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Die Gegenwart · 1869-03-15 · 6 (15.3.1869) · p. Seite 58

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
6 (15.3.1869)
Date
1869-03-15
Page
Seite 58 (sequence 8)
Language
German
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Juben מחוץ לתחום holen lassen; ebenso bei מציה Sr מצה, wiewohl לישה und .1אםי durch Juben geschehen muß, weil et שמיו לשם מצה sein muß, dennoch ist מחינה auch durch Nichtjuden erlaubt מיא חים מיו. Wir sehen also, daß jede Beihilfe, selbst wenn sic unumgänglich nolhwendig zur מציה ist, durch Nichtjuden erlaubt ist. Erwägt man nun, daß die Gevatterschaft gar kein nothwendiger Act zur Beschneidüng ist, daß sie bei Erwachsenen gar nicht stattfinden kann, so ist eS ersichtlich, daß von einem gesetzlichen Verbote gar keine Rede sein kann. Ob eS die Weihe der Handlung er« höhe, ist eine andere Frage, wenn man nicht annehmen will, daß die 'הכנסה לבריתו של אברהם א durch Beistand eines Nichtjuden, der ihn noch mit Opfer verbunden gerne leistet, ein בריש השם ist. LengSfrlder Rabbiner. Breslau 12. März (0.־ K.) Der Partcienkampf, der früher zwischen Geiger und Tiktin, rrsp.;wischen den ״Orthodoxen" und "Reformern, mitunt>r sehr leidenschaftlich geführt wurde, hat sich, seitdem Joel der Nachfolge» Geigers »runde, in Breslau gänzlich gelegt. Hiezu mag auch Herr Dr. Joel viel beigetragen haben; denn Herr Dr. Ivel ist ein Mann der goldenen Mitte, ein Mann dcö religiösen Compromisscö, der allen Parteien gerne gerecht »vcrdcn »nöchte, wie dieß seine jüngste Broschüre: ״zur Oricntirung in der CultuSfrage" (Breslau, Schlettcr'sche Buchhandlung I8ü9,) worin er seine Stellung den Parteien gegenüber etwas näher beleuchtet, zu Genüge bekundet. Wie da» hiesige jüdisch theologische Seminar, wo Herr I)r. Joöl viele Jahre hindurch eine Lchrerstelle de« kleidete, ist auch er ein Aühäiigcr der s. g. historischen Schule, die auf dcrn traditionelle»», sich geschichtlich rntwirkeltcn Judenthumc fußend, dem Wellenschlag des modernen den Fortschritt verkündenden, Zciigciftcö Rechnung trägt. Das hiesige jüdisch-theologische Seminar hingegen ist in der jüngsten Zeit ganz und gar in das Vager der Orthodoxie übergegangen; denn da» Organ dieser viel gerühm- ^kt^und viel angegriffenen Anstalt, die seit dem ersten—Januar d. I. unter brr Redaktion des Herrn Dr. Grätz erscheinende ״Monatsschrift für die Wissenschaft des Juden« thumS" polemisirt sehr heftig gegen die reformistischen Bestrebungcn der Gcgcntvart, gegen die ״Rcforinjuden" und ,,Rtsormrabbincn," ja sic bringt in Heft 2 und 3 zwei Artikel: ״der Rcformschwindel" und ״die Gebctmacherci,״ die an Heftigkeit polemischer Leidcnfchastlichkcit Alles übertreffen, »va» da» orthodoxe Judenthum bisher gegen die Reformpartei überhaupt geltend gemacht hat. Wa» uns be« trifft, so freuen »vir un», daß da» Seminar offen Farbe bekennt; denn da» bisherige juntv inilieu zwischen Reform und Orthodoxie musste auf die Dauer unhaltbar werden, weil wie Rüctert so treffend sagt: ״Zwei Hälften machen zlvar ei» Ganze»; aber »nerk: Au» halb und halb grlhan entsteht kein ganzes Werk." Wie jede» Jahr, hat da» Seminar auch an: 27. Januar - Gedenk am Tage de» L tistcr», EominerzienrathS Jona» Fränkel — ein Programm herauSgegcben, woraus w»r ersehe», daß die Anstalt 53 Hörer zählt, »vorunter die Preußen am allerivenigsten vertreten sind; 15 Hörer haben schon das Doktorat pliilosophiae gemacht, die klebrigen besuchen noch die hiesige lluiuri Als autoristrtc Rabvinen wurden diese» Jahr entlassen: die Herren Dr. Goldberg, Lev») und Herr Rippner. Dem Progiamn» geht eine wissenschaftliche Abhandlnug voraus, die den Titel führt: ״das vielte Makkat'äcibnch" und von einem Lehrer der Anstatt, von Herr» Dr. Frrndcnthal herrührt. Die Arbeit ist höchst gelehrt geschrieben, Eitate, Hypothesen, Eonjckturcn. Polemisches und Hämisches dann in Hütlc nnd Fülle zu finden. Mit der Eriaubniß der verehrt!chcn Redaktion, will ich auf diese Atbeil, so Gott will, »»och zurackkommen. Vor einigen Wochen hielt Herr Profeffor Karl Vogt aus Genf, der Apostel des Materialismus, im großen Saale der hiesigm Börse 6 sehr stark besuchte Vorlesungen über die Urgeschichte des Menschen, in welchen er sich die größte Mühe gab, seinen ״hochverehrten" Zuhörern und schönen Zuhörerinnen ad oculos zu demonstriren, daß sie nicht von Adam und Eva, sondern direkt vom Affen, von Herrn Schimpanse und Madame Gorilla, abstammen. Die ״hochverehrten" Anwesenden — zu denen die Juden das stärkste Contingent stellten — schlürften mit Behagen die ihnen von Herrn Vogt gereichte atheistische Suppe und fühlten sich — wie es schien — außerordentlich geschmeichelt, mit den Herrn Affen in naher Verwandtschaft zu stthen. Einzelne vorurtheilSlose Blätter hingegen setzten dem berühmten ״Affen-Profeffor" gar sehr zu und er war froh, daß er aus dem Weichbilde der guten Stadt Breslau herauskommen konnte; denn er hörte in den geachtetsten Journalen den verhängnißvollen Ruf erklingen: ״Mach deine Rechnung mit dem Himmel Bogt! Fort musst du; deine Uhr ist abgelaufcn." Viele hiesigen Familienväter haben an das königl. Provinzialschulcollegium, vor einigen Monaten, eine Petition um Aufhebung des gegen jüdische Schüler in einigen hiesigen höheren Lehranstalten bisher geübten Zwanges eingereicht. Unter dem 5. Februar 1869 hat nun das königl. Provinzialschulcollegium auf Beranlaffung des Herrn Cultusministers v. Äühler eine Verfügung an die Herren Direktoren der hiesigen höheren Lehranstalten erlassen, wonach den jüdischen Schülern in den höheren öffentlichen Schulen die Dispensation vom Schreiben und Zeichnen am Sonnabend nicht, versagt werden darf, wenn die Eltern darum nachsuchen. Ferner hat das königl. Provinzialschulcollegium veranlasst, den Passus in dem Statut der Realschule am Zwinger, welcher das Schreiben der jüdische» Schüler am Sonnabend fordert, in Wegfall zu bringen. Adolf Kohttt. Locales. V Gestern Vormittags unmittelbar vor der Sitzung begab sich eine Deputation, bestehend aus den Herren Sem Gerstl, Hcrrmann FnchS und Carl Leipen zum Vorsitzenden der isr. CultuS-Gemeinde-Repräsentanz und überreichten demselben eine von 180 geachteten Mitgliedern der Jsrae- Uten Gemeinde unterfertigte Eingabe.׳ Der ^Empfänger versprach der Deputation die in dem Gesuche auSgesprochencn Wünsche, so fern sie gerecht erscheinen, kräftigst zu unterstützen. In der Sitzung selbst wurde die Erledigung de» Gesuches vom Vorsitzenden Stellvertreter Herrn Dr. Wiener für die nächste wo »nöglichst außerordentliche Sitzung in AuSsicht gestellt. V Wie man sich auch als Kanzelredner überleben kann, bewies in der letzten Trauung Herr Prediger Proscssor Kampf, in einer langathinigen Trauungsrede, welche, abgesehen von ihre»« Mangel an Eleganz und Inhalt, den Regeln der Rhetorik ganz und gar nicht entsprach. ES muffte ein solcher rhetorischer uonseua um so mehr befremden als er dem Munde des ältesten Prager Predigers entströmte. Wir wollen ihn jedoch nicht ganz verurtheilen und nur damit entschuldigen, daß er durch die An»vescnheit eines seinem A»»ge frernden, aus Honoratioren und distinguirten Gästen bestehenden Publikums befangen wurde, wodurch er sich ln ein fast */4 Stunden langes Labyrinth verirrte, aus dein der Redner nicht hcrauSkonnte. aber auch das Publikum gerne hcrauSgekommen, wenn letzteres nicht durch den engen Ausgang daran gehindert worden wäre. %* Am 7. d. M. fand im neuen israelitischen Tempel die Trauung eines Sohnes des hiesigen Stadtverordneten- UNd ist. EultUS -

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