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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-11-10 · 11 (10.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
11 (10.11.1926)
Date
1926-11-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nummer 11 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Seite 3 gium bewilligte die Mittel für die Anfertigung einer Liste der in Hamburg ansässigen Jpden, 200 Mk. monatlich mit Wirkung vom 1. April d/Js. ab für das Jüdische Volksheim in Altona uyd 1200 Mark für die Religions schule der Neuen Damrltor-Synagoge; ferner genehmigte es an Nachbewilligungen: den Kommissionen für die Fremdenpflege bezw. fiir das Wohlsahrtswesen der Ge " meinde 8000 Mark bezw. 40 000 Mark und der ^Jüdischen Mittelstandshilfe 15 000 Mark; endlich hieß es den Antrag des Vorstandes der Gemeinde gut, den Kultus-, verbänden, welche im Jahre 1924 aus die ihnen zustehen den Anteile an der Gemeindesteuer an Vorschüssen Zu-' viel — und zwar der Synagogen-Verband 303ss,60 Mk, der Tempel-Verband 1^26,30 Mk., die Neue Dgmmtor Synagoge 654,30 Mk. j— erhalten hatten, die Erstattung dieser Beträge zu erlassm. Die^L i st e der inHamburg ansässigen I u dru soll von dem hamburgischen Statistischen Landesami auf Grund der Personenstandsaufnahme vom 10. Oktober d. Js. erfolgen. Ihr Besitz wäre für die Gemeinde außerordentlich wertvoll, da nur sie eine lückenlose Fest stellung der Gemeindeangehörigen und der Gemeinde steuerpflichtigen und dip Aufstellung einer zuverlässigen ,Wählerliste ermöglicht.l .Die genauen Kosten der Anfertigung dieser Liste sind im voraus nicht zu berechne», da sie von der Zahl bir verbrauchten Arbeitsstunden — die Stunde zu je 1 Mark — abhängig sind;^sie werden aber, auf etwa 3000 Mark veranschlagt. Das Kollegium, das bereits wiederholt wegen einer solchen Liste an den Vorstand der Gemeinde herangctreten war, sprach bei Verabschiedung des Antrages den Wunsch aus, daß die Liste der Allgemeinheit, bezw. den in der Vermal tung der Gemeinde und ihrer Kommissionen tätigen Per sonen zur Verfügung | gestellt werde, sofern . dem keine zwingenden Gründe entgegenstünden._ Das Jüdische Volksheim in Alt.ona ent faltet seit Jahren eine außerordentlich verdienstvolle erziehliche und kulturelle Tätigkeit. Sie kommt in erster Reihe den minderbemittelten Kreisen unserer Altonäer Brüder zugute, und unter'ihnen wieder denjenigen, die, aus dem Auslande kommend, sich auf deutschem Poden niedergelassen haben. Kleinkinder und Schüler und Schülerinnen finden iit dem Bolksheim, an dessen Spitze eine geprüfte Kindergärtnerin steht, in gesundheitlicher rund erziehlicher Hinsicht die Fürsorge, die ihnen, ihr Elternhaus nicht zu bieten vermag; auch für die religi ösen und gemütlichen Bedürfnisse der ihm anvertrauten Jugend wird von dem Heim gesorgt. Der Vorstand der Gemeinde — so führte in der Erörterung des Antrages Herr Dr. Nathan laus — hält die finanzielle Unter stützung des Heims, dqs von einein eigenen'Verein be-' gründet tvurde und oaüernd unterhalten wird, für eine Pflicht der hamburgjischen Judenheit, nicht nur, weil es von den Altonäer Juden auf die Dauer nicht mehr allein unterhalten werpen kann, sondern auch, weil die in Altona ansässige ostjüdische Kolonie zu einem großen Teil nur aus äußeren Gründen sich dort angesiedelt hat, während ihr Niederlassungsziel in. Wirklichkeit Hamburg war. Der Vorstand ,dfr Gemeinde verspricht sich von der t einen wesentbichen ideellen Erle Erziehung des Heims gehenden Mitgliedern dex beiden Gemeinden or — auch die Altonäer Gemeinde ige zur Verfügung — zum ersten Male zu einem gemeinsamen Werke sich vereinen. Die Religionsich ule der Neuen Dämmtor-- Synagoge, die von Rabbiner Dr. Holzer geleitet Arbeit des Volkshcir folg, weil die durch Kinder zn wertvollen | werden können, die stellt die gleichen Bell wird, erteilt rupd 100 Kindern Ms Mitgliederkreisen dieses' Verbandes religiöse Unterweisung; ihre Unter stützung bedarf keiner näheren Begründung und wurde auch. von sämtlichen Mitgliedern des Kollegiums Widerspruchs los gebilligt. I» der Erörterung fprpch Herr Dr. S P i tz e r ■ de» Wunsch aus, die Gemeinde solle die Kultusverb§nf>e . bezw. ihre Einrichtungen nicht subventionieren, sondern ihnen' je nach ihrem finanziellen Bedarf ausden Gemeinde steuern einehöhere als die 'verfassungsmäßige 10 pro zentige Quote -zuweisen, und ftelljtc einen entsprechenden Antrag. Das Kollegium nahm chber den Antrag des Vorstandes an.! - Ten breitesten Raum in den Verhandlungen nahmisti indes die erwähnten > Nachbewilligungsanträge ein Aüf Antrag des ..Herrn-Schloß verband das »ollegiu n!jmu ihrer Beratung .die- Entgegennahme der Berichte, welche seine Vertreter tu defl Kommissionen sür das Wohlfahrts wesen und die Fremdenpslege, die' Herren Sch so ß^uyd Dr. La nz krön, über diese erstatteten, linier dem'Eit» druck dieser Berichte, die in geheimer Sitzung durch länger^ und überzeugende Ausführungen der Herren Alfred L e v y, H e ck f ch e r Und M a. r r vom -Vorstände ' der .Ge meinde noch in mancher Hinsickfl ergänzt wurde n,, be willigte das KoUegiuin trotz schwerer finanzieller Leben ken die beantragten summen. Wir hebenaus dem ersten Berichte hervor: Die Kommission sür.das Wohlsahrtswesen verpflegt in l4 Stadtbezirken mit 65- Pflegern, von denen keiner mehr, als sechs Pfleglinge. bezw. Pfleg lingssamilieu betraut, rund 400 1 Parteien, d. h. g00 Familien mehr als im Januar dieses Jahres. In dich'em Anwachsen der Pflegschaften ossenbärt sich die ganze Gstöße der wirtschaftlichen Not, insbesondere -derjenige^ des Mittelstandes, und'dieser Umstand allein läßt schon! die - Nachforderung der Kommission berechtigt erscheine». Tie Kommission sür das Wohlsahrtswesen unterhält!' ^ine Lebcnsmittelabteilung, welche infolge günstigen Eifrkapjs von täglich gebrauchten Lebcasmittcln in der Lage!ist, ohne nennenswerte Zubußen mioniatlich 40 bis 50 Fa milien je 8 Pfund a»7 die Person zum Preise von 0,15 Mk. je Pfund zu verabfolge», eine Kleidcrkammer, die!ge-f . tragene, aber noch gut brauchbare 'Kleidung sammelt und in einer besonderen Nähstube wieder instandsetzen laßt, durch welche sie wiederum, und ztrtar zur Zeit sechs sonst erwerbslosen und unterstützungsbedürftigen Frauen, lohnenden Verdienst verschafft. Die Nähstube beschäftigt i» des nur wirklich perfekte Näherinnen nnd ist daher chuwch aus in der' Lage, private Aufträge zur Zufriedenheit der Besteller auszuführen. Weiteste 16 Personen fistden durch Vermittlung der Warenhandxl Abteilung, welche ihnen bei Abnahme auch kleiner Mengen günstige Ein kaufsmöglichkeite» bietet; eine auskömmliche Existenz.-Dje von der Kommission, unterhaltene^ nunmehr drei Iahte -schon bestehende Volksküche speist!, täglich 80 bis Klo Personen gegen Zahlung von 0,30 Mk.; sic erfordert nach Abzug der von den Besuchen gezahlten Beträge und der monatlichen'Beiträge arch Freundeskreisen-der Volksküche einen Monatszuschuß hon 1500 Mark. In sammen mit dem Verein zur Verteilung von Feuerung versorgt die Kommission ihre 400 jPfleglinge und außer dem nahezu 600 andere Familien mit verbilligtem Feucrungsmaterial. —. Den Bericht des Herrn Dr. Lanz krön über die- Kommission sich die Fremdenpflegc »er öfsentlichen wir mit unwesentlichen Kürzungen an an derer Stelle des Blattes. j i Einen weiteren Bericht erstattete zugleich nachsns des abwesendtn Herrn Ezechel Herr Weißberg ,über das Pflegeheim der Gemeinde. Die Anstalt, dient der

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