Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 6 (10.10.1925)
- Date
- 1925-10-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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t Nummer < Gemeindehlatt dep Deutsch-Israelitischen Gemeinde.' Seite 3 G 'nndslücks- S«da».n trat von der Zeitschrift angegriffene Mitglied bck' kommissio» ,durchaus korrekt gehandelt habe, das Kollegingt in die Besprechung einer Tcnkschrifl ein,- welche der Vorsitzende des jüdischen Bezirkes des städtischen Jugendittnt:s, .fxrr Iac'ob Flör s h e i in, m miens - der Mitglieder dieses Bezirkes dem Vorstände der Gemeinde unterbreitet hat. 'Aus dem.Inhalt dieser Teiiktctst'isl iei knrz das folgende wiedergegeben. Die Jürsorge für. die gesamte hilfs- und chntzbedürftige Jugend Hamburg-: obliegt' gemäs; dem Reichsjugendwohlfahrt'sgesetz dem Jiigendamte der Stadt Haniburg. Tie. jiddischen ^Pfleglinge des städtischen Ingendamt's sind in"dein ÜO, <-sogenan»len j idisck e») Bezirk, des Jugenliamtes vereinigt, dessen Mitglied, r niiitlich dein! Judentum tiigehören und!dessen Borsitzendei Herr Jacob Flörsheim ist. Tiefe Anordnung ist nichi etwa eine cin=| seitige Massnahme desstädtischen Jugendamt, s,ssondern ein« in langjähriger Praris bewährte Einrichtung, die! vor allem dazu angetl ii ist, die Durchführung der gesetzlichen! Borschrift zu gewähr! -isten, nach welcher jedes'st ind, des dem Jugend amt unterst cht, in d'er Religion erzogen werde» sol, in der.es geboren ward, und «ach welcher es ferner einen Borinnnd bzw. Pfleg-r seines Bekenntnisses.erhalten. soll. Die Vorschriften un crks ili'eligsonsgesetzes und die Gbetze des.^ieichesnnd des S aatxs stimmen hier also in jeder nur wi'inschenswerten Weise znsaniincn. Sv empfinden es-al o anch die Mitglieder de-, jüdischen .Jngendamtbezirkes - als ihre vor - n e h m st c A n f g a b (, „d ie. der ö s s.e n tlichcn Erziehung bedürftig e n K i ii d e r i m ('> f i ft c d e r jüdischen R e l i g i o n erziehe n z n lg s i e ir" und ihnen wachsamen Auges zum mindesten eineir kleinen Ersah für die ihnen fehlende wärme. Liebe.des lflteri hanies zu, schaffen. Der Erfiillniiq dieser vom Religions und vom Staatsgese; klar vorgezHichneten', vom ei;zeii'n H'rzen auch als solche impfnndenen Ausgaben stellt aber die harte Wirklichkeit schi r nnüberwinLliche Schwierigkeiten entgfgen. Die beiden jnd scheu Waiienläusez Hanibnrgs reimen bei weitem nicht ans, )ic hilfsbedürftigen Kinder änszkinchinen^ ganz abgesehen da »on, das; sie nur schulpflichtiges i ndi^r betreuen, »ist hin für di' izoch nicht schulpflichtigen gar nicht in Betracht kommen. Es bleibt gar nichts anderes übrig/ als dkese entweder in einer entsprechenden städtischen Anstalt oder in privater Pfleze nnterznbriisgen. Und da es jüdische Piflegestell! >i .so gut wie gar nicht gibtj ist also zu konstatiere», das; fast d ' gesamte jüdische Jugend H a in b n rgs! sowe. sie v e r n> a i st o d e r « n-e h e l i ch e r H e i k u n t i i n, i de.» erben sechs-Lebensjahren ii'i nicht jn d scher U m g e b ii ipg nuswächst, di h-. gerade i» d Jahren, welche für die seepische En tw i ek ln n g d-e sn n g e n/M c n s ch e n die b e de» t n n g s v v l l st e n f i n imdinwelchen sie nainentlich in religi z i e h u n g d i e e n t s ch e.i.d e u-d st cii Eindr ü ck Leben c m p fange n. Mit Recht sagt die-Teich die Folge solcher Unterbringung in nichtjüdischer g ü n st i g ste n .I a l l e G l ei ch g ü l t i g k e r t g Judentum, Uninteressiertheit am Jüdischen 'Viel häufiger aber sei, das; die Pflegekinder völlig verloren gehen. Tenn, denk Jndentun bettsgenossen fremd, wachsen sie in einer völli; anders gearteten Umgebung auf und Dermaßen, m die Pfl, gesamilien hinein, daß sie nur in ihnen sich heimisch fühl n. und anch iitts in ihnen sich heimisch fühlen können. -vTeNii -das erkennt die. Denkschrift wahrheitsgemäß an, das; in deii'weitans meisten Jälleu die nichtjüdischen Pflegeclter» ihre ranze Liebe und Aufmerksamkeit ihren Schützlingen widmen,l sodaz diese bei ihnen einen vollen Ersatz für das verloren! gega igene oder nie besessene Elternhaus finden und ein Verhältnis zwischen deul und e t n u d ')?e r B c -! fü r i hlr cfKift/ das; pflege iilt gen dass rin könmf. Iudentnni den Glaikdenlnngsvolten Punkte nehen drc Mitgljeder der Sachlage nicht untätig ivelche Maßregeln- Di rekl o re n des srä Herren Tr. Herl/ i h r e-r P f l e-g l i n ge e Pflegeelterniund Pflegling entsteht, das in der Adoption zuletzt feineiji -Abichlns; findet,, ein Ergeb.n is, das gleichgültig, nÄchc Bt'deütnng dieses für das betreffende-.stins hat - r ü n r-'i n e G r fn e i n d e von der B e.d e n t n >r g H a m b n r g s äußer stj n re verdrückend i n, ist cs doch ein Beweis, das; die jüdische Gesamtheit hiei an einem .benweilen uerfa.cch Selbstverständlich i jüdischen Ingendamt-s'bezirks dieser zegenüber: die Tenkschrifl legt dar, sic unter ^nsti'mm nng )cr S tischen Jugendamtes., )e.r n n d H e l l ni a n n . znin; N n i l e n r.griffe» haben, um diese von der Geburt 0«" dauernd ijm Auge behalten zu können. Tarch -diese ist zwar erreicht, dais; jedes jüoische stind'— sofern ieine ,'sugehörigkeit'zum Jndeptum bekannt wird'— bei seiner (Geburt sofort dem Bezirk gemeldet wird, das; dieser alljäh rliiii , Bericht über -das Ergehe r der st lesnkinöer'erhält. dcks; sie &«n Bezirk vom dritten Lebensjahre än nnlerstehett und -das; die Bestellung vom' Bormiindern ifnd Pflegern gürjüdische Kinder nurdurch Vennitllisiigi des' Bezirkes erfolgt' gleick)wohl sieht die Tettk chriil in all idiesen Mmzilahnien.keine endliche und befriedigende-Regelnrig.- Tiefe sieht sie vielmehr um' in der Erri ch tu'» g. ein es ei gen eif st-i n'de rh e m s für das Hambni gische Stndlzzebii't-. N n r s osieht ne die M.ö g l i ch k e i t gegeben, eine P f f i ch r g e g e'n d i^' j ü d i s ch e I n g c n d und g e g e n die j ü d f sch e G e s a di t h e i l .-/n e r f ü l l e n. l . Tie Ten-kichrisl bel)a;idelt sodann des weile-rett eine zweite l^rnppe von Schützlingen des Bezirkes, die in ihrer - Erziehung'und ist ihrer g.'simden Entwicklnng durch mißliche häusliche B.e-rhällnisse )der durch ihre natürliche, vielfach vererbte'Anlage gefährl eie« Jugendliche». Auch'für dies" -iinglücklichen Kinder uiiserer' Gfmein'chast hält die 'ä enk - schritt die Errichtung einer besonderl!» Anstalt für geb neu. Und in der richtigen Erlciintnis, daf; dieic 'i'lnfgabe. nichtlnnr die Leinnngssähigkeit einer rinzübnen lKemeinde, anch 'iner Großgemeinde, überschriiket, sondern.-anch eine Pflichl der j ü d i s ch e n G e s a m l >,e i l ist,. fordert ne von dem l-dr-- slaade der (Gemeinde, des; er mit ii'eincr Autorität sich bc deh in Petracht konimeildeil zeurralefi Lrganisationtn des )eiuich.iu Indentnnis für d e baldiize Errichtung eines jüdischen Psy,chvpathen- und'. Gefi hrdetenhfümes einsetze. . Ter Vorstand der i ieineinde hat die Ten^chrifl in mehreren Sitzungen znm (Gegenstand ttinßte sich aber zu seinem Bcdain der Gemeinde lastende i umfaiigreichen. sozio versagen, im gegenwärtigen Ze leiner Erörlelknng gemacht, rn angesichts fn bereits aus en Aufgaben ipunkte finaijzjLlle Anträge an das stolleipnm zu liichten. Anderseits glaubte der Vor stand es nicht verantiv arten,', zu' können, die Tenkichrift i» -ihrem vollen Umfange nicht oem Kolleginni zugänglich zu machen, wie er sie denn auch der Z o n t r a l w o h l s a h r-t s - ft c 11 c der dciitshe n I u d >e n unterbreitete,' bei >ö?kcher sie außerordentliche Beachtung gesundev hat. Auch d»s Reprän »lauten-Kollegium erkannte in idiner Besprechnng die Bedentniig der in Rede stehenden J-ragen vollauf an. Rach dcm-4orsitzcnden, der dR überaus verdienst lickn'fTäiigkeit des Herrn I l ö r s h e fm und ebenso die v v n dD^jl'K c m e i n d e in ihr ein Jugendamt ah der jüdi scheu.Jugend' Hambnrcs geleistete Arbeit würdigte, besprach Herr T r. 2 p i tz e r bii finänzikfle Seite des Problenis. Er bedauerte die schlechte Jinanzlag^ der Gemeinde uttd forderte, daß gegenüber der geb eterischenl Forderung der Denkschrift, die keinen Ansschnb dn-l X', mindijr wichtige Äusgaben der Ge uieinde znrncktreten soliten: znmindest Müßte in Zukuiift in den Vorauschla^-eines eden Jahres ein genügend großer Be-