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Die Gegenwart · 1869-09-15 · 18 (15.9.1869) · p. Seite 181

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
18 (15.9.1869)
Date
1869-09-15
Page
Seite 181 (sequence 7)
Language
German
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181 i Libelle und giftgetränkte Pamphlete gegm Juden und Judenthum — ihr werdet eueren ruchlosm Zweck dennoch nicht erreichen!-Freilich nur so lange, als Israel fest hält an dem Ewigen, dem Herrn Zebaoth und an seinen heiligen Lehren! Alsdann werden auch in Erfüllung gehen -die Worte des Propyeten Jesajas (Kap. 41, 10 — 13.) אל"7דא ד־עבז־ אני_אר־ת?גתע;/א;,־ ארהץז אין:צך\ןז אז—עזרקיך אף— תדקחיף בימיז?״קי: הן.לבשו'ד.:למו כל הנחללים :rp קאץ דאקדז ייכדז: ה:קשפ ולא וזק!צ»ם א:שי הצתףיהיו כאץ וכאפת אנש• הלחמתף Fürchte dich nicht, denn ich bin mit Dir; zage nicht, denn ich, dein Gott, stärke dich, und helfe dir, und stütze Dich mit meiner siegreichen Rechten. Siehe es werden zu Schaden Alle, die dich reizten; eS werden zn Nichts und gehen unter, die mit dir haderten, du wirst sie suchen und nicht finden, die wider dich stritten; zu nicht« werden und ganz dahin sind, die gegen Dich Krieg führten.*) Breslau im September 1866. ' Adolf Kohnt. *) Nr. 6. (״Unmusikalische Stolen") ist sowohl in stylistischer als wisienschaftlicher Beziehung zu schülerhaft um in einem solchen Blatte, wie die Gegenwart," besprochen zu werden. Soeben erhalten wir von unserem Herrn Verleger eine n eue Broschüre gegen Wagner betitelt: Richard Wagner« ״Da« Judenthum in der Musik." Eine . Abwehr, von I o seph En gel auf die wir, da sie durchaus subjektiv gehalten ist, nicht näher eingehrn können. Locales. Oeffentl. Sitzung der isr. Cult.-Gem. - Verwaltung abgehalten am 15. August 1869. Anwesend die Herren: G. Feigrl, S. K. Frankel, Dr. Gitschin Lieben, Oser«, vr. Pribram, vr. Raudnitz, Schwab, G. Schitz, M. A. Wahle, »Prof. vr. Weffely,. vr. Wiener. Es waren sonach abwesend die Herren: Fischl, Singer, Ignatz Schütz, vr. TedeSco, D. Zappert. De Sitzung wird vom Vorsitzenden um % 11 Uhr mit folgenden Mitthrilungen eröffnet: Vom Prager Stadtrathe ist die Aufforderung an die Repräsentanz ergangen vom Vcnnögen der patriotischen Novemberstiftung in Folge de« StiflSbriesr« 5000 fl. an den Stadtrath au«- zufolgen (bereit« einer Kommission zugewiesen) 2) Von der KnadenwaisenhauS-Verwaltungs-Eommission wird die Anzeige erstattet, daß durch den Austritt zweier Zöglinge die Ausschreibung eine« erledigten Platze« erfolgen möge. (Der Antrag, warum nur ein Platz besetzt werden soll, basirt lediglich darauf, daß im Vorjahre ein Zögling mehr ausgrnommen wurde, und die Räumlichkeiten beengt sind.) 3) Vom 1. jüdischen Gemeindetage ist die Aufforderung zur Beitrittserklärung an die Repräsentanz ergangen. Au« Anlaß der EnthüllungSseier de« Grabmalede« verewigten Oberrabbiners Rapoport hat Hr. Simon Perelc« zur Be- 6:eitung der dießbezüglichen Kosten die Summe von 25 st. gespendet. on Fron Mathilds Basch wurde au« Anlaß eine« freudigen Ereignissr« 100 fl. mit dem Bemerken überreicht,dieselben zweckentsprechend theil« an verschämt« israel. HauSarme theil« an WohlthätigkeiiSinstitute zu vertheilen. Von Seite der k. k. Universitätsbibliothek liegt eine Zuschrift vor, welche die Aufnahme der Gemeindebibliothek wegen RaumeSman gel« für unmöglich hält. Auch Herr Dr. Zacharias Frankl hat in Bezug aus der an ihn ergangenen Berufung, in einer freundlichen Zuschrift seine Bedauern auSgedriickt, seinem längst gehegten Wunsche den Abend seine« Lebens in seiner Vaterstadt zu verleben, nicht Nachkomme» zu können» da er in einem so vorgeschrittenen Alter sich zu schwach suhlt, sich so großen Pflichten zu unterziehen. Es wird hierauf zur Tagesordnung geschritten. Zuerst werden jene Punkte besprochen, welche die Erledigung von Gesuchen betreffen. Dem folgt die Mittheilung de« mit Magistrat« Note vom IS. August l. I. intimirten StatthaltereierlasieS vom 7. ,S'ugust l. I. betreffend die Bestätigung der Wahlordnung der CultuSge mrinde-Repräsentanz und Feststellung der Vorbereitung-Maßregeln so wie de« Termine« der vorzünehmenden Ergänzungswahlen. Referent Dr. Wiener stellt folgende Anträge: Die Wählerliste soll vom 12, September l. I. bi« zum 24. d. M. austiegen, welche Frist zugleich al« Rec lamationSfrist anzusehen ist. Wa« die Wahltage betrifft, beantragt Restreut den 10. Oktober für den 3. Wahlkörper. Da nach der neuen Wahlordnung eventuell eine Nachwahl stattzufinden hat, so ist für dieselbe der 13. Oktober festgesctzt.Für den 2. Wohlkörper ist für die Hauptwahl der 16. Oktober eventuell der 17. Okt. für die Nachwahl, für den 1. Wahlkörper der 19. und 21. Oktober ersterer für die Hauptletztere für di« Nachwahl bestimmt. (LegitimalionSkartrn werden für di« Hauptals al« Nachwahl getrennt verabfolgt) Di« Vorschüffe pr. 600 fl. für da« Knabenwaisenhau« und 600 fl. für die Talmudthoraschule werden den «iuzeluen Lommiffionen bewilligt. E» gelangt nun der Bericht de« Hrn. ן Feig! über die Gesuch« um Verleihung der Simon Lödl Kuh'schen Ltifl tung«rabbinerstelle. Bon den 3 Petenten wird der eine all den Brdin-! gungen de« Gtistsbrirfe« nicht entsprechend, sogleich au«arschiedeu. Nach v längerer Debatte wird die Wahl dem Stistsbnes« gemäß zwischen den beiden andern durch da« Lo« entfchteden. Schluß der Sitzung '/, 2 Uhr. =-—%* Nichta»»ah«e. Sr. Ehrwürden Herr vr. ZachariaS Frankl Direktor de- Breslauer Seminars hat die ihm angebotene OberrabbinatSstelle in Prag dankend abgelehnt, mit der Motivirnng, daß ihm sein hohes Alter die Erfüllung so großer Pflichten, die das Prager Oberrabbinat erheischt, unmöglich mache. V Israelitische Waifenstiftnng. Zur Verleihung von 13 Stipendien, der mittelst Beschluß der Repräsentanz der böhmischen LandeSjudenschaft kreirtrn Steuerstiftung für Waisenknaben ist für das Schuljahr 1869 — 70 der Eonfür« ausgeschrieben. Diese Stipendien werden in der Regel auf die Dauer von 2 Jahren verliehen und sind zunächst für isr. elteru-beziehungsweise vaterlose Knaben vom Lande mit Ausschluß der Hauptstadt Prag bestimmt. Das Nähere besagt das Inserat in der heutigen Nummer. *** Die Constription im Krähwinkel. Nachdem die Gemeindemitglieder seit einer Reihe von Jahren unter einer verhältnismäßig drückenden EultuSstcuer geseufzt und wir mehrere Male aus die ungerechte Stcucrbemcssung aufmerksam gemacht haben, greift jetzt die Ehrensitzkompagnic zur Herstellung einer proportionellcn Besteuerung nach einem drastischen Mittel. Sie erließ nämlich vor einigen Tagen in Form einer amtlichen Zuschrift, an die Vorsteher der kleinen und großen Synagoge» behufs Evidenzhaltung der Steuerpflichtigen, ein Bittgesuch in einem etwas schmeichelnden Tone, in welchem von den Vorstehern nichts weniger verlangt wird, als der Eultns-Gemeinde- Verwaltung da« Berzeichniß der Bet sitzstellen Mieter, wo möglich mit Angabe der Wohnung und de« Ehara fterS, welch e z wci Um stä nd e gleich bei Vermietung der Sitze erhoben werdenkönnten, zukommcn zu lassen. Die Herren Vorsteher, welche von Glück sagen können, daß in der Zuschrift nichts von einer Angabe der üblichen Spenden der einzelnen Synagogenmitglieder verlautet, werden sich wolweislich hüten, eine solche Rolle zu übernehmen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, die Interessen der Synagogen zu schädigen. V Scheiden thut weh. Herr Gustav Schitz hat, wie man wissen will, aus Gesundheitsrücksichten seine Resignation als Mitglied der EultuSgemeinde-Verwaltung zurückgezogen. Nach einer andern Version soll ihn Heimweh zu seinen Freunden zu diesem Schritte veranlasst haben. In beiden Fällen heißt es Komödie spielen. *** Eine NenjahrSnacht. Der hiesige Talmud-Thoralehrcr, und ZukunstSpoet hat die erste israel. NenjahrSnacht im Neustädter Theater dem Grafen Essex gewidmet und wahrscheinlich Fräulein Ziegler, deren Nase er in ihrem Spiele anSzuseyen hatte, in ncujahrSnächtlicher Stimmung angebetct. Das Resume seiner Betrachtungen im Tempel der Thalia thcilte Herr Heller TagS darauf in Form einer langathmigen Kritik mit voller NamcnSfertigung, dem Publikum mit, mit der Schlußbcmcrkung, daß das Haus der israelitischen NenjahrSnacht wegen, nicht so zahlreich besucht war, wie sonst. Wir wissen zwar nicht, welcher Sekte der Musen begeisterte jüdische Pcgasusreiter angchört, aberdoch so viel, daß die Welt nicht aus den Fugen gegangen wäre, wenn er sie einmal mit seiner bombastartigen Reccnsion verschont hätte. Die erste öffentliche höhere HandelSlehranstalt unter der Direktion von Karl PorgeS in Wien, Praterstraffe Nr. :12 veröffentlicht soeben ihren Jahresbericht. Derselbe ist ein sehr umfangreiches Heft und eükhält zwei gediegene Arbeiten aus der bewährten Feder des DirectorS. Die eine ״Waarencalculation" eine arithmetische Studie, verdient alle Anerkennung, während die andere, ״Tabelle zur Berechnung der im Wiener CourSblatt notirten Effecten," eine für jede- Comptoir unentbehrliche Zusammenstellung enthält. Line historische Skizze: ״Dr. Johann Joachim Becher, ein tat-

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