Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 51 (16.12.1870)
- Date
- 1870-12-16
- Page
- Seite 448 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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besäet mit Lichtpunkten und Sonnen und leuchtenden Bahnen,^ mit jenem Glanze, den da- Ewige und Göttliche im Menschen «uSstrahlt; in welchem der Mensch in seiner himmlischen, ewigen Glorie leuchtet; in welchem er sich zu seiner eigenen Höhe erhebt und, indem er da- Göttliche und Ewige vertritt, da- Göttliche und Ewige 'in sich selber offenbart und ent« hüllt, Zeugniß giebt von der Allmacht und Herrlichkeit de- Geiste-! — Solche Erinnerungen und Mahnungen der Ber« gangenheit an unmüssen wir dankend und freudig anfnehmen, sie als ein werthvollcS Geschenk empfangen und — benutzen l — Und. wohl hatten unsere Alten darichtig er« kannt und die bedeutsamen Lehren, die in solchen Momenten der Vorzeit liegen, gewürdigt, wenn sie vor dem Anzünden der Lichte an dem Chanuka, dem Feste der Tempelweihe, den Segensspruch sestsetzten: ״Der unS geheiliget durch feine Gebote und uns geboten hat, die Lichte zu zünden." Denn eS ist der altehrwürdige Brauch, daunscheinbare Licht, ein Denkmal, daunvergänglicher und unverwüstlicher dauert, als das aus stolzem Erz cmporgethürmte, — ein unzerstörbares, bedeutsamere- Monument, als dasjenige, davon des geübten Meisters Hand wird aufgeführt. um mit dem vollendeten Standbilde nun auch für alle Zeiten der Pflicht de- Dankes loS und ledig zu sein. Sind doch so oft die Denkmäler, die prangenden, ragenden, herrlichen, nicht Zeichen der Erinnerung und Zeugnisse de- Gedächtnis« seS, sondern Zeichen der Vergeßlichkeit, Freibriefe, die den Zeitgenossen und der Nachwelt ausgestellt werden, daß sie nun vergessen dürfen! Was außen auf dem weiträumigen Platze in aller Majestät prangt, das kann desto leichter und unbedenklicher den Herzen entschwinden nnd aus den Gemüthcrn entweichen, und cs zieht 8er letzte Schatten des Gedächtnisses oft genug aus den Geistern aus, wenn ihm eben die Fortdauer in dem tobten Stoffe ist gesichert worden. Solche Denkmäler und Monumente kennt da- Iu« denthum nicht, die Gotteslehre nicht; sie sollen in Israel nicht aufstehen! Wie es seinen Gott nur als einen m.?chtbaren, allgegenwärtigen, dem leiblichen Auge unter keinem Bilde sichtbaren, anbetet, uns aber in seiner ewigen, unmit« telbaren Nähe überall lehret und ins Herz drücket r so verlangt eS auch für die GotteShcldcn und Gotteskämpfer, die in seiner Mitte sind aufgestanden, kein sichtbares Mal und kein Standbild und keine Säule I — ״Den Frommen setzt man keine Denkmäler; ihre Worte und Thaten sind eben zu ihrem Andenken." *) Ein lebendiges Gedächtniß, das in Schrka. .אין עושין נסשות לצדיקים דבריהן רן הן וברונן (* Um 4 b. S 0 »njt n sch e in. Damit, oHrrren, wird Niemand was erreichen DaS Beste war, daS ganze Buch zu streichen. 2. Scene. (2111» einer Versenkung erhebt sich Klecbergs Geist). Ich bin Kierberg» Geist- Lilie 1, thal. Meine Herren I Kierberg ist kein Geist (Der Geist verschwindet, Orgclkläiigc ertönen), r u S k a. Welch schöner Klang! Mir wird so bang Mir dünkt, wir säßen hier alS Narren 2ln einem hvlzgcschnißten Barren. 8. Seene. «,lisch (mit einem Becher in der Hand tritt aus.) Hier nehmet diesen Trank, Der Geist an u n S ist krank Nicht Neligiou. nicht Tradition — Wir treiben Spott nnd Hohn ES ziemt un« nicht der Sturm UnS;׳eint der NaAtnthurm. (Sin bös« Geist erscheint und ruft:) So stiehlt denn von hinnen ץ Shr seid ja nicht bei Sinnen. (Alle springen wie rasend vom Tische auf und machen verschiedene Geberdne). (Der Vorhang fallt). ־<־ 448• —-•n-- den Tiefen de- BoS-lebtnsäino! Stätte Hit, ein ernster Rückblick auf die Kraft und den Dtuth und die HeiligkUt de- Sinne-, die. in den Edlen und Frommen. der Bergangenheit waltete, — dasind die Denkmäler, die wir gründen sollen! Und so hat auch Israel der Edlen und Fromme» nicht vergessen, und mit treuem Fleiße und sorgsamer Ge« wiffenhaftigkett hat Ein Geschlecht dem andern die Thaten und Werke, die Leiden und Schicksale der Vorzeit eingehändigt. Dafür dankt wieder I-rael seinem Gotte, daß eden Tag wieder feiert und in lebendigem, freudigem Sinne sich׳ zurückruft und erneuet, was ihm vor Zeiten ist Großewifahren: ״Gepriesen sei, der unS hat leben lassen und erhalten hat für diese Zeit!"*)—Und darum ruf' ich heute die Vergangenheit euch wieder zurück, als, nach des heiligen Sänger- Worten, der Herr in Israel hatte wieder Licht und Helle, Wärme und Innigkeit des Geistegeweckt, als er eia Licht ihnen war in dem Dunkel einer trüben, schweren, ver« hängnißvollen Zeit. — Es war uur eine kleine Schaar Au-« erlesener, ein geringes Häuflein treuer Anhänger des Väter« glaubend, dadem mächtigen Tyrannen Syriens sich entgegenstellte. — Er ist alt. uralt, jener Haß, den I-raels Glaube und; seine Lehre noch heute erfährt, — alt, uralt jener Neid und jene scheele Mißgunst, daß ein VSlklein mitten in dem treibenden Gedränge der Geschichte sich behauptet, und während Alles umher sich der herrschenden Macht und dem waltenden Scepter de- Zwingherrn beugt, es in der Kraft seines Glaubens und seiner Ueberzeugung unzerstört sich bewährt nnd den Kern seines innersten LebmS nicht verleugnet. So ist ihm seit Jahrtausenden Treue für Trotz und Starrsinn, seine Beharrlichkeit und unerschütterliche Festigkeit hier als Herzenshärte, dort als blinder Wahn, da als ein Fluch des zürnenden Gotteausgelegt worden. Wir aber freuen uns Deß, als eines Segenvon Gott, als eines Zeichens, daß über alle Pracht und Macht der Erde, über alle Herrlichkeit und Größe der Erde, über alle Qua« len und Leiden der Erde — siegreich Gott und sein Wort sich erhebt, — daß dieses nicht wankend wird und nicht weicht, nicht wandelt und wechselt, weil eS ein ewigeist. — Und so trat gegen den Syrerkönig, — der das Volk abführen wollte von seinem Glauben und der Vätersitte; der eS zwingen wollte, den lebendigen Gott zu verleugnen und die. tan« ben Götzen anzubeten; der eS zwingen wollte, das Bundeszeichen Israels anzubeten; der es zwingen wollte, da- Bundeözeichen Israels aufzugeben und seine Feste nicht mehr zu feiern und den Schatz heiliger Erkenntniß und Erin« nerung wegzuwerfen, — gegen den siegreichen Zwingherrn, der nur den Kampf der Massen mit den Massen, der rohen, trägen, geistlosen Materie kannte, — — der von ihm ver« kannte, in seiner Macht nimmer geahnte Geist als der gefähr« liche, siegreiche Feind auf! Und als nach der ersten Erhebung in Modiim die Frömmsten und Gläubigsten sich sammelten und hinauszogen den Helden nach, da trat der greise Prie« fter MatthatiaS unter ihnen auf und sprach: ״Da ihr geson« nen seid, zu sterben für den heiligen Namen Gottes, warum wie die Weiber kampf-und rühmlos sterben? Zieht hinaus im Namen Gottes dem Feinde entgegen! Es gilt der Ehre und Herrlichkeit seines Namens!"—Und Gott war mit ihnen, und der Priester und seine Söhne, das Heldengeschlecht der HaSmonäer, thaten Wunder von Muth und Tapferkeit. Denn anders kämpft der Söldling, anders wer um einen Gedanken, eine ewige Ueberzeugung kämpft; anders der rohe Krieger, der um Ruhm und Beute oder in blindem Hasse hinaus» gezogen, und anders Der, dem das Leben nur werth ist, f» lange er es einem heiligen Interesse weihen darf; andere- Derjenige, welcher eS weiß, daß über sein Leben hinaus der Gedanke, die tiefe, begeisternde Wahrheit seines Glaubendauert, und der um eine Scholle Erde oder ein endliches Gut daS Blut vergießt; anders Der, der die Nachwelt und die geistigen Besitzthümer de- Ganzen vertritt, und Derjenige. der es sich sagen muß, daß selbst der glänzendste Sieg *) ברוך שהחיינו וקיטנו וחגיענו לזמן הוזז.