Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- II (1869)
- Issue
- 9 (1.5.1869)
- Date
- 1869-05-01
- Page
- Seite 84 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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84 V Vorige Woche, so wird UNS mitgethcilt, ist von der 1). k. k. Statthalter« an ,bie hiesige CultuS-Gemeinde- Repräsentanz eine Zuschrift herabgelangt, kraft welcher sic sich für einen der beiden Herren: Med. Dr. TcdcSko oder Jur. Dr. Wiener bezüglich der Wahl für den künftigen Lczirkü-Lchulrath. erklätensoll.Die 'NepM^tänz habe" sich jedoch, wie wir vernehmen, in Anbetracht d r gleichen Fähigkeiten jener Herren entschlossen, die engere Wahl dein h. k. k. Eultusministcriuin zu überlassen. Rach einer andcren Version hätten sich b/ide Herren bei dein Umstande, das; sic auf dein Gebiete der Pädagogik und des Unterrichte ganz fremd sind, dahin geeinigt, eine ans sie entfallende Wahl nicht anzuiirhmcn und einen der hiesigen älteren israelitischen Instituts und Hanptjchnldirektoren, die ihr ganze» Veden dem instruktiven und pädagogischen Berufe gewidmet haben, zur Besetzung eine» Posten», der pädagogische Erfahrung verlangt, in Vorschlag zn bringen. *** (3i1'- Lchrcrv.rcin in Böhmen.) Am 31. Mär; d. I. fand hier eine AnSschußsitzung statt, in welcher zu erst die genehmigten Statuten zur Verlesung kamen, sodann zur Wahl eine» RechnnngSsnhrcr» (H. Philip vedercr in Eger) geschritten wurde. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Mitglieder de» Vereine» durch Eurrendeu von Zeit zu Z.i. gegen eine geringe Entschädigung der Druckkostc» über die Wirksamkeit de» Vereine» zu verständigen und die erste ordentliche Generaiversammliing ans den 23. September d. I. anzuberanmen. Die Beiträge pro 1 Stil) wurden schon von einer Anzahl Mitglieder geleistet und ist zu erwarten, daß die Äetheilignng an diesen der Hebung de» VoltSunterrichte», der Veredlung der Jugend, und der Verbesserung der Vage der isr. Vehrer gewidmeten Verein, eine recht lebhafte sein werde. *** In einer an die Enlt. Gem. Repräsentanz eldato 5. April d. I. gerichteten Zuschrift hat. anlässlich de» vor Kurzem stattgehabtcn Vcichenbcgängnissc» de» Herrn Vicutnant Filipp Graubart der Obrist de» k. k. 77. Vinien-Infanterie Regimcntc», Erzherzog Earl Salvator dem der Verstorbene angchörte, Sr. Ehrwürdcn Herrn Rabbiner Dr. E. Hofs für die würdevolle Grabrede, durch welche die Feierlichkeit des Begräbnisse» gehoben wurde, tut Rainen de» Ofsicicrkorp» de» Regimcntc» den wärmsten Dank ausgesprochen. Betheiligung von Seite jener isr. Gemeindemitglieder voraussetzen, die noch Sinn und Interesse für die jüdische Wissenschaft und deren Verbreitung haben. Von der Enlt. Gem. Repräsentanz wurde den nn mündigen mindern de» hochsceligcn Rabbi Inda Tcwele» ein ErziehungSbcitrag von lf>i> fl. ö. W. zugcstanden. *** Wir werden crsncht folgendes aufzunehmcn: Am 17. Oktober d. I. gelangen in Wien die Zinsen der „Predigcr Mannheimer Stiftung" zur Vertheilung. Anspruch ans diese Unterstützung haben Rabbinen, Prediger und Vehrer in Oesterreich, die dienstunfähig geworden sind oder deren Witwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, die mindesten» 5>0 Mitglieder zählt, wenigsten» zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden sind ausgeschlossen. Die Würdigkeit der betreffenden Beamten so wie die Dirnstunfähigkei. sind nachzuwci« scn. Gesuche sind längstens bi» r:u 15». Juli d. I. an die Israel. Gcmeindekanzlci in Wien iter der Adresse: „Euratorium der Prediger Mannheims-. Stiftung" zu übersenden. V Eine von Sr. Hochw. Herrn EugcniuS Konrath, derzeit Prior der barmherzigen Brüder zn Prag veröffentlichte Uebrrsicht über die im Solar Jahre 1808 vorgckommcncn Krankheiten, weist au», daß unter den aufgcnommcncn Kranken desselben Jahre» 3441 Katholiken, 1 Grieche, 64 Protestanten und 35 Israeliten sich befanden. v %* Am 9. Mai d. I. ' 3 Uhr Nachmittags findet die erste Generalversammlung de» neu gegründeten Vereine» »Afike Jrhllda" statt, und werden vor Allem die entwor-!cnen Statuten zur Verlesung gebracht. Die Wichtigkeit eine» vlchen Vereines, der bei dem kläglichen Zustande der hiesigen Talmud-Thora Schule, so wie dem zusehenden Verfalle jüdischen Wisim» nahezu Bedürfniß ist, lässt eine starke Auswärtiges. -- t Wien. Der Schriftsteller und Orientalist M. E. Stern wurde vom k. k. Vandcögcrichte zum Dolmetsch für die hebräische Sprache ernannt und al» solcher beeidigt; dergleichen wurde vom k. k. OberlandcSgerichte der Handelsmann Ludwig Panetsch zum GcrichtSdolinttsch für die hebräische Sprache bestellt und ist derselbe al» solcher beeidigt worden.— In die hiesige Handelskammer wurden folgende Israeliten gewühlt und zwar in die Gewcrbescction: A. M. Poüak (142 St.) Max Mauthncr (101); in die HandclSsektion: Simon Winterstciu (202) Moritz Pollak (202) Wilhelm Frankel (167) Arminio Eohn (148). — Die hiesige jüdische Eolonie der Scfardim (Abkömmlinge der ans Spanien vertriebenen Juden) soll eine Dankadresse an Eastelan für sein mannhastc? Anstretcn in der Madrider Eortc» beschlossen haben. — Am 19. April d. I. ist hier der Maler Ernst von Wcrtheimstcin, ciu Schüler Rahl» nach längerem Leiden gestorben.' Lemberg. In dem Dorfe Padwalatschiski, enlstand vor Kurzem plötzlich eine große Ucbcrschwcmmung. Eine jüdische Frau init ihren sechs Kindern (der Mann war verreist,) die an der gefährlichsten Stelle wohnte, wurde von den Finthen derart überrascht, daß sie sich nicht mehr zu retten vermochte. Schon war die Gefahr auf da» Höchste gestiegen, als der benachbarte Zollbeamte Karl Allenberg hcrbeieilte und unter großer Lebensgefahr jeden Einzelnen der Bedrohten auf feinen Schultern davon trug. Ihr. An. Berlin. Man schreibt von dort. Zum Vorthcil des in Rußland unter den Inden herrschenden Rothstande» soll am Sonntag Abend» 7'/,, Uhr in der erleuchteten neuen Synagoge ein Konzert stattsindcn. Da» reichhaltige Programm desselben verspricht Tonwcrke von Bach, Haydn, Händel, Mendelssohn, Meyerbecr nnd Schubert, welche non Frau _ Iachmann, den Herren Betz, Niemann, Fricke und dem Konzertmeister de Swcrt, königl. KammermusikuS Grimm, so wie einem Gesang-Ehor und der Berliner Symphonie« kapcllc unter Leitlzpg de» Herrn Prof. Stern anögesührt werden. Abgesehen von dem wohlthätigcn Zweck dürfte auch die Gelegenheit, die festlich erleuchtete Synagoge zu einem Konzert benutzt zu sehen. Viele zum Besuchs veranlassen.*) München. J£r. Majestät der König hat "den hiesigen Hofbanquier Josef v. Hirsch und dessen Nachkommenschaft in den Frcihcrrnstand des Königreiches Bayern erhoben. Wiesbaden 11. April. Fräulein Georgine v. Rothschild die 18 jährige Tochter des Barons Wilhelm C. v. Rothschild ist nach längerem Leiden verschieden PariS. Der „GanloiS" vom 9. April berichtet. Gestern fand im israelitischen Tempel, in der Notre Dame — de Nazareth Strasse — die Verehelichung de» Fräulein Drcyfus», die Tochter einer der berühmtesten Börsenmänner mit Herrn Ullmann, einer der ausgezeichnetesten Historienmaler statt. In der, bei dieser Gelegenheit vom H- Oberrabbiner gehaltenen TrauungSrede, worin er sowohl der Familie der Neuvermählten lobte, als auch die Verdienste des Bräutigams hervorhob, sprach er auch mit vielem Takt und Feinheit gegen Richard Wagner, indem er auf beredete Weise die wichtige Rolle, welche das israelitische Volk sowohl in der Kunst, als auch in der Jndusttie spielt, besonders auseinandersetzte. — Herr Josef Hallevi, welcher *) So weit ist der Fortschritt bisher gediehen,»nd es dürft« noch dahin kommen, daß diese Heina« Hallen zu einem Tanzsaal« improvisier »erden, in welchem dir Reformer einen Tankall zu« Vesten aebtn. f®» WÄ*)