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Die Gegenwart · 1869-11-15 · 22 (15.11.1869) · p. Seite 224

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
22 (15.11.1869)
Date
1869-11-15
Page
Seite 224 (sequence 10)
Language
German
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I 224 i Herr -ah» bofiitc auf ben Sah, et ist noch keinem Staubgeborevin aelungen. et allen recht zu machen, flaltirt Hrn. Dr. Trdetka und ersuwt ihn im Namen der neuen Repräsentanten den Vorsitz beizubehaltm. Nach so vielen Deklamationen steht sich Herr Dr. Trdrtko gmSthigt, den Vorsitz für ferner zu übervehmen. Et wird nun zur Wahl der ftunctionärt geschritten. Zum Kanzleidirector wird Herr Dr. Wiener, Directorstrllvertrrtrr, Herr Dr. Raudnitz zum -assadircrtar, Herr S. A. Frankl, s zu besten Stellvertreter H. Schwab, zum Lontrollor Lrrr fatal und zu besten Stellvertreter Herr Kohn gewählt. Rach einigen präfidiillm Mittheil, werden mehrere Gesuche erledigt. Darunter »ird da- Gesuch des Hrn. i W. liöwenfeld und Lonsortm um Einberufung einer Generalversammlung der Mitglieder der Beerdigungtbrüderschaft behufs Revision der Statuten derselben zur Begutachtung übergeben. Die Sitzung wird um 18 Uhr geschlossen. Derselben folgt eine geheime Sitzung. *** Vorläufiger Atzmi-sbericht In der öffentl. Sitzung der ifra:l. Cultusgemeinderepräsentonz vom 9. November 1869 fand die Wahl der verschiedenen Commissionen statt, u. z. wurden in die S p it a lS k omMission folgende Herren gewählt: Dr. TedeSko, Dr. Wiener, Dr. Pribram, Schwab und Zappert, mit je 15 Stimmen, (im ver-. flosseuen Jahre gehörte auch Dr. Saar dieser Comission an.) in die Kn a den waisenhauSkomission die Herren: S K. Frankl mit 14, Feigl mit 15, Lieben 11, S Kohn mit 12, Dr. Pribram mit9 Stimmen (sämmtliche im vorigen Jahre.) c) in die Talmud thoralommission die Herren; Prof. Dr. Wessely, mit 15, Leopold Pick mit 12, Lieben mit 10, F cigel mit 12 und Dr. Lasch (statt des Hrn. Beit A. Ofcrö) mit 10 Stimmen, d) in die Armenkommission die Herren: Koppelmann Plohn, (statt des verstorbeneu Hrn. JsaiaS KauderS) mit 15. Ignatz Gerstel mit 13, D avid Z ap'pert mit 12, Leopold BrandeiS mit 11. Mos. Austerlitz mit 9, Leopold Kühe mit 12, Mor. Ungar mit 10 Stimmen, (die drei letzten statt der Herren Beit A. OserS, Gustav Schitz und Ignatz Schütz). Die Commission zur Umlage der CultuS und Anschlußsteuer, so wie die zur Besorgung drr Passahbedürfnisse werden demnächst zusammengesetzt. Der Hauptgegenstand der Sitzung war nebst Erledigung einiger Gesuche um Verleihung von Stiftungen diejenige der Besoldnng der Religionslehrer und was 'n dieselbe einschlägt und zwar: 1) Wem steht das Recht zur Ernennung eine« Religionslehrers zu? 2) In welchem Falle hat der LandeSschulrath die Ernennung zu verweigern. 3) Wer hat über das Bemessen der Lchrgegenstände, welche der ReligionSlehrcr vortragen, .soll zu entscheiden. 4) Welche Eigenschaft muß ein Religionslehrcr haben, damit er bestätigt werden kann? Die Beschlüsse, welche in dieser Richtung gefasst wurden als auch den Verlauf der Debatte, tragen wir in der nächsten 'Rümmer nach. ' *** Surz. Der Handelökaminepräsident Herr Max Dormitzcr erhielt vom Bicekönig von Egypten eine Einladung der feierlichen Eröffnung deS Sucz-KanaleS beizuwohnen. Herr Gormitzer hat bereits die Reise angetreten. *** Chanuka. Demnächst tritt ein von acht hiesigen Gemeindcmitgliedcrn gegründeter Verein inS Leben, der die Aufgabe hat, arme ist. Kinder beiderlei Geschlechts vom Laude sowohl als von Prag, die hier eine öffentliche Schule oder eine autorisirte Lehranstalt besuchen, mit Kleidungsstücken und Schulrequisiten zu beschenken. Die Bertheilung wird immer am ersten Chanukaabende stattfindcn, wcßhalb auch der Verein den Namen »Chanuka" die Tempelweihe führt. Bei der edlen Tendenz dieses neuen BereineS, als dcö ersten in seiner Art, so wie bei dem geringen Jahresbeiträge von nur Einen Gulden ö. W. ist auf eine große Bethciligung zu rechnen. V 8k»eralversa»«l>utg in der KlauSsyuigoge. In der am 31. v. M. stattgefundenen Generalversammlung stand auch die Predigrrfrage auf dem Programm, die in ziemlich heftiger Debatte ventilirt wurde. Zwei der anwesenden Synagogenmilglirder plaidirten für Kündigung des bisher angestellten Prediger», dessen Contrakt grade zu Ende lief, indem sie auf die schlechten Finanzen der Synagoge hinwiesen und überhaupt die Besetzung des PredigerposteuS für eine Last erklärten, die den Synagogenmitgliedern aufgebürdet wird. Die beiden Redner, die gewiffermaßeu als der Sprechwart einer ganzen Fraktion erschienen sind, wurdm von Herrn Herrmann Fuchs bekämpft, nachdem er sich vom Vorsitzenden Herrn Hock einen kurzen Ueberblick über da» Budgrt geben ließ und die Lage dein Frage stehenden Rabbiner» treffend schilderte, so daß die klare und logische Auseinandersetzung nicht verfehlte, auch auf die Unzufriedenen einen günstigen Eindruck zu machen; so zwar, daß von 142 anwesenden Mitgliedern 32 für, 6 gegen die Beibehaltung de» frühern Predigerstimmten 4 sich der Abstimmung enthielten. Mehrere Mitglieder verlangten die Contrakterneueruug bloß auf ein Jahr, Herr S. I. Schwarz hingegen stellt den Rabbiner aus gleicher Stufe mit einem Kommigegen den Nichtvorliegt, und beanttagt die ContraktSdauer auf drei Jahre mit einjähriger Kündigung auSzudehnen. Der Antrag wurde angenommen. | Anknüpfend daran, machen wir den Vorstand aufmerksam, de« Synagogenmitgliedern zu Ende de» Jahres Ausweise zukommen zu lasten, damit jene in das RechnungSgebahren Einsicht erhalten und auch wissen können, was mit dem Baarvermögen von 2000 Gulden geschehen ist, welches der frühere Vorsteher Herr Friedmann Lcipen der Synagoge erspart und bei seinem Austritte dem Vorstände übergeben hat. *** Heller'sche Spielwerke. Wer sich oder Andern eine dauernde Freude bereiten will, rathen wir, ein Werk au» der Hellrr'scheu Fabrik ia Bern zu beziehen; Tausende solcher Werke, groß, riesengroß und winzig klein, in mannigfachster Form und Ausstattung» lachen unS entgegen, wenn man seine Magazine betritt. ES ist dieß das größte derartige Etablissement, welches existirt und welches sich durch seine außerordentlichen Leistungen einen Ruf erworben, der sich in fernsten Gegenden erstreckt, so daß allenthalben nach Hel letschen Werken gefragt wird. Wir rathen aber Jedermann zu direktem Bezug, da vielfach andere für seine Werke auSgeboten und verkauft werden. Jedes Werk ist mit seinem Namen ^eysrhcn. Verflossenen Mittwoch wurde im k. deutscheu LanmStheater zur Feier von Schissers Geburtstag Lest sings Nathan der Weise aufgeführt. *** Berichtigung. In der letzten Nummer dieser Blätter brachten wir die Nachricht, daß der hiesige Kantor Herr Landau von der k. Oper in Berlin gegen einen JahreSgehalt von 2000 Thaler für dieselbe gewonnen wurde. Die ganze Nachricht reduziert sich darauf, daß Herr Landau in Berlin bloß Probe gesungen und ihm der JahreSgehalt von 1500 Thalern in Aussicht gestellt wurde, fall» er sich in Berlin weiter ausbilden würden Darauf ging Herr Landau nicht ein, und zog eS vor in Prag noch mehr gesangliche Ausbildung zu genießen. Auswärtiges. Wie«. Den 4. November ist der Gemeinderath und Hof- und GerichtSadvokat vr. Edmund Lewinger nach kurzem Krankenlager gestorben. Freitag Abends hatte er sich nach der Gemeinderathssitzung, der er noch beigewohnt, unwohl gefühlt und sich zu Bette begeben. Am Dienstag traten die schwarzen Blattern hervor, welcher Krankheit vr. Lewinger auch gestern erlegen ist. Er war in Groß-Kanizsa geboren und hatte da» Alter von 32 Jahren erreicht. Der Verblichene hatte sich als Verteidiger in Strafsachen einen Ruf erworben und war auch als Grmeinderath, trotzdem er der jüngste unter den Vätern der Stadt war, äußerst rührig. Da» Leichenbegänzniß fand am 7. d. M. um 10 Uhr Vormittags vom Trauerhaust, austatt. An demselben hatte sich auch der Männergesangverein, dessen Ausschuß er angehörte, betheiligt. Selten wohl mag der israelitische Friedhof eine solche imposante Menschenmenge innerhalb seiner Mauern versammelt haben, denn fast alle Kreise der Wiener Bevölkerung hatten ihre trauernden Berttetrr zu ^ichte der «Mtltf» btrftfh* um. . O*1

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