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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-03-10 · 3 (10.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
3 (10.3.1926)
Date
1926-03-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite Gemeindeblatt der Deutsch-JSraelitischen Gemeinde. Nummer 3 | Max Lehmann |; Am Freitag, dem 19: Februar d. I.,. verschied, fern von der Stätte seiner von seltenen Erfolgen gekrönten Tätigkeit, der Begründer und Perleger des Israelitischen Familienblattes, Herr Mar Leßmann. Tie Beben tung, welche die Schöpfung des Heimgegangenen, das Familienblatt, für bicL gesamte deutsche Iudenheit er rungen bat, besitzt im bcn'ndcren Maße dessen Lokalaus - gäbe,-das Hamburger-Familienblatt für die israelitischen Gemeinde» .Hamburg, Altona, Wandsbek und Harburg, welches in fast jeder' am Ergeben unserer Glaulbens gemcftisckiaft interessierten'jüdiswen Familie der genannten Gemeinden gelesen wird. Es dient seit seiner Begründung der Erweckung des Verständnisses für das Wesen und die Aufgaben des Judentums und der Iudenheit, für die besonderen Ausgaben-unserer Gemeinde und der Nachbargemestlden. und ganz besonders dem 'Gemeindesrieden, indem es sich aus sachliche Berichterstattung beschränkt und polemische, Auseinandersetzungen in seinen Spalten aufs ,strengste meidet. Seil nunmehr" gerade einem Jahre besteht zwischen unserer (Gemeinde und der Firma des Hcnmgcgangenen ein Vertrags-Verhältnis, dessen Gegenstand den Gemeinde Mitgliedern oelnnnt ist. In jeder Nummer des Ham burgeü Familienblaktes erscheinenaus der zweiten Seite die .^Mitteilungen der Gemeinde '., und allmonatlich er halten die Gemeindemitglieder, das in dem gleichen Perläge prfcheinende „Gemeindcblcrtt". Es war' der dringende. Wunsch unserer Verwaltung, Diese gemeinsame Schöpfung in gclneinsamer Arbeit zu. entwickeln und das hier zwischen Verwaltung und Angehörigen der Gemeinde geschasfcnc Band enger' und enger zu knüpfen. Bei dieser Anigabe hätte der Verstorbene mit jciiijcr Sachkenntnis und Er fahrung der Gemeinde noch unschätzbare Tienste leisten könin n. Tas Geschick bat es anders'gewollt, und so bleibt uns nur die .Hoffnung und die lleberzeugung, dast d'iejenignr, welche das Erbe M a r'ö e st in a n n s antrelen,mit uns »r der Entwicklung und dem Ausbau der.Mitteilungen und -es Gcmeindcblattes Weiterarbeiten und dadurch dauernd zu dem einen Ziele beitragen: der Blüte und der W o b l f a h r t u n s e r e r G e m e in d e und u n sie r e r G e s a m t h e i l. Das Daniel Wormser-Kaus.! . Bon Simon Kumpertz. Tas feit 1923 der Gemeinde gehörige - T a n i^ l Wor in f c r ZH a us ist, wie in nnseren Mitteilungen bereits kurz berichtet wurde, jüngst renoviert worden ^.und zum. Segen dcr< bedürftigen durchreisenden Glaubens- . genossen'jetzt wieder in vollem Umfange in Betrieb. Tas. Hiliswerk, welches im Taniel Wormser-Hause ausgxübt wird, ist auf dbe Initiative eines einzelnen. Manches^ des warmherzigen, tatkräftigen, frommen, im Jahre- 1900 verstorbenen Taniel Wormser, dessen Name das Haus verewigt, zurückzuführen. Ihm war in langen Jahren privater Fürsorge die große Not ttnd Hilssbedürstigkeit der vielen armen Glaubensgenossen offenbar geworden, welche aus den verschiedensten Gründen auf kürzere oder längere Zeit hierorts festgehalten wurden. Seinje richtunggebenden 'Anregungen und seine nie ermüdende, stets an vorderster Stelle sich bewährende Kraft kamen zu -segensreicher Entfaltung innerhalb des von ihm mitbsgründetcn Israelitischen Unterstützungsvereins für Lbdächlose. Tie Verwirklichung des großer^ Planes zu erleben, welchen er Ighre hindurch verfolgte,. die Errich!ung eines eigenen Heimes für jüdische Turchreisendc, war ihm aber nicht beschießen.' Ein solches Haus in günstiger Lage, nahe dem j Hauptbahnhof, konnte der Verein erst 1909 dank der Unterstützung zahlreicher Mitglieder Und Wohltäter erwerben und für seine Zwecke cinrichtcn. ‘ Auße? den Turchreisenden, die vorübergehend sin Worinser Haus Ausnahme sihden, werden in . ihm ausnahmsweise und in wechselnder Anzahl auch Aüswaiiderer und Rückwanderer ausgenominen, bereu Zahl in der Vor kriegszeit ziemlich erheblich war. Tic Insassen erhalten im Hause rituelle Verpflegung. Für die Ausnahme'stehen 31 Betten für Erwachsene und einige für Kinder zur Verfügung. : , In den Jahren vor dem Kriege war das Haus fast immer voll besetzt. Tas Inventar konnte von dem Verein, dem das Haus gehörte, stets'vermehrt und ergänzt und die Petriebseinrichtungen in bestem Zustande erhalten werden. Während des Krieges ging die Frequenz des Hauses zurück. Ter Betrieb und die Instandhaltung des Hauses hätten aber auch, sonst aus Mangel an Mitteln nicht jaus der alten Höhe gehalten werden können. Tie Verwaltung sah sich sogar, um daS Haus während des Ksieges .und der ersten Nachkriegsjahre durchhalten zn könnesi, zur Vermietung eines Stockwerkes an einen ge werblichen Betrieb genötigt. Mit dem Ansteigen der-'In slatio i wurde cs für den Verein dauernd schwieriger, die Beiri bsmitlcl den bei. 'steigender Geldentwertung gleich zeitig wachsenden Ansprüchen anzuvässen. . to sah sich der Verein gezwungen, mit dem Vorstände der Gemeinde eine Äereinbarnng zu treffen, ans Grund deren.das Taniel Wormser-Han» in das Eigentum der Gemeinde überging. Gleichzeitig begründete diese ihre Kommission' für-, die F r e m d c n p s l e g e, welche in erweitertem Umsänge die Ausgaben der .bi» Origen Fremdenpfleger, die ihr Amt! innerhalb der Kommission für das: Armenwesen versahen,, übernahm. Auch der Ausgabenkreis einiger anderen Bereine, welche für ortsftemde und durchwandernde Glaubensgenossen sorgte», wurde von der neuen Kommission übernommen. Ter Zu sammenhang zwischen der Tätigkeit'! dieser Vereine und der neuen Kommission wurde dadurch ^gewährleistet, daß' Vertreter der Vorstände der einzelnen Vereine in sic berufen wurden. ’ ' Ter Zustand des Hauses halte infolge des Mangels an Mitteln während des Krieges und in der Nachkricgs zeit naturgemäß sehr gelitten. Tie neu! gegründete Kam Mission betrachtete es als ihre selbstverständliche Pflicht, zugegebener Zeit die Versäumnisse einer ungünstigen Periode wieder gut zu machen, Vorhaben konnte ausgesührt werden, als im Lause des letzten Jahres das LiS dahin vermietete ' erste Stockwerk geräumt würde. Unter Leitung des Architekten S. Engel, der in stetem Einvernehmen mit dem Hausinspektor stand, wurde das Haus in den letzten Monaten, und zwar fast ausschließlich von ijüdischen Handwerkern, im Innern wieder instandgcsetzt. Tas Tach wurde. völlig erneüert, und an der Sttaßenfront erhielt das Hans einen' gefälligen neuen Farbanstrich. Mit Äusnahne des ersten Stockwerkes, in welchem der Verwaftcii .seine Amtswohnung hat, dieift das ganze Haus den Reisenden. Tas Erdgeschoß umfaßt den Ausncchmcranm, das Büro, den großen Speisesaal und die mit reichlichen technischen Hilfsmitteln ausgestattete Küche. In den drei über der Wohnung des Verwalters gelegenen Stockwerken befinden sich die Schlafräume der Gäste, und zwar sowohl größere Säle als auch einzelne Zimmer mit

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