Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 34 (19.8.1870)
- Date
- 1870-08-19
- Page
- Seite 314 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ntb den Mitgliedern der Pinka-synag. Abschied genommen. Er benutzte die Rede zur flüchtigen Rundschau seiner während vierihalb Jahren entwickelten Thätigkeit in bescheidener Weise und gedachte der Nachsicht, die Vorstand und Gemeinde- Mitglieder mit ihm hatten, in dankbarer Weise. Er selbst war sehr ergrifien und der Inhalt seiner Rede, namentlich jenes TheileS, in dem der Abschied ausgesprochen ward, machte sicht, lich einen tiefen Eindruck auf die Anwesenden. Herr Hoff hat aber auch wirklich das Verdienst den leisesten Anflug von Disharmonie, die nur hie und da aufzutauchen drohte, zu bekämpfen, die sich manchmal geltend machenden Gegensätze auszugleichen und den Frieden in dessen edelster Bedeutung aufrecht zu erhalten. Aber auch nach Außen hin und namcnim socialen lieben wußte er stets das Gleichgewicht;u erhol« ten. Jntriguen oder Haschen nach Klatsch blieb ihm fremd, so wie er eine eiserne Eouscquen; in seiner religiösen Haltung behauptete. Die PinkaSsynagoge, wenn sie auch mit dem Abgänge HoffS finanziell gewinnt, verliert an demselben nicht nur einen tüchtige» Prediger, sondern auch einen aufrichtigen und uneigennützigen Rathgebcr. %* Der Cantor der Mriselsynagoge Herr Bayer verläßt seinen Posten, der durch die finanzielle Zerrüttung jener Synagoge, unhaltbar geworden, um einen neuen im Tempel zu Trplitz anzutrrtcn. Herr Bayer hätte der Humanität leicht Rechnung tragen können, wenn er die Mriselsynagoge zur Herstellung ihrer gesunkenen strafte mitgenommen hätte. Man glaubt zur Ausfüllung der durch den Abgang deS Herrn Bayers entstandenen Lücke, den Sänger durch einen Schreier zu ersetzen, der mit der Zeit alle Mitglieder auS der Synagoge hinanssct rric» dürfte. *** I- Freh's öffentliche Fehr- und Erstehungs-Anstalt. Da« Piogramin oiejer rrnvmmirtcn Anstalt, welche au« einem Kindergarten, einer sttnsllafsigcn öffentlichen Hauptschule und einer drciklassigcn öffcntlickrn Unterrcalschule besteht, liegt un« vor, und weist da« richtige System nach, ans dem jene Anstalt beruht. Ihre Schulen haben einen konfessionslosen Ehnraltcr angenommen und ist somit dem Religionsunterricht jeder Eonscssioir Recknung getragen. Mit der Anstalt ist glriä,zeitig ei» Pensionat verbunden, um c« Schülern vom valide wo möglichst bequem zu machen. Sie werden vom Direktor der Anstalt selbst überwacht und genießen eine äußerst lieb,volle Behandlung. *** Ein Prüsungssest. Da« Vehr-Institut der Herren M. Beck lind S. Liohn veranstalten, trotzdem nach den rni.rslcn gesetzlich,ii Bestimmungen die öfscntliche» Prüfungen zu rntsallen haben, eonsoim diesen rin Prilfnugsfrsl. welche« auf de» VI. und VV. d. M. festgesetzt ist und den Zweck hat, von dem Fortschritte der Zöglinge der öffentlichen Haupt schule, der obgenanntc al« tüchtige Pädagogen und Fachmänner belannte Herren vorstehen, zu überzeigcn. Ihre Hauptschule, mit der gleichzeitig ein Kindergarten verbunden ist, «rsrerit sich einer großen Cchülerzahl und vorzüglicher Vchrkräfte. Nebst dem PrüfnngSfcstc in den verschiedenen .Klassen der Knaben und Müdchrnhnnptschule findet auch am VI. von V 4 Uhr N'achmitag« ein Kinder Gartenfest statt. %* Dir erste össentl. höhere Handelslehranftalt de« Direktor« Earl Porgrs in Wien, sendet un« ihren Jahresbericht für da« Schuljahr ls7o. Da« ziemlich »»ifangreichc Heft enthält eine Reihe gediegener Arbeite» au« der Feder des Direktor« und de« Velrlörptis. D,r Rai mglsiatirt un« nicht, diesen gediegenen Leistungen »ine auSsührliche Besprechung zu widmen. Die Vrhranste.lt gen an» in dem abgclanfcncu Schuljahr eine rasche Ausdehnung und die verdiente Auszeichnung von Seiten der k. k. Ministerien, denn während sich die Hörcrzahl in 5» Abihrilnngcn und 10 Paralcllllasscn ans 7VN steigerte, wurde den abiolvirlrn Hörer» die Begünstigung ertheilt, den einjährigen Freiwilligendirnst in der k. k. Armee leisten zu könne, , ohne sich einer Arrsnahmsprüsung unterziehen zu müssen. Der Vehr kor per besteht au« den erste» und bewährtesten Kr äste» der Residcnz.drrrn einheitliche, zusammenwirkcnde Thätigkeit da« Pr vjpcrirrn der Lehranstalt voükomuien erklärt, und welche wo! geeignet sind, da« Vertrauen der Eltern zu rechtfertige«, abgesehen davon, daß Direktor PorgeS die Fachwissenschaften in allen Abtheilungen nach seiner bewährten Methode lehrt. Inland. Kaschau. Eine sehr erfreuliche Nachricht ist der Beschluß der hiesigen Obcrrealschule, wonach d,r ^wöchent« liche Ferialtag von Donnerstag auf Samstag verlegt wurde, um den zahlreichen jüdischen Studenten gerecht zu werden. Die Aufgabe de« betreffenden ReligionölehrerS wäre e« nun, dahin z» wirken, daß dieselben regelmäßig dem Gottesdienste beiwohnen. (Jsr.) Ausland. Die am letzten Sontag in Paris statt gefundene Sammlung im Gemeindetcmpcl zu Gunsten der Verwundeten betrug mit den dem Oberrabbiner geschickten Gaben 3500 Frc«. die Verwaltung de« israelitischen Rothschild'schen Spital« hat dem Kriegsminister 100 Betten für die Verwundeten zur Verfügung gestellt. — Letzten Freitag fand im Tbcatre-Francai« eine Vorstellung zur Gunsten der Armee statt. Es wurde bei dieser Gelegenheit ein Theil des vom Hrn. Eugene Manuel zu diesem Zwecke verfafften Gedichtes betitelt: „Für die Verwundeten" „Pourles Blessäs“ rezitirt. — In der letzten Nummer de« „CoSmos" kündigt Herr Abbe Moigno an, daß die Kieselsteine, deren Josua sich bei der Beschncidung bediente, in dessen Grab vom Herrn Abbe Richard gesunden worden sind, welche wenn eS sich wirklich'so verhalt, nun ein Alter von 3550 Jahre haben müssen. Letzten Montag fand im Gcmeindctcmpcl die Hcirath des Fräulein Levy'Bing. die Tochter des ehrenwerten Gemeinderath-MitgliedeS von Paris mit Herrn Leon Baynal statt. Strastburg. Bon einer hiesigen isr. Familie sind zwei Vettern zur Armee abgegangcn; der eine dient bei den Deutschen, der andere bei den Franzosen. In Adrianopel besuchten der Obcrrabbiner von Konstantinopct Hr. Jakir Efsendi in Begleitung de« ftanzösischen, cng'ischcn »nd russischen Konsul« die israclilischc Schule und prüfte die Zvalinge. In St. Thomas (Antillen) hat der Oberrcbbiner Dr. Nathan ein Meeting, von von der „Alliance“ zu Gunsten der polnischen Waisen veranstaltet. Die dabei stattgcfundenen Subskriplicncn bewirkten eine Summe von 11000 Frc«. Die Subskribenten, christliche al« auch jüdische äußerten den Wunsch, daß die auszunehmkliden Waisenkinder, in den reinsten religiösen und moralischen Grundsätzen der jüdischen Religion unterwiesen werden, und e« können auch Waisenmädchen Aufnahme finden. Amerika. Der Salzsee. Ein Reisender fand Israeliten unter den Mormcncn. In Utah gibt c« acht israelitische Familien; sic besitzen keine Synagoge und konunen bloß am Rcujahrstogc und Jour Kippur zusammen. Die Mormonen behandeln sic gut. Einige sind Mormonen geworden, und Frauen an« dieser Sekte genommen. Der Sekretär de Brig« Ham?)oi»iq wurde von diesem Reisenden für einen Israeliten gehatten, welcher e« »nr seiner Nase zuzuschreiben hat. St. Thomas (Westindier,). Gleich nach dem Einlrcffen de« Aufrui« der „Alliance isr." bezüglich der Adoption von russischen Waisen wurde hier zu dicsrnr Zwecke eine Versammlung berufen, in der beschlossen wurde, .daß wegen der allzugroßen Entfernung c« zwar nicht thrinlich fei, solche Kinder hierher kommen zu lassen, man aber eine Sammlung veranstalten wolle, deren Resultat der „All. Jsr." zur Verfügung gestellt werde, um dafür in ihren Namen die Erzie» i tzung mehrerer solcher Waisen zu ermöglichen. Neuern Nach» I richten zufolge haben die hiesigen Glaubensgenossen bereit«