil für 1925 an den Verband gezahlt habe und daß eine friedlich schiedlicke Erledigung der Auswertungssratze eingeleitet sei. Das Kollegium nahm auck in dieser Sitzung eine größere Anzahl von Wahlen vor. Außer den' Vorstandswahlen, über welcke an anderer Stelle berichtet wird, wählte es ,d.ie Herren Rechtsanwalt Tavid, Hermann Philipp, Otto Rüben, deren Amtszeit abgelaufen war, in den Vorstand der Talmud Tora' Realschule wieder, ebenso rn hie Kommission für . das Wohlfahrtswefen die satzungsgemäß nstsscheidenden Herren Gottlieb Jacobson und Leo Neustadl: Teiltet wählte es in dieselbe Kommission an Stelle aer. verstorbenen Herren Jacob Wolfs und Emil Tanziger die Herren Siegfried Leon und Alfred Unna und neu die Herren Alfons Koopmann und Willi Kahn sowie Frau Ludwig Hemnann und Frau Anni Meyer. 2. Mil der Vorprüfung der dem Kollegium dem- - nächst zugehenden Abrechnung der Geineinde. für das Jahr 192»! beauftragte es die Herren Flörsheim und Tr-- Frankel. Tie, Steuerordnung.für die Zeit vom K Januar 1927 bis |30, Juni 1928, welche eine Ermäßig n n g der Gemeindesteuer, von 12t auf 10 Prozejnl bringt, wurde genehmigt. Tic- Steuerord nung-wird demnäckst verösfentlicht. - 3. Bei den jüngsten Wahlen in die Krankeuhaus- Fürsorge der -Gemeinde war im Kollegium der Wunsch ausgesprochen'worden, den Rabbinern der Kultusverbände die Möglichkeit zu'geben, sich innerhalb - dieser Kommission zu betätigen. Tiefem Wunsche folgend beantragte der Vorstand der Gemeinde eine Ergänzung der Satzungen der Krankenhaus Fürsorge, laut welcher es den in der Gemeinde bestehenden Kultusv'erbändett sreistehen soll, einen i'n-a Rabbiner in die Kommission abzuordnen. Ter . Antrag wurde widerspruchslos angenommen. ‘ 4. Sodann nahm das Kollegium von seinen Ver 2? . treterrt in der Krankenhaus-Fürsorge, iy; Jugendamt, in der Bibliothek und Lesehalle sowie in ' den Vorständen .der Töchterschule, des Altenhauses, des Paulincnftifts und der Tr. Gotthold-Stiftung Berichte über die Tä tigkeit i dieser Kommissionen und Anstalten entgegen, die Nummer 3 im Gemeindeblatt zum Abdruck gelangen sollen, und trat hierauf .7 \ 5. in die Beratung des Hauptgegenstandes dekTages: ordnung ein. Ter Vorstand der Gemeinde beanttagt« nämlich die Bewilligung einer Beihilfe von jährlich 12 000 Mk. auf je 3 Jahre für die Israelitische Mädchen realschule. Tiefem Anträge sind lange Verhandlungen zwischen oem Vorstande der Gemeinde und dem ilii ratoriüm der Mädchenrealschule vorangegangen. Letzteres beantragte im Januar 1926 bei der Gemeinde eine Büi- Hilfe von 12 000 Mark, da die Schule aus eigenen Ein. nahmen, insbesondere Schulgeldern, sich umso weniger erhalten könnte, weil von .215-Schülerinnen nur 90 das volle, 35 nur. ein ermäßigtes-und die restlichen 90 gar , kein Schulgeld zahlen könnten! Soziale, pädagogische und sinanzielle Erwägungen veranlaßten den Vorstand, auf diesen Antrag hin dem Kuratoirium Verhandlungen vor zuschlagen, um das jüdische Mädchenschulwesen in Ham bürg zu vereinheitlichen, ähnlich wie auch, das Knaben schulwesen in unserer Gemeinde seit .nahezu einem' Jahrhundert 'in der Talmud Tora Realschule üereinheip licht ist. Zwei Umstände unterstützten die Anregung des Vorstandes: zunächst waren auf dieses Ziel gerichtete Ver Handlungen bereits einmal im Jahre. 1924 geführt worden, damals aber ergebnislos verlaufen, sodann entsprach die Anregung des Vorstandes dem, was die neue Schulgesetz gebung in der Reichsverfassung eingeleitet hat,, der Ver einigung sämtlicher schulpflichtigen Kinder in der sogen. Grundschule in.dM ersten '4 Schuljahren, aus denen sie je nach ihrer Begabung zu Beginn des 5. Schuljahres in den Volksschul- oder in den höheren Schulzug. über treten sollen. Diesem Gesichtspunkte entsprechend sind bereits im Laufe der letzten Jahre die Talmud Tora Real schule und die Israelitische Töchterschule umgestaltet wor den,.sodaß beide mit Beginn des neuen Schuljahres eine 4klassige Grundschule mit je einem Volksschul- und einen höheren Schulzug besitzen werden. Was insbesondere den höheren Schulzug der Töchterschule betrifft, so wird dieser mit Genehmigung der Ltzerschulbchörde nach deni Lehrplan für die Mädchenrealschulen unterrichtet; die Schülerinnen, welche diesen Schulzug absolvieren, erhal len bei ihrer Entlassung das Zeugnis der mittleren Reife und können auf Grund einer Prüfung in die Obersekunda übertreten. Tie Verhandlungen zwischen dem Kuratorium und der Gemeinde führten zunächst zu 'keinem Ergebnis. Tas Kuratorium forderte Sicherungen für die Gestaltung und' Führung der zu vereinigenden Schulen in streng gefetzestreuem Sinne. Ter Vorstand der Gemeinde erklärt sich, in voller Würdigung der religiösen Stellung der Mädchen-Real schule, zü folgenden Sicherungen bereit und konnte dies umso mehr tun, weil diese Sicherungen in der der Ge meinde gehörigen Töchterschule im wesentlichen bereits durchgeführt waren: a) Verankerung des orthodoxen Eharaklers der-Schule im Statut, b) Mitgliedschaft des jeweilige» , Oberrabbiners des Synagogen-Vcrbandes im Schulvorstand, c) orthodoxe Mehrheit im Schulvorstand, d) Autonomie der Schule für den gesamten Innen betrieb, . - e) Festlegung gesetzestreuer Lehrtätigkeit mit) Lebens lührung in den Anstellungsverträgen sämtlicher Lehrkräfte. \ Hingegen stellte bas Kuratorium der Mädchenreal schule noch weitergehende Forderungen, nämlich: Gemeindeblakt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde.

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