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Die Gegenwart · 1869-05-01 · 9 (1.5.1869) · p. Seite 87

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
9 (1.5.1869)
Date
1869-05-01
Page
Seite 87 (sequence 9)
Language
German
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87 Britage zu Nr. 9 brr „Gegenwart" Lol boal ober die ^ib/^chr »lameirffft Ein Bach für jeden denkenden und gebildeten Menschen von Dr. M. Deutsch in Pilsen 1. Band (12 Lief.) Selbstverlag de- Verfasser-. Druck von Sender- & Brandeis _In Prag. ___ - - Egibt vielleicht kein andere- Feld sobald, auf dem so viel Geiste-blüthen erblühen, als eben auf dem bibtifchen, und wer sollte sich auch da wundern, wenn er weiß, welchen Reichthum geschichtlicher Ereignisse, welche Fülle erhabener Gedanken die Bibel in sich birgt. Auf diesem Felde wurde viel geackert und gearbeitet, ohne daß zuweilm die Arbeit sich au-gezahlt hätte, viel degeistigen Saamenwurde ge» streut, ohne daß tfe Ernte eine ergiebige war. Ewurde viel geschrieben, mitunter schlecht geschrieben, um nur den Zweck, den Büchermarkt zu bereichern, zu erfüllen. In dieser Beziehung können wir dem Verfasser vorliegenden Werke- »icht den Vorwurf machen; denn er hat die Frucht seine- Geistenicht auf einmal reifen kaffen, er hat sein Geiste-« Produkt nach, und nach in die Welt geschickt, um die Urtheile zu hören, zu sichten, zu beherzigen und etwaige au-gesetzte Bemänglungen durch ein Correktiv zu beseitigen. Denn die Beschcidenhrit'dt-Verfasser-, die ihm den Tjttl^M ‘npin die Feder Aktirte, wusste auf die Stimme feine- Freundezu horchen. Die Stimme sei«- Fhrunv-ch oller viAmehr de- Freundeseiner geistigen Strebsamkeit konnte nur sehr günstig für dageistige und geistvolle Kol Dodi sprechen; denn der Verfasser hat everstanden, nicht, wie es so oft vorkommt, «it ObekstikchltihM und leerem Wvrtgeklingel den Leser zu narkotisire», sEltern mit GUtudllchkrit und einer dem Stoffe entspreche«-«,' Kpmche chi«w>A>fgabe«zu lösen. Wenn auch der Inhalt ds- Bucheje nach dem audem detref« senden Wochenabschnitte gewählten Stoffe verschieden ist, wenn eben deswegen die logische Folgerichtigkeit de- Inhaltes, der sich btväußerlich an einander fügenden Hefte nicht einGe« holten werden konnte, so bietet dennoch diese- Buch «irr Sortiment ton Bibelstückeu nach wochenabschmttttcher Reihenfolge, m»d die Bohandluug je ei«« solch« BibslstüBist mit Geschick durchgeführt. Mit dm schönst« Faktoren hat. der Brvßnsser gerechnet uod sie mit seinen Lontempla« ttvn« « harwontschrn EiMang gebracht. So wie er an die Betracht«- am- Sabdath Bmchchtth^ die biblische Srzichungotrh«knüpftn«d-indieserAolnüpfuug..nicht ^deu leib, hastigen, sondern dm rein guifthästigen Menschen; nicht den wirklich vorhandenm, sondern den möglich sein könnmden, da» eigentliche Zeug, au« dem der sittliche Mensch Mische SsMNst- Minzeichuru, biblische Charaktere in feinster Federzeichnung »rzusühren, und dm Beweis herzustellen wie Iudenthum «d Co-mopoliti-mumge an einander grenzen, wie die «ltur»historischen Resultate mit den Grundprincipim de« Mischen Mauden-' pismmwmhäiUm rmd wie- «Haft sft-Sdie wesentliche Beth.iligung de» Iudmthum» an den Künsten und Wiffenschaftm war, die von den jeweilig« Eül-» «Völkern gepflegt wurden. E« war keine gr ringe Aufgabe Ae sich der Verfasser gestellt bat, aus eben dem Grunde »trd auch da« Verdienst grüße. wmn man eewllgt' wie Mündlich und ehrlich er sie gelöst hat. Die gange Bearbet» lang läßt auf die klare Auffassung der Bibel von ^itt de- Verfaffer-, auf seine große Belesmheit, namentlich phitos», tzhischer Werke und auf dm Idemgmg schließ«, durch, wel« chen degeistvolle Buch seinen Wog nimmt. den die tiefe in demselben liegende Wahrheit al- Wahrworl in dm Mund aller Völker gelegt und zu einer Leben-regel geschlagen, dir ihrerseits Zeiten und Geschlechter überdauern wird in ewig sich verjüngender Gestalt. Diese Wahrheit sucht der Verfasser zu begründen, chegrüudet sie auch in gewandter, stilgerechter Form und ohne Wvrtschwnlft. ohne Phrasenschwall zeichnet er den Charakter Josef-, drssm Haltung im Unglücke, den er al» ein Muster hinstellt für Israel alS Volk. Die Leistungen de- Verfasseranf wissenschaftlichen Gebiete nach einer schwach« Broschüre, die von Dnnkel zum Lichte führt, ist auf seine literarische Thätigfeit eine bittere Ironie, und wir behalten euns vor ih» nach ftinm größeren Geiste-produkten zu beurtheilen. Ungarns Dichterfürst von Adolf Kohut. Schlesische Zeitung Nr. 179 — 18. April 1869. Unser geschätzte Mitarbeiter und Eorrespondent Herr Adolf Kohut ein sehr geistvoller junger Mann zeigt sich auf dem literarischen Gebiete sehr thätig. und wir müssen zur Anerkennung diese- Jüngerder Publicistik. vor da- Form» der Oeffrntlichkeit bringen, daß seine Kritik über Uugarn's Dichterftirften, dm Geist, den Geschmack und die richtig» Anffassung verräth, wie sie nur jenem zugemuthet werdm kann, der nicht zu den Dutzendskriblern gehöN, sondern berechtigt, rin Schriftsteller zu werden, der sich über da- Niveau der Mittelmäßigkeit hiawegschwingt. Mit meisterhafte Zeichnung und in wahrhaft überströmender Begeisterung bei Vermeidung jede» Bombastes führt er in Alexander Pw t-st dm größt« Dichter der ungarischen Nation, rin Bild »or, dessen dtuaueirung fein au-gearbeitet und geeignet ist. jadm hinzureißen, der nur Petösi nennen gehört, ohne ihn geles« und empfunden zu haben. Wir erwarten, daß der strebsame Kritiker der Lesewelt Gelegenheit bieten wird, jene seiner phantasiereichen Schöpfungen zu beurtheilen. die vielleicht noch in der Mappe schlummern und de» Momenteharren, in dem sie da- Licht der Welt erblicken sollen. Nachtrag. Die 3ttbrnq;frjjt in Jaroölan. dl ist der Versuch gemacht worden, die in Iaroslau borgt» faüenen Iudenexesse als höchst harmtos darzustellcn. Einem Lommunique der .WteieerAbrndpost" gegenüber, die sich ebenfalls dieser Auf» gäbe unterzieht, läßt der in Wien erscheinende .Osten" den ih« zugekommenen amtlichen Bericht des Borstande» der Iaroslamr JftMtitengemeiu-e folgen. Derselbe lautet; Jarsöla». 7. April, In Iaroslau find leider die mittelalt«. lkchrn Seiten der Barbarei und de» Bandalismus ringekehrt. Gelt dr« 25. v. M. wurden von hiestgen Christen Iudencrawallr zu -wiederhol« Maten aufgesühot, wobei Mißhandlungen. Strinewtrsen und Fenstereinschlagrn in Scene geseßt wurden. Der Anfang zu dieser Katchüophe war am 25. März gegeben. An diesem Lage Gründonnerstag, zogen eine Menge christlicher Buben mit dem Indas (einer ausgestopstrn Figur) durch die Straßen, auf den ße unter tumultartschen Aufschreien „bejeie Iudasa* (.Schlagt Hn Judas") mit Stöcken losschlngen — ein Gebrauch, der nirgmbs all hier besteht — und tnsuttirten dabei dte ihnen tn Wurf ft- Durch^ Dunkel zum Lichte! Nur Gastpredigt in der Reuftznagoge zu Prag gehaltm am Sabbath wa-jssebeN 5629 (b. Drzembsc 1L68) von vr. Samuel Mühsam Rabbiner. Wien 1869. fn- » er. einen Dunkel («nmenen Jsrartiten, mt sie auch den Judas zum Schimpfe ln manch« jüdische Handlungen htnetnwarfrn. «I unsere SlanbeuMM. der den ihnen so aufgeworfenen Judas ansznfotgen sich wetgee«. strömt« eine Menge christlicher Proletarier mit Knitteln ln der ßMd herbei, und mißhandelten die Unserigen erbärmlich, raubten von An WaasOiudwz Mt ßtimimiUtl hinweg, liefen dann, als ihre SGfUr . »sowWPmddMch tzße 9t§m Md | sihrim wlt drößenött' Vklwme: r»«7A»e" (..dir

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