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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-08-10 · 8 (10.8.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
8 (10.8.1926)
Date
1926-08-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Deutsch-äZraelitischen Gemeinde. , Nummer 8 motechnischen Ansviegelungcn zum Inhalt bat' und vielfach aus! kabbalistische Quellen zurückgeht. Selbst innerhalb des Texres finden sich derartige Andeutungen, die aber in. den späteren Ausgaben vollständig ausgelassen sind. Sehr interessant und ausfallend ist der- Wortlaut des Segens spruches! scheossani jisroel im Gegensatz zur späteren und allgemein üblichen Fassung schelau ossani goi. Tas Mach sor ist iim s^olioformat gedruckt und hauptsächlich für den Vorbeter bestimmt. Erwähnenswert sind noch die zwölf Holzschixitte zu den Sternbildern bei dem Taubezw..Regengebet, die, wenn auch nicht künstlerisch, bei der Abbildung des Junglrau Sternbildes immerhin von Freiheit in der Kunst Zeugnis ablegen.und wo-hl kaum zur Erhöhung der Andacht beigetragen haben mögen. Trotzdem der Her-' ausgeber im Vorwort sorgfältigste Durchsicht des Druckes versichert, findet man sehr viele Fehler. 'Ter Herausgeber .meint dazu: Wie die Sonne nicht Tag und Nacht scheinen kann, so kann man nicht, ohne Fehler drucken. Tie-Nachfrage nach dem Machsor war recht groß und hatte einen schnellen Verkauf der Auslage zur Folge. So entschlossen sich die Söhne des Mosche Bonn im Jahre 1802, also 30 Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe, -zur Neuausgabe des beliebt gewordenen Machsors in ganz 'neuer und würdiger Ausstattung. Um ihm einen Mindestabsatz zu sichern, wurde eine große Riihe Subskribenten geworben, deren Namen in dem Machsor veröffentlicht wurden. Viele dieser Namen lind in den heute lebenden Familien unserer Gemeinde noch erhallen. Tie Redaktion des Machsors übernahm der Gelehrte Senwill Hannover, der die Texte auss sorgfältigste verbesserte, die kabbalistischen Ansviegelungen der ersten Ausgabe strich und nur im hebräischen Kommentar stehen ließ. Tie Lesarten-wurden vielfach abgeändert, sodaß sie sich von den heute gebräuchlichen nicht sehr unterscheiden. Tie in der ersten Ausgabe zwischen den Texten verstreuten Anweisungen und Vorschriften hat Hannover gestrichen und dafür im. Anhang das Minhagimbuch des.Eisik Tyrnau (1470) mit den Anmerkungen des Abraham Klausner abgedruckl. Er schrieb dazu noch erläuternde Fußnoten. Er arbeitete an der^Aus gäbe zwei, Jahre, sodaß sie erst 1804 erschien. Tadurch konnte er für ne sowohl die Approbation des Lberrabbiners Noach Chaim Zebi, des Verfassers des Buches Ma'jan hachochmoh, als auch die seines Nachfolgers Zebi Hirsch Samoszt erwirken. So hat auch diese zweite Ausgabe sehr schnell Verbreitung gefunden, izumal sie die Ausstattung der ersten sowohl hinsichtlich des, Truckes-uizd des Papieres als überhaupt bezüglich der systematischen Anordnung bei wittern überltaf. Schon 20 Jahre später entschlossen sich die Gebrüder Bonn zur dritten Ausgabe des Machsors, welche unter der Redaktion des Gelehrten Meir Gans im Jahre 1826 erschien. Tie Ausgabe ist mit einer Empfehlung des Obcrrabbiners Akiba Werlheimer und einem Vorwort des 'Dichters Mosche. Mendelson versehen. Wie aus dem Vorwort des Meir Gans ersichtlich, hat er nichts an dem Text und der Anordnung des Machsors mehr geändert, sondern sich genau an die Ausgabe Hannovers gehalten. Ter einzige Vorzug dieser. Ausgabe vor der zweiten ist ihr starkes, weißes Papier, welches den Truck besonders klar und sauber hervortreten läßt. Auch für sic wurde eine große Anzahl Subskribenten gesammelt, deren Namen im Machsor abgedruckt sind. Es wurde in allen Synagogen Hamburgs und Schleswig Holsteins eingeführt und ist auch heute noch auf allen Vorbetcrpulten im Gebrauch. Tadurch^ daß auch heule noch viele Privatleute in seinem Besitz sind, ist die Einheitlichkeit des Gottesdienstes leicht zu wahren. Das Kan-buch -er jüdischen Gemeindeverwalkung und Wohlfahrtspflege 1924/25. Von N. M. Nathan. Wohl einem jeden, der sich irgendwie mit jüdischen Dingen beschäftigt, ist es schon begegnet, daß er sich über irgendeine Angelegenheit jüdischen Charakters erkundigen mußte. Wie heißt der Rabbiner An dieser oder jener Stadt? Gibt es in diesem Orte eine jüdische Gemeinde? Wo befindet sich das Altersversorgüngsheim einer bestimmten Provinz? Gibt es in einer bestimmten Stadt eine jüdische Volks- oder höhere Schule? Wo kann man ein jüdisches Waisenkind unterbringen? — solche und ähnliche Fragen treten fast an einen jeden einmal heran und heischen Antwort. Ünd auf sie alle und noch viele andere gibt einem Antwort das vor kurzem neu erschienene'' Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohl fahrtspflege. Das Handbuch ist von dem Deutsch-Israeli tischen Gemeindebunde, der jahrzehntelang die einzige umfassende Organisation des deutschen Judentums war, vor vielen Jahren begründet worden und bis zum Kriege fast alljährlich erschienen. In der neuen Auflage stellt es das gemeinsame Werk des Gemeindebundes und der Zentral ww hlfahr Isst eile der deutschen Juden dax, die auf dem Gebiete des Wohlfahrtswcscns, das — nicht zuletzt unter den Einwirkungen des Krieges und der Nachkriegszeit im deutschen Judentum eine ungeahnte Entwicklung auszuweisen hat, über eine reiche Ersahrung und ein umfangreiches Material verfügt. Tie Ausgabe, die dem'Handbuche von den herausgebenden Körperschaften gestellt worden ist, wird von dem Bearbeitet, dem auch in Hamburg durch sein vielseitiges und verdienstvolles Wirken wohlbekannten Tr. Jakob Segall wie folgt gekennzeichnet: Es galt, ein möglichst lückenloses Bild des Gemeindewesens, des kulturellen und sozialen Lebens und Organisationswesens der deutschen.Judenheit zu geben. In welcher Weise ist nun diese Aufgabe, die an ihren Bearbeiter ein ungewöhnliches Maß von Anforderungen stellte, gelöst worden? Aus diesi Frage gibt eine kurze Charakterisierung des Buches eine erschöpfende Antwort. Tas Werk zerfällt in fünf von einander unabhängige Teile. .Ter erste Teil enthält wie in den früheren Auslagen ein Verzeichnis sämtlicher Ortschaften des deutschen Reichsgebietes, in denen Juden ansässig sind, geordnet nach den deutschen Ländern und innerhalb dieser wieder geordnet .nach der für ihre Verwaltung maß geblichen Einteilung. Bei jedem . Ortsnamen sind angegeben die Gesamt-Einwohnerzahl und die Seelcnzahl der bctteffendcn Gemeinde, sowie das pro zentuale Verhältnis der Zahl der jüdischen Seelen zur Gesamtbcvölkerung, so daß, wer die hier genannten Wahlen für das ganze Reich nebeneinanderstellen würde, eine Statistik erhielte, die sicherlich in vielen Fällen ganz interessante und unerwartete Aufschlüsse geben würde. Ferner ist bei jeder Ortschaft angegeben, welchen Namen die Gemeinde führt und welche kultuellen und sonstigen Einrichtungen, wie Synagogen, Friedhöfe, Quellbäder, Schufen und Wohlsahrtsanstalten sie hat. Des weiteren gibt das Verzeichnis Aufschluß über die Namen und Adressen der Kultusbeamten und Lehrer, der Mitglieder der Gemeinde Körperschaften sowie der leitenden Berufsbeamten. Von besonderem Interesse für unsere Gemeinde ist natürlich der Abschnitt über sie selbst S. 148—152. Er zerfällt in die Angaben über

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