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Die Gegenwart · 1869-09-01 · 17 (1.9.1869) · p. Seite 168

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
17 (1.9.1869)
Date
1869-09-01
Page
Seite 168 (sequence 6)
Language
German
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168 involontaires." Nach langem Nachdenken über die zahlreichen Thatsachen, die ich beobachtete, bin ich überzeugt geblieben, daß eS zu bedauern sei, daß die Beschneidung nicht als eine für alle Knaben verbindliche Operation im Gebrauch geblieben; sie wären zwar oft überflüssig, aber in Zum Schlüsse rufe ich den Rrformsüchtigen mit Mendelsohn zu: Persönliche Gebote, Pflichten, die dem Israelilen ohne Rücksicht aus Teinpeldienst im Landeigcnthumc in Palästina müssen strenge nach den Worten dcS Gesetzes beobachtet werden fbis es dem Allerhöchsten gefallen wird, die Abstellung derselben laut und öffentlich bekannt zu machen. L)r. Marcus MeliS Rabbiner. Jur Abwehr. In Nr. U! dieser Blätter haben wir ein de» Titel ״Ein Ab s ch ie d S bil let an Herrn Professor Dr. Wolfgang Wessely" führendes, an diesen Herrn gerichtete-, von Hrn. Di. Kohn gewesenen Schüler an der Talmud-Thora-Schule in Prag unterzcichneteS offenes Sendschreiben veröffentlicht, das bewußtes Institut, dessen Leitung und Lehrkräfte in das richtige Licht zu setzen wußte. Nun wurde unö von kompetenter Seite die Mittheilung gemacht, Herr Wcffely rühme sich in dem Besitze eines Schreibens von Herrn M. Kohn zu sein, in welchem dieser den Inhalt des ״AbschiedSbillet" gänzlich deSavouirt und reumüthig zugesteht, von Herrn Senders Bnchdruckcreibesitzcr in Prag über die Sachlage des glorreichen Institutes auSgcforscht und zur Bcröffentlichnng derselben veranlaßt worden zu sein. Da eine solche Verdächtigung dazu augcthan wäre, unserer journalistischen Ehre so wie dem guten Rufe des H. Senders nahe zu treten und uns dadurch in den Augen achtbarer Männer hcrabzusetzen, haben wir an Herrn M. Kohn am 15>. August folgendes Schreiben gerichtet. Herrn M. Kohn in Pest! Wie Ihnen erinnerlich sein dürfte, haben Sie vor Ihrer Abreise von Prag uns eine gegen Prof. Dr. Wessely respective gegen die Talmud-Thora-Schule und den an derselben als Lehrer dcr Realien amtircndcn Dr. Langfclder gerichtete Eorrespondeuz mit dcr Bitte überreicht, dieselbe stilgerecht verbessern und in unser Blatt: ״Die Gegenwart" einschalten zu lassen. Wir haben dieß, um Ihr Mitleid erregendes Verlangen zu beschwichtigen, gethan und sehen nun die Früchte, die unser in gerechter Absicht und zum Wole eines Institutes verösfentlichcö Eommuniquc trägt. Wie uns mitgethcilt wird, ist Herr Prof. Wessely im Besitze eines oder zweier Briefe von Ihnen, in welchen Sic das Abschiedskillet an diesen Herrn reumüthig damit zu entschuldigen wissen, daß Sic von Herrn Senders, dcr angeblich Ihnen talmud« thora'sche Mysterien zu entlocken wußte, inspirirt wurden, jenes offene Schreiben an Wessely zu veröffentlichen. Abgesehen davon, daß Herr Senders einer solchen That ״zu verleiten" nicht fähig ist, wofür sein chrcnwerther Eharakter spricht, abgesehen davon, daß er bloß mit dem administrativen Thcile unseres Blattes, mit dem redaktionellen Theile desselben gar nichts zu schaffen hat, ergriffen wir nie die. Initiative, caluminöse Angriffe, insofcrne sic als solche zu bezeichnen wären, in die Spalten, unseres Blattes aufzunrhmcn und haben uns gewiß stets schwer entschlossen, dem Drängen de- EinschalterS nachzugebrn. ES ist nun hier die Alternative anzunchmen, entweder haben sie L>errn Prof. Wrffely einen Brief geschrieben, in welchem Sie sich einer verwerflichen, Herrn Sendertref fen de n Lüge »um Deckma n tel Ihrer attentäterischen Angriffe bedienen, oder Sie sind myftificirt und ein solche- Schreiben, wie es Herr Wessely von Ihnen besitzen soll, rührt nicht von Ihnen her. Im ersterrn Falle müfften wir Sie der Ausführung eine- Objektezeihen, wie sie nur einem Schurken zugemuthet werden kann, in letztere« Falle ist es Ihre Pflicht, un» den Sachverhalt zu präcisiren, um ihn, zur Deckung unserer journalistischen Ehre, in unserem Blatte zu veröffentlichen. Sollten Sie aber uns gegenüber da- Faktum negiren, ohne zu demonstriren, so müssten wir Sie vor dem Publiknin als einen erbärmlichen Verleumder hinstelleu, in ־ dem 4er«ikS jeder Funkevom Ehre ersticktest.- Die Redaktion der Gegenwart Z. Wrandeis. Auf dieses Schreiben erhielten wir folgende Antwort : Ofen den 21. August 1869. Geehrtester Herr Redakteur! Gestern hatte ich die Ehre Ihre werthen Zeilen zu erhalten, es wundert mich nicht wenig, daß Sie als taktvoller und erfahrener Mann Individuen, die sich bloß eine Stcllung in der Journalistik verschaffen oder Prahlern, die in Selbstüberschätzung sich hcrvorthun wollen, Glauben schenken. Ich kann Ihnen bethenern, daß es mir weder einsiel Sie oder Herrn Senders, die sich der gerechten Sache annahmen, anzuschwärzen, noch Herrn Prof. WeffelyS stählernes Herz um, Gna d e oder Verzeihung anzuflehen. Ein genügendes Zeugnis für meine Unschuld in dieser Sache mögen mir selbst Ihre Worte dienen, da Sie selbe nicht aus authentischer Quelle vernahmen. Achtungsvoll zeichnet sich M. Kohn. (Nachbemertung der Redaktion.) Diese wenigen Zeilen des Herrn Kohn genügen denselben wieder zu rehabilitiren und uns, so wie Herrn Senders Genugthuung zu verschaffen. Im Ucbrigen möge H. Wessely diese Arabeske des IudenthumS in Prag sowohl als in Maricnbad über unS und unser Blatt seine Meinung abgeben, wir halten die u n s e r i g e aufrecht, die wir von ihm haben und werden uns künftig gegen Berläumdungcn und fingirte Briefe in einer andern, etwas energischeren Weise zu schützen wissen. Ckyn den 25. August (0.- K.) Bezug nehmend auf einen Artikel Ihres;letzt erschieuenen Blattes ״der Gegenwart" — wo in bunter Mischung — das Rabbinat seiner sonstigen, ehemaligen Ehrwürdigkcit entledigt, nackt und bloßgestellt erscheint; widme ich diesem Artikel folgende, den Thatsachen gemäß, wahrheitSgetreue Bemerkung. Daß der Ruin des Judenthumes, in seiner Judenheit — vom Juden selbst oder vielmehr von den Vertretern und Verwesern der jüdischen Angelegenheiten ausgeht — daß oft dort did Pointe dcr Renitenz zu finden ist, wo im geraden Gcgentheile dem ״כי שפחי נהן ישמרו דעת ותורה יבקשו מפיהו" entsprechend bic Kenntnisse und Lehren zur Befestigung,;.Erstarkung und Kräftigung im Glauben auSgcheu sollte — ist ein altes und leider nur zu oft —^ durch Erfahrung sich bewährtes Wort des Profeten! — Man vergleiche z. B. den Vertreter unserer Religion mit den Vertretern dcr Religion unserer nichtjüdischen Mitbürgcr. Welch ein großer Unterschied in der energischen consequenten Vertretung! — Wohl erleidet heutigen Tageeine jede Religion eine Anfechtung — cs denket Mancher schon von der Religion da-, was Voltaire von dem Aberglauben ״La Superstition est le plus nbominable fleau de la terre“ ״Der Aberglaube ist die abscheulichste Geißel dcr Welt" Wo ist aber der Grund dieses UebelstandeS zu suchen, wo ״ ״שרש פרה ראש ולענה״die Wurzel die dcrartigc. für unsern jüdischen Glauben giftige, verderbliche DenkungSweise reifen ließ, wo endlich der Boden worauf solche Früchte gewachsen — dort wo man in synodaler Sitzung — synodale Beschlüsse fasst — dieselben als vollgültig in die Welt hinaus posaunet — und mit einem Tone der überall gehört werden soll, rufet: ES sei für Jedermann kund gemacht; — ״lieber den Schulchan Aruch wird ein Strich gezogen — die von den Altvordern aufgerichteten נדרים znr nothwendigen Abwehr gegen feindliche Angriffe auf unsere eigentliche Religion — werden niedergertffen — den Ge- ,־ bauten an die einstmaligen קרננוח und an daß Linst der I,

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