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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1925-12-10 · 8 (10.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
1 (1925)
Issue
8 (10.12.1925)
Date
1925-12-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Geile 2 □jisrrb c; nry: üp;r;p sondern bann, ba&i ' Ötytt bas Celrounber wirkte, bas Wunder, zu. besten Er-> - intterung und zu besten Feier die Weisen bas achttägige Fest des Liedes und der Lobgesänge beftiürmten.. ■ Was ist also, so'fragen wir weiter, der Sinn ber: C ).anukka,-Hymne? Weichen Gedanken will der! Dichter in.ihp zum Ausdruck bringen? Keinen andern, als! den Gcdankeü des Propheten in deriHaftara des Chanukka-j Slbba.ths':-pv^ Pli^ N^i p’Pl2 NP Nicht auf d e rohe Kraft und nicht auf die nackte Gewalt kommt-esimLebender V ö l k e,r a n, s o u d n a u f d > n G e ist G o tt es. Das beweist — so fugt der T chter umertr Hymne hinzu, und das ist der in ihr liegende gemnkliche Fortschritt — Israels Geschichte. Israels G schichte ist^die Manifestation des Geistes Gottes in der Menschheit. ^Das lehrt uns die Vergangenheit, dzts ist unsere Hoffnung und unsere Verheißung für die Zuk unft. > Und diei'ech Gedanken ist, wie'wir jetzt erkennen, auch der erste Vers usts-ercs Liedcs geweiht. . In dieser fernen Zukunft wird Israel mit P'almliedern die Weihe des Altars vollziehen, des dem Gotte geweiht ist, besten Geist in ber Ge- Gemeindeblatt der Deutsch-JSraelitischen Gemeinde. Nummer 8 schichte der Me-ckchlieit waltet; i- .HP-- ppp-r^P np;PPI in einer Zukun't, die herbeizusühren — wiederum nach des Dichters Wortesr — Gottes Aufgabe, Gvttes Sache ist. Über eine Chanukka-Speise . und ein Chanukka-Spiel. Bon Rabbiner Tr. A. Posner> Kiel.. : Im Jahrlfuch für jüdische Geschichte und Literatur (1910) has Abraham - Bcrliner eine Skizze „Tie jüdische. Svei'etafel-" veröffentlicht, die zeigt, daß die jüdische Küche füg alle jndi'chen Gedenktage ihre besonderen Bräuche hat. . „Am Chanukkafeste", heißt es dort (S. 208s, „sollte Häfe geg.'sten. werden, um daran zu erinnern, daß Judith 'den Holofernes damit gespeist Eine Quelle gibt Berlinev nicht an. j Er hätte sich auch nur auf R. Moics Jsterlcs (1320—1372jin Krakaus berufen können, der (Anmerkung z. Sr. Eh. 070,2s schreibt: manche; sagen, man solle am Chanukka Kaie esten, wegen des Wunders, das geschah, ais Judith dem Feinde Milch gegeben hqtte. Von hier ist diese Begründung glich in die neueren kurtzgefaßten jüdischen Gesetztsbücher übergegangen, und*mit ihr auch gern die Sitte in ^Verbindung gebracht worden, daß gerade die Frauen am! Chanukka oder zumindest während des Brennens der Chanukka-Kerzen nicht arbeiten. in Wahrheit hier zeitlich und auch namentlich zu trennende Ereignisse zummmengeworfen werden, sollen die fölgenden Zeilen zeigen. .- In dem Riluaiwerk Kolbo (11b Jahrh.s. heißt es in Anknüpfung an-^abb. 22a: die Frauen sind 'ebenfalls verpflichtet, die Chanukka-Kerzen anPlzünden, denn auch sie haben Teil an diesem Wunder. Tas"will zunächst sagen: die Feinde wollten auch die Frauen nicht schonen; also müsten sie auch den Tank für die wunderbare Errettung bekunden. Andere aber erklären, das Wunder sei gerove dürch eine Frau zustandegekommen. Teny Jochanan, der Hohepriester, hatte eine Tochter, die sehr schön von Gestalt war.; Ter feindliche König befahl, daß sie bei ihm ruhe. Doch tie gab ihm ein Gericht von Käse, damit es ihn dürste, er viel/trinke, sich berausche und in Schlaf verfalle. So geschah « auch. Da nahm sie sein-. Schwert, schnitt ihm das Haupt ab und brachte es nach Jerusalem. Tg floh sein Heer, als es sah, daß sein Führer tot war.. Deshalb ist es Sitte, am Weihefeste ein Gericht von Käse zu esten. Aehnlich lautet der Bericht des Nistim ben R'uben zu der angeführten Talmudstelle. Der Name des Feindes wird nicht genannt; wie diese Tochter, die in einer Vorbemerkung Judith heißt, in das feindliche Lager kommt, verschweigt diese Quelle. Die-Wirkung i>es Käsegerichtcs erinnert schließlich an die Tat der Jael, des Keni'tcrweibcs, die den Sisera -durch ein Milchgetränk berauscht und dann tötet. j Noch weniger bietet der ausführliche Bericht über die Tat der Frau, den wir in einem Midrasch zu Chanukka (Jellinek, Beth Hgmidrasch I, 133 ff.) finden. Tort erfahren wir: Ter König der Griechen zieht gegen Jerusalem^ die Juden geraten in große Furcht. Ta war in der. Stadt eine Witwe namens Judith, sie nahm ihre Magd, ging zu den Toren der Stadt und'sprach: lastet mich hinaus, vielleicht wird der Ewige durch mich ein Wunder tun. Sie wird hinausgelasten, begegnet sogleich den feindlichen Belagerern und wird von ihnen nach ihrem Wunsche vor den König geführt, dcän sie uwer Berufung auf die Propheten voraussagt, daß ,cr mqrg-en,bie Stadt in seiner .Hand haben werde. Dieser glaubt ihren Worten, ist sehr froh und begehrt Judith zum Wc ibe. Sie willigt ein, der König" läßt ein großes Mahl bereiten, er und seine Freunde, b'e auschen sich sehr. .Des?lb!nds, da der König bei ihrzruhm wollte, nahm sie Hein Schwert, schnitt ihm das Hausit ab und breitete über die Leihe ein.Tuch, indes sie mit oen Haupte zurückeilte und ries:- öffnet, schon ist das Wunder durch mich geschehen. Sie zeic t das Haupt, die Tore öffmn sich und unter Jubel wird Judith empfangen. Die Griechen aber fliehen und. werden vor den verfolgenden Jsraeliteü geschlagen. Hier wird gesagt, weshalb Judith sich in das feindliche Lacer begibt, aber dgs'.Käsc^ericht und der Name des Königs werden nicht erwähnt.? Einen Anlaß für die Annahme, daß dieses Ereignis in die Zeit der syrischen Verfolgung fällt, haben,wir nicht. Die Analogie zu der in -dem apifkrydhen Judithbuche über licfjrten Geschichte liegt gerade in der zweiten Quelle sehr offest. Ihr verdanken wir den Brauch, am Chanukkaseste eines Käsespeise zu esten. j Chanukka war schon nachweisbar in sehr früher Zeit das Fest, der Freude und frohen Freiheiten. Verkleidungen und Belüftigungen aller Art waren sin ihm üblich. Die Rabbiner in Deutschland versammelten an ihm bereits im Mittelalter ihre! Jünger in ihrem Hause Und boten ihnen angenehme! Untorhaltung durch Reime, Rätsel und Scherzfragen^ für die ' es den festen Ausdruck gab,. ein Wort, besten Deutung nicht ganz feststeht. In neuerer Zeit ist für Kinder, aber auch für Große ein beliebtes Spiel das sogenannte Trenderl, das wohl ursprünglich nichts anderes bedeutet, denn ein Trehderl, d. h. etwcch Drehbares, denn es ist.ja ein Kreisel mit einem Würfel, das auf seinen vier Seiten die Buchstaben synjjj trägt! Diese Buchstaben werden oft' als UV PP PI blj DZ „ein großes Wunder geschah dort" gedeutet und geben damit zugleich die Spielregel und die Gewinnorm; » . Es gibt abcr'Gelehrte, die diese. BuchstabeiP anders auffastzns und ihnen demgemäß einen anderen tiefen Sinn geben! Eine andere Reihenfolge. der Buchstaben ergibt nämlich das Wort Pl^T.3, das in Gen. 46,28 steht, in dem Wochepabschnitt S?;pv ber leicht in die Chanukka-Woche fallen kann. Dort heißt es: Jakob schickte, seinen Sohn Jehudvh voraus zu Joseph, damit er ihm.und seinen Kindern den Weg nach G.osen zeige. Unter Jehudoh seHr messiaUstche König zu verstehen, denn das Wort n:2U gebe im Zahlenwerte 358, ebenso das'Wort ppffO (Messias), und .

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