Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 8 (10.8.1926)
- Date
- 1926-08-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nummer fl Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. die Gemeinde, die K> ltusverbände und sonstigen Kultus institutioni n, die Einrichtungen und Vereine für Unterricht, Wissenscha t, Kunst und Kultur, die Vereine und Einrichtungen für Wohlfahrt, die Ortsgruppen von Reichsorganisationen, Studentenverbindungen, Jugend- und Sportverei re, und endlich die Stiftungen. In einem Anhang zu diesem ersten Teile sind die erreichbaren Angaben. über die Gemeinden der abgetretenen Gebiete zusammengestellt — in ihrer Art ein kleines, niederdrückcndes und erschüttern!»es Bild des Zusammenbruches viel^ ehemals blühender und lebenskräftiger Gemeinden. Der zweite -Teil des Buches gibt einen Ueberblick über das Bildungswesen und die kulturellen Einrichtungen der deutscken Juden. Anderster Stelle werden hier die Rabbinerseminare und verwandten Anstalten genannt, außer den drei bekannten theologischen Bildungsstätten (Rabbiner-Seminar und. Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin.und Jüdisch-Theologisches Seminar in Breslau) L Anstalten in Berlin, 4 in Frankfurt a. M und eine, die „Je sch iw a", in Hamburg. An Gelegenheit zur Ausbildung in den rabbinischen Tisi ziplinen und zur Erlangung eines umfassenden jüdischen Wissens ist also in Deutschland kein Mangel. Hingegen ist die Zahl der Lehr erbildungs st alten aus drei zuisückgegangen; es bestehen nur die Anstül ten zu Köln, Münster (eine Klasse mit drei Schülern!), und Würzburg; die Anstalten in Berlin, Cassel ünd Hannover haben in der Inflationszeit, ihre Pforttn geschlossen. Angesichts der völlig neuen Wege, welche die moderne Lehrerausbildung einschlägt, könnten die deutschen Juden sich mit dieser Tatsache äbfinden, wenn wenigstens für' die besonderen.jüdischen' Fächer hinreichende Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen würden. — Sehr eingehend behandelt das Handbuch die höheren, Mittel- und Volksschulen, letztere indes nur, soweit sie eine größere Schülerzahl aufweisen. Auch die Zahl dieser Anstalten ist nur gering, wir zählen ihrer im ganzen 33 in Berlin, Beuthen, Breslau, Bochum, Burgpreppach, Cassel, Dortmund, Essen, Frankfurt, Fulda, Fürth, Gelsenkirchen, Halberstadt, jH am bürg, Hinden-! bürg, Höchberg, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Wol- -fenbüttel und Würzburg. Dagegen behandelt das Hand> buch die kleinen jüdischen Volksschulen etwas summarisch;' ein Verfahren, das zwar durch die besonderen Zwecke des Handbuchs geboten war — die wissenschaftliche Auswertung des in dem Buche zusammengetragenen Materials behält Segall einer >besonderen, in Vorbereitung befindlichen Arbeit vor — und das dennoch sehr bedauerlich ist. Denn eine genaue statt st is che Darstellung der insgesamt 155 Gemeinden, welche in ihren Volksschulen nur 60 unp weniger Kinder aufweisen, hätte .inehr, als laute Klagen!es vermögen, den Erschreckenden zahlenmäßigen Niedergang des deutschen Judentums dargetan. Hierüber kann auch nicht der Umstand hinwegtäuschen, daß,-wie Segall im Vorwort sagt, die jüdische'Bevölkerung in Deutschland trotz der Kriegsverluste und! der Abtretungen im Osten und Westen kaum abgenommen hat, auch nicht die Erwägung, daß die Qualität der Kirderzahl den ziffernmäßigen Mangel ausgleicht. Man beachte nur die nachstehenden Zahlen: 60 Volksschüler zählte d e Gemeinde Emden, 52 München- Gladbach, 50 Hildesheim, 42 Aachen, je 39 Pirmasens und Rexinzen, 34 Rhinä und je,33 Dinslhken und Hanau; " - was sicherlich zu beachten ist, in Waisenhäuser, deren Zöglinge die Von den übrigen 146' Gemeinden dabei" besistden sich, Emden und Dinslakün Volksschulen besuchen. ' zählten I 2 | 21 2 I 1 I 7 I 3 | 5 | 21 6 | 7 I 9 | IS | lf j 6 | 11 | 9 | S j s | 10 | > |,(11 2ti|ji|2l|2> U»i|17|Ui|l5|l4ll3| 2| 1111< Seite 3 191 h 171 *» | ö j 4 |:; 12 j l Schüler; b< i 11 Gemeinden, darunter der Altona^r, ist die Zahl d»r Schüler nicht angegeben. Natürlich können die hier gegebenen Zahlen für'sich allein nicht ausreichend bewertet wirdeü; dazu müßte man zunächst zu der! Zahl der Volksschüler die der schulpflichtigen Schüler! und Schülerinnen der höheren Schülen in den betreffenden! -Gemeinden hinzurechnen und die Gesamtzahl in Relation „ zu der See!enzqhl der Gemeindo bringen; gher^er ent-, .scheiden! e Eindruck, daf Bild von der überausniedrigen Geburtertzifserim deutschen I u d e n t n!m würde sicherlich bleiben. Für eine Großstadtgcineinhe ist das von ganz besonderer Bedeutung^ denn ebenso wie die Großstädte, ja, vi gleicht noch in viel höherem Maße sind die jüdischen!Großgsmeinden auf die Zufuhr frischen. Blutes und neuer Kräfte vom Lande angewiesen. Dazu kommt, was. von noch viel größerer Wichtigkeit ist, daß das platte Landbisher den weitaus überwiegenden 'Teil der jütischen Kultusbeumten stellte — untz^daß wir deutschen Juden' über einen zunehmenden 9Jia»rgel an R a b b ine rn und Lehrern zu klagen haben, ist neben vielen andern wiederholt dargelegten Gründen aüf die Verödung der Landgemeir den zurückzusühren . .' . Das Handbuch führt dann noch n seinem zweiten Teile die (in Berlin, Düsseldorf, Essen. Frankfurt a. M., Köln, und München) bestehenden Lehranstalten, die Volkshochschulen in Berlin. Breslau, Iranffurt a. M. und München, die in 1<J Gemeinde» stehenden Bibliotheken und Lesehallen, sowieendlich die wissenschaftlichen Institutionen (Akademie für die Wissenichaft des Judentums,. Gesamtarchiv der deutschen Juden) und Gesellschaften (Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums — Berlin, für jüdische Vclkskunde — Hamburg, zur Erforschung jüdischer Kunst»enkmäler — Frankfurt a. M., und den Verband. für Statistik der Juden — Berlin) auf —r eine stattliche Reihe von Anstalten und Instituten, die in ihrer Geschntheit doch ein imposantes Bild vost dem regen G e stcs leben im deutscheNr. I ud e n t u m geben.! ' Von g mz besonderer Bedeutung ist sodann der dritte Teil des Werkes, der auf. 52 engbedruckten Seiten eine umfassende Darstellung der sozialen Arbeit der l deutschen Juden gibt. Ter Berichterstatter kann hier-nur kurz sein, loeil er nur Tatsachen und Zahlen geben kann:' wer aber euch nur einen geringen Einblick in die soziale Arbeit hat, vermag auch aus diesen knappen Mitteilungen, schon sich ein Urteil zu bilden über den gewaltigen. Umfang des Liebeswerkes, das die deutsche Judenhcit an ihren hilfsbedürftigen Angehörigen vollbringt.. Wir be - sitzen mämlich in Deutschland 41 Altersheims, 8, Franken Häuser, 6 Krankenhäuser in Verbindung mit Altersheimen, 5 Siechenheime und Hospitäler, 8 Anstalten für Blinde, Taubstumn>e und Geistesschwache, 2 Anstalten für Lungenkranke, 29 Anstalten und Einrichtungen der..Änder Erholungssürsorge und 16 der Erwachsenen-Erholungs fürsorge, 22 Schwesternheimc, 4- Obdachlosenheime, 4 Mütterrnd Säuglingsheime, 39 Waisen- und. Er ziehungsän kalten, 12 Mädchenheime, 3 Anstalten für taubstumme ustd geistig zurückgebliebene Ksnder, 6 Arbeiter-'- fürsvrgeämter, 4 Lehrlingsheime, 15 landwirtschaftliche, handwerkliche' und hauswirtschaftliche Ausbildungsslallen, 42 Einrichtungen der halboffenen Fürsorge, Kinde.rgfrtcn, Kinderhorte! und sonstige Jugendpflege Einrichtungen! und gemeinnützige rituelle Speiseanstalten. Für jede dieser ind die unbedingt erforderlichen Angaben, die 35 Anstalten