Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 11 (10.11.1926)
- Date
- 1926-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 11 Seitt 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Ausnahme von Siechen jeglichen Alters und Altersschwachen; indes leidet es mit seinen 20 Betten an einem - diauevnd schwer empfundenen Platzmangel. Ein, Anbau, Äer stach Ansicht der Verwaltung zur Zeit allein in Fragf kommt, würde den für heutige Berhältnisse überaus hohen Betrag von 80000 Mark erfordern. Die!nmaltung gibt aber die Hoffnung nicht auf, daß sich ch wieder einmal hochherzige Spender, finden, um ieb Leid zu lindern und manche Träne zu trocknen". — ekst man von den beschränkten Räumen der Anstalt er chb, so ist über sie, .die unter der trefflichen Leitung c Oberin Amalie Noafeldt steht, nur Gutes zu Berichten. Ihre Insassen fühlen sich wohl und behaglich, und bei der peinlichen Sauberkeit, die das Haus zst einer Musteranstalt macht, ist ihr Gesundheitszustand «As durchaus gut zu bezeichnen. Die Anstalt hatte 1925 einen Ausgabe-Etat, von rund 25 300 Mark, j Endlich erstattete noch Herr Dr. F r a e n k e l eineti Bericht über das Gemeindeblatt. Seit Mai 1925. er Meint es, auf Grund eines Vertrages mit dem Verlage M. L eß mann, mit .welchem die Schriftleitung harmpnifch zusammenarbeitet, in monatlichen Abständen, ergänzt durch die wöchentlichen Mitteilungen i>er Ge meinde auf der zweiten Seite des Hamburger Familienblattes. Dastete Bemühen des Gemeindeblatt Aus ichusses Ist darauf gerichtet, das Blatt inhaltlich und auch - m seinem Gewände immer besser , zu gestalten. Das ' Zlatt steht allen Kreisen der Gemeinde, den Kultus- Verbänden, Anstalten und Einrichtungen für ihre Veröffentlichungen kostenlos zur Verfügung. Tie Mitarbeit i »er Gemeindemitglieder, die von dem Ausschuß sehnlichst l rwüinscht wird, ist bis heute aber ausgeblieben. Das iDirbi umso mehr bedauert, als das Blatt die Aufgabe!>at, die Gemeindeangehörigen an die Gemeinde zu fesseln, ür ihre Aufgaben und ihr Wirken zu interessieren und sie ,n spuchtbaren Anregungen für die Gemeindearbeit^ zu »eranlassen. P!it der Entgegennahme dieser Berichte und »er Tleberweisung der Abrechnung der Gemeinde für >as Jahr 1925 an den Haushaltsausschuß war die Tages- »rdnvng der Sitzung erschöpft. Zu der Abrechnung machte Herr Münden einige;rundsätzliche Ausführungen über die Erhebung der Steuern und deren Auswirkung auf die Kstltusverbände fotoif über das Ausmaß, in welchem die Gemeinde durch ihr Schul und Wohlfahrtswesen den Staat ent laste.- Aus diese Ausführungen wird zurückzukommen fein, wenn der Voranschlag für das Jahr 1927 zur Beratung ' steht. ' _ Die Tätigkeit der Kommission für die Fremdenpflege der Gemeinde im Jahre 1925. Von Tr. (5. Lanzkron. i . Seit etwa 30 Jahren interessiere ich mich für Fremdenpflege und den Unterstützungsverein für 2b dachlose, damals veranlaßt durch unserenunvergeßlichen Freund und Führer auf diesem Gebiete, Daniel Wormser, den" Mann mit dem kindlichen Gemüte und dem goldenen Herzen. Deshalb erfüllt es mich mit inniger Freude, daß >ä» als Repräsentant die Ehre habe, unserer Fremden Immission anzugehören, und Ihnen über deren 'Tätigkeit im Jahre 1925 einen Bericht erstatten darf. Bei »er Erfüllung dieser Ausgabe - ist mir in dankenswerter Weise unser Kollege in der Kommission, Herr Simon G u m v e r tz, zuvorgekommen und hat dadurch meine Ar-, .beit erleichtert, daß er einen interessanten und ausführlichen Bericht über das Daniel Wormser-Haus, seine Entstehung, Entwicklung, Renovierung und Leistungen im Gemeindeblatt veröffentlicht hat. Das vom Unterstützungsverein für Obdachlose im Jahre 1909 gegründete Haus wurde 1923, als der Ver- .ein die Betriebsmittel für die Unterhaltung nicht mehr ausbringen konnte, - von der Gemeinde übernommen; zugleich wurde die Kommission für Fremdenpflege der Ge meinde gegründet. , Diese übernahm die Aufgaben der bisherigen Fremdenpfleger, die in der Kommission für das Armetzwcscn ihr Amt versahen, und die Aufgaben der Vereine, die für fremde Glaubensgenossen sorgten. Vertreter der Vorstände jener Vereine wurden in die Kommission^, berufen, sodaß die Männerdie bisher in vorbildlicher Weise sich in der Fremdenpslege bewährt hatten, nun mehr ihre Arbeit und > Erfahrung auf diesem Gebiete uns zur Verfügung stellten undsetzt in unserer Gemeinde segensreich wirkten. Wenn ich nunmehr über die Leistungen.der Kommission berichten soll, so kann ich nicht einfach die Zahl der Sitzungen und die dort. gefaßten Beschlüsse initteilen, denn damit hätte ich nur sehr wenig geschildert. Am grünen Tisch mit Reden und Diskussionen läßt sich bei uns nicht viel erreichen, da hat jedes Mitglied sein eigenes Arbeitsfeld; und diese Arbeitsgebiete sind ziemlich umfangreich, denn wir haben zu sorgen für Auswanderer, Rückwanderer, Durchwanderer und für Wanderer, die gar nicht' wandern wollen, weil es ihnen in Hamburg ganz gut gefälst. An unserer Spitze stand!bis zu seinem Tode P. Las , k a r, dessen Andenken in wstrdiger und gebührender Weise sowohl in einer Trauerkuüdgebung vonseiten der Gemeinde als auch im Repväsentantenkollegium von unserem Vorsitzenden Lisser jgeehrt wurde. Er war ja gleichsam das Zentrum der Fremdenpflege, denn alle schwierigen und wichtigen 1 Fälle gelangten von allen Seiten zu ihin, und vom ihm wiederum gingen die Hauptideen zur Hebung und Förderung des Fremdenwesens aus. Die beste Unterstützung fand jener an unserem in der Fremdenpflege altbewährten Freund Leo Mende l s o n, der im Süllen und unbemerkt viel mehr ge leistet hat, als die Fernstehenden auch nur ahnen können. Von der Zeit an, da die Abfertigung der Fremden noch in der Elbstraße erfolgte, seit über 30 Jahren, verband mich meine ärztliche Tätigkeit für die Fremden mit diesen beiden, so daß ich genügend Gelegenheit hatte, sie in ihrer opserungsvollen Wirksamkeit zu beobachten, sie kennen und hochschätzen zu lernen. Als dritten, als ein ebenso wichtiges Organ unserer Vereinigung, »nutz ich Herrn C Hassel erwähnen, der die Exekutive leitet. Er ist viel besser, als sein Ruf bei vielen Fremden, denn es. ist ja natürlich, daß er nicht alle Wünsche der unzähligen Bittsteller erfüllen kann. Es gibt wohl einzelne, zu denen ich auch früher gehörte — ich bekenne es offen -- die ihn für zu rigoros hielten. Doch ich muß gestehen, je länger ich mitihm arbeite, desto mehr gelange ich zu der Ueberzcugung, daß er im Grunde seines Herzens äußerst gütig' ist, beseelt von dem aufrichtigen Bestreben, jedem nach Möglichkeit zu helfen und bei der Abfertigung der vielen Hilfesuchenden Recht und Gerechtigkeit walten zu lassen. Allerdings, wenn er alle Wünsche der Fremden und noch obendrein alle Bitten ihrer vielen Protekwren erfüllen wollte, dann hätten die für diese Zwecke erforderlichen Mittel keine Grenzen. Die unermüdliche Arbeit des Herrn Chassel erstreckt