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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-11-10 · 11 (10.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
11 (10.11.1926)
Date
1926-11-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1 . / Nummer 11 / -o »Raiibinsr^iüiimres 2. Iahrgchrg der D Israelitischen Gemeinde zu Hamburg Das Gemeindeblatt erscheint am 10. eines jeden Monats und wird allen Aiitglied^n der Deutsch-Israelitischen-Gemeinde zu Hamburg kostenlos »»»gestellt. Hamburg, Iv. November 1926. Fex»' Druck. Verlag und Geschäftsstelle Lehmann, ABC-Hof, ABC-Straße 57. lsvrecher: Elbe 791<7911, Vulkan 8085. Verantwortlich fänden redaktionellen Teil: Syndikus Dr. f*i.M. Na t han. für den Jnserate»teil: E-Loos. beide in Hamburg Anzeigenpreis ßO^j p.ßgejp. Nonp.-Zeile. 'inr Organisierung der deutschen Juden. Bon Dr. Alfied Kupfttberg, Hamburg. Die Verfassung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919 hat einer Gefajntorganisation der deutschen Juden die Wege bereitet. Zuerst versuchte der Deutsch-Israelitische Eemeindebund in Berlin, diese Eesamtorganisation zu schaffen, und erreichte auch aus dem denkwürdigen Gcmeindetage vom 23. Jan. 1921 die Zustimmung des über- ‘ wiegeirden Teiles der jüdischen Gemeinden des Deutschen Reiches. Aeutzere und innere «Gründe ließen den Beschlug vom Januar 1921 nicht zur Ausführung, kommen. Die Landesverbände, vor allen, dex bayerische und preußische, wurden gegründet und liehen für eine Organisation der. gesamten deutschen Juden nur Raum aus dem Wege des Zusammenschlusses eben dieser Verbände sDachvcrbands. ^ach vielfachen Beratungen, deren erste in München am 3. Januar, deren letzte in Berlin am 2-1. Oktober dieses Jahres stattfand. «und an denen namens unserer Gemeinde die Mitglieder des Vorstandes Alfred Levy und, Rechtsanwalt David und Syndikus Dr. Nathan' teilnahmen, wurde der Entwurf für den ..Rcichsverband der deutschen Juden" verabschiedet. Zu ihm haben jetzt die Landesverbände Stellung zu Nehmen. Um auch unsere Gemcsndeangehöriqcn für das Problem »u interessieren- und ejine A u s s p r a ch c darüber herbeizuführen, veröffentlichet» wir den nachfolgenden Aufsatz. Der Stellungnahme'unserer Gemeindebehörden wirb durch ihn selbstverständlich nicht o0rqegrifsen. Die Schristleiiung. i . i I. ■ , | Tie Frage eine» das deutsche Jndent-um in seiner Ge samtheit vertretenden Körperschaft ist seit dein 15. Deutsch Israelitischen Gemcinhetag in zahlreichen -Tagungen »md Diskussionen bis zum heutigen Tage heftig umstritten. Den Grundvorsteltungen des verstorbenen Professors Kalischer, unter dessen'Führung das Mandat zur Or ganisierung der deutschen Juden an jenem denkwürdigen 23. Januar 1921 dkm Deutsch Israelitischen Gemeinde bund übertragen würdis, stellten sich bald vornehmlich in Süddeutschland, insbesondere jjn Bauern, Erwägungen .gegenüber, die man als partikukaristisch bezeichnet hat: die Frage, pb die geplante Gesäicktorganisation als Tachverband über den Landesverbmiden, finanziell und schließlich auch ideell!von ihnen'abhängig - fast nur eine Fassade — errichtet werden solle, oder ob sie, Bedeutung und Leben des Gemcindebundes fortführend, eine eigene, allseitig gesicherte' Existenz zur Repräsentation und «Interessenwahrung der deutschen Inden führen solle ''diese Frage, diese Geger sätzlichkeit der Auffassungen trpt bald in den Mittelpunkt der Erörterung^ , Wenn sich jetzt der Große Rat der Preußischen Landes '^ersanfmlung den Vorschlägen angeschlossen hat, dze von der Kommission zur Feststellung des Reichsverbands - statuts ausgegangen sind, so wird eine kritische > Betrachtung dieses Statuts durrh solche Entwicklung der Tinge nicht überflüssig, -sondein doppelt und dreifach wünschenswert. ' |j. | II Es »st heute noch nicht vergessenem welch besonders . schwieriger Situation die deutsche «Judenheit sich unmittelbar und in den ersten Jahren Nach dem Kriege befand. Mangels einheitlicher potitiicficr | Führung und Dtifn, ticrung vollzog sich — wie beiläufig überall im deutschen Bürgertum — die Einstellung auf die revolusionäre Uin gestaltung vom Novenrbkr 1918 unter ersichtlichen^Rdibungen. Das- Gefühl der- Unsicherheit, das so geschaffen war, wurde durch die Anwesenheit .zehntausender Ostjnden, die von'.den' Militärbehörden zu Zwangsarbeiilcn im Kriege nach Deutschland deportiert waren, nicht gerade gemildert-, zumal nach dem «Kriege, nach der E^rstn düng des polnischen Staates, der Zustrom aus dem Osten nicht zu versiegen'schien.' Hie antisemitische Welle, drittens, brandete hoch,- wie nichi einmal in den Seiten . Stöckers. Gewiß aber waren dies nicht die alleinigen Gründe,, die eine Organisation zur Vertretung der allen deutschen Juden gemeinsamen Interessen.- wünschenswert erscheinen lirpen. Jnnerjüdische Merive wirkten mindestens chiin so...stark in dieser Richtung. Das Elend der im Kriege verarmten und demoralisierten Massen, die aus Polin, Litauen,' Galizien über Deutschland nach dem Westen strebten und — vergebens in immer bäusigcrcn Fällen - an die Tore der Reuen Welt pochten, soweit sie .sich nirfit i’ifipr Rnulnnb hi£ >inrfi imh ltbina hinein nicht über Rußland bis nach, »zerstreuten, war offenkundig, gen« Judenheil, unbeschadet der eigenen sbirien und China hinti» llg, um gerade die deu-tsjchi Wirtschasismisete, großzügigen Hilfsaktionen hinaus auszurufcn - - zü im me: und immer wieder zu über den gewohnten Rahmen Aktionen, die schon ans Zwcckmäßigkcitsgründcn zu ihrer Durchführung eine Gesamrorganisation der deujsHen - Juden erheischten. Beispiele solcher Organisationen ' selbst in England konnte man eilten Board of Jews jbe obachten - zeigte»' sich damals «.mit wachsonder Deutlichkeit in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie, mit ihren Nationalitäten, Hinweise' aus die politische Aktivs-" tat, deren einegeschlossen', organisierte- Gruppe fähig wäre, im Klub, - der parlamentqrischcn Vertretung dex polnische» Juden. Gewiß: w e weltenwcit verschieden Ppag, in Warschau! Untzlpg nahe genug in diese» lagen-nicht die Verhältnisse in borii: sich mit ihnen zu befassen Zeit, in der in der jüdischen Welt Probleme wie etwa das der Stellungnahme zum Palästina Ausbau äustaNchicn und eine Anseinandersetznng über alle Landesgrenzen hinweg verlangten, innerhalb der. Londesgrenzen aber tunlichst eine Auscinandersetznng aus der Basis einer. Organisation, die die ganze Jndcnheu des Reiches »»»»spannte. Wird der Jüdische Rcichsverband, aus der Grundlage dis Münchener Statuts, das dem Preußischen Vcre bandstag am 21. Novembvr vorjfelegt werden wird, dif

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