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Die Gegenwart · 1869-11-15 · 22 (15.11.1869) · p. Seite 225

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
22 (15.11.1869)
Date
1869-11-15
Page
Seite 225 (sequence 11)
Language
German
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225 "bem letzten Liebesdienst gesendet. In der Todtenhalle hielt Prediger vr. Jett inet eine längere, die "Verdienste de« Dahingeschiedenen hervorhebende Rede und Ober-Kantor Sulz er'S Klagetönr drangen mit mächtiger Wirkung in die Herzen der Anwesenden. Der „HeSperuS/ der Männer y-snngnertin. ber bemnkratische hr« dritten ^Bezn-ke«^- Hnttrrrtuiifl hatte, und sich ftrrfil der Regierung mthrere Private, darunter Damen, hatten prachtvolle Kränze gesendet, die dem Tobten mit in'S Grab gegeben wurden. Nachdem der Sarg versenkt war, stimmte der fast vollzählig versammelte Männergcsangverein „Wanderers Nachtliedan ünd kein Auge in der großen Versammlung blieb trocken. Vom Gemeinderathe bemerkte man den Bürgermeister vr. Felder, .dann die beiden Herren Vize-Bürgermeister Khunn und Dr. Newald. — In der 28. Sitzung denied.« österreichischen Landtages referirte Abgeordnete vr. Tremel Namens des VerwaltungSauSschusseS über da« Gesuch deS Vorstandes der hiesigen israelitischen KultuSge. meiude, eS möge das hiesige israelitische Gemeindespital als ein öffentliches Krankenhaus behandelt werden. Der Kultusvorstand will nämlich, daß die VerpflegSkosten für unbemittelte Kranke auS dem LandeSfond gezahlt werden; diese Vergütung wird bekannllich nur öffentlichen, nicht aber Privat-Krankenhäusern gewährt. Der Landesausschuß, dem diese« Gesuch zuerst vorlag, beantragte dessen Genehmigung, der BerwaltungS-AuSschuß hingegen will die Entscheidung über dieses Gesuch so lange vertagt wiffen, als nicht das Statut der Anstalt vorgelegt und die Nachweisung der Höhe der BerpflegSgebühren geliefert wird. vr. Jos. Ko PP beantragt. das Gesuch rundweg abzulehnen. ES sei ein Privgtspital, welcher Charakter dadurch begründet werde, das in dasselbe ausschließlich nur Israeliten ausgenommen werden. Einem Privatspitale können aber die Rechte eines öffentlichen Krankenhauses nicht ertheilt werden. Abg. E zedik plaidirt für den Ausschußantrag. Statthaltereirath Fuchs bestreitet dem Landtage das Recht, einem Krankenhause den Charakter der Oeffentlichkeit zu verleihen. Bet der Abstimmung wird der Antrag des VerwaltungSauSschusseS angenommen.— Herr Eduard Ritter von TodeSko hat dem AlbrechtSfonde für Darlehen an k. k. Offiziere 60.000 fl. dem Studcntenfonde 40.000 fl. gespendet. — Dem Bankier Herrn Eduard Ritter von TodeSko wurde in Anerkennung seines gemeinnützigen, patriotischen und humanitären Wirkens von Sr. Majestät dem Kaiser der eiserne Kronenorden 2. Klasse verliehen. Mit diesem Orden ist die Anwartschaft auf die Baronie verbunden. — Triest. Sr. Majestät der Kaiser von Oesterreich hat den Banquier Herrn I. Weisenfeld, den Orden der eisernen Krone 3. Klasse verliehen. — Herr Iustinian Heiland emeritirter Direktor der Modellenbank von Triest, berief den gelehrten israelitischen Orientalisten Profeffor Eisenstädter, um seine Zöglinge in der arabischen Sprache unterrichten zu lassen, welche Kenutniß nach der Eröffnung des Kanal« vo» Suez ohne Zweifel von großem Nutzen fein wird. — Auch die Herren Barone Josef und EliaS v. Morpurgo begeben sich, der erstere in Vertretung der Handelskammer, der zweite als Direktor des österreichischen Lloyd nach Suez, um dieser Feierlichkeit beizuwohnen. Pari-. Donnerstag, den 4. v. M. als am ersten Todestage des Baron James von Rothschild, fand im Beisein aller Mitglieder der Familie und der intimsten Freunde derselben in dem israelitischen Bethause deS Rothschild'schen Hospital» in Paris ein Trauergottesdienst statt, welcher von dem Pariser Rabbiner Herrn Cahen geleitet wurde. Hieran schloß sich ein Vortrag de« Groß- Rabbiners vou Frankreich, Herrn Isidor an, in welchem u. A. die Mittheilung gemacht wurde, daß der Verewigte in seinem Testament neben bereit« bekannten WohlthStlgkeitSakten eine Stiftung zur Erbauung eines BersorgungShaufeS für 125 altersschwache Personen beiderlei Geschlechtgemacht hat. Land«». Herr Baron Edmund von Rothschild reiset än Begleitung eine« Gelehrten nach Jerusalem, uud hat die Absicht dann einen umständlichen Bericht über seine Reiseir zu veröffentlichen. — Der Korrespondent de« „Washington" von New-Dork, berichtet für sicher, daß Herr Friguet, Prokuraführer de« Hrn. Rothschild, mit dem General „Grant," Präsidenten der vereinigten Staaten Nordamerika-, eine das ganze, zur Tilgung der Staatsschuld erforderliche Geld zu borgen. — England zählt jetzt 4 jüdische Barone: der 1. war Sir Jsak Goldschmidt, vom Lord Malbourne im Jahre 1841 ernannt. Sein Sohn Sir Francis, Mitglied des Unterhauses, ist Erbe diese- Titels. Der zweite war Sir Mose« Montcfiore,. von Sir Robert Perl im Jahre 1846 zum Baron erhoben. Hierauf erhielt diesen Titel vom Lord John Ruffel im Jahre 1846 Sir Antony von Rothschild. Der 4. der zu dieser Würde vom Herrn Glad-tone erhoben wurde, war der Alderman Sir David SalomonS welcher zugleich einmal Lordmayor der Stadt London war Modena. Herr Rabbiner Salomon Jona au- Jvera,' wurde zum Oberrabbiner der israelitischen Gemeinde in- Modena, ernannt. PeterSbnrg. Zur Aufstellung von Vorschlägen für eine anderweite Regelung der Berhältniffe der Juden in den nordwestlichen Provinzen deS Reiches ist vor einiger Zeit in Wilna eine besondere Kommission eingesetzt worden. Derselben sind am 17. Oktober auch Dcputirte der Judcnschaften hinzugetreten, und zwar je zwei anS jedem der betheiligten Gouvernements. Dieie Deputaten haben die Aufgabe, durch gutachtliche Aeußerungen dahin wirken zu Helsen, daß die Regelungsanträge der Kommission den thatsächlichen Bedürfnissen der jüdischen Bevölkerung entsprechen. — Hier wird ein Tempel im maurischen Style, deffen Kosten über 250.000 Silberrubel betragen, erbaut. Jauiaa (Albanien). In dieser Stadt brach eine große Feueröbrunst aus, welche in sechs Stunden den Bazar und das ganze Quartier der Israeliten in Asche legte. Cilf hun. dert Häuser wurden ein Raub der Flammen. äerusalem 10. November. Sr. Maj. der Kaiser von Oesterreich besuchte unter Anderem auch die Synagogen, die jüdische Schule und da« Rothschildische Spital. Die Landenge von Snez. Auch das Judenthum wird bei der feierlichen Eröffnung des Kanals von Suez vertreten sein, indem der ausgezeichnete Philantrop, Herr Ritter Albert Kohn, beabsichtiget, nachdem er Bukarest, Konstantinopel und Jerusalem im Interesse unserer GlaubenSgenoffen besucht haben wird, derselben beizuwohnen. Kunst und Literatur. — Herr Adolf Neubauer, der gelehrte Orientalist, hat, auf seiner Miffivn in der nationalen Bibliothek zu Madrid nach Spanien, und in den Klöstern, zu welchen er Zutritt hatte, zahlreiche hebräische Manuskripte entdeckt, und man erwartet von ihm einen Bericht über die gemachten wissenschaftlichen Nachforschungen. — Am 28. Oktober wurde in Triest mit großem Erfolge die neue Oper Alda, Musik von Lyonel Ventura gegeben; die Oper erhielt außerordentlichen Beifall und dem jungen israelitischen Meister wurde die Ehre zu Theil, bei offener Scene vielmal gerufen zu werden. Briefkasten der Redaktion. Herrn K. in v. salzt nächsten«, rrroarttn auch dir Silhouetten. — Herrn M. in A. Wir bitten um öftere Berichte. — Herrn S. in zum Denuntiationswesen, geben wir un« nie her, »a» Sir veröffrntllchen wollen, müssen Sie grs. mit Ihr« Stamen unterfertigen. Briefkasten der Administration. Herrn keap H. in B. Bitten um Herrn L. K. in Poftrlztn Bitten um den den Präuumeratlonsbetrag. d Pranumrratianibrtraa. * (

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