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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1925-10-10 · 6 (10.10.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
1 (1925)
Issue
6 (10.10.1925)
Date
1925-10-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Moriz Kenle. Boß Sberkantor Leon Kornitzer. Leben Hamburg in sachlicher Bede teit niunergüllig, Ni.it Moriz He ule schwand ein Mann ans dem jüdischen der, in seinem Bxrnsskreise richtunggebend," nnnq tiefgreifend und in seiner Amtstäligallen nnvergeßljch bleiben wird, die ibin persönlich oder.be n/lich nahe"kamen-. Ter Werdegaig Heule? in nicht der nspnche des jüdischen Kantors. Nicht biumal der des heutigen jungen deutschen Turchschiiilt?kä»tor?,'dem in hinein jüdischen Lehrerseminar kantorale.Keliutuissc vermittelt-werden — sollten. Heule kam von der anderen, der musikalischen Seite, her-zum-Kautorat. der allen ichwäbier Bernismnsiker Mllltgai-ler.Hiusiki Allein..die wirt- Als Sohn einer, kinderreichen Tai nle in ichen K'hillah Laiipheim geboren, wollte worden und nudierte zwei Jahre lang am ' kojlservcktorimn Geigeuipiek und 2 heorie ichctftlichei! Berhältnisie der Elter»!genatteieu die TvNietznug dieser Studien nicht, rvi' junge,Heule niußle nmiattelN', ei lenkte in eine Lanibahn ein/die die Mm'ik.wenigstens als- - Nfbeiuveg inil iich führt, et wn'rdee.Ldhrer„, Und als sich nun zum Glücke nach der Nimtatimi eine schöne Barytonstijnme emskellie. da ergab sich die jüdi'ch-e Snilkheie aus Lehrer und Musiker: der Ka.isor. - Als llljähriger wird er in heiiie Baternadt Lanpheim als Käntor und Leine; bernie», eilige.Jahre später vertauscht er difse Stellung mit der gleich.ch in Illm, ym nach llljähriger „praktischer Tätigkeit, die ihn den Weg für' seinen neuen. Wirkungskreis am Hamburger Tempel wtes"^ das Ziel seine? Leben?'.zu erreichen. lS7i> trat Heule da? Agit de? erneu -Borbeters am Tempel an, da? er bi? 1013 inneltatte, als er ivcgen schwerer CZkranknng iik den -Anhestaich trat. Mt welchem Grund-! priin.zip er an 'eine -Ausgabe tzing spricht er in den schönen ' Aborten an?: Tckst! die Gotresve: el rmig kann nur da? Bene ' und Schönne gut genug 'ein." Tieirm Prinzip hielt er 1 Ttene'vi? an?.En^e 'einer Anjisrä nskeit und darüber' hii.ian? bis an? Ende 'eine? Leben?.- Aber die »innkalischen Berhältnisse de? Temvelaotle?dieii'ke-is, die Heule bei seinem. Aml?- aittritte vörwnd.^Her'vracheu geradezu seinem Ideale." Sein Borgänger,'Dr. Pira, dessen lckwn Baßninnne ihm die Bezelchnnng „der 'üdi'che Sorastro" eintrng i'v erzählte in-ir Tr. Leimdvrs. " '. A.», dessen lsonr iglinisch-e, 'christnelleri'che und. politische Tär'-gkeit. (er wch.n. r. auch Mitglied der Bnr« . gerschanl-ihn jedoch znm größerer Teil okkupierten, scheint überdies - wweii an? deisn vorhandciieii Mgterial zu schließen iit als Musiker «nr diti besierer Dilettant ge-' wk'en zu 'ein. Tie miinkal'-'che Tormi de? Gottesdienste? war . d-einent'prechmd recht nnkünstlerülch, - die Ehorverhältnisse' wären deiolat. Heule? erne? Streben aajk der dnrchgreis-endeu Umgestaltung de? Eliv'-e?. Mit Hilfe eine? kleinen Komitee? mündete er innerhalb e'ne? h-.lbzm elahre? einen freiwilligen Ehor, an? '2% Damen und TH-errejii der erst-'" Gesellschaftskreise bestehend, »ud wate ihn, znmlernenwal schon im März 18K0! dem Gottesdienste al?-wertvollen Taktor ein' ^_- - Damit batte Heitl" 'ei't'er eiglnen bernilichen Tätigkeit .-und. gleichv'itig deni Tempel ien/iPlatno^m.aeschasren, di'e -'Snkomon Snlr'r-'choii ein halb"?' Jalnbund-rt vorherder * Wiener J.ndenheir und in d-r Tolne der jüdischen Welt me--. . schenkt hat. Der Gottesdienn konijte nun, wohl in der bi?- ' hcpiaen, nark von 'evhardi'chen! Elementen durchsetzten Nunsmer 6 Bortrage AnS-drnck gebend, sehie schöne Stimme in hochkünst-. lcrischer, stet? vornehmer Ast gebraucl>cnd, tvar Heule in Ttmveltradition verbleibend, änh kafiich"? Weien und künstlerische Tl Mit den vielseitigen Ausgaben vesetmut, der Würde «eine? heiliges Amte? auch -in seinem ti'che?,. vor allem mm'inn erhalten. 'eine? Berufes gründlich seiner lllaiizzeit geradezu das Borbild des Kantors in einer liberalen.Gemeinde —j seinhr Epoche. Die Stürme der letzten Jahrzehnte, glisliae unÄ seelische Revolutwiren brachte,., auch, oder vielleicht' besonders im liberalen Jager Wandlungen mit sich, die ich selbstverständlich auch q dem 'Kultus und seiner Musik anchwiiiken. ' l Bi? in das zweiti Jahrzehnt unseres Jahrhunderts drückte Heule neben dem verotvicpeit. Ä n ß k i nd der jüdischen Kultusmilsik Hamburg? sesnem Stempel auf. Stand! Tügkind ini jüdisch-traditionelleir Sml (er wurde von Autoritäten als euier de? hervorragendsten Chasauim bezeichnen turmhoch in der Stimmpracht utid auch als natürliches (vesangstalent i Dstjudel t weit über Henle^ so überragte ihn dieser ebensosehr als Musiker und felitsinnliser,jkünstlerischer Sänger. Henles Tätigkeitsdrang prschöpste sich nicht in seinem Amte. Er erwarb, sich Bedeissung als Synagogenkomponist, eine Bedentung, die>nach seiusim Tode sicherlich noch wachsen wird. Seine zaylrticheu Koihpositionen, die in ihrer musikalischen Arbeit und .zum Teise auch in ihrem Gehalt zu-den hervorragendsten ilitferer Lits!!ratur gehören, sind weit verbreitet. Seine Bertmiüngx'u df? B'zes jisroek, des Uw' nucho jomar, M'chglkel ckajsim, H-jom.haras olom, und insbezoiidere sein Holvch w'koroso!der die vielgesungene Komposition Lew a nd ow s kys inISchotten stellt, iverdeu Henles- Ngmeil'iu Berus?krl iseii nicu^qls, soweit menschliche Kurzsichtigkeit „niemals" saaeu darf, ivergessen lassen. Auch asD vorzü zlicher Gesangslehrer entfaltete er eine reiche Tätigkeit. DeTrankchrter Oberkaittor Groß, dessen wunderbare geiangl che Enttyfcklung während seiner hiesigen Amtswirks rmkeit ui verkcilnblir war, verdanktes-diese Jördernng der s-einsinnigen Schulung Henles, wofür-er seinem Meister mit geradezu kindlicoer Anhänglichkeit! dankte. Auch Agnes Lenbach., nnsere^Msgezeichnete hcjimische Sängerin, zählt zu Henles Schülerinnen. . Welche Bedentuzig er in der Berufsorganisation gewann, erhellt am dentlichnleii daraim, das; der dlllgemeine Deutsche Kantoreiiverbaird thj» zwei Jahrzehnte lang als Borsitzenden n»d bi? an sein Lebensende gl? Elirenvorsitzenden an seiner Spitze iah. Die tiesp Berehrüng, die er bei der Kollrgenschaft genoß, sprach äu? den ergtcsfenden Worten, die der gegenwärtige' Berbaildsvvrsitzendej I. B. Levy sJrc!ilkfilrt) an teiiiem' Sargü fand. Moriz Hechle hö t sein arbeitsreiches Leben beendet, sein Name und sein Andenken wjrd in der Hamburger jüdische» Gemeinde nilpergessfn bleiben 5. Sitzung -es Nepi'äsenlanlen-Fiollegiums. Da? Repräieiiti nten - Kollegmiii der Gemeinde trat am 2l>. September na h einer ilangen 'Sommerpause zu einer Sitzung zusammen, nni in nahezu zwei Stnndcn währenden Berhandliingen eiiv'große Anzahl wichtiger Borlagen zu er- Tkodiaen. Nachdem der Borßtzende, Herr Alfred Lisser, anläpljcb des. Jahreswechsel? seinen, Wunsche auf weiteres gedeihliche? Ziisannneimrbeiten im menen Jahre Ausdruck verliehen hatte, gab vor Eititritt in die' ^Tagesordnung eine Anfrage des Herrn C? ca rj H eym ä n n dem BorstaniK der Gemeinde Gelegen! eit, eine irriae Nsitteihing der Zeitschrift des Zentralverbaickes jüdischer' Haiidiverker Deutschlands in ihrer September-Nummer über eine Rechnniigsdiffereiiz richtia zu stellen, in)em Herr Tr. Tgmncnwald an Hand der Akten den Sachverhalt darlegte-und feststellte', daß das I

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