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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-11-10 · 11 (10.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
11 (10.11.1926)
Date
1926-11-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Deutsch-Jsraelitischeu Gemeinde. Nummer 11 ganze Judenhcit des Deutschen Reiches einbcitlich so umspannen,' daß man von einer nach demokratischen Grundsätzen organisierten Vertrxtung sprechen kann, die gleicherweise zur würdigen Repräsentation wie zur Wal) rung gemeinschastlicher Interessen dient? Veit über die .«reife der Jüdischen Boltspäriei hin aus wurde und wird die Ueberzeugung vertreten, daß eine Gesamtorganisation nur dann den wahren Interessen der deutschen Juden entspricht, wenn sic — unabhängig wie )er Gemeindebund — nicht nur die Konferenz gemeinschast der Landesverbände darstcllt, sondern wenn ihre gesetzesgebetden und exekutiven Einrichtungen — Rat und Reichstagung — sich aus dem einzig deinokra tischeit Wege dstrch allgemeine, geheime, direkte und pro porticjncllc Wahlen zusammensegcn, an denen alle in Deutschland lebenden volljährigen Juden beiderlei Geschlechts beteiligt sind. Daß demgegenüber, nach dem N e u in e y e r sch c n Versassungsennvurs, die Reichs tagltng, also das letzthin zur Repräsentation werusene Gesamtvarlament, nick« ans allgemeinen Wahlen' be ruhen; sondern sich aus Delegierten der Landesverbände zusamtmcnseycn wird, entkleid« sic bereits — ganz nach dem ausgesprochenen Willen der Initiatoren des Sta tuts - jeder Bedeutung: und daß ferner der Rat selbst, ersichtlich die tragende Säule des Gebäudes, von den Handesverbändcn beschickt und wie das alte Herren Haus I durch die Vertreter einiger Bcruisgruppen ergänzt sein wird, Gas bedeutet nichts anderes -als die Niederlage des unilarisch demokratischen Prinzips, wie es den Geist des Gemeindemges von 1921 bestimmte, als den i'riun pH des Partikularismus, der über die Gemeinde - ube )es esgenen Landesverbandes nicht Hinaussicht, als ie L erewiigung der .Herrschast unserer Notabeln und Führe:, gegen deren politische Ueberlegenhcit, nach den Hrsahiungc» der letzten Jahrzehnte, eine gewisse Skepsis Unmernin am Platze ist. j Äe Herrschaft des aus Bauern gekommenen und in mckhr als einer Hinsicht typisch bayerischen Grund iatzes jbc-Ä Partikularismus haben die Gegner des Entwurfs, drypen sich' ein Mann wie Jsmar Ire und aagcschlos^eis hat, vornehmlich 'ir, der budgetären Cfm macht des Rcichsverbandcs gesehen. Zweifellos ist der 'flcrbai d n,it einer Umlagenorm von <1,75 RMk. je Kopf, d. h.^ mit. einem Etat vön etwa 4i»0 000 RMk., nicht m entferntesten in der Lage, die Institutionen d's G mtinpebundes, sei. cs zu übernehmen, sei es an tiilig ,u verwalten, oder ähnliches in annähernd gleich bweutjamem Ausmaß ins Leben zu xuscn. Mit dieser Tatsache abjer, daß nur bei den Landesverbänden Bcr rraltupg un) Ausbau sozialer'und anderer der jüdischen Eemeißschas gewidmeten Einrichtungen demgemäß liegen, «weit die Schaffung solcher Institutionen nicht dprch den Gcmeindebund 'vorweggenommen oder Aus gäbe sei Gemeinden ist — damit wird der Legriss der sijranziellen Abhängigkeit des Reichsverbandcs von d^n Landesverbänden, vom engeren Budget der Rat» Zessionen abgesehen, letzten Endes wieder gegeirftands laS: denn in den Ländern ist nun die Existenz des deutschen Judentums mit. verfassungsmäßiger Endgültigkeit de schlossest. Nichts anderes ist bezweckt. Es gibt damit, ii> Sachen der konkreten Arbeit, die allein für dlc Be dautund den Maßstab gibt: ein prrußisches, ein säch sisch§s,j badisches, bayerisches Judentum. Es gibt, in diesem! S'inne, - keine deutsche Judenhcit: und daß cs sie nicüt gibt, ist besiegelt durch das Statut ihres Rcichsvc rbanpes. — Aber wird sich die hamburgische Juden - heit, die im Hamburger Landesverband folgerichtig organi siert und anerkannt wird, dieser Denktmg anschließen? 'IV. . ' ' T i e Forderung darf, zum Abschluß, ausgestellt wer den, daß, in zwölfter Stunde, die Vertreter ' unserer Gemeinde sich aus die demokratische-Tradition be sinnen,,' die in einem Staate wie' Hamburg seit alters her Selbstverständlichkeit ^war, und sich an die Seite d e r liberalen Mitglieder des Großen Rates des Preu ßischen Landesverbandes stellen, die in der Aussprache vom 17. Oktober neben den Vertretern der Jüdischen Volkspartei und Dr. Freund gegen den Entwurf stimmten. Ein Reichsvcrband, den die deutschen Juden nicht wäh len, der vielmehr von Gnaden der allein maßgebenden Landcsorganisationen eine Existenz ohne Sinn und Aus gäbe führt, mangels demokratischer Basis unfähig zur Repräsentation, mangels budgetärer Mittel ohne die Möglichkeit, ausbaucnder' Arbeit, mandels eines konti nuierlich tagenden Parlaments' — denn nach einer kürzlich angenommenen Resolution von Dr. Baeck soll die Reichs tagung erst zu einem Instrument ans wirklich demo -kraKscher Basis ausgestaltet werden — zunächst ohne die Möglichkeit, zu den Fragen der jüdischen Welt, die Über die Landesgrenzen hinausreichen, verbindliche Stel lung zu nehmen — ein derartiger Verband ist aller dings nicht die öffentlich rechtliche Körperschaft, wie sie die demokratische Weimarer Verfassung in ihrem Artikel 137 vorgesehen hat. Ein Reichsverband, der jn dieser Zusammensetzung, aus solcher Grundlage nur eine Fassade ist, das wäre ein Weg zur D e s o r g a n i s i e rung der deutschen Judeni>. Sistung des Repräsentanten-Kollegiums der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Jn seiner Sitzung vom 21. Oktober, bei deren Beginn der Vorsitzende den neu eingetrcienen Herrn Earl Mi chaclis begrüßte, erledigte das Repräsentanten Kölle gium eine Reihe von Wahlen. Aus dem Vorstand der Talmud Tora Realschule treten vertragsgemäß demnächst ' die .Herren R. A. David, H. Philipp und Otto Rüben aus. Der Aussatz für die Ersatzwahlen ist von dem Vorstände der Talmud Tora Realschule auszustellen, u. zw. aus Grund einer Vorbesprechung zwischen Vertretern dieses Vorstandes und des Repräsentanten Kollegiums.. Das Kollegium wählt zu seinen Vertretern die Herren Bachrach, Alexander Lcvy und Wcißberg. — An, Stelle eines ausgeschiedenen Mitgliedes wählt das Kölle gium ferner in den Vorstand des Mädchen-Waisenhauses der 'Gemeinde (Paulinenstist) Herrn Dr.. Lanzkron, in die Verwaltung der Bibliothek und Lesehalle Herrn ' Michaelis. — Ein Antrag der Hebräischen Sprachschule Jvria aus Uebernahme aus die Gemeinde hat dem Vorstände Veranlassung gegeben, eine Reihe geistig kultureller Ausgaben, welche der Förderung durch die Gemeindevexwaltung würdig wären, in die Beratung dieses Antrages einzubeziche'n, außerdem häll der Vorstand die Berastmg des Antrages der Jvria und > der damit verbundenen Fragen in einem Ausschüsse aus s Mitgliedern beider Kollegien für angebracht. Der Vor stand hat in diesen Ausschuß die Herren H. Levy, RA. David und H. Philipp entsandt; aus sein Ersuchen wählt das Kollegium in diesen Ausschuß die Herren Tr. Kalmws, A. Levy und Münden. Mehrere Punkte der Tagesordnung betrafen die Bewilligung von mehr oder minder großen Mitteln für die verschiedensten Ausgaben der Gemeinde. Das Kolle j

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