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Die Gegenwart · 1869-02-15 · 4 (15.2.1869) · p. Seite 38

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
4 (15.2.1869)
Date
1869-02-15
Page
Seite 38 (sequence 8)
Language
German
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«btt'SrrtTauenlpofttn zu rkflektircu.Drr frit 1834 zum Chrlftnithumr übergangene Joachim Leipen ist zum Judenthume bereit» zurückgekehrt. Buch rrurie der Vorsitz. davon vclsrändigt, daß Frl. Rosa Äug. Kallitvoda zum Uiberkriltr in da« Judenthum Will«»» sei. Da« Collegium welche« den Ümrtreiungkott vorzuiikl mcn ha», wird seiner Zeit von der -tepräscuianz gewühlt werden. Von der Ltmbergrr Gtmeindr sind 3<) Ezemplare einer Blochürr „Tkbalte über die Iudensragc in der Landtag»i«siion de« Jahre« 18«8" der Nultusgrineinde zugrschickl worden Stück a l st., auf Antrag de« Hrn. Frankl, der darin eine Bitte nm Unterstützung steh», werde» 2 Exemplare zurückbehaltcn und dafür der Betrag von >0 fl. famrnt diu ander» Büchern zu-ückgesendet. <a« wird hierauf zur Tagesordnung geschritten. Der Punk» 1. derselbe»: Gc>uch der tztooimission deSKnabenwaisrnhause« um Vorschub pr- &<»<> fl. wild ohne Trbalte genehmigt. Ein weiterer Berha»dlungsgegeu»and betrifft die Anzeige der (Lommisiion de« Auabenwaistiihausr« von der Nesignation de« Hrn. Dr. Breuer auf seine LrzieherssieUe. Dir Äominiffion respert. deren Obmann Herr Fergel hat bereit« dir »oihwendigen Anstalten getroffen, und einen Erztrher provisoiisch angestellt, der mit dem Austritte de« Hr». Breuer (Id. Fediuar 18«:») einzuircikn und erst nach 2 oder 3 Monaten der Konkurs ausgeschricben iverten wird. Da« Gesuch dr» Veit Fnedläuder um Quartalen-AuSfolftniig der Subvention p»v I8«N wird zur Kenntnis genommen. Dem folgt der ' Schlubbrrichl über das Denkuial des felel. Hrn. Lberrabbiiirr« Aappo Port. 2)rr dirssällige Berich« des Hrn. Fr'.gei liegt vor. welcher ersichtlich macht, daß dasfrlbe von rolhrn Malmor gehauen, zum Theil belegt in schwarzen Marmörtaseln saus Antrag de« Hrn. Wahle „belgische") welche mit Gold belegte» Jnichiistkn enthalten. D»r Preis dr» Ganzen bteiagt Lll" fl. Die Auosührung wird von den Bildhauern Hr». Rüdnitz »nt Freund besorgt. Die Spitaledirekiion bittet ui» Versorgung de« SpitalSdienerS Bunzel, über Antrag des Hrn. Schwab wild er dem Armenil,stitute zur Bersvrguug übergebe». Cr bezieht »ebstdein den Betrag von k» fl.at) pr. Monat au« der -spilalskasja. Herr I)r. Wiener stellt solgenden TiinglichkeitSautrag: AuS Anlaß der Aushebung der Chcineldschcinc möge eine KoinnnffioNj bestehend au« 3 Milgiledern beruihe» und ihre dicSsaUigeu Anträge der Repräseulanz voilcge», ans io.lche Welle dir Einbringung der Heiratogebühren geregelt werben solle, zangeuonttnc».) Tic Wahl der Koininiffions- Mitgtieder wird dein Bvesitz. überlasse». (Schluß der Sitzung um 12 llhr.) %* Wie uns mitgcthcilt wird, hat die sitcpräsentanz daü an das bisherige Knabenwaisenhaus angrenzende Haus Nr. NU! — V zum Zwecke der Erweiterung des ersicren, angekausl. Wir haben scmcr Zeit vor den Ankauf desselben gewarnt, iudcm wir aus die örtlichen Verhältnisse hingcwiescu haben. Man muß ja einen Beleg für die großen Leistungen haben, koste er was wolle. Qui vivera verra. V* Die vom hiesigen Stadtverordnctcnkollegium getroffene Verfügung einer neuen Häusernummerirüng, so wie der neuen Benennung gewisser Gassen und Strassen, wird gewiß auch die Joscsftadt nicht ansschlicßen; denn die bisherigen Gasscnbcncnnungcn dieses Stadtviertels, wie: jfci* —kerl, ^SchvptrS, Joachims, Rabbiner-, Bclclcs-, Schumes-, Zigeunergasst etc., die sich weder an ein historisches Faktum, noch an große höchstens mährchcnhaft klingende Ereignisse knüpfen, sind nicht geeignet, .zur angcstrcbtcn Vcrschonerung Prag's, das mit Nicht auf den Namen einer Großstadt Anspruch macht, bcizntragcn. Das Stadtverordnclcnkollcgium wird, wenn gleich sich auch jene Herren, die. den Wählern der Joscsstadt ihr Mandat verdanken, um deren Interessen gar nicht küniinern, das fünfte Viertel gewiß inclit stlcfmütlcrlich bchantcln. V* Der Bereiu zur Unterstützung unbemittelter erwerbsfähiger Individuen ohne Unterfchird der Consessiou mittelst «uverzindlicher Durlehrn hielt gestern die jährliche Generalversamntlung ab, in welcher über die Leistungen dcS einzig in seiner An da stehenden Vereines rcscrirt wurde. Der Ausweis pro macht in der Summe von 14098 fl. 94‘4fr. das Vcreinsvci mögen ersichtlich, allerdings eine Ziffer, die, wenn man bcdcnkl, daß lin Gründungsjahre 1848 der Fond 80 st. betrug, überraschen muß. Der lvbcnswerthcn Bclheiligung der Btilglicder, als dem Streben des' leitenden Ausschusses, in dem namentlich der Direktor Herr Gott lieb B o n d i, dem sich die Herren Vorsteher M. A. Wahle und D. Zapprrt, so wie der Rcchnungssührcr Herr Sel. Scheller würdig anrcihrn, hcrvorzuhcbcn sind, ist es zu danken, daß dieser den unbcmittcltm erwerbsfähigen Individuen, zur wahren HilfsqueUe gewordene Verein, sein Gedeihen bekundet. Der Darlehen-Ausstand vom Jahre 1867 bezifferte stch auf 8246 fl. 21'/,; dazu wurden im Jahre 1868 152 Darlehen im Betrage von 13775 verabfolgt, somit war der sämmtliche Darlehen - AuSstand im Jahre 1868 22021 fl. 21'/,. worauf im seloen Jahre 13062 fl. 50 abgezahlt wurden. , *** Professor Dr. Wessely hat an den Redakteur des „Hebrew," wie letzterer selbst seinen Lesern mittheilt, ein schmeichelhaftes Schreiben gerichtet, in welchem er die Gemeindezuständc in Prag nicht in das rofenfarbenste Licht stellt. Seine Klagen, bemerkt der Empfänger der „schmeichelhaften" Zuschrift, seien mehr als gerecht. Und dennoch schien der Herr Professor anfangs von der Wahrheit unserer Berichte nicht erbaut gewesen zu sein! *** Der hiesige Herrenkleiderfabrikant Herr B. S t rasch i tz bereits seiner Fabrikate wegen in mehreren Weltausstellungen mit Medaillen und selbst auch von Sr. Majestät mit dem goldenen Vcrdienstkreuze ausgezeichnet, wurde vor Kurzem in Folge seiner in der internationalen Jndustricausstelluug zu Havre ausgestellten elegant gearbeiteten und durch staunenSwerthe Billigkeit der französischen Konkurrenz die Spitze bietenden Kleidungsstücke, mit der Bronze- Medaille prämiirt. Das Journal äu Havre, so wie der Oourrier du Havre sprechen sich über die Fabrikate des Herrn Straschitz äußerst günstig aus. *** (Stenografisches) Nach Art der Bleyer'schen deutschen Stenografie-Schreibhefte hat unser geschätzte Mitarbeiter Herr Jg. Baum, diese glückliche Idee in der böhmischen Stenografie zur Anwendung gebracht und dieselbe bereits durch den Druck veröffentlicht. ES ist das erste der mit T£snopfsna §kola betitelten Schreibhefte im Selbst. Verlage des Verfassers erschienen, und ist eS nicht nothwcndig demjenigen, der die Bleyer'sche Methode von den deutschen Heften her kennt, auf die leichtfaffliche Art die böhmische Schnellschreibeknnst zu erlernen, wie sie uns eben H. Baum vorführt, nicht aufmerksam zu machen. V Unser Landsmann Herr Wallerstein, der in der deutsch israelitischen Gemeinde in New Broad St. in London als Cantor ihres Tempels und Leiter eines von demselben zusammengcstcllten großen Chors fungirt, wird in dem in London erscheinenden deutschen Wochenblatte „Herrmann" einer schmeichelhaften Kritik unterzogen, in welcher sein musterhafter Ernst in der Erfüllung seines Amtes und sein seltenes Talent junge Knaben, denen jeder musikalische Begriff abgcht, zu Chorsängern heranzubilden, hervorgehoben werden. Auswärtiges. Brünn. Das Vermögen, der hier bereits 6000 Israeliten zählenden CultuSgcmeinde, wird von ihrer CultuSvertretung musterhaft verwaltet, das Amt concentrirt sich auf einen Sekretär, die Controlle hat der Vorstand in Händen, der auch das Caffawcseu versieht. Pest. Der seit einiger Zeit hier tagende isr. Congreß hat nun abermals einen Conflikt zwischen den „Reformern" und den Orthodoxen erlebt, an welchem er möglicherweise seinen Tod finden konnte; diese sogenannten Reformer, bemerkt der „Osten" sind im Grunde nichts anderes als Leute, welche den ministeriellen Fetisch deS MagyarismuS anbeten. Der Eonflict kam so: Während der Debatte über das Geincindcftatlit rief ein solcher Pseudoreformer (Holländer) der Gegenpartei zu, sie sei arrogant; darob großer Lärm und schlicslich Verlassen dcS Sitzungssaales von Seite der Orthodoxen. Vom Präsidenten aufmerksam gemacht, diesen.Ausdruck zurückzunchmcn, fügte sich Holländer, worauf die Orthodoxen cingeladen, wieder in der nächsten Sitzung erschienen. Szegrdiu. 9. Feber. Bischof Horwath empfing eine Szegcdincr Wählerversammlung. Ein Redner, Rabbiner Löw sagte: Die Verfassung sei gesichert, seitdem eS heiße, Ungarn und die Erbländcr sollen nach den Prinzipien deS freiheitlichen EonstitutionaliSmuS regiert werden. Dresden. Vor Kurzem ist das ifr. Vorstandsmitglied Hr. 31k. A. Mayer, ein feines biedern Charakters wegen geachteter Manü nach längerem Leiden verschieden. Fortsetzung tu der Beilage

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