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Die Gegenwart · 1869-06-01 · 11 (1.6.1869) · p. Seite 100

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
11 (1.6.1869)
Date
1869-06-01
Page
Seite 100 (sequence 2)
Language
German
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- 100 — Viertel geboren zu sein, für'S Judenthum aber'g'aZ» keinen Sinn haben und nur mit Hilfe voU Nepotismus zu Ehren« und einträglichen S teilen gelange n wollen, kümmern sich viel »u wenig um die Interessen d e-JudenthnmS, fragen auch nicht darnach, ob ihre Glaubensgenossen unschuldiger Weise von der große» Masse verdammt oder verurtheilt werden. Als im Jahre 1HGO im PrüfungSsaalc der Josefstädtcr Hauptschule die ersten Eandidaturcn für den Landtag, im Bezirke der Josefstadt vorgenommen wurden, da ereignete «S sich, daß unter den Kandidaten ein bis dahin ganz unbekannter Herr 1)r. Tedcöco mit einem — gelinde gesagt — Fiasko dcbutirte, während dessen Eoncurrent Herr David Kph Eigenthümer dcS Tageöboten, wir möchten sagen, voll« kommen entsprach, was zur Folge halte, daß einstimmig beschlossen wurde, Herrn Li uh*) in den Landtag zu wählen. Die Umgebung des Herrn I)r. TedeSco, die denselben im Geiste schon am Fünskirchcnplatze sitzen glaubte, war darüber ganz rathlos und wusste sich mit nichts Anderem zu helfen als David Ltuh als einen cnragirten Deutschen zu schildern, der durch seinen Fanatismus nur Schaden verursachen und ein unerquickliches Verhältnis zwischen d.n Js raclitcn und der böhmischen Bevölternng in Prag und auf dem Lande herbeiführen könnte. Dabei verblieb eS jedoch nicht und einige Tage vor der Wahl wurde von den verschiedensten Drohmitteln Gebrauch gemacht, um die Wahl! Kuh'S zu vereiteln. Die Jsraclitcn^^-vhnc ,:»: », n>».! was in der Zeiten Hintergründe schlummert, haben sich, j um jede Störung dcö Friedens zu verhüten, beschlossen,! Äprn Kuh nicht zu; Melle des ersteren > wählen und Herrn TedeSco an die zu substituiren, waS um so leichter war, als dessen Familje sich alle erdenkliche Mühe gab, ihr Familienmitglied in di^H^hk zu bringen. Bon dieser Zeit an datirt die eigßvtjiche Biographie des vr. TedeSco, der sich an dett gegeVriM' Versprechungen, er werde daS friedliche Berhtkktiiiü . ziÄfchpn Jstüeliteu und Nichtisrae« litcn nicht stören, »tichk gehalten,.. sind die ob des enragirten Fanatikers Kulr. gehegten Befürchtungen haben sich gerade an den Herrn TedeSco manifcftiit. Die Israeliten hatten sehr oft Gelegenheit, die Wahrnehmungen dieses ihres Vertreters zu machen und nicht lange her ist eS, daß derselbe in der Stadtrepräsentavz durch sein exklusives Benehmen gelegenheitlich über die Abstimmung der Errichtung des ChotekS-DenkmalS allgemeine Erbitterung hervorrief, der auch seiner Zeit das ministerielle Organ „die Presse" den nöthigen Ausdruck verlieh; .und schon wieder war eS Herr TedeSco, der für die Ausschließung eines sehr geachteten Mannes (Or. Franz SkrejsovSky) aus. der Geschworncnlistc plaidirte mit der komischen Begründung: Ja — aber er heißt SkrejsovSky. Ist schon an und für sich dieses Heraustreten eines Vertreters aus dem Kreise seiner Mission geeignet, den Frieden, zn verdunkeln, so fällt es doppelt schwer dem Betreffenden zur Last, da er Vorsitzender einer israelitischen Vertretung ist, und sehr leicht das Vorurtheil nährt, daß er das Mandat von seiner Gemeinde hat, die er vertritt, Reibungen zu veranlassen, welche dem Ganzen und Großen gewiß keinen Vortheil bringen können. Glaubt jedoch ein solchexiUevt provocateur der Regierung oder der Partei, der er'angehört, mit solchen Fehden einen Dienst zu leisten so scheint er sehr befangen zu sein; denn wenn Herr TedeSco vielleicht die Regierung zu chen, hinter denen ein Spielwcrk steckt, das auf zwei Seiten zuziche» ist; dreht man vorn, gibt eS einen Raifonirwalzer auf. zuin *) und den bereits verstorbenen Herrn Leopold von Lämel (D. Red.) ms—m" i- ■ ' ' i ■ in der Hausstur, sah gen Himinel und richtig der Segen kam von oben, dein man am besten seine Gesundheit anvcrtraue» kann. So wartet inan während der Sprechstunden zeit vergebeus und denkt > Besten, und eine Figur zeigt sich, zieht man an einen Faden rückhöchstens nach, wie man die Gcschivorenenlistc zusamnicnsctzcn soll.! wärts, verschwindet die Figur und das Werk spielt einen Steuer'. Der Entwurf ist fertig, und wird er in der Bergmannsgaffe; scheu, worauf das Lied folgt: „o mein lieber Augustin" u. s. w. zur Traube getragen, um, wenn cs nothwcndig, den einen oder den! So plaudere ich und denke oft, daß noch heute Wunderdinge vorandern „auszuschießen" oder den einen oder den andcrir aufs Korn! kommen; denn wenn der Vorsteher der Prager israelischen Primazu »chmen.Ich muß ^ägen.dasi ich mir jeden bcc lK sädischen^s^korcn.Pachtgcsellschaft, als lediger Mann, der dem Bccrdigungs. brüdervereine noch keine 8 Jahre angehört, Altmann wird und aus dem schwarzen Brett der Todtcnunivcrsität verzeichnet ist, trotzdem K 7 der geistreichen Statuten dies nicht erlaubt, so muß ich an Wunder glauben und ausrufen: „Gott über die Welt l" Wer über gewiste Dinge seinen Verstand nicht verliert, hat auch keinen zu verlieren. Wir leben in der Velocipedcnzcit und hat mancher ein Rad im Kopfe zu viel, warum soll er nicht zwei Räder zwischen den Beinen haben. Ich empfehle den Wahlzettclsängern diese zweiräderigc Kalesche, sic wird nicht so gefährliche wenn, man ein Rad mehr im Kopfe hat. Und bringen sie eS auf dem Reitrad schneller zu wcgc, möglich steht ihnen der Rcichsrath noch in Aussicht, darum fahren sic gut; Fahrenheit ist der Thermometer des Schwindels, wer heute zn Fuß geht, steht nicht gut. wer aber fährt, bei dem fährt mau gut. Umgekehrt heißt auch gefahren! Als ich neulich den hiesige,» StaatSbahiihof besuchte, es »var dies an einem Abend, da sauste und brauste das zweiäugige Ungeheuer davon und in einen» der Wagons erblickte ich ein kleines, dickes von vorn »»ach rückwärts gewölbtes Männlein, das gerade darüber »iachz»»dei»ken schien, wie man das österreichische Strafrecht »nit der rein deutschen Sprache verbinden kann. So »vackeltc u»»d baumelte cs, erbaut von dem Talmud-Thora-Berichte, den eS selbst geschrieben, bis cs in Wien anlangte, um wie man sagt ein doppelt gutes Wer? zu stiften, ei« ncS »u» einen centralistischen Talniud-Thoralehrer nach Prag zu iinportiren oder W)r i ß gegen Schwarz zu ziehen, daS andere einen guten Rath filr sich zu hole»; nämlich einen Schulrath. Für heute ist genug und wenn Sie mit mir plaudern wol. len, »»»eine Sprechstunde ist den ganzen Tag — ebringt es s» meine Praxis mit. *T. Geschworenen genau angesehen habe, um vörkommenden Falls, »venn sich die jüdischen Zukunstsgcschworencn in der Gegenwart befinden werden, meine ctitettemäsiige Aufwartung zu machen. Ich habe mir, w»c gesagt, die jüdische Jur») gut angesehen und gefunden, lvic Lud. wig an seinen seidene»» Schwager Leopold und an seinen kotonencn Ncf. fei» Gustav, und au seinen dienstfertigen College»» Karl, der bei Agitationen zu de» jüdischen Wählern Wallfahrten. macht, nicht vergessen hat, und »vic Friedrich der Große, Friedrich den laugen alS seinen Schwiegersohn wie er den Clienten Aloiü am Ring und den Klienten Rudolf der mit seinem Nasen - Zwicker beobachtet, »vic die Gänse das Eapitol rette», bedacht hat, um - gclvisicn Eventualitäten zuvorzukommeu; denn zum Laufen und J»»gcn kann der Schuh jeden brauchen der nur Füsse hat. Nun es geht nicht anders, eine Hand »väscht die andere, und schivitzt der eine bei Agitationen, so muß ihn der andere ivcnigstcnS mit einem Jurhposten den Schweiß abwischc». Man braucht nur einer Tarokpartir oder einen» Dardel dieser Herrn bcizuwohncn, und lvird gleich sehen, »vie trefflich sie sich zu Geschivorcncn eignen. So wurden sic planmäßig aus der Liste ausgezogcn und der Auszug gleicht den» der Bilanz der Bccrd. Brüderschaft, der sich auf Null rcduzirt. Die schonen Tage der Wahl der Bcerd.-Brüdpichaft sind auch vorüber, ohne daß daS Gleichgewich» Europas ge': irt wurde, und die permanente Kunstausstellung der sieben Borstan - nnitglieder, die ihre Wiederwahl regelmäßig'ihren Balle» und der Altmänncr-Elite zn verdanken haben, ist geblieben. So oft man diesen Bo: stand schon aufgegeben glaubt, wird er von grwiffen Leuten wieder aufgcgeben u»»d so cre'guct es sich, daß dieselben Fotografien i.inner »viedcr zuin ** »» kommen, wenn inan von Neuem die FunftionLre " des Ding hat 2 Seiten und unsere Glaubenstv auch zwei Seiten, die den Lifferblättm» glrl- *: 0.. t nr.f.'

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