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Die Gegenwart · 1870-10-14 · 42 (14.10.1870) · p. Seite 377

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
42 (14.10.1870)
Date
1870-10-14
Page
Seite 377 (sequence 5)
Language
German
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- m - ttftcn und menschenfreundlichen Geistlichen der Schweiz. Er liebte sehr die Israeliten und war sowohl Mitglied der „Alliance Jsraelite Universelle“ als auch der „Alliance Uvan- Feligue.“ Der jüd. Advokat LiSbon au« Montseiieh (Frankreich) ist zum Statthalter über die Provinz Heraul, und der jüv. Advokat NarziS Löwen zum Geheimsekretär vom Justiz minister Cremieux ernannt worden. (Ein jüdischer F e l dpr ediger.) Auf Ansuchen mehrerer Soldaten der israelitischen Religion aus der BelagerungSarmre vor Metz, den israelitischen Soldaten die Bewilligung zur Feier des Neujahrs- und BersöhnungSfestcS zu ercheilen, erhielt Rabbiner Dr. Friedmann am 25. v. M. vom General Manteuffel ein Telegramm des Inhaltes, daß er die Berücksichtigung der Soldaten israelitischen Glaubens, bei Heranziehung zum Dienste an den hohen Festagen, so weit nach den Verhältnissen thunlich, angeordnet und auch die Sendung eines Candidaten des Predigtamtes dankbar annehmen würde. Demzufolge begibt sich der ^Candidat des Predigeramtes Herr Dr. Blumenstein in das Lager vor Metz. Der Herr Sevi Baron Geordio von Moren) erhielt die silberne Civilehrenmedaille. — Die Herrn Ascoli Graziadio JsaiaS,Z Profeffor an der Akademie der Wissenschaften in Mailand und Dr. Prosper Padoo Sektion-Chef der 1. Klaffe im Unterrichtsministerium sind zu Offizieren des Ritterordens der Krone Italien ernannt worden. — Hr. Dr. Albert Errera erhielt über die glückliche und beste Lösung einer Preisfrage 1500 Lire«, In Ankona starb Hr. Jsak von S. S. Ascoli, einer der ausgezeichnetesten und ehrenhaftesten Kaufleute dieser Stadt im 67. Jahre seines Lebens. In Trino. (Italien) wurde David Maggia zum Gemeinderath gewählt. In Ferrara erhielt Herr Annnas Cavalieri, welcher bereits im Jahre 1866 die Tapferkeitsmedaille erhalten und sich gelegentlich der letzten Ueberschwemmung in Pisa ausgezeichnet hatte, die Civilehrenmedaille. Warschau. Die hiesige iSrael. Gemeinde hat Herrn Jakob Gesundheit, Verfasser des apy rnaan, zu ihrem Rabbiner an Stelle des verstorbenen Meisels erwählt. Die Wahl hat bereit» die Bestätigung der Regierung erhalten. Auch in Holland erlangen die Israeliten nach und nach Offizierstellen. So wurde Herr A. MendeSsa Costa zum Hauptmanne unlängst ernannt. New-Horb. In dem Hebrew Orphan Asylum (iSraeliischen Waisenhanse) besteht seit Mai v. I eine Schuma- Werkstatt, in welcher mehrere Waisenknaben, die Lust zur Erlernung des Gewerbes bezeigten, praktisch unterrichtet werden. Die Werkstatt versorgt nicht nur die Pfleglinge der Anstalt mit Schuhwerk, sondern hat auch schon für mehrere hundert Dollar Bestellungen anderer Kunden ausgeführt, und eine beträchliche Menge Fußbekleidung an Arme außerhalb der Anstalt geschenkt. Da sich dieser erste Versuch, die Waisen ein nützliches Gewerbe in der Anstalt, zu lehren, so gut bewährt hat, so haben die Vorsteher Anstalten zur Erweiterung ihrer Industrieschule getroffen, damit die Waisen, ehe sie inS bürgerliche Leben eintreten; die Gelegenheit erhallen, eine gewisse Fertigkeit für den Betrieb noch anderer nützlicher CrwerbSzweige zu erlangen. Der Superintendent des Waisenhauses, Hr. Louis Schnabel, macht nünmehr in einem an die Gönner,Mitglieder und Freunde der Anstalt gerichteten Circular bekannt, daß eine Accidentlen-Drpckerei als ein neues Departement der Waisenhaus-Industrieschule errichtet worden, und daß dieselbe bereit ist, alle einschlagenden Aufträge von Seiten des gefchäftStreibenden Publikums auf das Beste zu erfüllen. Der vornehmste Zweck diese» Unternehmens kann selbstverständlich keineswegs der sein, eine Geschäftskonkurrenz mit anderen.Druckereien zu eröffnen, sondern vielmehr eine Werkstatt zu halten, in welcher die Waisen, Knaben sowohl die Mädchen, ein Gewerbe erlernen können, dessen Betrieb ihnen, wenn sie die Anstalt verlassen werden, ihr ordentliches Auskommen gewähren wird. (Hebrew.) I« AAmzj hat der jüdische Gemrindevorfland gm 15. Juni eine Sitzung gehalten, wo beschlossen wurde, einen Verein zu gründen, in der, Absicht, arme Mädchen, die heirate» sollen, ein Mitgift von wenigstens 600 fl. zu geben. — Bei der jüngst in Sidnaj, stattgefundenen Ueberschwemmung veranstalteten die Israeliten eine bedeutende Geldsammlung, und ewurden die von diesem Unglücke Betroffenen davon ohne Unterschied der Konstffion unterstützt. Kunst, Theater uud Literatur --- Im Verlage von F. Bärtel'S xylographifchen Anstalt (Prag Schwarze Gaffe Nr. 16—2.) ist bereits da» 1. Heft „Der deutsch französische Krieg im Jahre 1870erschienen. Wir haben bereits ans dieses Werk hingewiesen, welche» in einer politisch-strategischen Darstellung von dem rühmlich bekannten Schriftsteller Eduard Rüffer die Ursachen de» auf stanzösischen Boden sich abspielenden mörderischen Kriege» leichtfaßlich darthut. Das Heft ist sehr schön ausgestattet und mit vorzüglich gearbeiteten Illustrationen des Prinzen von Hohenzollern, Wilhelm I. König von Preußen, Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen, Marschall- Bazaine und anderer Militär. Skizzen versehen. Die Holzschnitte sind au» der Anstalt de» Herrn Bärtel selbst hervorgegangen, die typographische Ausstattung versorgte die Buchdruckerei de» Dr. Ed. Gregr. vom Mchertische. Die Geschichte Israels für die israelitische Jugend. Bearbeitet von Dr. G. Wolf Religionslehrer der ifr. EultuSgemeinde in Wien. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Wien 1871, Wilhelm Braunmüller. Die erste Aufgabe des SchrifstellerS, sobald dieser für die Jugend schreibt, ist derselben den bezüglichen Gegenstand, gehöre er den realistischen Wiffenschaften oder der Geschichte an, wo möglichst lcichtfaßlich und angenehm zu machen. Wiewohl die heilige Bibel nicht» Anderes als ein großes Geschichtswerk ist, das jedoch im Urtexte der Jugend manche Schwierigkeiten bietet, und die Zeit die auf den linguistischen Theil verwendet wird, oft nicht gestattet, den hsstorischen Werth zu ermessen, so war eine gedrängte Geschichte Israels nicht nur am Platze, sondern auch eine Nothwendigkeit, damit die Jugend im Rückblicke auf die Vergangenheit, ein richtiges Verständnis für die Gegenwart erzielen und den Fortschritt bemcffen könne. Es hat sich bei der leider graffirenden Ignoranz der jüdischen Jugend im hebräischen Wissen das Bedürfniß fühlbar gemacht, die Geschichte Israels in deutscher Sprache erscheinen zu kaffen. Der produktive Schriftsteller Hr. Dr. G. Wolf wußte mit vorliegendem Werke diesem Bedürfnisse abzuhelfen. In einer sehr leichtfaßlichen, im erzählendem Tone gehaltenen Sprache führt er der Jugend die Geschichte Israel« bis auf die neuere Zeit in anmuthiger Weise vor und erfüllt das Buch somit den Zweck vollkommen, weßhalb wir es auch den Scholen auf das Wärmste anempfehlen. —r — Kriegs-Skizzen. *1 Bei Gefechte von Saarbrücken wurde in Spichern ei» J-roelit und Hannoveraner wegen seiner Tapferkeit z«m Lieutenant ernannt.

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