Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 50 (9.12.1870)
- Date
- 1870-12-09
- Page
- Seite 439 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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439 Freiheit nicht als rin rentable- Gesch-st, nicht als eine OueVe. auder nur Bvrthril zu schöpfen ist, in gerechter Wüidigung der Fr iheit, diesekostbarsten und edelsten GuteS der Menschen, sind die französischen Juden da bereit als Kämpen rinzutreten, wo eS sich handelt, da- Doll, dem sie angchören, vor jeden Angriff zu schützen. M. F. Slrrichrn nichts als streichln. In der Conserenz von Rabbinern und Predigern in Amerika krmmt eö denselben aus'S Streichen mehr oder we« Niger nicht an. Am dritten Conferrnztege legt Tr. Klrcberg der Conserenz rin lange- Schreiben ror, in welchem er seine Arifickttn cuSspricht, die hebräische Spreche in den Gebeten möglichst zu beschränken, um daß man dieser veralteten Sprache, die jetzt für die Jugend durchaus keinen Werth mehr habe und von derselben vernachlässigt werte, nur wenige Zeit widmen möge. Da- Schreiben wird dem Liturgiecrmite übergeben. Tr. Lilirnthal beantragt, daß die Konferenz erkläre, daß der zweite NcujahrStag nicht mehr Geltung habe, als die anderen zweiten Festtage, daher auf zu heb e n sei. Ter Antrag wird den Herren Tr. Meyer, Kleeberg und Flügel zur Begutachtung übergeben. Taö Liturgiecvmile berichtet nun über den AbcudgotteSdieust am Sab« bath, der aus folgenden Gebclstückcn bestehen soll: einem deutschen Gesang, Psalm 92, Borchu u. s. w. wie an den Wochentagen, Amida mit Ausnahme von Wajechula, daausbleibt, ein deutschrö Gebet, Olrnu, Kadisch. Tr. Mayer ist überrascht über die Länge der hebräischen Gebete. Er erkennt vollkemn rn an, daß die hebr. Sprache unser Eigenthum sei, deshalb brauch« man ober dennrch die Gebete in derselben nicht so sehr auSzudchnen. Tie Konferenz vertagt sich hierauf, um zu einer ungezwungenen kurzen klntcrhaltuug übrrzugrhen, welche Gelegenheit Tr. Klreberg wieder dazu benutzte, die Unzweckmäßigkeit der Anwendung der hebr. Sprache bei den Gebeten und die Unmöglichkeit sic zu lchren, darzulrgcn. (Man scheint hierauf wenig Rücksicht genvmmcn zu haben.) Rach diesem interessanten Zwischenfall berichtet da- Lilurgieccmitc über den AbrndgottcSdicnst der Feiertage. Tiewar non de» weit auseinander stehenden Palmen da und dart weggestreift, das ließ mich ans ein großes Thier mit inächtigcin Schweife schließen, und einzelne Haare vcrricthcn den Goldfuchs. Also hat eö sich begeben, und wenn—״ 911״m, bei Mekka und Medina I" rief Mulch Haffan. ״daS heiße ich Außen, die mcincin Oberjagennristcr eine Kuppel Schweiß- Hunde ersparen würden. Nun ich will dich um dieser Augen willen gnädig behandeln. Die Prügel gelten für fünfzig Zecchlnen; zieh' deinen Beutel und zahle die ander» fünfzig zu dem Hundert — im klebrigen bleiben wir dir in Gnaden gewogen." Der ganze Hof bewunderte Almers Scharfsinn. Der kaiserliche Spaßmacher meinte jedoch, während der Jude seine blanken Goldstücke aufzähltc: ״Deine Weisheit hat heute Ruhm geerntet, aber ich wette noch fünfzig Zeechinen. eS wäre dir lieber, d» hättest geschwiegen. Der Prophet sagt : Ein entschlüpftes Wort holt kein Wagen ein, und wenn er mit vier Rosien bespannt wäre." Nicht lange nach diesem traurigen Ereigniß ging Abner wieder einmal zwischen den Vorbcrgen des AtlaS spaziere», als er gerade wie damals von einem Haufen Bewaffneter eingrholt wurde, deren Anführer ihm zurief: ״He. Freund, ׳ hast du nicht den schwarzen Leibjöger des Kaisers vorbeilaufcn sehen? Er ist eutstohcn und hat dm Weg nach dem Gebirge genommen." ״Kann nicht dienen," antwortete Abner barsch. ״He. bist du nicht der pfiffige Jude, der den Fuchsen und den Hund nicht gesehen? Mach' keine Umstände I Du weißt, wo der Eklave ist. Du wirst ihn doch wenigstenö gerochen haben? Denk «m dir Lecchinrnl" ser soll bestehen au-: einem deutschen Gesang, einem Psal« men der leicht durch dru Minister auSzuwählen ist (Weiß jeder Minister auden Psalmen zu wählen,?) Borchu u. s. w., Wajedober Mosche u. s. w. Amida mit Hinweglas« sung von Srcher liziaS mizrajim, jaleh wejowo abgekürzt, rezeh wie an Wochentagen, die andern darauffolgenden Ge« bete wie am Sabbath Abend. Tr. Kalisch schlug statt אתה נחיתה אתה האש־ית vor. Tr. Hübsch ersuchte ihn um die Ue« bersetzung diese- Ausdrucke-, Tr. Kalisch gesteht selbst ein, daß er darüber in Zweifel sei. Der Ausdruck atvh bocharto wird daher beibehalten. Präs. Tr. .Lilirnthal beantragt bei Eröffnung der Rachmittagssitzung ein Comitc zu ernennen, welcheüber folgende Gegenstände berichten soll: lieber die Zeitdauer der jetzigen Versammlung. über die z» ernennen« den Comiteen zur Vorbereitung der Gegenstände für die künf« tige Versammlung, endlich über Zeit und Crt der künftigen Konferenz. Tiefer Antrag wird angenommen und Tr. Wise und TuSka zu Mitgliedern dieses Comitcs ernannt. Die Berathung über den Bericht des Liturgie Eomites wird hier« auf wieder ausgenommen. Dr. Mayer beantragt watitcn lonu als übcrstüssig zu streichen. Tr. Hübsch bleibt dabei stehen eS beizubrhalten. Tr. Meyer beantragt nun, jaleh we« jowo zu streichen, er wird hierin von Tuska unterstützt. Es wäre nämlick ursprünglich als Gebet für das baldige Erscheinen dr- Messias eingesetzt und hätte daher alle Be« drutung verloren. Dieser Antrag ging durch. Tic Übrigen Theile debrtr. Berichts wurden angenommen. TaS Eo« mite berichtet nun über den Gottesdienst am Rcujahrsabend, der bestehen soll aueinem deutsche״ Gesang. Psalm 50, Borchu n. s. w. תקעו, Amida n׳it uwckc» len bis!nah sche« borath die folgenden Gebete bedeutend ocränbcrt und adgekürzt atho bechartonoh. rezeh. Tr. Wise fürchtet, daß durch daS Rczitiren von תקעו dir Ansicht fest gehalten werden möchte, man müsse aus einem Widdrrhorn blasen, während man doch beabsichtige, ein reguläres Orchester mit Messing« gencn BlaSinstriimmenten einzuführen. Deshalb schlage er vor, diesen Vers zu streichen und statt dessen den vor« hergchenden in Ps. 83. B. 3: Seoh simroh n. s. w, zu rezitiren. Tr. Connrschrin schlägt vor. statt dessen den pentatenchischen V.rs 4. B. M. *9. 1: ובחדתז דהזביעי וכי־ דם ה״ועה יהיה לכם;« rezitier». Tr. Wise beanständet wieder jom trruoh auö demselben Grunde, w>c er הקעו gestrichen haben will. Tr. Kalisch citirt hier die Stelle ans der Mischna, daß daS Blasen auf dem Sckiofar mit zwei aus beiden ״D webl Nun. Win» ihr absolut habe» wollt, daß ich ihn gcscht». so lauft dorthin; ist er nicht dort, ,0 ist er anderswo." ״Du hast ihn also gischen?" ״Ja denn, wen» ihr eS durchhans haben wollt." Die Soldaten liefe» eilig in der angrdeuteten- Richtung. Abner aber schritt vergnügt lächelnd »ach Hanse. Kanin aber graute der andere Tag. so drang ein Hanse Soldat!» in sei» Haus und schleppte ihn vor das Angesicht des Kagers von Marokko. ״Hund von einem Jude» I" schrie ihn dieser a». ״D» wagst cS. mit kaiserlichen Trabanten deine» Scherz zu treiben, sic aus die falsche Fährte zu schicken, daß der Fluchtige entkommt! Packt ihn und mißt ihm Hundert aus die Sohle») und hundert Zeechinen nehmt ihm aus dem Beutel I" Die rasche Gerechtigkeit fand folgsame Diener. Almer versiuchte sein Schicksal, das ihn verdammte, daß seine Sohle» und sein Bentcl es hart empfanden, so oft Ccine Majestät geruhten, etwas zu vcrlicrcn. ״Gib dich zujrirdc». »»dankbarer Abner," sagte der Spaßmacher; ״ist es nicht Ehre geling für dich, daß jeder Verlust dcö Kaisers auch dir empfindlichen Kumincr verursacht? Bcrsprichst du mir ein Trinkgcld, so komme ich jedesmal, bevor der Hrrr de» Westens ellvüs vrlliert. a» deine Bude und spreche: Gehe nicht au» deiner Hü»r. Ab,er, und schließe dich in dein Kämmerlein, du weißt schon waruin." DaS ist dir Geschichte vom Abner, der nichtgesehen hat. r l