Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 9 (8.9.1926)
- Date
- 1926-09-08
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 9 Gemeindeblatt —.- 4 i Jahre früher erfolgte FortsührrHg des Königs Jofachin nach Babylon, welche sich dem mit furchtbarer Gewalt einpr dem.Sturze des judäischen K Punkt der Datierung der Erei babylonischen Eyils absvielen: Exils, zählt — nach beh Iah besondere 1, 2 lind 40, 1). IV. t Es ist interessant, wie Tat achen, die im a Igem näch edächtnis der Zeitgenossen ten, werden jej't - nach, igsthrones »er Angel isse, die sich w ihren) des ' zechiel; der Prophet des des Galuth fvgl. ine ganz! unbeachtet bleiben, häusi» wichtige geschic >tlich» Er eignitse illustrieren und oft blilartig beleuchten nach den Jahrin seiner ratzen ei» Simbot ens iin alten Je Kreits. Jercmra (Ra sjahr des Rö rigs des racl. ojtel Jo Exil zählt das. kleine Volk Jsra Richter und .Könige, gewisse selbständigen staatlichen Le ^WenN aber beispielsweise i 25, 1) das vierte Regier»» lakim von Juda dem ersten deÄKönigs^ Nebukadnezarl von Babel gleichsetzt, ustd wenn dieunachexilischen Prophjetcn Haggai und Sechakja ebenso wr Esra ^und Nxlemia den Regiernngsjahven der persirlfen Könige rechnen, deren .Reihe mit Cyrus beginnt, so o^enbart sich in t iefer Zeit gechnüng bei Jcremia: die Einbeziehung seines Landl oie politischen Wirren seiner Zeit, bei den Späteren dem Verzicht aui die eigene nationale Zeitrechnung die yängigkeit des jüdischen Volkes und seines Lcndcs fremder Gewalt. Und so gehen Fremdherrschaft und fremde Zeitrechnung aus dein Boden Pqlästinas parallel bis — zu den Hatzmonäcrn. Nur barin, tritt in späterer Zeit eine Aenderung ein, daß' nicht mehr>nach hen Jahren der einzelnen Könige gerechnet wird, sondern eiüe Zeitrech nung mit einem festen Ausgangspunkt zur Einführung ge der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Seite 3 Bis nnen zum s in mit Ab von langt, die Jahrhunderte hindurch in. Geltung Sie hat ifitfn Namen von Seleukus I. Nikator, der in den Kämpfen 'um das Erbe Aleranders des 0 roßen durch feinen Sieg bei Gaza im Jahre 312 vor der ül tichen Zeit rechnung seine Herrschaft über Bechnlonien, Klcinasieii und durch spätere Kämpfe auch über Syrien begmndele; er rechnete, die Jahre seiner Regierung von dieseni Siege an, so daß die Aera der Seleuciden vom Herbst rcujahrstag des, Jahres 312 ihren Ausgang nimmt. Tie e Zeilrech nnng wird jetzt die eigentliche Zeitrechnung der Juden: sie wird in den Büchern der Makkabäer angewand; vor allem aber gelangt' sie in den Rechtsurkunden.der svlgenden Jahrhunderte zur Anwendung, in Kaufurkui den, Ehe Verschreibungen (Kess^waus) nnd Scheidebricscn — ein sol ' eher aus dem Jahre 1400 dieser Aera wurde in der Ge . nisa jzu Kairo ausgesunden -, so daß sic bei den Juden in der Regel als als die Aera der Kon trakte bezeichnet wirdf Tiefe Zeitrechnung hat sich bei den bleibt die 'Juden lange erhalten holt, und im Jemen Maimonides erwähnt sie wieder (Südarabien), dessen den lieson ders stark unter feinfeui Einfluß gestanden hohen, Ast sie noch heute. im Gebrauch. / /.; V. Sind die im vorigen Abschnitt bchandeltcü Zeitlich »ungen ein Zeichen der politischen Abhängigkeit des jü: bischen Volkes, so kommt jüdiscl^es Bewußtsein in guten und schlechten Tagen in den Zeitirchnungen zun Ausdruck, welche neben der selcucidischen zeOveilig einhergingen, bis die Zeitrechnung nach Jahren der Weltschofisung endlich die bei den Jiwen durchweg übliche würde. Nach der Befreiung vom Joche der Syrer zählten sic ihre Jahre eir e Zeitlang nach den Jahren des HaSmonäers Simon; dieje. Zeitrechvorschreibt. zum Aus nung heißt auch mit einer nur;^u begreisiichcn religiösen Wendung — Eine Zeitrechnung, die von der Zerstörung des zweiten Tempels ihren Ausgang nimmt, hat gleichfalls in Palästina bestanden und kommt auch ver cinzelt im '.jüdischen Schrifttum vor: die .Mischna (Gittin 8, 5) erklärt die Datierung Der Scheideöriese nach dieser Zeitrechnung aber ebenso wie nach der seleucidischen für unzulässig. To kommen wir zuletzt zu der' Zeitrechnung, -von der diese Tarlegungen ausgehen, zu der Rech nung der Jahre nach der Wcltschüpiung. Sie ist erst gegen Ende des ersten nachchristlichen Jahrtausends bei den In den üblich geworden, und. zwar scheint es, daß zuerst die süditalicnischen Juden sie regelmäßig angewandt haben. Ter Schriftsteller Sabbalai Tonnolo, geboren um 013 fn dem südiralienischen Cria, gebraucht die Weltschöpfungs ära in seinen Werken: und die aus dieser Zeit stammenden jüdischen Grabsteininschriiten Süditaliens tragen von jener Zeit an Datierungen nach der gleichest Zeitrechnung. Von hier aus scheint unsere Aera nach und nach bei den abend ländischen Judeki Eingang gesunden zu haben; das Be wußtsein, daß sie nicht immer in Geltung war und erst zu einem bestimmten Zeitpunkte üb ich geworden ist, kommt noch in der stereotvpen Wendunc unserer Ehevcrschreibun gen und. Schcidcbrieie "IT"1 (JN2) "D') wie Maimonides sie druck. Gesördeit wurde die Einb irgerung der Weltschöv fnngsära zweifellos dadurch, daj: um die-gleiche Zeit im christlichen Abendland die jetzt ibliche Zeitrechnung aus tarn, welche die Inden, soweit ih: religiöses Eigenleben in Betracht kam, nicht übernehmen konnten. Geschaffen wurde unsere Zeitrechnung, die im Talmud nur beiläufig erwähnt wird, von dem'Vcriasser des chronologischen Werkes Teder olam rabba, der gegen Ende des 2. Jahrbün derts lebte. AyS seinen Berechnun fen .kann liier nur in Kürze eine Auisleltuiig.wiedergegeben w:ryen, durch die er zu dem Jahre der, Zerstörnng d^s zweiten Tempels gelangt: jür diein ihr verwandten Zahlen'seid die Angaben der Bchel nach einem bestimmten Schema der» Seder olam rabba beträgt )ie Zeit von der Erschassung der Welt bis . dis zum Turmbau i» Babel bis'Isaaks Geburt bis znm Äuszuge ans Aegypten : bis znm Bau des ersten Tempo bis znm Tode Salomos bis zürl. Zerstörung Jernjalems bis zum Ban des zweiten Tempels bis zum Ende der Pcrferherrscha bis zum Ende der Seleuciden bis zum Ende der Hasmonäer bis znm Ende der Herodianer bis zur Zerstörung des 2. Tempels'- bercchnet worden. Nach Bekanntlich ist das Jahr der. Zerstörung des zweiten Tem chels nach'der üblichen Zeitrechnung das Jahr 70. Seit diesem Jahre sind jetzt, 1920, 18r»t» Jahre verflossen. Rechnet man zu diesen die 3831 Jahre der Weltschöpfungs 'ära hinzu,fo gelangt man zum Jcchre 3087, dessen Schwelle wir jctzt?-dcr Erinnerungen. »yd der Hoffnungen voll, überschreiten. f *) Im Jahre Zeitrechnung. I. Jr I r Flut . ,, 1050' Jahre veitere '. . 340' „; 52 „ ft 400 ... ISO ' „ 30 „ " % .w4 ,, ,, 70 34 „ 180 „ .- 103 „ . v 103 „ 3 ... nsgefamt: 3831 Jahre der Welt. d. j. nach der hierorts üblichen i