Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 17 (1.9.1869)
- Date
- 1869-09-01
- Page
- Seite 167 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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167 ist einfach. Bor mehreren Jahren bildete sich hier ein Verein, mit Namen מקור חיים Zweck und Tmdenz desselben ist, daß die Mitglieder, beiläufig bemerkt nur junge Leute, zweimal wöchentlich von 8—10 Uhr Abends Zusammenkommen חומש עם רש״י וש״ע lernen und zwar haben zu jeder Stunde einige Mit-- _ gliedersich zum Vortrags vorzubercrten.AnrVeitüng desselben ist Herr vr Nathan ernannt. DaS ist Alles sehr schön sagen Sie, wie hängt dieses aber mit der internationalen Gartenbauausstellung zusammen? Run, das geschah Ws ganz natürlichem Wege. Wie Sie wissen, ist jeder Jude em Uni- Versalgenie. Unsere Alten sagten, der Jude ist alles. Am Chanuka ein Lichtzicher, am Pessach ein Bäcker, Schebuoth ein Gärtner, Roschhaschanah Musikus, Sukoth Baumeister. Aber hiermit ist der Jude doch noch nicht befähigt Preis« j richter zu sein? Auch dieses, zeigte dexMekor Chajim nach, kann der Jude sein. Er hat nemlich einen Preis auSgcsctzt für die besten dreiblätterigen הדסים, die bei 20 Zoll Länge durchweg עבות sind und als Richter dazu den Oberabbiner deö-Orts und ihren Lehrer Herrn I)r. Nathan ernannt. So was ist noch nicht da gewesen, sagt, der Hamburger. Im nächsten Briefe werden Sie erfahren, wer von den ״.Herrn Gärtnern den Preis des מקור חיים davon trug. Ein Wort an die Leschneidungs-CommWon der Leipziger Synode. Sr. Ehrwürdcn Herr Rabbiner LcngSfelder gibt in Nr. 13 dieser gesch. Zeitschrift ein wohlmotivirtcöGutachten ab, daß die Beschneidung das wesentliche Kriterium des In-- denthumö ist; er fordert zugleich die böhm. Nabbinen auf pro aut contra ihre Stimme abzugeben. Darauf hin hat, wie ich aus Nr. 16 der Gegenwart ersehe, ein neuer böhm. Prediger, die Beschneidnng für Null und nichtig erklärt. Hoffentlich wird man eS daher dem Schreiber dieses, einem durch 25 Jahre im Amte stehenden Rabbincn nicht vcrdcnken, wenn er rücksichtlich der Beschneidung, dieser wahren Lebensfrage des modernen Judcnthumö, sich erlaubt, seine Stimme abzugebcn, sei es auch nur, um durch eine umfassende Beleuchtung des Gegenstandes« ähnlichen Unglücklichen Resormversuchcrn entgegen zu arbeiten.— Jede Bewegung im Judenthume, die zum Heile zu führen verspricht, begrüßte gewiß ein Jeder freudig; allein wo eine Reform die heiligsten Institutionen das wichtigste Symbol unserer Rcli« gion zu zerstören sucht, wodurch ttberdieß die innigsten Familienbande aufgelöst werden und nur Zwietracht und Verderben entstehen, da ist es Pflicht die misbilligende Stimme vcrnchmen zu lassen, die Reform in ihrer Verwerflichkeit darzustcllen und das Volk vor dem auSgcworfcnen Köder zu warnen. Und nun zur Sache! Ich muß eigentlich zweierlei beantworten; 1. ob die Beschneidung ein biblisches resp. mosaisches Gebot sei, wozu alle Israeliten für alle Zeiten verbunden sind. 2. Die Cinwürfc, welche die Reformsüchtigcn gegen die Beschncidung cinwcnden. Die erste Frage muß ich unbedingt mit ״ja" beantworten;dcnn dafür;sprechen folgende Bibclstcllen ° 1. והקימותי את בריתי ביני ובינך ובין ורעך אחריך לדרתם לברית עולם להיות לך לאלהים ולורעך אחריך. ויאמר אלהים אל אברהם ואתה את בריתי תשמור אתה וזרעך אחריך לדרתם. ואת בריתי אשר תשמרו ביני וביניכם ובין זרעך אחריך המול לים נל זכר. ונמלתם את בשר ערלתכם והיה לאות ברית ביני וביניכם Genesis 17, 7, 0, 10, 11. Hier hat Gott deutlich die Beschneidung, als Kriterium, als Bundeszeichen zwischen Gott und den Nachkommen Abrahams geboten; und Gott hat das- Gebot nie zurückgenom« men לא איש אל ויכזב זבן ארם ויתנחם. Und unter den Nachkommen Abrahams ist nur Jsak nicht aber Jifmael oder die Kinder KeturahS zu verstehen; denn der Bund, welchen Gott mit Abraham geschloffen, ist auf Jsak übergangen; viele 60- Desis 17, 21 und 21,12.אח בריתי אקים את יצחק כי ביצחק יקרזן לך ד*. Und nicht nur dem Ahraham wurde die Brschneidung für seine Nachkommen — wie einige fälschlich an. gaben — als Gebrauch aufgetragen, sondern auch II. dem Moses befahl Gott Exodus 12, 48. .וכי ינזר אתך נר ועשר ססח לחי המול לו כל זכר; וכל ערל לא יאבל בו Noch deutlichr III^^wirdM^iusi«vilieu442^3chefohlnrr ^ו2״חשמיני ימול בשר ערלתו. Die Beschneidung hat außer ihrer religiösen Wichtigkeit als ein mosaisches Gesetz, auf dessen Lerletzung Exterminations-Strafe stehet (Genes. 17, 14) noch den besonders wichtigen Moment, daß sie als ewiges BundeSzeichrn, welches Gott mit Abraham, für ihn und seine Nachkommen errichtet hat, nicht nur eine individuelle Verbindlichkeit wie die anderen mosaischen Gebote, sondern auch eine Vcrpflichtnng gegen die gesammtc RcligionSgescllschaft involvirt. Der Ucbcrtrcler dieses Gebotes, durch die Uebcrtretung eine Verachtnng seiner RcligivnSgcnossen manifestirend, wird als ״Zerstörer des ewigen Bundes von jeder jüdischen Religion-- gemeinde zn rxkludircn sein, gemäß der Bibelstelle ונכרתה הנמש ההיא מעמיר. wenn כרת die Bedeutung ״lostrcnnen" hat. Wenn Krciznach in seinem Thariag S. 124 behauptet, daß die Eltern, welche die Beschncidung ihrer Söhne untcrlasscn, der ExtcrminationS-Strafe nicht unterworfen sind, hat er den Wortsinn Genes. 17, 14 für sich. Nicht minder einleuchtend ist'S, daß der ExtcrminationS- oder der AuSschlicßungSstrafe uur jener unterliegt, der im erwachsenen Zustande die von den Eltern unterlassene Beschncidung nicht nachträglich an sich vollziehen lässt. Doch ist der Mensch 8 Tage nach der Geburt noch keine Person; vielmehr liegt dessen zukünftige Persönlichkeit in der seiner Eitern. Da diese nun nach dem biblischen Wortsinn, das Gebot, den Knabcü dessen Persönlichkeit in der ihrigen involvirt ist, zn 8~״ Tagen zu beschneiden, erfüllen müssen, widrigenfalls sie auf daS später sebstständige Individuum aus ihr Kind nämlich, die Pflicht der Sclbstbrschncidung übertragen; so sicht man, welch große Humanität auch bei diesem Gebote sich auSspricht. Es verpflichtet zwar die Eltern ihre Söhne zu beschneiden zn א Tagen; drohet ihnen aber im Untcrlassungsfalle keine Strafe an. Wie erwähnt, liegt zunächst die Pflicht der Beschneidüng dem Vater ob, geht aber von diesem auf die jüdische Gemeinde, wie cs heißt המיל ״?22" כל זכר, resp. auf die jüdische RcligionSbehördc als deren Vertreter in RcligionS. fällen über, und hat diese den religiösen Akt, selbst gegen den Willen des Vaters vorzunehmen. Vidc Talmud Kiduschin 20 und Maimuni de circumcisione Cap. I. Regel 2 und 3. Uebcrgehc ich nun zu den Einwürfcn der Gegner; sie wenden ein I. daß Moschch bei seinem eigenen Sohne die Beschncidung zu vollziehen nicht gesonnen war II. daß er die Eltern der in der Wüste gcborncn Israeliten zur Beschneidüng ihrer Söhne weder ermahnte, noch verhielt. Allein was die Beschncidung des Sohnes von MoscS betrifft, muß ich erwägen, daß, abgesehen von der Ursache, weshalb er mit der Beschncidung seines Sohnes gezögert, nämlich weiter auf der Reise war oder wie der ילקוט K. 168 und 100 angibt בגזית רעואל הותנו welcher cs für jetzt nicht zugebcn wollte, wurde doch MoscS von einer Krank׳ heit heimgcsucht, die niclst eher von ihm ablicß, als bis Zi porah den Sohn beschnitten Exod. 4, 2 t. Was den zweiten Einwurf betrifft, lesen wir ja Josua V 2, 3, 4, 5», daß Galt dem Josua befohlen, alle in der Wüste Gcbornen zu beschneiden, welchem Befehle Josua auch pünktlich nachgekommen; die Ursache warum selbe nicht unter MoscS 8 Tage nach der Geburt beschnitten worden, ist ja ausdrücklich in Josua erwähnt (Josua V 12.). Man hat die in der Wüste Gebornen nicht früher beschnitten, weil sie auf der Reise — also der Gefahr ausgesetzt — waren. Rücksichtlich der phisischen Vortheile, welche die Beschneidung gegen manche Krankheiten gewährt, führe ich nebst dem Werke: ,die Beschneidung von Brecher Wien 1845; auch die Worte deberühmten Professor Lallemand au» feinem 1842 erschienenen Werke: Dw pertai semin*l«f