Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 5 (10.9.1925)
- Date
- 1925-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Numn^ er 5 zum zweiten Iwmcift . Gcmeistdeblatt der Umstand, das; die-überlieferte Zählsing der Monate'T- Nissan an der 2pitze *—\bcibcljieltcit, nie haschonoh jedenfalls längst und allgemein unsere Vorfahren das ^eit des erste» Tages iin siebten Monat vei stand, ivie lief in das Bewußtsein düs frischen Belkes dien gedrungen ivgr, wie »mit mithin sie ichoi 'mindest in exili'chcr Zeit gewesen Tamil erhält nui so größeres Eewichl der 2pitze unserer Tbrl.'gnng.'n steht: .wjnr pen der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. mit beut Motiate maji unter Rausch atenchische Zä)sting ein litten ivir Ai »esii »ins;. -disi graste, die an > m feiern wir das Neujahrsfest im Herbst? Weitere Die man an diese erste knnpfen kann, fühxen »ns d^'r Antivort nicht näher Wan all-im Herbst? von Bablsion dort das neue ilicht erkennen, stattsand.- sind seit w a n » ieiern >virs>>ansck» haichvi n und w o tritt dieser Paine, erstmals auf? Be antworten wir die lehre Z-rage Litern:'M A:isdtnck Ranick» haschonoh erscheint nur ei» einziges Mm in der Bibel. Ter Prophet Zecheskeel erzählt lstap. 10,1) voll eineil, visidnären Erlebnis, welches er int sünsundzwanzigste» >sthredes Exils' b'rattjch haschonoh im Ailiang des Zaljre-, isämlich ^am zehnt'» des Monats, hatte: erwarb im (beiik nach dem heiligen i.'ande verseht -undiah Heiligtum erstehen. Aber dieie Ttelle^ läßt in wtilchcm Monat das prophetische Erlebnis ebensowenig läßt, sich .eine genaue Anlivorl ans die erstere Z-rage gebe», seit-wann wir Rausch haichöi ist» ssierii. Es läßt si!ch ziknächst mit Bestimnitheit nur eins sagen: zur Zeit her Entstehung der Miichna, also etwa n n drii Beginn unserer bürgerlichen Zeitrechnung, ist der Paine Rausch haschonoh im Zndentni» ein feststehender B> griff, verbindet »>ast mjt ihn» einen bestimmten Znhalt und sind die (brnndzüge für die Jviücr des Ranich haichonoh-Zestess, >vie. sie noch heute bei uns üblich ist,-zöllig ansgebildet - der Miichna traktat, der von der Zeier dieses Tages handelt, trägt den Namen Pansch haschonoh - - Neujahr — und wicht;tnm Zaum t'ruoh, Zaum hadin oder Zaum hasiki mnn «Tag des Posmi lenhalls, Tag des (berichtes,.Tag des Gedenkens>. 2c weist »ns denn der (bang unserer bisherigeit Untersnchnn; darauf hi»,' den Zeitchinkt,,dcr <b eickiietz ing dos Zahresbeginnes mit dem biblischen Tage des Poiani enhalies in der Zeit zwischen dem babtilviickcheisi Exil sind »er Entstehung der Miichna! zu suchen-. Tid» l:i : beispielsweise neuerdings der Historiker 2. Tnbndw im .erstell Bande st'iner Weltgeschichte des. jüdischen Volkes «2. 111»). Er verlegt den Uebergang von Zrühlings zu!in Herbst ne ijahr iit die Zeit der persischeir Herrschaft: „ehedsin bekmin das Zahr mit dem Zrühling, während seit, der persischen Herrschaft man allmählich den Zahresbeginn ans den' >rste» Tig des ersten .Herbstmonats.! Tiichri zu verlegen bezann." T-nbii ow.spricht dann weiter die Vermutung ans', d e Zeior des er teil Tischri als Neujahrstag könne zilsamme ihängenmit jener Neu Verküjidnng der Thora Moses -durch Esra, - von der das Buch Nehemia (Map. S) berschet. „ Ta versammelte sich das ganze Bolk wie ejil Mstiin auf dei 2lraße vor dt'in Wassertor und sprach zsi Esra^ dem. Z chriftgelehrten, das Buch der Thora Maies h'erbciznbringen.^dic (bott Israel geboten-hatte. Und Esra brachte di > Thora vor die (bcmeinde . . i. am ersten T"ge dcS sjebten Mona t s — er las sie vor von Tagesanbruch bis zich Mitte des Tyges... und das ganze Volk lauschte gcspanisilii Lchrcs demBstche der Thora." Dnbnow geht über m i diesen Ausführungen nicht über .Bernintnngen, die znd m noch miteinander in Widerspruch stehen, .hinaus -- hind inch der hebräische Historiker W. Zaivitz vermag in-seinem (beschichtswerke Taul'dolns Zisroel . (t^efcfiicfite Israels, Band 3,. 2. 149) den' von ihm ebenfalls. augeito nmencn Zusammenhang zwischen Esras Verkündung deji- Tbstm und dem Zischn-Neujahrsfest nicht Izn erweisen. Seite 3 Tarnin haben dw Ansführnucen des 'Professors an der Bndapester! Universität Ednar> Mahler in seinem Werke „Handbuch dir jüdischen Ehrvnolvgie" schon etwas mehr für sich.' Er niisiinl an, das; t ie Verlegung des Zahres - beginns ans den besten des -H nchstinonates incker^ steür Zwange der 2rirerhirrichait errolrte. Z,,Als »nn^dse Znden unter »irische Herrswasl kamen nrd unter dem Zoche eines A n t i o ch ii s E p i p h a :> e s alle il»c religiösen Bräuche la> sen miisttcn", so schreit» er (2. 33!» ), „da onrstcn »e auch die ihn'en vorgeschriebenen nationale» nnd religiösen Z-este nicht, beachte» nnd muHteik ihre Zeitrecklnnng nach dem chnichen 2taatskalender"- -jher ans hier nicht zu erörternd'en Eirün . den mit dem ersten Tiichri begann regeln, rieiije de.r gegen .sie gerichletbn Berordnnngln und Befehle nies; an', geringeren Widerstand als die an die Zeitrechnnn.g.'bezüg 'liehe.' Tie- Monate der 2»>.'rsi'lhrten doch fast ItlZestbeii Name» wie die i»HBab>>lon »nd idoit» ionach identisch mit jenen, welklse die ihren 'litalender ansanges war ein mit I. Tiichri an i>,.ichdem aber di hohe „Z-est der lsrinnernng"-.. blaiens" genau» wnito iEanada», titels Neir-'j>jear :prache eZchienei leierten, >o Zildeii >eit -d^m.-'bab»loniichen Erü 'iür »bi'pticvt hatten Betreffs des Zahres l nterichied,. indem die 2l>rer das' Zahr intsen,. die Zndrir, dagegen mst 1. Nisa'n. Znden am l. T ichri ihres .stalenders das auch „Tag'des üörmvar für sie nichts leichter, e in dieier Beziehung den Anordnungen der 2yrer keiste» und dem I. Tiichri den Elvrakler-eines .als gerade . Zolge ^n bürgertichl!» Nenfährbfestes zn gebt» und ihn in den-Angen' der 2>>rer als solches zu seir ii. 2o >vn rd e de r I. Tiich.'i, der erste Tag des sieben teil Mo n a t s , N e n j a h'r s I a g , :!> a n j cd h a i ch o n o h." Za ge nz aiideni P'einllaten > der gelanaen —- ireilirl auch von zgnz andern Boranssehilngeii ausgehend ' eine P'eihe anderer Zorlcher, von denei - ivir 'hier nur den Pro fesjor der vrieiitalischen 2prachen an der Universität To M. En rdy , den Verfasser des .'.Mi' Neujahr» in dei.bekannten, in englischer en-Zi'idischen Ei ziiklvpädie, der sich'aber ini ivesentjichen nicht auf eigene Zr rschnngen stützt, nnd den in jüdischskvn'ervrtiven streiien durch seine Beiträge zur stenntnis des aste > Zsrael seit langem bekannten-P'äbbiner Tr.' Za.mpel 2ct)wedl a. 2. erwähnen.. Wnr wir ei»' gangs nnsdrer Tarlegnngen. den!Z-rühli»g, die Zeit der iviedererivdcheuden Natur "als Iden. 'Nbstversrgndlichen Zahresbeginn bezelchneien ' w iemm sie den Zahresbeginn' in dem ^itpnnkle, in ivelchem -das, Wirtschaftsjahr^feinen „natürlichen" Anfang »iminr. Ta» ist alleidings für ackerbautreibende Völker - nnd nniere VorfahrZi ivaren ja eui solches Volk - nuidie Zeit des Herbstes der Moiiat,- in welchem' die Ernte ihren Abfchlns; findet und der ^aiHmann sich zu nejler.An^sw" rüstet. „Zn den'oricnlalischen Länder», in denen iNr Herbste die Ansshal statlsnidet, imfZ-rnh ling das (tzelreide reift tchag.hoowiw,-Z-esk d?r Achrcnreife», im Hochsommer geerntet lchag hakotir, Z-est der Ernte; und am Herbstbeginn der Ertrag eingcsammelt wird lchag hoössif, Z-est -des Einsammelns >, i st der Z a h r e s a-n f a n.g d e s Herh st e s l lo s e h r n a t ii i l i et» und selb ft v e.r - st ä n d I i ch, das; wir, auch ohne jeves historische Zeugnis, in. dem Beginn des Herbstes bas ästeste Neujahr der Welt erblicken müßten", so lagt Zampel -wörtlich in scinör. „Vorgeschichte Israels und seiner Ni eligivn", die'demnächst :1t zweiter Auflage eilcheint. Uiü> fast wörtlich ebensoänßern sich andere (-belehrte zu dieser Zrage. Und nun läßt sich in der Tat nicht kengnen, das; auch für diese Anssassuug eine Reihe sehr beachtlicher Momente geltend-gemacht werden können. An mehreren 2tclken det Pentateuchs ist .vom ^anbhüttenfeste „am E n d^ de S I o h re s" die Rede; man muß demnach in peniateuchischer Zeit um die Herbsteszeil >