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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-03-10 · 3 (10.3.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
3 (10.3.1926)
Date
1926-03-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nummer 2. Jahrgang der Deutsch - Israelit ischen Gemeinde zu Hamburg föniiit»HY!lr I«. Mürz I"2". ijnck, Verlag und Geschäftsstelle A'VE-Hos, ABE- 2 triiRf Das Gemeindeblatt erich/int am 10. eines.. jeden Monats und wird allen Mitgliedern .der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugeitellt. l)l c£ i' e i? jrernsprcd n a n er: Elbe 7!*lp 7i,tl 1,- Vulkan HiiS-J. Vera:uiv-nlich sür d^n redaktionellen Teil: SvndilusjTr.rlk.Al.N'athan, für den ,»nieraleiteil: <S' Loos. beide in Hamburg. Ül<;ci genprcis tili ’ p. Il gcjp. Sionp.-^ciic., Jakob Loewenberg. an '. -». Jakob.Loewc n b erg vollendete sein siebzigstes Lebensjahr. Ter Grus;, den toi: ehrten Manne,aus diesem Anlaß entbieten, gilt die Pslegc literarischer und künstlerischer Best besonders derjenigen unserer Heimatstadt Führer.' Er gilt dem Lehrer 'und Erzieher, n'cht leicht zu überschähendes Erzichungs und werk an einem großen Teil der weiblichen! Ing Gemeinde vollbracht hat, dem'Lehrer und dem alle seine ehemaligen Schülerinnirn und ni seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ft änderter Dankbarkeit und' Verehrung emporblicl Gruß gilt .aber vor alstrm dem/jüdischen Si dem Sänger der Lieder „aus jüdischer Seele", hasten Schilderer jüdischen Erlebens. - Loewenberg ist' der' Sänger der „Aus" jüdischer Seel e", die unter „Kämpfen und Bauen" im letzten Jahre in mehrter Auflage erschienen sind. Das ganze des Juden, vor allem des deutschen Juden, diesen Liedern wider. Er weiß sich eins Batcrländ und seiner .siuUur, den starken Wnr Kraft. Diesem Lande und diesem Volke zu sein Wunsch, es tun zu können, sein Stolz./ llii schmerzt es ihn, ^daßinan ihn zurückweist, leidet er unter den; Hohn, dem Spott und der ihm, den Inden,; begegnet/ In wildem Weh aus, da seinem Kinde der Haß entgegentritt, dg Kindes Seflc, die zarte, vertrauende, verletzt', sei Seele,- die ja nur wenige so kennen wie er,' in wenige fojju lesen verstehen wie er. i Ergriffen schlittert steht er an den Gräbern det jüdisch die für ihr Land in den Tod gegangen sind - Gedichte erkennen wir unschwer^den ttricgeirel unserer Gemeinde in Ohlsdorf — und Schmerz ergreifen ihn beim Anblick derer, -welche den Freiheit mit der Preisgabe des heiligen Erbes erkaufen zu müssen und — zu bürten glchl Auch der Fluch des Ewig Wandern Müssen Loewcnbergs Liedern wieder; sein „Ahasver 0. detst de rebn vcrdi chetchl r Billl» clib III Esziehqr ht :ls i eit. c,riflsi dem mr rlinn n it s an den „Sturm" in Morris Posen jclds L i)e der Hei hcrgcheßt Ghettos, und sein ZJüdenkirchhof in die Qual des erbarmungslos hin« und zu ergreifendem Ausdruck. Aberauch große Zeiten unserer Geschichte lichc Stunden "unseres jüdischen Seins indcn bfi berg ihre dichterische Verklärung. Wer ffönnte derung von „Judas Tod" lesen, um sig je wieder zu vcr- Pon zzsüak gessen? Wer die kleine dramatische Skizze Löwenthals Heldentod in den Freiheitskriegen? vor allem die Gedichte, welche er unter dem Hause" zusammengefcM hat? Sind sie doch e Zeugnis von Loewcnbergs Liebe zu seinem Halts März vcrn uni "gen, cnlen ein Mgs i ]ercr zu iijinder nv>;r- Unser eller, eister eni c d e r Titel vjiertci vernnenlebcn . ans mein ein seiner innen, ist so |tiefer unsäglich Lüge,' dis schreit er nau seines ies Kindes )cr ja nur und er n -Htlden, in einem renfriedhos nid Scham in die der Väter btcn. tönt in eritinert edern des bringt en Inden Weg und glück Loewcn chils ine Und wer Eitel „Zu beredtes e'uird zu in den Seiiien, deren verklärtd Züge dar 'dem Auge feinet _ Leser erstehen; wir. empfinden mit ihm den Segen seines Heimgegangenen Vaters, dessen Gebetbuch er an feinem/ Iahrzeitstage in Händen hält,, und wir empfangen mit ih n den. Sabbatbgrnß feiner j . ltein, unserer eigenen Mutter,' da -sie ibm linde die' Hände anss .Hapvt legt. U n d L o e w e n b c r i ft der in cistcrhafte S ch i l d e i e r j n h i s ch c n j E t leben <in zwdi' WM chern, "seinem Lebensrvma»' „An-/ zivln ^QneUcn". umk in seiner Saininlung kleinerer! Erzäblungep „Ter .gelbe Flr'ck" ossenbart er uns feine Kunst, zu erzählen. Tie verschiedeststen -jüdischen GistnÄen wechseln,. nämentlich in dem letzteren Werke, mite »ander ab: der juuge-Student,' der an seiner Liebe flur deutschen Geisteswclt irre ivird,.. da mau ihm seinen Anteil, und sein Neckst an ihr bestreitet, um diese Liebe dann doch w eder freudig ^zu'bejahen - die arme "Torsgeherin, die mit ihreit schwachen Kräften Mann und Kinder in Ehren ernährt und die unter dem Eindruck einer wah»witzigen Blulbeshüldigung dem BersolgungSwahn erliegt, nicht ohne ein nnschulduics Opför i.nir in den Tod zu ziehen -- der beschridene Tvrssthullchrcr, der. an seinem Iichiläumstage Pen „kisstlichien .Lohn" für feine „unendliche Mühe" erfüllet, um aiti -gleichen Tage über dem Glaubensverrat seines einzigen! Sohnes zusaininen-: zubrcchen, für den er ged rrl« und sich samt feinem Weibe geopfert hat. Tas Schönste vielleicht aber,'-was Loewen berg geschrieben bar, um, wir »iitlien schzenz das Lieblichste' ein wahres Kaf inetmück! -seiner Erzählnngs knnft ist seine „Geogrc vhieftundc". . Mancherlei Er innernngen. aus seiner wesiiälischcii Heimat und /igenesj Erleben sind in , dieser Erzähl,ing jzn köstlicher! Einheit verschmolzen, und in ihrcin Mittelpunkt steht eine lieblichei. jüdische Mädchen und Fra lengestalt, in der beim eiTken- Zusamin'entreffeii unt dein späteren, Gatten 'die selbst gewisse, aber auch opserbere te Liebe des Weibes erwacht.; das mit unfehlbarem Blicke das wahre Wesen des Galten j erkennt und ihm zum Sieg: verhilfti In erschütterndem, Gegensatz hierzu das einzige Trama der Saininlnng,! chelches ihr den Namen gei-eben half „Ter gelbe Fleck"/ Es ist die älteste Tichknn; der Saininlung,'.die aber von ihrer Aktualität nichts nngcbüßt hat, .trotz der nahe-, zu R) Jahre,'die feit ihrer EntstchiNig (lb9i>, verflossen sind. Es ist das Drama der Jüdin, die .Heimat und Elternhaus opferte, an der Seite de^ geliebten Mannes ihre Herkunst verleugnet, um qns ^dem 'Munde ' chres Sohnes, „des Erst'chargierti», des. Stolzes seiner Ver bindung", die kränkendsten Schmähungen über die „Jüdin,^ die keinen deutschen Mann glücklich machen kann", zn erfahren, uzid ihn dann, da er aus der Mutter Munde die Wahrheit vernimmt, dadurch zu verlieren, daß er. in. der Verzweiflung über das Unsinnige seines ganzen Seins, 'freiwillig ben^ Tod sucht. . . . r Das ist Jakob Loewenbbrg. Ihm entbieteil wir, da er die Schwelle des biblischen Al ers überschreitet, unfern Gruß.

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