Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 24 (10.6.1870)
- Date
- 1870-06-10
- Page
- Seite 231 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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231 i| diese- Institut-, in pietätvoller Würdigung der Verdienste de-" Dahingeschiedenen um die Anstalt, dem Sohne desselben Herrn Iolef von Portheim verliehen. *** Spenden Die Erben nach Hrn. Mose- Edlen von Portheim haben dem Prager Bürgermeister einen Baarbe« trag von 200 fl. zur sogleichen Vertheilung unter christliche Arme und 27 Stück Staat-schnldvrrschreibungen zu 100 fl.;ur Vertheilung an da- Spital der barmherzigen Brüder und der Elisabethinerinnen, dann an daisraelitische Spital in der Joscfstadt und da- Franz - Josefs - Spital ans der ober« Neustadt, an den israelitischen Nächstenliebeverein, das Taubstummen- und dasPrivat-Blindeninstitut, an das Tausig'sche Blindeninstitut, an die Kleinkinderbcivahranstalt am Hradek und bei St. Maria de Viktoria, an den israel. Waisenmädchenverein den isr. Kreutzerverein, den Derech Jescharah Maskil al dol Verein, an den Darlehensvrrein zur Unterstützung Erwerbsunfähiger ohne Unterschied der Confcssion und an den israel. Wöchnerinnenverein übergeben. Die AuSfolgung der Baarschaft per 200 fl. und der Werthpapiere per 2700 fl. wurde vom StadtrathSpräsidium dem Wunsche der Spender gemäß sofort angenommen und den Letzter« der Dank ausgesprochen. *** Ehrenvolle Auszeichnung. Wie der „Hebrev Leader“ berichtet, erhielt Herr Leo KarpeleS. ein geborener Prager, am 19 v.M. vom General-Adjutanten der vereinigten Staaten Armee, eine der Medaillen zugesandt, welche der Congreß für solche Soldaten bestimmt hat, welche sich im verflösse« nen Kriege durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet haben. Herr KarpeleS machte den Krieg im 57. Freiwilligen-Regiment von Massachusetts mit. *** Bilanzauszug der Beerdigungsdrüderschafl pro 1809 Die Einahmen beliefen sich auf 15236 fl 79'/, inclusive der Legate von 1155 fl; dir Ausgaben auf 13590 fl. 61'/, der Saldo beträgt 1616 fl. 15, welcher nach §M6 und 86 der Statuten die Herabminderung der Gebühren pro 1870 bedingt. %* Vorstandswahl. Die Neuwahl eines Vorstandes in der isr. Becrdigungsbrüderschaft,! findet wie alljährlich so auch heuer und zwar Sonntag den 12. d. M. Vormittagstatt. \* Erprobte Sympathien in zweiter Auflage. Herr Dr. Raudnitz hatte nicht genug daran, sich in der resultatlos gebliebenen Generalversammlung deisr. Nächstenliebevereines vom 28 v. M. von den Sympathien, die er in der Gemeinde genießt, zu überzeugen, er mußte in der vorgestrigen Generalversammlung desselben nochmalin- Feuer, um sich total zu verbrennen. Die Wahl wurde im Beisein eine» lande-fürstlichen CommissärS vorgenommen, an der sich bei der Wahl eine- Direktor- und CassicrS 46 Mitglieder, bei der eines Vorstände-53 Mitglieder betheiligten. H. Dr. Teller führte anstatt deabwesenden Herrn Dr. Raudnitz den Vorsitz und berichtete, Herr Dr. Raudniy sowohl als Herr Dr. Brndiner hätten an den bisherigen Vorstand die schriftliche Erklärung abgegeben, die allenfällige Wahl zum Direktor nicht anzunehmen. Nachdem jedoch, mit Ausnahme de- Hrn. Dr. Bendiner und Hrn. Ignatz Schütz, die übrigen Mit« glieder de- Vorstanderesignirt haben, derentwegen eine Ergänzung-Wahl stattfinden mußte, so verlor an und für sich die schriftliche Erklärung beider Herren Doktoren, gewissermaßen die Rechtskraft, und die anwesenden Mitglieder wußten auch ihre Wahl darnach cinzunchten, und mit Consrquenz an die früheren Kandidaten Dr. Raudnitz und Dr. Bendiner auch dießmal fcstzuhalten. Daß selbst die anwesenden Mitglieder des bisherigen Vorstandes von jenen schriftlichen Erklärungen Umgang genommen haben, beweist, daß sie Dr. Raudnitz gewählt habe» und ein dritter Kandidat nicht zum Vorscheine gekommen ist. Da- Scrutinium ergab folgendes Resultat: Zum Direktor wurde gewählt Herr Dr. mit 31 Stimmen. Dr. Raudnitz mit 10 Stimmen (9 von den früheren Vorstand-mitglledlra und 1 von Herrn H. L. Basch), Dr. Teller 1 St., Ign. Schütz 2 St., Dr. Schütz 2 St. Der Vorsitzende, sich vom Schrecke» über . die Wahl de- Dr. Bendiner kaum erholend, bezweifelte, daß dieser die Wahl annrhmen werde. Die Wähler de- Dr. Bendiner jedoch befreiten den Vorsitzenden von seiner Sorße, ihn versichernd, sie werde« sich alle Mähe nehmen, ihr« Gewählten zur Annahme der Wahl zu bewege». Ebegab sich sogleich iu die Wohnung de- Dr. Bendiner eine zehngliedrige Deputation, um ihn von seiner mit cm'nenter Majorität erfolgten Wahl zum Direktor zu benachrichtigen, »ab ihn gleichzeitig im Namen der Wähler zu bitten, die Wahl anzunehmen. Herr Dr. Bendiner auf die Nichtannahme der Wahl beharrend, konnte schließlich dem Bitten und Drängen der Deputation nicht wiederstehen, die ihn nicht früher »erließ, bis sie ihm das Versprechen, die Wahl zum Direktor anzunehmen, abgenommen halten. Bald darauf erschien die Deputation wieder im Wahllokale und setzte die Generalversammlung von dem Erfolge ihrer Miflion in Kenntniß. Hierauf wurde die W»hl eines Eassiers vorgenommen. und t8 erscheint Herr David Zappert mit 43 Stimmen algewählt; 2 Stimmen fielen auf Herrn Löw A. Bunzl, I Gt. auf Dr. Raudnitz. Herr Zappert dankte für da- Vertrauen, und erklärte sich später, die Wahl anzunehmen. Den Schloß bildete die Vorstand-wahl, an der sich 53 Wähler bctheiligt haben. Es erscheinen gewählt die Herren: Dr. Saar mit 38 St.. Leopold Kühe mit 30 St., Ignatz Gerstel mit 35 St., Ph. Reach mit 31 St., Pinka- Freund und M. I Lasch mit je 32 St., Moritz Austerlitz. Benedikt Kalmus und Dr. Teller mit je 30 St.. S. S. Gehengmacher mit 27St.. Gottlicb Schmelkemit 25 St., Lüm A. Bunzel mit 21 St. und Dr. Koppelm. Lasch mit 19 Sim nen. Die nächstmetsten Stimmen hatten die Hrn. Dr. Braun und Wilhelm Klader, die als Ersatzmänner gelten. Dr. Raudnitz hatte nur 3 Stimmen, die übrigen Stimmen vertheilten sich. Erwägt man nun, daß Herr Dr. Raudnitz nach einer 18jährigen Amt-thätigkeit, die er einer Eliqne zu danken hatte, nicht zum Direktor, aber auch nicht einmal in den Vorstand gewählt wurde, so kann man die großartige Niederlage diese- Sympathienreichcn Mannes ermessen, welche wir de»" Obmann dcö deutsch liberalen Ausschusses zur Bcherzrgunempfehlen, welcher seiner Zeit nach Schönlinde geschrieben hat: „Dr. Raudnitz hat gedroht, daß wenn er jetzt nicht gewählt wird, er von der Partei zurücktrete, und an Dr. Raudnitz hängt die ganze deutsche P.azer Iadenschaft und der sind wir verpflichtet." Wir antworteten damals darauf: „Herr Raudnitz möge cs einmal versuchen, sich in Prag wählen zu lassen, und er dürfte erfahren, wie viel Grade der Liebesbarometer feiner Glaubensgenossen zeigt." Dießmal zeigte sich in einem Wahlvorgang, daß er nur 10 Eliquestimmen hatte, das Quecksilber jedoch auf 3 fiel, zum Beweise, daß Hr, Raudnitz selbst bei seiner Partei keine stichhältige Liebe besitzt. Die Partei Bendiner'- hat sich sehr taktvoll benommen; denn trotz ihrer Majorität wählte sie wieder den größten Theil.defrüheren Vorstande-, wiewohl es ihr ein Leichtegewesen wäre, das Kinderspiel der Resignation desselben in allem Ernste mit dem Ersätze neuer Elemente zu bestrafen. Inland. (Präparandie für Ta übst »mm entehre rinnen.) Der Vorstand de- Wiener israelitischen Taubstummen- InstituteS hat beschlossen, den Unterricht in den untern »ei JahreSstufen dieser Anstalt in die Hände von befähigten «tz-- rerinnen zu legen. Um solche heranzubilden, wird der Direkt»» des Institute», kais. Rath Deutsch einen Grati-kurs eröffne» und der Vorstand hat außerdem für die vorzüglichsten Kandidatinnen Prämien au-gesetzt. Fr. R. saß verflossenen Samstag im Peflrr Stadtmälbchen und schmauchte, obgleich er sich zur mosaischen Neügion bekennt, doch auch an diese« Tage aus seiner Pfeife be» echt.Türkischen".Plötzlich stürzte eia anderer I-r»eMe, Ra««ft