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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-02-10 · 2 (10.2.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
2 (10.2.1926)
Date
1926-02-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Rümmer 2 zu weihen, Tv Pf . 5ur Richtschnur seines Daseins in erheben. >?aß die Predigt dabei ai ch belehrend sein mich, daß inhaltlich nnd^ ^fornml das Gtsetz der Logik i^ii beaä>ten ist, ist selbstverstäirdl ch. Denn einmal gibt es uicmalc reine'Gefiihlserlcbnissc, die frei non jeder logi'chou^ Bcimiichtlng wären, nnd! umgekehrt ist jede begriffliche Entwicklung irgendwie, gefiihlsbetoiit. ferner enthält-gerade die jüdische il g'»s ,'olk niffer Anae das. Vergängliche betrachten. So wird Weltan,chanilng w viel Loguchcs und.Bchvifffichis. das; ein ><- <n>~<x r:-._ Umgehen dieses Gebiete > .zur Unmöglichkeit riird.. Eine Predigt, die wisketi soll, mns; aber! im Zu.samh n! I ii t er - nicsts angel^j' menhang mit den Bedürfnissen esse» der G k-m c i lt b; cj stehet,.. Was hzich Gemeindeblat der Deutsch-Israelitisch« n Gemeinde. wird nimmer mei , Li bcn bcein sind!ilnn. aber die gaüA andere als dir ih Interessen der res Rabbiwas mir gleichgültig is^, , flussen können. Welches Gemeinde? Sicherlich of ners. Nicht' alle Mensch'ii sind Gottsucher, jnicfjt alle sind •(•nfilTt von den Idealen her RÄigion, nicht alle sind die ,.andächtigen Zuhörer", die in an vwliach vvraussetzt. Daher die häilsigen Klagen über PHdigten, d!b zu hcch und'.zu weltsreiiid sind. Daher!! ene Alnbcsriedigthcijt, d e entsteht, wenn der Geist der >Znh!ö er lÄcht geseffelt, ihre-Selbsttänakert nicht geweckt, kurz: w ui» He lhemiinhe Nicht interessiert, wird. Aber was interessiert deiin Eigentlich? In äs Interesse der einzelnen Meirichen nicht ganz verschisHen' .Gewiß, aber trotz aller Mannichc ltigkeit gibt es liiH'iib ich vieles, was gemeinsam ist. Daür n»r wenige Bi'isviile. Der' M e n s ch w i l l l e be n , >as elementare Gesiiibs. i er Selbst erhaltiing steht im Pordplgrnnd ''eines Interesses. Aber er weiß, nur zn gut, das; er sehr bald nicht mehr liben wird, das; hinter ihm dc>r n u er b i t t l! ch e jT o!> schreitet. Da kann nur die Predigt.den Menschen das HochgesüHildes U n st e rbk i chke i ts g lhii be S s geben, sie kai n an besondere, nniwälzendd.Eiiicv.unnng.m des Lebens niknüvien, irm sie.ans ihr'» EwigkestswerNzn prüfen, mit einem Wort:' der Maßstab, nit dem hie Predigt unser Leben niißt, wird ein anderer, weiterer,chöhe^rer scsii D e r M e n s di i ft n.o 11 “ ‘ xorae bedrücken ihi; Famiße Anforderungen; da kann Furcht: Kninmer, Not sind lien« nnd Berufsleben stellen Problematik d s Indent» n fliehen wollte! So ist ek mach D r o kt r nd Er- Leid der jüdische» -Gesamt-' eit persönlichen Kummeris so niemals den Kontakt mit! der innigen Verpiindeiihelt die Predigt ieinem Verlange Hebung entg gcnkommsw heit ^kann ihn die Gepingfüc zum Pewnßtse n bringen!, j Die moder le Predigt darf der Wirklichkeit verlierest. V des Metischen mit seinem! NächHn-wird den Hörer vor allem seine S t c l l u n g z n r U i» w e^l t interessieren. Wie dürfen wir das Urteil der anderen einffbäken? Ist der imßere Er folg für den Wert einer Sache oder eines-Menschen sich scheidend, oder gibt es vnlleicht noch einen anderen, objektiveren Maßstc b? F-ernep jene 'unendlich virlei, Viziehnngen ethischer oder sozialer Apt zwischen den Menschen die ganze i, die religiöse» Erscheinungen Leben der tsserenwart n. s. s. Dis Aufzäblitng dee Dbem erhebt keinerlei Aniprnck uff Vollständigkeit^ abtr eines klar ersichtlich sowie Reli ison realstes Lebm uu> Erlebnis bedeutet, so m iß-auch die Prediht der Wirklichkeit gerecht zu werden.versuchen.. Dielen 'Peafismn^ der Predigt hat man aber auch schon übertriebe». Der Dorfpfarrer Grach über Saat und Ernte, über B ebznchr und Acferbaiu'de - Geistlichein der Stadt predigte nbi r das Geschäft, über Kau und Verkauf usw. Ak ek die G^mcinden wollten ihnen dc für keiffen rechten Tank wissen. G:u iß, der Prediger sprach über das, was einen jeden angintz. was ihn erfüllte »ind leschästmte, aber das war doch kein^ Predigt! Das hörte man doch; dis ganze Woche lindurch, kam man in das Gotteshaus!, so ' erwartete eines, wieder, dssr Alltag, dem man doch gerade ent schwer, higr das Richtige im ata ist zit treffen.' lis^mo^rne Prc!di Seite ll. Daher!ni"ipfe di/ moderne Prcidigt zwar an den Alltag und seine Inter.esien an-, aber bleibe nicht bei ihm stehen« Auch der Alltag ist ein Teil der Ewigkeit, auch er hat in der Erschcininigen Flucht sein Bleibendes, .sein Ewiges. „Pro tempore, er aeterno" lautet ein aller Gziiiidstiki. in r d i e Zeit iprechp man, aber von d e r;W a r t e der E w i-f, f c-H modernen Verbundenheit stiiSdem Zeitalte'- zeigt linn eine nz. Wissem'chast. Kunst. e. ist 'o Gc'etip groß »nd viel des Rea'*sm»s, der nde das'. irri. Tici Mensch Unterscheiden lernen ^zwischen dem, was für den Augenblick Geltung und Wert -icsitzt, und dem, was iür alle Zeiten aeichaiien wurde. . . ' Als erw'^ und grniidlegen-de I- 'rdernng'der Predigt ergijib sich »ns ihre ständig. Leben und der Wirklichkeit. ltni|r ansgeiprochcin realistische Denhi Politik, wziiile Probleme nstv. halber den Sinn der Menschen für das Wirkliche, das Echte-nird Piahre miendllch ge'chärst. Die Hesivowriilanng geistiaer Weri fältici, haß die Predigt sich die'em dessen innere SSnlirhrt auch iinbcstritten ist, fügen muß. Da^ Inhallliche der Predigt ist jolMig'am'voii die'en Ge sichtspnnktei ans betrachtet wovb'n, aber auch inr die „F o r m"- der Wredigt gslt dasselbe. . Hier 'darf ^ie Pb'a'e nie über den Inhalt hiistvegtän'che i, wollen De'^, Wort muß niiweinerlich die S'nche entwiechen.-- Die Ge'mir Phraie ist fidr -den Predic^'r bewnhe-? g'-oßIda die Anio rillig an das aeistige Schw"-'» biswi llen derart groß ist. die innere Gestimmtheit nicht imm<r vorhanden sein ka Ist das religiöw Leben ein Teil inr'eres modern-kiiltnrellen Lebens! iö hgt es sich nach Form n!»i Inhalt ihm eiiiziiiüe en. nur so kann! es bcansvriichen, dem iNenschen der Gegenwart positive Inhalte zu geben. ' . Zn wirken und das Leben der Men'chen entscheidend zn l'eeinilnsscii.ies gibt wohl kaum ^ive Aipgabe, die ichivgrer zn erfülle»!wäre. .Allen kann üin» es gewiß nicht recht machen, auch ist der Erfolg der Q» istti^ät nicht immer der 'tiesgeh'endstej Das Gesetz der Drcgheit gilt-es zu..überwinden, die Gewohnheit gilt es'zn brechen. Nicht w''ehr daran' komijit es an, daß die'Ps/igt gefällt, daß 'V t er. schlungen Ivird,daß sie de» Gegenstand heftiger Disk'niiog»" bildet, sondern daraus, daß sie i" irgendeiner Form d Leben der Menschen b e e i» s l n ß t. .Es ist aiis ^rdciitsich schwer, Wirklingen z» messen. Im allgemci pflegen pinchische Verändernngei? sich im Unbewußte» . spielen. Eiiie länge Zeit verrinnt, ebe ein Umlchwniig her G.'slii.ilnng M vollzieht. Der Lärm w Großstadt, "ir.ähi-.ge andere Veeili>'s»ss""ge" aeist'ger^? r't, lalle» die religiöse Wirkung der Predigt oft kann, erfei neii. Große Acnderiingeü iind-Nencrniige" sind stets verdächtig. Ganz lang ui m it ii b. allN' ählich wird die Pre-ggt daher gewisse;^orbedingnngc" schaffe", die sich nach anger Zeit^ eiiiinas a cs, wirken werden. Der gute Pädagoge zeichnet 'ich -durch eine sang" Gedlild ans. So >'a-f auch brante P"ediaer.. ddr zn as .erlen abizn 'sang" -- - . ... .. den Herze» der Men'chen sprechest null, nicht z'i^'chnelle^.r wartnnge" an die »Wirk'ämke'.t 'eliu r Worte knnp'.'". - >r Ziel der Pr.edigt'dan aber t-r otzdem nur darin bestehest, Willen'"'» d H a st d e l n d e'r G e m e i n d e z >' .b e e i n t l ui e". M o e t h e tat pei| Aiis'prnchi „Ein gu les Drama wirkt zuerst ans den Verstand, in der Milte ans >a-.- Gefühl, znm Schl»ß-a»s den Willest." Und beim Prophet» Jesaja lesen wir: ..Denn wie de« Rchen nnd^der Schnee vw» Himmel herniedersährt und dahin nicht znrnckkchrt, ohne die Erhe -getränkt, befruchtet und Uninsähig gemacht und ipn Säemann Aussaat und dem Henichew Brot gegeben zu haben, also wird das Wort H'iir das ans meinem Muhde ''geht. Es wird nicht leer zurücjkchrc". ohne vollbracht zu haben, was mir gefällt, und ansgerichtet, wozu ich es gesandt habe."! : o

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