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Die Gegenwart · 1869-02-15 · 4 (15.2.1869) · p. Seite 37

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
4 (15.2.1869)
Date
1869-02-15
Page
Seite 37 (sequence 7)
Language
German
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Czkin 17. Jäner (0.- K.) ״Quis tacet sapiens 68t." oder “00 לחכמה שתיק־, Diefed Sprüchlein, nur nichts andere«, habe ich dem fy. Correspondenten au« dem westlichen Böhmen, auf seine von Animosität gegen mich erfüllte Correspondenz vom 29. vorigen Monats zu entgegnen. — Dem H. Correspondenten gefällt es in den Schleier des Unsichtbarseins sich zu hüllen; er liebt es aus seinem sicheren Verstecke — die scharfgespitzlen Pfeile seines Witzes auf mich loszuschießen ,חציו לדולקים ימעל" und da glaubt er etwa; entweder werde ich mich zur , Abwehr stellen oder — ich werde אין אומד ואין דברים, ohne ein Wort der Gegenrede zu verlieren, es so über mich ergehen lassen. — Ich bin wohl stet« bereit Jedermann Rede zu stehen — dieß um so mehr auf dem Wege der Publicistik; allein aber, wer mir die Ehre seines Namens vorenthält, einem Namenlosen werde, kann und darf ich nicht, aus leicht ersichtlichen Gründen, — entgegnen. — Muß ich doch zuvor überzeugt sein, mit wem ich zu thun habe; wer mir gegenüber tritt. Muß ich doch vorerst fragen? — "״הלנו אתה אס לצרינו Obwohl die durch und durch ironisch gehaltene Correspondenz des H. Correspondenten mich vermuthen lässt — daß der H. Correspondent kein "שד צבא הי" sei, der etwa mir antworten dürfte "״עתה באתי בשביל בטול תורה באתי"" da doch seine ganze Correspondenz der treue Spiegel seiner persönlichen Gehässigkeit, seiner Zanksucht ist, das allenfalls zum "״בטול תודה, הלול תודה oder gar, — wie das schon leider allzuoft auf dem Gebiete der jüdischen Publicistik da gewesen. — zum "״חלול השם führet! — UebrigenS, sei der H. Correspondent, aus dem Westen Böhmens, wer da wolle — sei er mir ebenbürtig, oder sei er ein höheres Wesen, menschlich — schwacher — Natur — ein Meinungsaustausch — muß in maaßvoller Weise stattfinden! — Die Hcrumzänkereien und Herunter« reißereien scheue ich, denn wie schon oben bemerkt, führt dieß zum "״חלול השם und unsere alten Lehrer!lehren ausdrücklich "״במקום שיש חלול השם אין חולקין כבוד לדב mag der רב " ein Kehila-Raw KreiSraw oder gar Landraw sein. — Mein Artikel, lese ihn der H. Correspondent gefällig nochmals durch — beabsichtigt keinen Krieg — er greift niemand an— selbst die Autorität des hochgelehrten H. Oberrabbiner Fassrl, wird in geziemender Weise, gewahrt. — Ich für meinen Theil, würde im Falle vor das Forum meiner Geringfügigkeit, ein solcher Fall von "״ספק ממוד zur Entschridüng käme,, rrichl Lem H» Oberrabbiner F. gleich entschriden. — Nun ist das em Angriff I Alle Welt, muß natürlich sagen — ״Nein." — Ich wünsche die. Meinung meiuer Amtebrüder in Böhmen, bezüglich einer, meiner Meinung nach, nothwendigen ״Synode" ist das arg gemeint — und siehe da mein H. Correspondent aus dem westlichen Böhmen, lacht sich darüber die Haut voll — er kann und darf entgegengesetzter Meinung sein. — Nicht alle Menschen sind gleich und nicht alle Meinungen der Menschen können gleich sein — ich will, soll und muß die Meinung der Oeffentlichkeit hören — aber, wenn man auch mich eines Andern zu belehren glaubt; so will ich ganz Ohr sein — einem willigen Schüler gleich — die mir crtheilten Lehren acceptiren — jedoch darf das Maaß — nicht überschritten— der Anstand nicht verletzt werden. — Erstens “?1!P לא und zweitens — "״דברי חכמים בנחת ישמעץ Wo man so ein leicht reizbares, aufwallendes Naturell besitzet, — da schweige man lieber — — — "״0ינ לחכמה שתיקה oder mein Latein ״Quis tacet sapiens est.״— M. Stern x Rabbiner. AuS dem piseker Kreise 9. Feber (0.- K.) Wie wenig von den CultuSvorständen fju erwarten ist, daß sie Anstalten treffen, dem isracl. Lehrer eine bessere Stellung zu verschaffen und wie sehr die in Ihrem geschätzten Blatte so oft ventilirte Lehrer-Frage einer endgiltigen Lösung bedarf, beweist folgendes Histörchen: Am 3. Jäner d. I. fand in der Gemeinde B.die Wahl de- CultuSvorständeS statt. Als der dortige Lehrer, der al- Schriftführer fungirte, vom anwesenden landesfürstlichen RegierungSkommiffär zur Abgabe seine» Wahlzcttel» aufgefordert wurde, protestirte ein Mitglied deS früher» AusschusseS, ehemaliger sogenannter Rendar mit den Worten: Euer Gnaden! DaS ist unser Lehrer ein Domestik der Ge» : meinde, den wir zu jeder Zeit entlassen können, folglich nicht selbstständig und auch nicht wahlberechtigt. — Diese Illustration genüge die Stellung der israelitischen Lehrer zu kennzeichnen. Wien 10. Feber (0.- K.) DaS rege Leben in der Residenz lässt auch das der Judenheit nicht unberührt und so kann ich Ihnen, was da- Religiöse als das Communale unserer Gemeinde betrifft nur das Erfreulichste mittheilcn. Die Vertretung derselben, welche die Interessen einer 30.000 Seelen zählenden israelitischen Bevölkerung, mit wahrer Hingebung rcpräsentirt, tritt für das religiöse Moment mit MauncSmuth ein, und eS wird jeder gehobenen GemüthcS sein, wenn er wahrnimmt, wie KönigSwarter, Kompert, Kuranda und Konsorten, für die Pflege der hebräischen Wissenschaft, in wahrhaft begeisterter Weise das Wort führen und für den Unterricht der Jugend in des Wortes edelster Bedeutung bedacht sind. Der Takt dieser Herren ist musterhaft zu nennen, ganz entgegen dem Ihrer Vertreter, yon denen man hier eigenthümliche Begriffe hat. Die Prager Correspondenz..der Presse^, welche״vor^Kurzem da« exklusive Benehmen Ihre» Vorsitzenden markirt, hat hier Indignation hcrvorgerufcn und eine distinguirte Person aus dem Hause vor dem Schottenthore bemerkte mir darüber, ob e» nicht angezeigt wäre, in Prag ein Erziehungshaus zu errichten, in welchem junge Leutt zu jüdischen Gemeindevertrctcrn hcrangcbildet werden könnten. Daß Freiherr Anselm v. Rothschild einen Gründungsfond von 200.000 zum Baue eines israelitischen Krankenhauses votirt hat, dürfte Ihnen bekannt sein. Die Vertretung, hieß eS, wäre gesonnen, ein Grundstück in der Nähe der GaSanstatt zu kaufen, was ich jedoch Ihnen als verbürgt mittheilen kann, daß sie aus sanitären Gründen von diesem Plane abgekommen ist. Die Direktion deS hiesigen kaufmännischen Vereins, welcher zur Feier seines 5)0 jährigen Bestandes einen Ball veranstalten wollte, eS jedoch vorzog, ..die hiezu «othwendige Summe-lieber den ArmenWienS^zu widmen, hat den Beschluß gefasst, dem Bürgermeister vr. Felder die Summe von tau send Gulden und dem Borstände der israel. CultuSgcmemdc den Betrag von f ü n fhundert Gulden zur Beriheilung an Arme zu übergeben, waS auch bereits geschehen ist. Locales. *** Sitzung der Prager CultuS - Gemeinde - Rcpräsentanz am 31. Jäner 1SGH. Beginn ,/»1י Ubr Vormittags. Anwesend die Herren: K. Frankel, 1)r. Gitschin״ Lieben, B. A. OserS, vr. Pribram, Schwab, Vr. Ted-«co, M. A. Wahle. Prof, vr Wessely» vr. Wiener, D. Jappert. L« waren somit abwelend die Herren: Eeorg Feigl, Fischet, vr. Raudnitz. Sing r, Ignatz Schily, G. Schiy. E« werden die Protokolle der öffentl. Sitzung vom 27. Dezember 1868 in der austrrordentlichcu Siyung vom 12. Jäner 1800 verlese« und ohne Debatte genehmigt. Vorsitz, theilt mit, dag der seel. Herr Leopold Pollak folgende Legate zu Gunsten der LultuSgrmeoide erlegt: 000 fl. filc da« Spital, 600 fl. s,ir da» Knabenwaiirnhau» und 1000 fl. für di« Tatmudthoraschule. Dir Gemahlin de- Hrn. L op. v. Poitheim übergab einen Betrag von 100 ft. zur Deckung der Spitalekosten und 260 fl. zu Händen de« Armenwrsen«. Ein ungenanntiei» Wollender spendete 100 zur Uer- «Heilung an 20 Personen < 10 jilbiiche nud 10 christliche.) Herr Äottlied Schwab hat seinen Anvtritt an* dem Perband« der Präger Lultutge» .meinde angemeldrt, da er nach Wien nberfleoelt. Ferne-- ha« H rr Sern. Gerstel erk.Lrt die W chl al- Mitglied der P isi,h-Eonimission nicht anzunehmen, «eil er r« unter den gegenwärtigen Euliu-gemrindezustä«- den, mit seinem Gewissen nicht im Einklänge findet» aus eine» Ehren-

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