Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 8 (10.12.1925)
- Date
- 1925-12-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4891256-5444690-5444781--0068-4891298- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nummer 8 ebenso die Worte, die für die messianische Zl it endgültig Be-" deutung haben werden "pE1 ‘n “u2';1 So weist dieses kindliche Spiel auf eine. späte Zeit, Lek wir entgegenharren, an die wir besonders denken, wenn die frohen Stunden guter/ Erinnerungen festlich von uns be^ gangen werden. (Pgl.'Bne Jistochor 26.) j -i Von meiner Paläslin^reise. Von Dr. Bruno Tannenwald. Gemeindeblatt der Deutsch-JSraelitischen Gemeinde. Seite 5 ha-neß dort; taufende von Iidcn und Moslemin wärest zusammengekommen, um an dun Grabe,, über welchem eine (Fortsetzung) li in in odie r Tie bfshcr er legenden Sco herrlichen Aus Stadt Jerusalem V o in geschichtlichen I e r u s a l e m n e n : ein Besuch in der ll nivcrsitä t. richteteii Gebäude, das chemische uyd das dhysikalifche In stitut mit den modernsten wissenschaftlichen' Einrichtungcr ausgerüstet, auf dem hoch über der Stadl p u s - B e r g e (töar Hazofim), bieten einen blick. Gen Westen sicht man die ganze mit dem T e m p e l p l a tz, gctt Sstcn das I d r d a n t a l und den nördlichen Teil.des tief zwischen den.Äergen »ersunke neu, etwa 25 Kilometer entfernten und über 1200 Meter tiefer liegenden Toten Meeres, zum Greifen nahe. Um Jerusalem herum sind eine ganze Au zähl n v deiner W o h u v i e r t e l erbaut^ worden mrt festen guten Häusern, MischkeNoth .Schaananim, Meah! Schearim, die Bucharenkolonie R'echowoth, Talpioth, Beth Hakeriin und R'echawiah, Vorstädte, in denen die in den letzten Jahren nach Jerusalem gezogenen Europäer und * amerik rniicher Juden sich augesiedclt haben. . Diese Viertel staben-im Gegen satz zur Stadt breite'Straße», Gärten sowile Waste verlor gung und andere Beguemlichkcitcn in den! Hänseri. Ssilasten vergesien, daß Jerusalem eigentlich eiste übcrwiegeujt arabische Stadt ist. - s > Bon Jerusalem ging es durch das sterrliche M a I ij weiter. Liberia», eine jüdische Stadt des alten Jichnni; von 7000 Einwohnern sind etwa 15C0 Juden. Hier nachcn die Indens fast, nur Sefardim, einen gaüz onentnlischeN Eindruck. Tic Stadt sst alt, eng und schmutzig; mrn hat sowohl nach den Häusern als auch nach de» Mensch'» der Eindruck, sich in einer ganz arabischen Stadt ,(it bei inden nur hin und wicHer sifht man schöne Frauen mit reinen spaniolischen Tnpus. Eine Station des Ruthenbergscher Elektrizitätswerks wird! die Stadt mit Licht und Kraft ver sorgen; und die oberhalb der Stadt im, Ban befindlicher neuen Viertel werden, auch Tiberias zu einer jüdischen Stabs machen. Berühmt sin!» die heißen Quellen am Tiberias WieS» allcr! folltd kamen lee, welche heilkräftiger als die von'Karlsbad und baden sein sollen. Die Einrichtungen des Bades lasten dings viel zu wünschen übrig. Als wir dort waren gerade die erste Getreideernte im Lande beginnen; es ständig große Karawanen von Arabern aus ältest Gege»s den des Landes zw den Quellen, um vor der Ernte ein Tauchbad zu nehmen; denn ein frommer Moslem weiht sich erst zur'Ernte durch ein Bad in den heiligen Quellen von Tiberias. Der Sc,c Kiuerc t h, welcher in seiner Gestalt eine ' deist nnge. Kinor (Harfe) gleicht, liegt über 200 Meter unter Spiegel des. Mittelmeercsund ist rings von Bergen schlosten. In der Gegend von. Tiberias liegen-viele k eilige Gräber. Auf dem Friedhof der Stadt ruhen derRam b a m und Rabbi I o ch a n a n b e n S a k k a i, nördlich der Stadf Rabbi Akiba und südlich in der Nähe der Badet äuset Rabbi Meirbaalha-neß. Zu diesen Gräbern pi lgerst viele Juden, um an ihnen zu beten und die Fürsprache de» heiligen Väter beim himmlischen Vater zu erbitten. Wir waren gerade an dem Jahrzeitstage des Rabbi Meir baal stnagoge und ein Lehrhaus crbaut sind, zu betem Die Jahr zelten dieser Weisen werden-nach chassidischer Sitte nicht in .Tcauer, sondern di rch ei» Volksfest mit Spiel und Tanz begangen; und nicht Nur Judcn aus Palästina,- sondern weither von Persien und Mesopotamien kommen mit ih-en ganzcn Familien zu diesen Festen; auch die Araber der Umgegend beteiligen sich. >als wenn'es ihre Großen gew'sen wäre,,.Am Lag b'omer nahmen wir an der Feier dec Jahrzeit des Rabbi Simeon bar Jochai in Meron teil. Zu dieser Feier pilgcrte eine große Prozessionivon Safed nach Meron, voran,der C.hacham der Sefatdim m t einem in einer silberncst Umhüllung ruhenden Sefcr Tl»ora.' Mehrere tausend Juden folgten, mit MufikJund G sang, händeklatschend, in einzelnen Gruppen tanzend stnd ju»eliid, dem Tefer-Thora aus dem mehrere Stunden weiten Wege bis zur Stznagoge des l ar Jochai in Meron. In der Synagoge ist das Grab des Viabbi Simeon. Jeder weihte dem Lehrer eine Kerze, so daß der ganze Raum von unzähligen Lichtern .erhellt war. Tie Schul war zu einem Lager geworden, da die. Tc.il> chmer an dem 2 bis 3 Tage dauernden Feste sich mit Sack und Pack in ihr einguartiert hatten» Frauen und Kinder sclstiefe» trotz des Lärms aus dem Fußboden auf Matten. Die Familie» hatten zum'Teilihre Betten-mitgebr acht, überall standen kleine Petroleumkocher, auf denen sich die vost weither gekommenen Pilger ihre Mahlzeiteif korl)tcn. Wir wunderten uns über die vielen kleinen Kinder, die man mitgebracht hatte, bis man uns dafür eine Erklärung gab. ED besteht nämlich der Brauch, den Knaben bis zum dritten Jahre die -Haare wachsen z» lassen, um sie ihnen chann in Meron am Lag b'omer bei der Feier des Rabbi Simeon unter Tanz und Zeremonien 'schneiden, zu lasten, svobei die Schläfenlockcn lPeothtz stehe» gelasten werde». Die ganze Pacht brannten Freudenfcuer; es.wurde gesungen, und getaiOt; besonders reizvoll war es sehen, in welcher Epimütigkeil die Chassidim in ihre» Kaftanen und Strciincln mit denst'o-verschrieenen kommun i st i s ch e n E h a l n z i m inj ihrer Arbeiterkleidung zusammen tgnzten und feierten. Bon Tiberias durch das E m e k Iisr' el nach Haifa. Wie ein Toppich breitest sich eine überaus fruchtbare Ebene vor.einem ans, die in den letzten Jahren fast ganz von jüdstchen tssivell chaften, insbesondere vom Nationalfönd erworben wurde. Ansiedlung reiht sich an Ansiedlung. Das Tal war früher e n . sumpfiger Malariaherd. Durch die mühevolle Arbeit der Ehaluzim sind die-Sümpfe ausgetrocknet und die Gegciü fieberfrei gemacht worden, so daß jetzt das ga^nze Geländes den Eindruck eines Gartens macht. Man kann die'Ehalnzinj, Männer und Frgncn, nicht genug bewundern, wie sie tagaus» tagein, in Fiebergefahr, unter den größten Entbehrnstgen, in Staub nnd Hitze, ihre Pionier arbeit leisten.- Wir besuchten eingehend die >5t' w u z a h E n E h a r o d, die am Fuße, des Gtlboagebirges^neben der aus der Gidco» Geschichte bekannten Quelle En Eharod liegt. Bor -der Endstehung der Kolonie war die chasterreickie Quelle der U»- spruiig großer Sünibfc, da sie keinen Abfluß hatte; -jetzt ist sie in ein Bett geleitet und bewässert die ganze Gegend. Tie K ' w n z a h zählt übdr 300 Einwohner, die, auf Grund einer' kommunistischen Angleichung de^ Lcbensbedingungen alle, ihre Mitglieder mit ihren eigenen! Erzeugnistcn zu versorg^ bestrebt sind. In der K'wuzah befindet sich ein Krankenhaus für die, Kolonien des oberen Emek. Sehenswert ^ind die Schule und die Kinderhäuser, in denen alle Kiicher wohnen, gemeinsam erzogen und verpflegt j werden. Ein aus Sumpfland neu auferstandenes Paradies ist'