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Die Gegenwart · 1870-06-03 · 23 (3.6.1870) · p. Seite 222

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
23 (3.6.1870)
Date
1870-06-03
Page
Seite 222 (sequence 6)
Language
German
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t 222 — öffnet und ohne Provisionsanrechnung dem anonymen Inserenten ungesäumt zu übermitteln. Welche- Verttauen bereit« obige- Institut im Publikum genießt, docunientiren hinlänglich die Inseratenspalten der Zeitungen, welche täglich eine Menge von Annoncen enthalten, worin obige Firma zur Entgegennahme von Offerten autorisirt wird. Inland. Wien. Erste israelitische Blinden-ErzichungSanftalt. Für dieselbe sind folgende weitere Beträge gespendet worden: Bon Sr. kais. Hoheit Erzherzog Franz Karl 5,00 fl.; von Herrn Theodor Ritter v. Hornbostel 25» fl. jähr.; v. Herrn Josef Hieldburghäusscr IlXt fl. und jähr. 10 fl.; v. Herrn Markuo Weiß 100 fl. P. 9ti. und 10 fl. jähr.; v. Herrn Hermann Wolf 2<x» fl. ulid jähr. 25» fl.; v. Herrn Theodor Bauer 5,0fl.;v. Herrn Sigmund Bauer 100 fl. und jähr. 15» ft.; v. Herrn Rudolf Goldscheider 200 ft. und jähr. 25» ft. Mit den vom Mdz. Dr. Lud. Aug. Frankl bereitgesammelten und auSgewiesenen Betrügen n. Zinsen der Obligationen, inbegriffen deersten Gründung-betragcä 10,00»> fl. v. Freiherr« von Scheu, 5>o,s0!i ft baar. 22,200 ft. Obligutionen und 2,5»2>t fl. i» Jahresbeiträgen. Dazu ein für 50 blinde Kinder vollständig eingerichtete- Hau- und Garten v. Herrn. I. Ritter v. König-warter. Pest. Im hiesigen „israelitischen Knabcnwaisenhause" sind bereit- 20 Knaben unterbracht und wurden demselben in letzterer Zeit folgende namhaftere Spenden zugcwendet: von Herrn Gcrson Spitzer baar fl. -1000, von weiland Eäcilic Baumgarten in GrundentlassungS-Oblig. fl. 2000, von weiland Moritz Munk in Grnndcnllassnngs-Oblig. fl. 4000, von Frau Rosa Munk baar fl. .4000, von weil. Person Singer baar fl. 1000, von weil. M. V. nnd Johanna Fuchbaar st. 1»h »o, von Herrn S. W. Scho-bcrgcr de Tvrny- und löbl. Ehewra Kadischa n ft. 5»00, von Herrn Jgn. Banmgartcn fl. .45,0, von Herrn Jakob Gruber fl. 400, von der Pcstcr Sparkasse ft. 200, von Frau Antonie Blum fl. 175, von Herrn Philipp Banmgartcn fl. 15»0, von Frau Elisabeth Goldberger, Johanna Weiß, Rosalie Kassowitz, Anna Popper, Pest - Ofner hauptslädt. Sparkassa, Herren Moritz OMiief, Hcrm. Kann, August Fleischt und Eduard Singer je fl. 100, von Herren Moritz Glück, Samuel Deutsch, Jakob Deutsch, Moritz Weiß, Jakob Blum. Beruh. Hirsch, Jakob und Julie Oroßläny, Ad. Pollak. Jgn. Hirsch, Ladi-l. Herz, Simon Stern, Karl Neuschloß je fl. 50, anonym fl. 40, von Herren Dr. Karl Weiser, M. I. Holitschcr, Fried, und Rosa Goldberger, Jgn. Deutsch, Ad. B. Weiß Lcop. Holitschcr, Alex. Wahrmann, je ft. 25», von Herren AloyS strafte», I. Wcchselmann, I. Wintcrbcrg, Jgn. Karpcles, H. Renwelt, Ad. Rosenthal, Beruh. Hirsch je ft. 20. — An I a hre - b c i t rü g e n: von Herren Samuel Deutsch ft. 50, Julius Wolfner und Gaitl. Löwn je fl. 25». von Herren Hcrm. Popper fl. 15». Hern,. Raget ft. 10. I. y. Steiner fl. 5», von den Herren Gebrüder Weiß, Reffen deweil. Herrn Person Spitzer, 2 Stipendien für die Waisenknaben je fl. 100: — An Geschenken: von dem Ausschuß de? hiesigen i-raelitischcn Fraueuvereinein rothsammtenc-, prachtvoll mit Gold an-geftattete- Prochet, vvn der Frau Rosa Munk ein neue- Brnnnengestcll, eine heilige Lade und zwei Kaudrlabrc-, von Frau Rina Wotzasck ein von schwarzem Tuch verfertigte- Prochet und I Rcrtomid, von Herrn Moritz Weiß ein von schwarzem Tuch elegant an-gestattctc- Porbetcrtuch, von Herrn Schlossermeiftcr Lad. Schwab eine kunstvoll gearbeite Büchse, von Herrn S. Komorner eine marmorne Gedenktafel, von Frau Julie Spitzer 20 Gebetbücher, von Herrn Jos. Tausiig 2 Spiegel, von Herrn Leon Hirschlrr Söhne 1 Kl. Brennholz, von Herrn S. Roth fämmtliche- Glasgeschirr, von Hrn. S. Fähnrich verschiedene Bücher und Echreibrcquisiten, von Herrn 31k. L. Lcitner 1 Fremdenbuch und 1 Stiftungsbuch, von Herren Knopp und Beith verschiedene Gedenktafeln, von Herrn David Stern 1 kleine Handglocke, von Herren Brüder Stern 2 Glocken zur Uhr, von Frcm Marlotte Barnay 20 Brottücher, 2Brotischtücher, 2 Handkörbe, 1 Manora und 1 Bettwärmer, von Herrn Jgn. Barnay 8 Bücher Thilim, von Herrn N. Schuck 1 kl. Dezimalwaage, von Herrn Jos. Zwack 1 Viertel-Eimer Esiig, von den Ehrenmüttern Frau Julie Spitzer, Rosa Munk, Eharl. Barnay, Fanny S krasser, Fanny Kohn, Regine Hirsch, Anna Popper und Aurelie Schöx verschiedene Quantitätcn Bictualien, wofür die Waisenhaus-Kommission den edlen hochherzigen Spendern ihren wärmsten Dank auöspricht. Zur Ergänzung der von nnö in diesen Blättern gebrachten Rotiz ausKomorn wird noch Folgendes mitgetheilt: „Am 20. d. M. ging da- Artillerie-Regiment Rr. 2 von hier nach Olmütz ab. Da- Rcgimcnt, dahier seit vier Jahren in Garnison lag. hintcrläßt einen guten Ruf, da Mannschaft und Offiziere, obwohl sic viel mit Eivilistcn verkehrten, nie Anlaß zu Beschwerden gaben. Im besten Andenken aber bleibt gewiß der Hauptmann Fürst Lobkowitz diese- Regimcntc-, der am Vorabende seiner Abreise mit Gefahr seines, eigenen Lebens einen armen Knabe» vom Tode de- Ertrinkens rettete. Ein israelitischer Knabe von 13—14 Jahren ging zur Donau um Wasser und als der irdene Krug schon ziemlich voll war, brach die Handhabe und begann der Krug zu sinken. Der Knabe, wahrscheinlich eingedenk der drohenden Strafe von seiner Mutter, wollte nach dem sinkenden Krug haschen, verlor jedoch da- Gleichgewicht und stürzte in die Donau. Die umstehenden Gaffer hielten ihn schon für verloren, denn der Arme kam zweimal zum Vorschein und versank wieder, aber kein Retter wollte sich zeigen. Da fuhr Fürst Lobkowitz zufällig vorüber. Er sprang sofort vom Wagen, schnallte den Säbel beim Gehen ab, warf ihn von sich und sprang in die Donau. Da der Knabe nicht mehr zu sehen war, tauchte Fürst Lobkowitz unter, nnd ist es ihm auch gelungen, den Knaben noch lebend auden Wellen zu bringen, die ohne die Dazwischenkunft de- Fürsten sein Grab geworden wären. Der Fürst wurde aber auch durch eine cigcnthüinliche Szene belohnt, die die Feder nur mit Widerstreben niedcrschreibt. Al--er nämlich den bewußtlosen Knaben an'- Ufer gebracht hatte, kam auch gleichzeitig die Mutter desselben herbei, und oh! Mutterherz, was hatte sie Eiligeres zu thun, als vor Allem dem Fürsten zu danken. In ihrer großen Aufregung beeilte sie sich, dem Knaben einige Püffe zu applizircn ob de- Schaden-, welcher audem Zerbrechen de- Kruges erwuchs. Fürst Lobkowitz wandte sich entrüstet ab und fuhr nach Hause. Ausland. Die orthodoxen Inden de- Königreiche- Baiem haben eine prachtvoll eingebundene Adresse an den Präsidenten deungarischen Unterhauses gesendet, in welcher sic ihren tiefgefühlten Dank für den Beschluß vom 18. März ausdrücken, zugleich dem Präsidenten, dann dem Manne europäischen Rufe-, Dcak, und den Volksvertreter» Zsedenyi, Ghyczy, Jokai in sein schwungvollen Worten ihre dankbare Anerkennung zollen. In Mühlhausen fand zu Ehrcn dcö Hrn. Ercmieux von den Mitgliedern der Alliance ein brillante- Banquet statt. Eine stattgcsundcnc Sammlung betrug 210 FrkS. Amsterdam. Die Herren Med. E. D. Affner, Mitglied de- StadtratheS nnd Rathsherr im Hof von Nordholland und S. W. I. Jitta, Stadtrathönntglied wurden zu Rittern denied. Löwenordens ernannt. London. Der verstorbene Samuel Joseph hat 9 verschiedenen Wohlthätigkeit-anstalten die Summe von 216.000 fl. vermacht. Stockholm. Der König hat da- Gesetz, welchedie

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