Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 23 (1.12.1869)
- Date
- 1869-12-01
- Page
- Seite 233 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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233 ist der Umstand, ob ReligionSnnterrichtSgeld verlangt werdm kann, oder nicht. Religionsunterricht ist ein obligater Gegenstand, für diesen kann daher kein besonderes Entgeld verlangt werden. Diese Ansicht wird wahrscheinlich im LandeSschulrathe zur Geltung kommen. Bezüglich jener Volksschulen, welch« von der Gemeinde erhalten werden können, soll das ReligionSunterrichtSgeld von den Fremden eingehobeu werden Uiber die Fragen wegen Pensionirung deS ReligionSlehrerS die Disciplinarbewahung des Religionsunterrichtes spricht Herr Dr. Wiener die Ansicht dahin auS, daß sämmtliche vom Staate angestellten Lehrer, von demselben, die von den Gemeinden von diesen besoldet werd-n sollen. WaS die Disziplinarüberwachung de« Unterrichtebetrifft, ist diese «ine sehr schwierige Frage und wird seiner Zeit im LandeSschulrathe einer eingehenden Diskussion unterworfen werden. Nach einigen präsidiellru Mittheilungen und Wahl der Kommissionen wird die Sitzung um 8 Uhr geschlossen. v Oeffentliche Sitzung der isr. Cult.-Gem. - Verwaltung abgehalten am 21. November 1869. Anwesend die Herren: G. FeiZel, S. K. Frankl, Kahn, vr. La'ch, vr. Pribram, Singer, Schwab, Schitz, vr. TedeSco, vr. Wiener, D. Zappert. Es waren sonach abwesend die Herren: Fischt, Dr Gitschin Moses v. Portheim vr. Raudnitz, Prof. Wessely. Bor Beginn der Sitzung reserirt Herr Wo'.fgang Löwenseld Präsident de« Karlsbader Spitals in Gegenwart der Direktion-Mitglieder Hrn. Leop. Pick und A. Rosenberg über den Rechnungsabschluß des Vorjahre» und entschuldigt die späte Zusammenkunft durch eingctretene Hindernisse. Die vorliegende Rechnung wurde von den Herrn Dr. Wiener und Georg Feigi geprüft und für in allen Theilen richtig befunden. Herr Löwenseld beantragt nun die Wahl eine» AuSschnßmitglicdeS, da Herr Abele» Krankheits halber resignirt hat, da» Resultat ergibt 12 Stimmen für Herrn Friedrich KubinSky. Dem folgen nachstehende präsidielle Mittheilnngen. Die Anzeige der Eonstituirung der Spitalskommission, zu deren Obmann Herr Dr. Wiener, zum Oeconomie-Jnspector, Herr Zappert, und zum Kassier Herr Schwab gewählt wurden. In die Kommissen für Verwaltung des Armenwesen» wurde zum Obmann Herr Moritz Ung ar, zu dessen Stellver- Herr Zappert, zum Kassier Herr Zg. Gerstel, und zum Schriftführer Herr Leopold Kühe gewählt. In die Dalmudthorakommission wurden gewählt: Herr Prof Dr. Wessely zum Obmaizn und Herr Dr. Lasch zum Schriftführer. Herr Leopold BrandeiS hat die Wiederwahl in die Armenkommiss. Herr Koppelmann Lieben jene in die Waisenhaus kommiss. dankend abgelehnt. Der 1. Punkt der Tagesordnung betrisst die Vorlage des Präliminar« des isr. Hospital pro 187t). Referent Herr Dr. Wiener verliest dasselbe, und lasst über jede einzelne Post abstimme». Dasselbe lautet: Ausgaben. 1. Besoldung der Aerzte.fl. 700.— 2. Löhne des WartpersonaleS.„ 038.— 3- Diurne».„ 365.— 4. Die jährlich zu vertheilenden Micholup'schen StiftungSinteresseu.... 4.40 5. Amts- und Kanzleiersordernisse .„ 60.— 6. Reinnneration für den Rechnungssührer.„ 480— 7. Erhaltung d. Gebäude.„ 160— 6. Steuern und Abgaben. „ 320— 9. Regiekosten: a) Verköstig,tilg.„ 6400.— b) Medikamente und ärztliche Erfordernisse ....,» 400.— c) Kleidung .. „ 50.— d) Bettzeug und Wäsche.„ 300.— e) Han-einrichtung .„ 150.— f) Beheitzung und Beleuchtung.„ 400.— g) Reinigung der Wäsche.„ 170.— 10. Verschiedene Auslagen.„ 50.— 11. Pension (au Lritmeritz).„ 300.— 12. Pension an den in Ruhestand versetzten Hausdiener . „ 64.08 13. Außerordentliche Auslage».. . „ 100.— Summe der Erfordernisse fl. 10102.08 Einnahmen. Interesse» v. Kapitalien.fl. 1230.— Systemisirte Beiträge.„ 1035.32 Ertrag eines FrauensitzcS in der PinkaSsunagoge.. 1.50 BeerdigungSgrbühren. „ 800.— Vermächtnisse und Geschenke .. 1000.— Verschiedene Einnahmen. 80.— BerpflegSkostcuvrigntung . .„ 6000.— Dir Gesammteinnahme beträgt fl.9162.82 Der SpitalbaufondSvoranschlag: 5"/, Interessen von der Staatsobligation pr. 8300 fl. nach,, Abzug der 20"/« Steuer., 348.60 5% Interessen d. Rationalanlehenü » Obligation nach eine» 20"/„ Steuerabzug und 15"/, Agio mit Zuschlag des Kapitals pr. 1600 . 77.25 6% Interessen v. 2600 für Pfandbriefe.. 130.— 5% Interessen von 2600 fl. al« Sparkaffacapital .... „ 130.— Summe fl. 686.86 welcher Betrag seiner Zeit bei der Sparkassa zusallociren sein wird. Da« Desicit von fl. 960.08 wird durch die vorhandene Laffabaarschast gedeckt, daher diese Post im Gemeindeprälimirare entfällt. Da« Präliminare wird in jedem seiner Posten genehmigt. Dem folgt da» Gesuch de« Sekundararzte« de« isr. Hospital«, welche» der SH,ilkommlssioir al« Referat übergeben wird. Lin weiterer Programm-Punkt betrifft den RrchnungSbcricht der GeldveNheilungSanttal», durch Herrn Schwa», welcher die Rechnung für richtig befunden und constatirt, daß sich im verflossenen Jahre die Ausgaben auf fl. 1699.1*6 die Einnahmen aus fl. 1672.60 beliefen, wahrend der Vermöge,,-stand fl. 2384.63 beträgt, Referent beantragt dir Erlheilung de» AbsolutorinmS und Votirun« des Danke« der Repräsentanz, (angenommen) Da« Gesuch der Direktion deS Marienbader Hospital» um Anssolgung der Subvention pr. 100 fl. aus der Eultuscassa wird dahin erledigt, daß der betreffende Betrag in» Gemeinde-Budget eingestellt wird. Herr Ungar reserirt über da» Präliminare der Armenwesenver waltung und bemerkt, daß für die Ausspcisnng der Betrag von 650 fl. für die Verlheilung an hiesige Arme und Durchreisende der Betrag v. 1000 fl. (eine Erhöhung um 200 fl. gegen daS Borjabr) eingestellt wurde, und motivirt diese Erhöhung durch ein ständige» alljährlich zu vcriheilendcS Almoien von 360 fl. wodui-.k»- bloS der Betrag von «00 fl. erübrigt, (anzenommeii) Ferner erbietet sich die Arinenkominisfion die Handvertheilung sowohl als dir Verlheilung an verschämte Armen zu übernehmen, wogegen alle für daS Armenweien ei,senden Geschenke und Spenden an die Armenkommission zn übergebe» sind, wird zur Kenntniß genommen. Rli» folgt die Wahl eine» Mitgliedes der WiiienhaiiSkommisfion. Von 13 Stimmen entfallen 7 auf Hrn I a> o b S. Freund. 5 aus Herrn Dr. Robitichek. Somit rrlch-*— Herr Jakob S. Freund gewählt, Sodann die Wahl eines Mitgliedes der Armenkommission: Herr Dr. Teller erhält 7 Stimmen die übrigen Herr Gehniamacher, demnach erscheint rrsterer als gewählt. In die Umlag Skommission werden zuerst 3 Mitglieder auü der Repräsentanz gewählt und zwar ergibt daS Scrntiniuin folgendes Resultat: Herr G » st a v Schitz ist mit 12 Stimme», Herr Singer mit 11 und Herr Koppe l m a n n Plohn mit 9 Stimmen gewählt. Da» Serntininm über d. 3 Mitglieder a»S d. Geinciilde wird der vorgeschritlenen Jeit halber vertagt. Behufs der Wahlen in die Paisahkominission stellt Herr Dr. Wiener den Antrag, Herr Moritz Ungar und Herr Plohn sollen als bisherig« Mitglieder derselben eine Kandidatenliste rmwersen, welche in der nächsten Sitzung der R-prä'entaiiz vorzulezen ist. (angenommen.) Hieraus wird die Sitzung geschlossen. Verein „Chanuka“ (Die Tempelweihc.) Dic ja* Verein zu dem Zwecke arme israelitische Kinder, dic von den Schuldirektoren, Institutövorständcn und Shnagogenvorständen in Vorschlag gebracht werden, an einem der Ehanuka» abende mit neuen Kleidungsstücken und Schulreauisiten zu beschenken, hielt am 1«'» v. M. seine erste Generalversaminlung ab. Nach einer von einem Grnndungökomitc-Mitglicde gehaltenen Ansprache, in welcher die 'Motive der Gründung jenes Vereines auscinandergesetzt wurden, gelangten die Statuten zur Verlesung, der die Wahl der drei Vorstandsmitglieder und der sieben Ausichußmitgliedcr folgte. Daö Resultat der Wahl war, daß die Herren: Friedman» V'eipen zum Vorsitzenden, H. Fachs zum Kassier, I. SlranSty znm RechnungSführcr, sämmtliche Mitglieder des GründungSkomitc, dic Herren Iatob B. Brandcis, Noe t^oldschmid, M. I. Hirsch, G. Pohl und B. Straschitz sämmtlich Mitglieder deS Gründungokomite. so wie die Herren E. I. Randnitz und A. I. Wahle in den Ausschuß gewählt wurden. Der Generalversammlung wohnte ein landcsfürstlichcr Kommissär bei. Nachdem cs sich der Verein zur Aufgabe macht, nicht nur Kinder aus Prag, sondern auch solche vom Vanbr, die in Prag eine Schule oder ein Institut besuchen, von dem Genußrcchtc Gebrauch machen za lassen, so erheischt daS Interesse des Vereines und des damit verbundenen Zweckes eine zahlreiche Betheiligung unserer GlaubenSge- «offen ans dem '/anbe umsomehr, als sich der .bekannte WohlthätigkcitSsinn der Israeliten in Prag nicht nur durch massenhafte Anmeldung von Mitgliedern, sondern auch durch bedeutende Geschenke fühlbar macht. Noch ist zu bemerken, daß die Mitglieder des Vereines in ordentliche, welche daS 24. Lebensjahr überschritten haben und in Prag oder in Böhmen überhaupt wohnen, und in außerordentliche, beiderlei Geschlechtes vom 1 *». Lebensjahre angefangen, die zwar den J-hreSbcitrag entrichten, aber sich des aktiven und passiven Wahlrechtes begeben und in Ehrenmitglieder zerfallen, welche sich um den Verein verdient gemacht haben, von dem Gesammtvorstandc mit absoluter Stimmenmehrheit ernannt werden. V Keierliche llebergabe. Am 5. d. M. um »> Uhr i Abends findet die feierliche Uebergabe an hilfsbedürftige i Knaben und Mädchen im Saale des H. Sonnenschein Ära»