Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 17 (1.9.1869)
- Date
- 1869-09-01
- Page
- Seite 169 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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169 1 קרבנות der Zukunft darf man gar nicht anftommen lassen — die Gebethe, welche nicht.mehr in der alt ehrwürd. heil. Sprache gehalten, werden darnach eingerichtet!' — — Nun ist eS dann ein Wunder, wenn von diesem pestialcn Winde der vom jenseitigen Lager her zu uns wehet, eine Ansteckung stattfindet! —Dann ist cS ja natürlich möglich— daß auch in nnserem Böhmcrlande, wo im Allgemeinen der ausländische Reform- oder besser RegierungSgcist noch nicht so heftig platzgegriffcn, auch hie und da so ein seinsottender Vertreter der jüdischen Religion derartig — wie es die jüngste Synode im AuSlande beschlossen — reformirt, daß beinahe nichts mehr übrig bleibt! — Ah diese jHcrru Resormer in dem Sinne, sind denn doch streng jüdisch sic halten genau das Geboth! — “לא הותירו ממנו, Ich bin wohl selbst einer, der im vorigen Winter eine Synode angeregt; allein aber wenn die Synode zur Schwächung und Entneroung unseres heiligen Glaubens beitragen soll — so ist es weit besser für jeden “2״ישב בדד וירו daß er fein zu Hause bleibe, daheim in stiller Zurückgezogenheit, in würdiger Weise die Religion vertrete — als daß man in ös״ fentlicher Zusammenkunft — מחלל שם שמים בפרהסיא ist!— Mit den KreiSrabbincn heute geht cS wie beim >"!? mit den בחנים נדוליס — damit will ich aber nicht sagen, daß Alle — unwürdig ihr Amt vertreten — ich will nur gesagt haben, daß nicht Alle, würdig und dem religiösen Erfordernisse nach — ihr Amt vertreten! — Zuletzt noch die Berichtigung! — Herr Dr. H. Vogclstcin der gegenwärtige Pilsner Seelsorger gehört wohl zu den am weitesten gehen den Reformern — in Böhmen, indem er wirklich Vieles vom alten CultuS abgeschafft; jedoch “״קושטא קאי nur die Wahrheit — so weit ist der Herr Dr. in seiner Reform noch nicht gegangen, daß am Sabbath beim Morgengottcsdicnste zur Thora nur drei Personen vorgeruscn werden! — Ich war vor nahe 4 Wochen in Pilsen und habe mit eigenen Augen gesehen, mit eigenen Ohren gehört, wie sieben Personen zur Thora gerufen wurden. MoseS Ster» Rabbiner. Locales. Oeffentl. Sitzung der isr. Enlt.-Gem. - Verwaltung abgehalten am 15. August 1869. Beginn der Sitzung '/. 11 Uhr. Anwesend die Herren: G. Fischl, G. Feigel, S. K. Frankel, Dr. Gitschin, Lieben, Dr. Raudnitz, Singer, Schwab, Dr. TedeSco, D. Zappert. Es waren sonach abwesend die Herren: Osers, Dr. Privram, G. Schitz, Ignatz Schütz, M. A. Wahle, Prof. Dr. Wessely, Dr. Wiener. Nach Verlesung nnd Genehmigung de« Sitzungs-Protokolle« vom 25. Juli l. I. so wie nach einigen unwesentlichen Mittheilungen de« Vorsitzenden, gelangt der Bericht der gemischte» Commission wegen Re- Vision des 8- 3a der Statuten der Leerdig.-Brüderschaft zur Debatte. Referent Schwab bemerkt, daß die Kommission au« ü Mitgliedern je » von der Repräsentanz (Dr. Raudnitz, Schitz, Schwab) und 3 von *tr Beerd.-Brüderschaft (Zg. Schütz, Joach. Perlsrc, David Zappert) bestehend, sich, constituirt, und 8. 36 in folgender Weise umgeändert hat: An Leichrngebühren haben zu entrichten: Die 1. bis mclus. die 4. Steuerklasse 10 fl. 5. und 6. ״ 20 ״ 7. und 8. ״ 30״ 9. und 10. ״ 45 ״ 11. bi« inclus. SO. ״ 60 ״ Diese Umänderung, welche eigentlich in der Behebung eines stilistischr n Fehlers bestanden, wird genehmiget. Es folgt nun nachstehender - Punkt der Tagesordnung: Bericht de« Hrn. Schwab betreffend die Bemrffu ng der BrrrdigungSgebühren für 1870. Referent verliest diedießbezügliche Zuschrift der BeerdigungSbrüderschaft, welche, den von der Rrpr äsrntanz veranschlagten SO % Nachlaß der Taren nicht grwährm kann. w«U laut vorliegendem «uswrffe der Urberschuß im Jahr« 1868 bi« Summe von 2108 ft. nicht erreicht. Schwab behauptet nun, daß die ln dieser Zuschrift angegebme Ziffern und di« daraus gezogenen Folgerungen sämmtlich unrichtig« seien und calcultrt folgendermaßen: Dir Sinuahmru a« Schluffe de« Jahre, 1W8 betrugen!»570 fl. 72 kr. Di« Ausgaben IS 119 fl. 70'/, kr. Daran, würde sich nun «in Urberschuß von 1451 fl. ergeben, der nun 20*/, Nachlaß nicht zulSfst. Zieht man aber in Betracht, daß die Borfchüffr. welche dir Beerd.-Brüdersch. an mehrere PnsSnlichkeiten leistete, im Betrage von 1-73 fl. 70 kr von derselben in die Rubrik ״Ausgaben“ gestellt worden lind, und außerdem eine Sparkaffasorderung im Betrage von 112 kl. 57 kr. vorliegt, so nurd die Sache ganz ander, beleucht«. <^S scheint mir dieß, - meint Referent, eine sehr schlechte Auffaflung vonSrite der Beerd.-Brüdersch. zu sein, unverzinslich« Vorschüsse als Armenspmden anzusrhrn. nnd ste deshalb al« Ausgaben zu bezeichnen, denn wenn man Vorschüffe al, Ausgabe» ansieht, könnte es in einer kurzen Zeit dahin kommen, daß flatt 20 Nachlaßes ein 20"/, Zuschlag angrzeigt'wärr. Der Antrag des Referenten geht nun dahin, bei den von der Beerb. Brüderschaft gemachten Vorstellungen von der Herabsetzung nicht abzugrhen, und bei dem 20"/, Äebührennacblaß zu beharren. Dr. Raudnitz. Ich kann nicht begreifen, wie man Vorschüffe, die Bediensteten gegeben werden, nicht als schwebende Schuld klusehen kann. Es kann Vorkommen, daß diese uiiringä «glich sind, dann müssen sie in di« Ausgaben gestellt und sodann adgeschrieben werden. ES scheint übrigens aus der ganzen Buchführung hervorzugehen, daß rin Gewinn nnd Verlust Conto gar nicht geführt wird, denn sonst wäre man nicht an die Vermögens Bilanz angewiesen. Ans der Kässabcrechnnng kann «, unter keiner Bedingung ersichtlich sein. Was die dagegen erhobene» Bedrnk'.i betreffen, so wird die Repräs. seiner Zeit eine Erhöhung geftatten, wenn sie sicht, daß dei der Herabminderung von Seite der Brüder,'chast loyal und bereitwillig entgegen gekommen wird. Es darf nicht so vorgegangen werden, daß der eine Theil so viel als möglich Nachlaß verlangen und der andere so wenig als möglich gestatten darf. -Beiderseit« möge man loval vorgehe». Er unterstützte den Alltrag des Restrrnten. Vorsitzender schließt die Debatte und erklärt sich mir diesem Antrag im Prinzipe einverstanden. Es wird nun über de» Antrag de, Herrn Schwab (20"/״ Taxennachlaß) abgestimmt und derselbe mit Majorität angenommen. Die Verleihung der Aimon Löbl lknh'schr» Stif- Ulngörabbmerstcllk wird wegen Einsichtnahme in früher» Aktenstücken vertagt. Der Antrag wegen Ankaufes des 3. Stockwerkes von N. E. 139—5 wird riner Commission zur Begutachtung übergebe» (Dr. Raud nitz» Zappert, S. K. Frankl.) Da der eine Punkt der Tagesordnung wegen des NichtvorhandenseinS der nothwendtgen Mitgliederzahl (12) nicht zur Debatte gelangen kann, wird di« Sitzung vom Vorsitzenden um '/, l Uhr geschloffen. *** Auszeichnung. Bei der am 16. v. M. stattgefundenen PreiSvcrthcilung in der allgemeinen deutschen Jndustrieansstcllnng zu Wittenberg wurde Herr B. S ch l e u k e r aus Prag für seine auf dem Gebiete der Portcfeuillcwaarcn-Fabrikation außerordentlich auerkannten Leistungen mit der großen goldenen Medaille ausgezeichnet; deßgleichen erhielten Herr Ludwig B. Goldschmidt für ausgestellte Ledcrwaaren, die goldene. Herr Adolf Taußig für Schuwaann die silberne Medaille. —V* Asseutirunge«. Die Berufung der Stetlungspftichtigcn fällt Heuer gcrcd: au den beiden hohen Festtagen der Israeliten. Da ein Gcucralbcfchl lautet: die Israeliten an solchen Tagen vom Dienste zu dispensiren, so dürste dawohllöblichc k.k. Landes-Generalkommando, in Berücksichtigung der Hcilighaltung der beiden Festtage, so wie des mit deusclben verbundenen Gottesdienstes, die Asscntirungskommission vermögen, die Stellung der Israeliten ans einen andern Tag zu verfügen. *** Israelitische AmtSkauzleitrhaltnugSsteuer. Der verheiratete Präger Kommis F. eines ManufakturgrschSfteS wurde von der Eultuö-Stcucrumlagökommission für das letzte Semestcr mit 7. 50 bemessen, während der hiesige Ehef eine- ManufakturwaarengcschäfteS und Thcilhausbesitzer mit 2 fl.50 belegt wurde. Der Reklamation deerstern wurde kein Gehör gegeben und demselben statt einer Herabsetzung der Steuer das Aviso auf Pfändung zugestellt. Frage nun k Macht sich die EultuSstcuer - Umlagskommission einen Jux, so möge sic ihn auf ihre und nicht auf die Kosten besorgter Familienväter machen, die angewiesen sind, für die Amt-- kanzlei im Krähwinkel,Zwangssteuern zu erlegen, haben die EommissiollSmitglieder jedoch keine Personal- und Lokalkenntnisse, so mögen sie sich nicht so breit machen und die Gewissensfrage höher schätzen als ihren Lommission-sitz, der im Großen und Ganzen nur als Präservativmittel gegen die hohe Besteuerung höchst eigener Person benützt »vird. Man lasie demnach alle Gemeinde Mitglieder in der Steuerkommission Platz nehmen und es dürfte jede» derselben richtig besteuert werden, demnächst dürften wir den gan«n Hergang bet einer.Sitzung .in der Steuerkdnnniffton schildern, _bi