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Die Gegenwart · 1869-01-15 · 2 (15.1.1869) · p. Seite 13

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Journal
Die Gegenwart
Volume
II (1869)
Issue
2 (15.1.1869)
Date
1869-01-15
Page
Seite 13 (sequence 3)
Language
German
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vom vergangenen Jahre ausweist, nicht da sind; denn wohin sie gekommen, weiß wol'die Gemeinde nicht, jedenfalldie Repräsmtanz, die überhaupt Manches bester weiß, worüber der Gemeinde gegenüber tiefes Stillschweigen bewahrt wird. Der Trauerchor, der diesem eingestellten Posten gesungen wurde, ist verklungen und da. wie es im Welten- Lauf der Fall, Menschen sterben und wieder Menschen geboren werden, warum sollte gerade das Präliminare zurückbleiben? 600" fl. *) wüsten wieder geschaffen werden, auch wenn das Oberrabbinat noch nicht lebt! Der einfachste Weg zu dieser Schöpfung ist die Einstellung eines Postenins Präliminare und die Schöpfung ist gelungen; denn man schöpft aus den Taschen der Gemeinde. Gehen wir nun einen Schritt weiter, auf die Gefahr hin, daß dieser Schritt viel Geld kostet und uns zwei Religionslehrern nähert, die zusammen 2285 fl. kosten, allerdings eine große Summe, die noch größer erscheinen muß, als das eingehende Religionsunterrichtsgeld 900 fl. beträgt. Bei dem Umstände nun, daß die Leistungen der Schüler in keinem Verhältnisse zu den materiellen Leistungen der Gemeinde stehen, ist die Differenz von 1385 fl. eine enorme zu nennen; da aber Religion vor Allem Moral in sich schließt, so finden wir aus dieser großen Summe eine sehr schlechte Moral gezogen. Gelangen wir zu dem für das Knabenwaisenhaus präliminirten Posten von 3562 fl. 20 kr., so belauft sich bei dem gegenwärtigen Status von 14 Knaben der Kostenpunkt eines jeden auf 254 fl. in der Thal, rücksichtlich de- IncasternirungSfystemeS, eine nicht billige Versorgung! Diesem Institute schließt sich unmittelbar im Budget die Talmud-Thora-Schule mit einem Bettage von 2802 fl. 80 kr. an. Was dieses Institut betrifft, ist es nicht nothwendig, da eS genügend für sich selbst gesprochen, ein Wort noch zu verlieren, und ist es nur zu bedauern, daß nicht anstatt der präliminirten Summe für diese segens- und ruhmreiche Anstalt ein Zeichen eingestellt wurde, daS so viel bedeutet, als: Ruhe ihrer Asche! Wollten wir ins Minutiöseste cingehen, so würde sich unS die Mühe kaum lohnen und wir fühlen uns berechtigt, mit dieser intereffanten Revue hinreichend unzufrieden zu sein. Der Abschluß derselben bildet die prüliminirtc Summe für die CultuS-Gemeinde-AmtSkanzlei, > deren Ziffern wir dem geschätzten Leser zu bedenken geben, und die 6463 fl. 36 kr. absorbirt; rechnet man zu dieser Summe noch die Pensionen und Gnadmgehalte im Bettage von 1140 fl, die doch in Folge der Amtstanzlei verursacht werden, so erhält man das hübsche Sümmchen von 7603 fl. 36 kr. Wird uun erwogen, daß 14341 fl. 6 kr. (Siehe weiter Ausweis) umgelegt, was so viel heißt als Cultussteuer gezahlt werden muß, so ergibt sich daS Resume, daß für Rabbiner, Religionslehrer, CultuSfunktionäre, Gemeindeanstalten, rituelle Zwecke, Stiftungen und Wohlthätigkeitsanstalten 6737 fl. 70 kr. für die Cultus-Gcmeindeamtskanzlei hingegen 7603 fl. 36 kr. Cultussteuer gezahlt werden müssen. Indem wir nun die unerbittliche Logik der Thatsachen zu tilfe genommen und unS hoffentlich von keiner Seite ein inwurf gemacht werden kann, haben wir sine ira et Studio den Faltenwurf des immerhin klastischen Finanzsystems, das von der prager ist. Gemeindevertretung gehandhabt wird, glatt gelegt und so rufen wir der löblichen Repräsentanz und den isr. Gemeindemitgliedern einN u r zu! entgegen, wir hoffen, daß durch dieses Losungswort sich doch einmal die beiden Extreme begegnen werden. Zum Schlüße viel Glück der Steuerkommistion, frisch an'S Werk! Die Gemeinde Mitglieder haben Geld, sie können zahlen. *) Wie un« berichtet wurde, hadm mehrere Mitglieder der Steuercommiffion, mit dem Niederlegen ihre« Amte« gedroht, fall«, da der im vorjähr. Budget eingestellte Posten von 600 fl. für ein Oberrabbinat nicht zu demdestimmte» Zwecke verwendet wurde, eine Uiberschreitung de« vorjährigen Präliminare« erfolge. Da« Präliminare pro 18SS wurde mit 956 fl. 85V« kr. überschritten, und dir Herren der Kommission fitzm noch fest. (d. Red.) präliminare der prager Cultusgemeinde pr» 1869 ohne alle Debatte augenommen in der Sitzung der CultuS-Gem.-Repraf. »o» 24. Deze«h. 1868. A u - g a » e ». I. Besoldungen für Rabbiner. ReltgtonSleh. rer, andere Funktionäre und Diener: 1. für da« Ober-Rabbinat. 600 fl. 2. Rabbinergehalt sammt Remuneration . . . 1000 .. 3. Religionslehrer (an den Mittelschulen) Adler Gehalt und Personalzulage. 1200 .. 4. ReligionSlehrer Dr. Grünhut. Gehalt, Rrmuneration und Personalzulage - . . . . 1085 .. 5. Schächter MiSlap Bestallung. 480 „ 6. .. 3. Schack. 420 „ 7. Rabb.-Aktuar Bunzl Subs. Beitrag ... 150 .. Summa 4935 .. II. Ausgaben für Grmein^ranstalten und rituelle Zwecke: N 1. für das Knabenwaisrnhau«. 3562 fl. 20 2. für die Thalmud-Thora-Schule. 2802 „ 80 3. für einen präg. Zögling am Breslauer Seminar 200 — 4für die Armenwesenverwaltung. 800 „ — 5. für die FeiertagSverköstigung . . . . . 650 — 6. für daS Armeninstitut. 1304 „41 7. für daS Spital.10151 „ 40 8. für die Grmeindebibliothck ...... 500 ,. — 9. für die rituelle Badeanstalt. 200 „ — Summa 20170 „ 81 II UI. Aus der CultuS'gemeindekassa zuleistendeStiftungSbeiträge: 1. Meiselsche SpitalSstiftung. 448 fl. 37 2..Knabenwaisenhaus. 132 „ 72 3. Littna'sche Stiftung zur Altneusynagoge . 13 „ 50 4. 3. Mensche Hcmdenstiftung. 16 „ 25 Summa 610 .. 84 IV. ©ubDeution für prager und auS. wärttge öffentl. und private WohlthätigkeitSanst alten: 1. Iosefstädter Kleinkinderbewahranstalt . . . 2. Regiekostenersah an daS Taußig'sche Spital. 3. Franz Josef Kindcrspital.. . 4. Karlsbader Spitai.. 5. Maricnbader „ . .. 6. Tcplihcr „ . 7. Isr. Taubstummeninstitut in Wien . . . Summa 105 fl. - .. 94 .. 25 „ 50 .. - „ 100 .. - „ 100 .. - .. 100 „ - „ 100 „ — „ 649 .. 25 „ V. Ku ltuS gemeinde Am tskanzlei : 1 Besoldung des Sekretär TeweleS .... Zulage .. . ... 2. Besoldung deS Kassaoffizial KalmuS sammt Personalzulage. 3. Besoldung deS Kanzelistcn EimeleS . . . 4. Diurnist Bär.. 5. Amtsdiener JhelcS Gehalt.. „ TheucrungSbeitrag. 6. Stein Gehalt u. TheuerungSbeitt. 7. Hausmeister Altschul Gehalt. ..... 8. Remunerationen. 9. Gehalt für die Verwaltung der Stiftunßrn 10. Kanzlrirequisttcn. 11. Heihung und Beleuchtung. 12. Profefsionistenarbeiten. 13. Jnventarvermehrung. 14. Pauschale für die* Instandhaltung der Thurmuhr .. 15. Steuern und Abgaben. 800 ff. 200 .. II M 750 400 365 210 40 250 275 400 690 150 400 200 30 H II M •« N II M II »» II II II II II II 26 II II II II II •* II II 23 .. 10 „ 80 , 2*

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