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Die Gegenwart · 1870-12-16 · 51 (16.12.1870) · p. Seite 447

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
51 (16.12.1870)
Date
1870-12-16
Page
Seite 447 (sequence 3)
Language
German
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v« Fest hi «chte».*1 (ftrtigt >» erste, weite de» Shamik»stße».1 Psalm 118, 27. ub n*n 'n Sk ^Der Herr ist Gott, und er hat un-' Licht geschafft." Da- Wort deheiligen Sängerruf' ich euch zu an diesem Feste de- Lichte-, an diesem Feste, daeinen Sieg uns zurückruft, den der Geist und die Kraft der Ueberzeugung errungen über die rohe Macht; an diesem Tage de- Triumph-, den der göttliches schöpferische Leben-Hauch einer ewigen Idee davongetragen über die blinde Gewalt! Sie stnd nickt häufig in den Gedenkbüchern der Menschheit, diese großen Momente, i« denen'die Gluth einer heiligen Begeisterung rein und lauter hervorgcbrochen, um jede Schlacke selbstsichtiger Regung, daunedle Metall gemeinen, niedrigen Strebenau-zufchmelzen; in denen ein mächtiger Geist mit unwiderstehlicher Kraft sich emporringt auden tiefsten Gründen der Seele und die von ihm Ergriffenen mit sich fortreißt, sie hinaushebt über den engen Bann kleinlicher Erwägung und sorglichen, beschränkten Rechnen»; da er hinau-dringt, und vor ihm die Reihen und Heere, die Reisigen und die Krieger, die stolzen Echaaren und die siege-gewohnlen Kämpfer dahinsinken, wie die Stoppel in der Flamme stirbt und da- Stroh, angehaucht vom Feuer. Sie find nicht häufig, sag' ich, in den Gedenk, büchern der Menschheit; und wo sie unentgegentreten, da sollen wir mit dankender Erkenntlichkeit, mit bewunderndem Sinne stillesiehen, an ihnen verweilen und Halt machen. Denn ebedarf demahnenden Rufe- und de- Sporn- *) «h« dem Prrdigtm von Dr. Michael Sachs, aus dessen schriftlichem Nachlaß Hrrausaegcken von Dr. David Rofin. Berlin Louis Gerschel Brrlagsbuchhauvlung Sonnenschein. Ich schwöre beim Jupiter! (Beide gehen ab). (Der Vorhang fällt). -3. Auftug. 1. Scene. (Das Innere einer Synagoge). Lilienthal. Wise. Hübsch. L ilirnth al., (Zu Hübsch) Ich muß Euch herzlich hier empfahl,' Hübsch. Der Geist der Zeit, er tritt an unS heran. L i l i r n t h a l. (Auf Wise zeigend) Hier steht ein braver Mann ein schlechter Musikant Wise. Verzeiht, ich bin von Such verkannt Ein VirtuoS bin ich im Musiciren Doch bester noch im Reformiren. L i l i e n t h a l. (stellt sich inmitten der Bühne reicht beiden die Hände). Hier leg ich meine Hand in Euere Ich mein' eS ehrlich, ich betheucre! H üb sch. WaSI sollen wir schwören bei dem Leben? Aus unseren Schwur ist nichtzu geben. Nur Sand den Juden in da- Auge streuen. Vom Juden selbst sie zu befreien Ist unser Zweck, ist unser Ziel D'rum schreiten wir an da- Reformspiel. 2 Seen,. Sonnenschkio, Tuska, Meyer voriger. S o n n r n s ch., Hochweise Herren, ich zähl' mich zu den Lungen Ich komme audem Land' devielgerühmten „gturigtn" Da- Reich von Rastrlbindcrn Zählt mich zu seinen Kindern. Meyer. Gebt Euere Hände her. ich treffe eS wie Keiner Ich sag' Euch wahr als schwärzester Zigeuner. Da» Judenthum wollt' Ihr vernichten. Gebete heil'ge woll't Ihr sichren? Ich geh' mit Euch an diese schlechte That; Allein wir streuen nur die Drachensaat. mrd Stachels für deu Menschen, daß er seiner Kraft nnd seiner Fähigkeit inne werde, sich selbst erfahre «vd erkenne. Und daist die Bedeutung der Geschichte der Vergangenheit, daß wir sie ftagen und in ihr un- Lehr' und Rath und Trost holen — zur Berichtigung und Kräftigung der Gegenwart. Und wenn unmitten in der Beschränktheit und Enge einegewöhnlichen Leben- und seiner gehaltlosen Bestrebungen der Sinn für die Höhen und Tiefe»(dk- Menschengeiste- und der Menschenbrust zu entschwinden^droht; wenn unda- Alltag-Wesen und seine bedeutung-leero Nüchternheit einschläfern und zu schlaffer Thatenlosigkeiv herabwürdigen will: dann tritt unauden Hallen de^ unzerstörbaren Tempelder Borwelt eine Gestalt mahnend ^nd bedeutsam erinnernd entgegen, und wir werden gezyunigen, denkend, sinnend ihr einen Blick;u gönnen, und können nicht von ihr scheiden, ohne der Kraft gegenüber die eigne Schwäche zu erfahren. Aber auch gckräftigt entläßt sie un-l Waren rdoch ebenfalls Menschen; waren doch Die, von denen unda- Gedächtniß durch die Fluch der Zeiten ist gerettet worden, nur Dasselbe, wawir sind oder vielmehr nicht sind, aber sein sollen, sein können und müffen! und wie der Arbeiter, den daschwere Sägewerk hinabführt in die Tiefen der Erde, daß er fern von der Menschen beglückender Gemeinschaft, fern von dem segenbringendcn Licht in den Abgründen wühlt, — allmählich eS vergißt, daß über seinem Haupte eine große, reiche Welt in bunter, mannigfaltiger Pracht sich au-breitet; daß die Decke, die seinen Gesichtskreis schließt, da- Gewölbe, daseinem Auge als letztes Ziel erscheint, nur der Bogen ist. auf dem eine Fülle bewegten, reichen Lebensich tummelt, und über diesem sich ein Himmelszelt wölbt mit seinen unzählbaren Welten: so vergißt eder Mensch in seiner Gewöhnlichkeit, daß eüber den Höhlen und dunklen Gewölben, in die er sich selbst einbannt und begräbt, noch ein große-, unabsehbare- Firmament giebt S. Scene. TuSka. Der Mann spricht gut, er spricht auch wahr, Doch wachsen darf kein graue- Haar. Und bin ich auch rin Eremit, Ich bin, wie Ihr, ein Jesuit. Hübsch. Co soll, so muß es sein Und AlleS nur zum Schein, Wir müffen abrogiren, Ja Allercfonniren. Die Bittgebete müffen schwinden, Parnoßo toiwo wird man finden. Wise. Der Schofar nimmer darf ertönen Am Roschhaschono J-rael- Söhnen Richard Wagner» Lohengrin An die Stelle de- B a d i n, Pauken, Cymbrln und Trompeten. Geigen, Harfen und auch flöten Müffen SchosarS Stell' vertreten, Und sollten wir auch gehen flöten. Lilienth al, Meine Herren I wa» »och ferner Wir geben dazu auch unsere Hörner Rur wahren, heißt'-, den äußern Schein Lebt wol, wir finden unnoch ein «Der Vorhang fällt». 4. -uftug. 1. Scene (Ein Sißungssaa», über dir Thilre hängt ei» Kren; und «in Schild David) (Lllienthal. Wise Hübsch Sonnenschein Tuet«. Meyer >«d ander» 'Rabbinerchen sive» um einen großen Tisch herum). L i l i e n t l> a l. Reklame ist kein leerer Wahn. Beisainnicn sind wir, fanget an! H ü b s ch. Ich fange an, so höret doch! Gestrichen wird Modim anachnn loch Wise. (mit der Geige in der Hand) Da» Streichen Niemand bester könnt' Al» ich init meinem Instrument. 51*

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