Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 13 (25.3.1870)
- Date
- 1870-03-25
- Page
- Seite 125 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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in der Wirklichkeit abgespielt wird, wenn Genußsucht und HerzenSerhärtung, Verworfenheit und entartete Leidenschaft sich in ihrer gräßlichen Nacktheit zeigen und an dem kalten Leichnahme eines hingemordeten Opfers einherwandeln, sich an dem frivolen Spiele zu laben, zu dem das geraubte Vermögen den Einsatz bilden soll I Zu welch sich der Vernunft geradezu sträubenden tragischen Verzerrung der Sentenz aus Uriel Akosta: „ES herrscht in unserem Volke die Familie" wird hier daS Familienbild, in welchem ein Vater in seinem einzigen Sohne seinen Stolz seht, seine Zukunft und Hoffnung erblickt, für ihn Alles hinopfcrt und demohngeachtet zu rühren nicht im Stande ist, weil die Art feiner Opferbringung mit Widerwillen gepaart und das erworbene, zum Opfer gebrachte Gut nicht beschaffen ist, die Herzen für sich zu gewinnen. Nicht eine gesunde Moral, nicht ein Beispiel bietet diese Mordgeschichte, ein ergreifendes Schrcckbild soll cs sein jenen Eltern, die eine ähnliche Methode in der Erziehung ihrer Kinder verfolgen, wie die Eltern deS Hauptangcklagtcn. M oritz Schoch et, so nennt sich das entmenschte Geschöpf, in dem bloß der böse Dämon die Gewalt hat, für den Verdachts- und Beweisgründe sprachen, daß er seinem Spiclgenoffen Simon Hecht den Giftbecher gereicht, um mit dessen Vermögen des Lebens Unverstand nicht mit Wehmuth, aber in Schwelgerei zu genießen, diese Schreckgestalt ist nur durch die Verhätschelung der Eltern, durch die mittelst Nachgiebigkeit alles Erdenklichen eiugcimpfte Anschauung, jegliches Opfer der Eltern als ihre verdammte ^Schuldigkeit und seine Wollust als den Brennpunkt des irdischen Lebens anzuschen, zu dieser Erscheinung geworden, die ick Elternhause noch ein psychologisches Räthsel war. Ist dieses tragische Ereigniß schon deßhalb zu beklagen, weil demselben ein Mensch zum Opfer gefallen und die Jugend eines Mannes, der das sechste Gebot „du sollst nicht morden" für eine Parodie auf das menschliche Leben angesehen und sich den vergifteten Stahl verlorener Existenz in die Brust gerannt, Hoffnung und Pläne seiner, wenn auch selbst demoraliftrten Eltern zertrümmert hat, so ist das Errigniß um so mehr zu bedauern, als cS die. trotz fortschreitender Entwickelung in der Civilisation, leider um sich greifende Demoralisation im Judcnthume kennzeichnet. Gehörte doch bei den Juden der Mord zu den seltensten Vorkommnissen und wenn er schon einmal den Schauplatz des Lebens verfinsterte, um, die Bekenner anderer Religionen in's Staunen zu bringen, so war cS, wie wir cS erst kürzlich in Galizien erlebten, blinder religiöser Fanatismus oder ein anderer vcrabschcuungSwürdiger Grund; von einem Raubmorde, ausgeführt von einem jüdischen Jünglinge, der schon einen gewissen Grad von Bildung besitzt, von dem weiß die Eriminalgcschichtc nichts zu erzählen. Und gerade in einer Zeit, in der die Sonne der Aufklärung leuchtet, in der Gesittung angcftrcbt wird und sich Völker und Menschen gegenseitig beglücken sollen, muß ein solches Verbrechen, vcr übt von der Hand eines Juden, doppelt gewichtig in die Wagschaalc der Entrüstung fallen. Wie ist aber diese Erscheinung zu erklären? wie ist dieser Fortschritt auf dem Gebiete der Demoralisation zu deuten? Die Antwort ist bald gefunden. Mau baut schöne, fabelhaft auSgcschmückte Tempel, errichtet Altäre dem Herrn aus kostbaren Marmor, zerbricht sich den Kopf über die Theorien, die da und dort ausgesprochen sind und will sich zum Philosophen bilden, der die profane Wissenschaft als daö ganze geistige Paladinm ansieht und Alles, was nur nach Religion riecht, verabscheut, wie der Mephisto das Gebetbuch, während im Hause, m dieser Miniaturwelt, der Erziehung nur in der Pflege einer oberflächlichen Bildung Rechnung getragen und die eigentliche religiöse Erziehung vermieden wird, in der Furcht, sie könnte die Kinder zu ASceten machen und ihnen durch ein hebräisches Gebetbuch, durch die gründliche Erklärung der Bibel der feine gesellschaftliche Takt benommen werden, der den Eltern als die Gottheit erscheint. Da glaubt man moderr zu handeln und dem Zeitgeiste Rechnung zu tragen, wenn man religiöse Bräuche auS dem Bereiche anderer Religionen herüberholt, da wird der Akt der Beschneidnng gleich einem bösen Geiste auS dem Hause verscheucht, weil der Bund, den Gott mit Abraham schloß, der nichtjüdischen Umgebung wegen gLnant wird, und dicß Alles, weil es der gute Ton erfordert. Ein abschreckenderes Beispiel kann dem zumal wohlhabenderen Juden schon nicht geboten werden als i» Moritz Schochet, der baar jede» religiösen Gefühles, in seiner Frühreife die ansopsrrnden Eltern zu lyrannisire» und vielleicht gar zu bewegen wußte, Helfershelfer eines abscheulichen Verbrechens zu fein. Ein bcklagcnSwcrtycr Umstand ist eS, daß gerade in der freiheitlichen Epoche der Juden die Freiheit solche Auswüchse erzeugt, die da» Judcnthum seiner reinen Unschuld zu ent- Neigen suchen, während der Jude, ehedem in dem kerkerähnlichem Ghetto schmachtend, schon vor dem Gedanken an rin Verbrechen zurückschaudcrte. WaS frommt all die Freiheit, so nicht von ihr die edle Seite gebraucht wird, so die Religion dieser Grundpfeiler des JudcnthumS vom krassen Materialismus verdrängt wird, an dem der Geist des JudenthumS, wie rin bloßes Gespenst eiuherschrcitet? 8. Ausgeburten ultramontaner Phantasie. Nicht allein in Bezug auf die Machtstellung der Eurie und auf den Bildungsgrad der Gläubigen soll das Mittelalter wieder hcraufgeführt werden, auch die Ehronik der Tagesereignisse wird von den klerikalen Organen zum Nachklatsch de« Mittelalter» gemacht'. Vor Kurzem erst machte durch die frommen Blätter die ernsthafte Behauptung von dem durch Juden grttunkrnen Blute der Ehriftenfiuder die Runde und nun bringen die kleinen ultramoutaucn Organe das in Pilaval zu lesende Geschichtchcn von dem Pariser Mcnjchcnschlüchter, der jahrelang Mcnschcnflcisch an die Pastetenbäckcr verkauft hat in modernen Aufputzt. Natürlich wird der gläubige Katholik zum Juden gemacht nnd der confcssionSloscn Schule wird alle Sündenkchuld zngeschoben. In dem in Habclsch:'.-«dt (Grafschaft Glatz) erscheinenden Blatte: „Der GebirgSbote" ist nämlich unter der Ucberschrift: „EonfessionS- und gchirnlos" wörtlich zu lesen: Kaum hat Traupman diese« Scheusal in Menschengestalt die Welt verlassen nnd in den Bedienten der Frau Lombard einen würdigen Nachfolger gefunden und schon wieder bringen österreichische Zeitungen Berichte über ihre Nachahmer, wodurch obige zwei als Stümper in ihren schrecklichen Thatcn erschienen: Ei>i> Wiener Jude Halle sic an Bestialität weit übcrtroffen und derselbe seine» Zeichens Wurstfabrikant hatte sich durch Lieferung guter Wurst bemerkbar gemacht und dadurch den Zuspruch erlangt. Zwei Landmädchen, welche nach der Residenz zum Markte gekommen, gehen an seinem Laden vorbei, und da« Eine ein nette» junge» Bauernmädchen, geht ebenfalls in den Wurstladcn, nachdem e» seine «Gefährtin ersucht, einen Augenblick an der Thürc zu warten. Doch da jene nach halbstündigem Warten noch nicht zurückgckchrt ist, wird die Wartende ungeduldig und ängstlich und thcilt den Sachverhalt einem vorübergehenden Polieistcn mit. der sofort in den Laden geht und sich nach der Vermißten erkundigt. Der Jude aber leugnet, daß sie im Laden gewesen. Nachdem sich der Polteist Verstärkung geholt, wird Haussuchung gehalten, und siche da in der abseits gelegenen Fleischbank findet man die Leiche de» Mädchen» in mehreren Theilen zerlegt und in einem unterirdischen Gewölbe außer ihrem Kopfe noch mehrere andere (da« Gerücht sagt von 20 ja sogar 40); au« solchem Stoffe fabricirte der Unmensch seine beliebte Wurst, 13»