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Die Gegenwart · 1869-02-15 · 4 (15.2.1869) · p. Seite 36

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
4 (15.2.1869)
Date
1869-02-15
Page
Seite 36 (sequence 6)
Language
German
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36 Hrkaunte Größen; da kann weder Jbfe öffentliche noch die Privatwohlfahrt gefördert werden.^ Wahre Religion tritt also auch der wahren Aufklärung And dem Fortschritte/üicht hemmend entgegen, wie die vielen so gen ann t e»/^Aufgeklärtenunserer Zeit sich zu behaupten erkühnen, vergessen aber dabei, daß sie die nicht geringe Blöße zeigen nicht einmal die Begriffe Religion, Obskurantismus, Pigotterir und Aberglauben von einander unterscheiden zu können. — Wer wird hier nicht an Boltair und Rouffeau erinnert? Münner, die mit ihren Genossen ein halbes Jahrhundert sistemmäßig daran gearbeitet, das Volk aufzuklärrn *, doch aber hat Rprtsseau den Ausspruch gethan: ״Welche- Trostes ist derjemge beraubt, der keine Religion hat! Wer soll ihm bei Unfällen trösten, wafür rin Zeuge soll ihn zu solchen guten Handlungen aufmuntern, welche niemand sicht, welche Stimme soll zu seinem Herzen sprechen, welchen Lohn soll er von seiner Tugend erwarten, wofür muß er den Tod selbst halten?- Dieser Ausspruch gibt offenbar das Zeugnis ab, daß selbst dieser vom Liberalismus beseelte Mann die Religion doch zu verehren und hoch zu schützen wußte. — VI. Schlußwort. Die Leiter der Jugend sollen also die Wahrheit einzustehen, der Lüge und Falschheit entgegcnzutreten und dem Lichte die Bahn zu brechen stets als ihre heiligste Pflicht betrachten. Denn sie haben die schöne Aufgabe, diese zarten Menschrnsrelen für das bürgerliche Leben zweckmäßig zu bilden und sie für di; Anforderungen der Jetztzeit geeignet zu machen. Die schönen Jugendjahre fliegen bald dahin, der Ernst de- Lebens beginnt, che man sich dcffen versieht und die LrbrnSpfade verschlingen sich immer, je weiter sie führen. Man vergleicht das Menschenleben mit Recht einer Fahrt ans dem Meere zwischen Felsen und Sandbänken, im!nerwührrndcn Stürmen und Schiffbrüchcn auSgcsctzt. Und wer wollte nicht wünschen, daß den ins ernste Leben Eintretenden ein glückliches Loos beschicdcn sei? daß man aber bei diesem Eintritt in daS Leben auf allerlei Unfälle auch vorbereitet sein müße, lehrt die Erfahrung. Darum ist eS Aufgabe «nserer Lehr- und ErziehungSinstitute, die Jugend so zu erziehen, daß sie für das wirkliche Leben sich eigne, daß der zum Mädchen in glücklichen Umständen und Verhältnissen zum Wohle des Staates und der Mitmenschen handeln, aber in wenigen glücklichen Tagen und in Unfällen sich zu rathen wisse. — Pardubitz 10. Feber. (0.- X.) Der Religionsunterricht iu der israelitischen Volksschule. (Schluß.) Wir kommen nun über den dritten Punkt, die Unznlänglichkcit der vorhandenen Hilfsmittel beim Unterrichte zu splcchrn. Für jeden Gegenstand i>? der Volk schule siehen uns so inassenhast viele HilsSbüchcr zu Gebote, daß cS dem noch unerfahrenen Lehrer bei nur geringer Selbslthütigkrit ein Leichtes ist. sich selbst fortzubilden, sich allenthalben Rath zn holen und sich eine silbstständige didaktische Gewandtheit anznrignen. Doch für den religiösen Unterricht in der isracl. Schule ist noch bis zur Stunde kein einziges HUssbuch vorhanden und cs dürsten noch Jahre vergehen, des wir ein solches zu Gesichte brkoinmcn. Wir finden zwar RcligivnSbüchcr, hebräische ^Grammatiken, übersetzte Bibeln u. dgl. in Hülle und Fülle; aber das ist eS nicht, was wir anstrcben. Der Unterricht in den heiligen Büchern, ,wie es ehedem betrieben worden ist, war sehr zeitraubend und der Erfolg nicht immer ein günst.ger; denn so viel ich mich ans früheren Zeiten her zu entsinnen weiß, lernte man nicht weniger als neun bis zehn Stunden de- TagS nichtals VMN mit Kommentar גמרא ,,'ך ,רשיי etc. etc. was für einen Lehrer der Jetztzeit mit Recht etwahaarsträubendewäre. Ueberdieß hat vormalder Unterricht mit dem fünften Leben-jahre de- Kindebegonnen und mindesten- bis zum dreizehntm Lebensjahre gedauert. Nun aber haben die Zeiten sich geändert, ich meine die Unterrichtszeit; eS werden von den 6 bis 8 täglichen Unterrichtsstunden höchsteneine oder zwei für die hebräischen Lehrgegenstände verwendet und anstatt eines achtjährigen Schulbesuchs dauert derselbe höchstenS 4 bis 5 Jahre. Wenn nun bei einer so ungeheuer» Differenz an Zeit die Art und Weise de- Unterricht« dieselbe blieb, so muffte folgerichtig die Kluft der heranwacksenden Unwissenheit eine furchtbare sein. Wohl finden sich mitunter Lehrer aus jener guten alten Zeit, die nach vieljährigem mühevollem Hin- und Herlaborieren sich endlich ein System geschaffen und in der That Resultate erzielen, die ihnen Ehre machen; doch sind der AuSerwählten wenige und der Hinkenden gar viele. Es liegt also nichtnäher, als daß die gesammelten Erfahrungen und Resultate mehrerer Kräfte zusammengetragen und zu einem Hilfsbuche für angehende Lehrer und Lehramtskandidaten verarbeitet und veröffentlicht werden. Ein solches Hilfsbuch wäre vorerst über den Pentateuch auszuarbeiten. Der Inhalt desselben wäre meines Erachtens: Die sachliche und sprachliche Be- Handlung der Bibel in der Volksschule von בראשית bis לעיני כל ישראל• Hierzu wurde ich folgendes proponieren: ES treten etwa 8 oder 10 Männer von Geisteskraft, die des Stoffes vollkommen mächtig sind, zusammen, besprechen mit einander die Art und Weife der vorzunehmenden Arbeit, theilen diese unter einander, kommen nach je zwei oder drei Monaten zusammen, um Gedankenaustausch zu pflegen und nach Vollendung des Ganzen, dann — ja dann? Was dann? Wer soll dann die Kosten des Drucketragen? — Diese Männer dürften ohne Zweifel etwas Tüchtiges zu Stande bringen, aber Geld haben sie keines, um daS Werk aus eigene Kosten und .Gefahr dem Drucke zu übergeben. Wenn jener angcstrebte Verein vom vergangenen Jahr sich realisier! hätte, so wäre eS ein Leichtes, ein solches Werk auf Kosten und zum Nutzen des Vereins aufzulegen. Nun aber sind thcils verschuldete theils unverschuldete Hinder« nisse dazwischen getreten. Es wäre jedoch bei geringer Willenskraft denn doch noch möglich, den Verein zu beleben und das hier berührte Werk gleichzeitig zu Stande zu bringen. Wir könnten entweder nächsten סורים oder מה״מ_של פסח Münn hcrangewachfene Knabe und daftur1׳־ ^r-n^neueMngS m Präg zusämmenlommen und den Ge- ... ’* ... ' genftaub ebnen, und wenn auch die Kosten manchem, ja den meisten von uns schwer fallen, so muß man den Zweck, der am Ende dennoch mit Gottes Hilfe erreicht wird, noch höher schätzen als einige Gulden. Ich proponicre daher eine neuerliche Zusammenkunft der jüdischen Lehrer Böhmen» zur Regelung ihrer Verhältnisse durch Kreierung eine- Vereine- und zur Hebung deö jüdischen Schulwesens namentlich dereligiösen Unterrichts. Daß aber auch im günstigsten Falle, nämlich wenn wir כלנו חכמים כלנו נבונים wären und כילנו יודעים את התורה so ist es dennoch מצור. עלינו, den religiösen Unterricht aus ein einheitliches System zu bringen, nämlich dahin, daß die Volksschule aller Orten ein gleiches Maß halte und dieselbe Materie behandle; denn während man in der Einen Schule den ganzen Pentateuch, die ersten Profeten, Psalmen, Gebete übersetzen und noch ein deutsches ReligionSbuch lehrt, wird in der zweiten kaum ein unbedeutcndcr Thcil der .תורד durchgenommen, und dafür ein and:- reS Surrogat die biblische Geschichte von X. A. ans die״ Tagesordnung gebracht. Es wäre daher auch darüber bei einer neuerlichen Eonfercnz zn verhandeln und darum rufe ich Euch meine geehrten AmtSbrüder zu: מי ליד אלי, wer cs ernst mittlrer Schule und mit der Religion meint, der trere bei und nehme Anthcil an der nächsten Zusammen« kunft, nehme den ernsten Willen mit, zur Ehre Gottes mitwirken zu wollen und Gott wird mit uns sein. חוקו ויאמץ לבבנם כל המיחלים ליד PH. Lederer Sffrntl. israrl. RrligionSlthrrr zu Pardubitz. A

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